Mit der Übernahme des israelischen Start-ups RealFace hat sich Apple einen Spezialisten für Gesichtserkennung geangelt. Zu dessen Portfolio gehört eine App, die einen Login auf Mobilgeräten mit dem eigenen Gesicht vor der Kamera ermöglicht. Der Kauf gibt den Gerüchten um eine Gesichtserkennung im iPhone 8 neue Nahrung.

Zwei Millionen Dollar soll Apple der Deal gekostet haben, berichtet die Times of Israel, der bislang allerdings weder von Apple noch von RealFace bestätigt wurde. Laut sify news ist sogar von "mehreren Millionen Dollar" die Rede.

RealFace wurde erst 2014 gegründet und machte sich mit einer Technologie für die Gesichtserkennung schnell einen Namen. Zehn Mitarbeiter sind bei dem Start-up beschäftigt, das mit dem Bilder-Tool Pickeez eine eigene Anwendung im iOS App Store angeboten hatte. Zu den Features der App gehörte neben der Gesichtserkennung eine Funktion, die Fotos des Nutzers auf jeder Plattform automatisch nach den besten Schnappschüssen durchforsten und katalogisieren kann. Nach Bekanntwerden der vermeintlichen Übernahme war weder der App-Download noch die Webseite des Unternehmens zu erreichen.

Nutzt Apple die Gesichtserkennung schon beim iPhone 8?

Steckt hinter der Übernahme die Absicht von Apple, schon beim iPhone 8 anstelle von Touch ID oder als Alternative dazu eine Gesichtserkennung anzubieten? Entsprechende Gerüchte darüber kursieren schon länger, der RealFace-Kauf könnte die Entwicklung in diese Richtung vorantreiben. Schließlich erwarten die Experten beim nächsten Apple-Flaggschiff das Display über die gesamte Vorderfront, wo dann kein Platz mehr für den Home Button wäre. Der Fingerabdruckscan müsste dann vom Display übernommen oder durch eine Gesichtserkennung ersetzt werden.

Es ist bereits das vierte Mal, dass Apple ein israelisches Unternehmen übernimmt. 2011 hatten die Kalifornier den Flash-Speicher-Hersteller Anobit gekauft, 2013 die 3D-Sensor-Firma PrimeSense und 2015 LinX.

Einen Einblick in seine Gesichtserkennung gibt RealFace in diesem Video: