Ein Lockscreen ist ein Lockscreen ist ein Lockscreen. Und keine Werbefläche. Findet zumindest Google – und will die Android-Nutzer jetzt vor unerwarteter Werbung auf dem Sperrbildschirm schützen. Wie das geht? Ganz einfach: Entsprechende Apps sollen aus dem Google Play Store verbannt werden.

Die Anzeige auf dem Sperrbildschirm ist in der Regel so spärlich wie übersichtlich: Uhrzeit, Datum, Netzstärke, Akkustand. Doch von Zeit zu Zeit, ganz überraschend, drängelt sich keck eine Werbeanzeige auf den Lockscreen. Dahinter stecken dann Apps, deren Urheber sich nicht damit zufriedengeben wollen, die Werbung nur innerhalb ihres Programms erscheinen zu lassen. Sondern die weitere Möglichkeiten zur Monetarisierung suchen. Und die per Anzeige auf dem Lockscreen gefunden zu haben glauben.

Aber da haben sie die Rechnung ohne Google gemacht. Der Tech-Multi aus dem kalifornischen Mountain View hat jetzt eigens seine Richtlinienübersicht für Entwickler überarbeitet, entdeckte Android Police. Unter dem Punkt "Kommerzielle Nutzung des Sperrbildschirms" heißt es ausdrücklich:

"Nur wenn Apps ausschließlich auf den Sperrbildschirm ausgerichtet sind, dürfen über sie Werbung oder Funktionen eingeführt werden, mit denen das gesperrte Display eines Geräts monetarisiert wird."

Werbung auf dem Sperrbildschirm ist von Google also nicht ausdrücklich untersagt. Sie ist nur denjenigen Apps vorbehalten, die auch für den Sperrbildschirm konzipiert sind. Dazu zählen Apps, die wechselnde Designs auf den Lockscreen zaubern oder das Gerät gegen unzulässige Entsperrungsversuche schützen sollen. Hier ist klar – und auch gestattet –, dass die Werbung, die solche Apps finanziert, auf dem Sperrbildschirm selbst stattfinden muss. Für alle anderen gilt: Werbung nur innerhalb der App, also Finger weg vom Lockscreen.

Übrigens: Unter den Richtlinien findet sich auch der Hinweis, dass Werbung "der beabsichtigten Zielgruppe" der App entsprechen muss. Mathe-Programme für Kids, die plötzlich Anzeigen à la "Einsame Single-Frauen suchen dich" schalten, sollen damit ebenso der Vergangenheit angehören.

Es bleibt aber abzuwarten, wie schnell und in welchem Umfang Google solche Apps jetzt aus dem Google Play Store entfernt.