Kaum gemunkelt, schon verkündet: Apple übernimmt Shazam. Kann der Musikerkennungsdienst dem hauseigenen Dienst Apple Music neuen Schub verleihen? Die Rechnung für die vorweihnachtliche Shoppingtour fällt jedenfalls recht hoch aus – oder ist Shazam vielleicht sogar ein Schnäppchen?

Zur Kaufsumme macht Apple keine offiziellen Angaben, verschiedene US-Medien wie die Financial Times gehen aber davon aus, dass der Tech-Gigant aus Cupertino rund 400 Millionen US-Dollar (umgerechnet etwa 340 Millionen Euro) für Shazam auf den Tisch legt. Eine große Summe angesichts der Tatsache, dass der Musikerkennungsdienst bis heute nicht aus den roten Zahlen herausgekommen ist.

Dennoch könnte sich der Deal für Apple noch als Schnäppchen erweisen. Schließlich wurde Shazam vor zwei Jahren noch mit einer Milliarde Dollar bewertet. Interessanter dürfte für das Team von Tim Cook aber eine andere Zahl sein: Shazam soll – nach eigenen Angaben – im vergangenen Jahr die Zahl von einer Milliarde Downloads auf Smartphones erreicht haben.

"Aufregende Pläne" für Apple Music

Diese Nutzer könnte man in Cupertino für den hauseigenen Dienst Apple Music im Auge haben, deren 27 Millionen Nutzer deutlich hinter den 60 Millionen des Hauptkonkurrenten Spotify zurückbleiben. "Apple Music und Shazam sind ideale Partner", verkündete Apple dann auch bei der Bestätigung des Deals. Für die neue Kooperation habe man "aufregende Pläne".

Die Zusammenarbeit von Apple und Shazam ist kein Novum: Schon jetzt greift der iPhone-Sprachassistent Siri auf das Wissen von Shazam zurück, wenn es gilt, mithilfe eines kurzen Musikschnipsels Lied und Interpret zu erkennen. Die Übernahme ist da nur noch ein kleiner Schritt, zumal der Preis für Shazam in der langen Einkaufsliste von Apple keineswegs heraussticht. Rekordhalter ist hier Beats. Um sich den Kopfhörerhersteller und Streaming-Anbieter einzuverleiben, investierte Apple im Jahr 2014 stolze drei Milliarden US-Dollar.