Sie wissen (fast) alles, bleiben dabei aber doch immer sehr sachlich: Sprachassistenten wie Siri, Alexa oder Cortana geben zuverlässige Antworten und stehen ihren Nutzern bedingungslos Rede und Antwort. Etwas zu mechanisch, wie Huawei findet. Der Smartphone-Hersteller soll daher an einer Software arbeiten, die mit Usern emotional interagiert und menschliche Gefühle zu deuten versteht.

Da hat sich der chinesische Konzern ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Angeblich arbeiten Ingenieure und Programmierer an einer künstlichen Intelligenz, die es Huawei-Smartphones künftig erlauben soll, ihre Besitzer besser zu verstehen. Für gewöhnlich zeigen sich AI-basierte Systeme wenig empathisch – Technik ist ja auch nicht gerade für spontane Gefühlsausbrüche oder ausgereiften seelischen Beistand bekannt. Wie phoneArena berichtet, soll sich das im Hause Huawei aber bald ändern.

Personalisierte Antworten schon bald Realität?

Wie James Lu, Director of AI Product Management bei Huawei, betont, fasst der chinesische Konzern vor allem längere und personalisierte Antworten als mögliche Ausrichtungen einer emotionalen AI-Einheit ins Auge. Dadurch sollen sich Nutzer weniger einsam fühlen, bei ihrem Smartphone auf Verständnis treffen und neue Bewältigungsstrategien für Stress-, Angst- oder Trauergefühle entdecken. Voraussetzung dafür wäre eine Software mit hohem IQ – und vor allem auch mit hoher emotionaler Intelligenz. Bislang tun sich Maschinen aber sichtlich schwer, subjektive Gefühle in ein verwertbares Zahlensystem zu übersetzen und entsprechend zu reagieren.

Künftig sollen AI-Systeme im Smartphone Emotionen erkennen und so gefährliche Situationen verhindern – wie gereiztes oder genervtes Autofahren. (© 2018 pexels)

Forschung nutzt Gesichtsanalyse und Spracherkennung

Laut den Tech-Forschern des amerikanischen Unternehmens Gartner soll sich aber auch dieses Problem künftig umgehen lassen. Indem der AI-Assistent das Gesicht des Smartphone-Nutzers per Selfiekamera analysiert, entsteht ein für den Computer verwertbares Muster, das durchaus eine Interpretation zulässt. Zusätzlich könnte über verschiedene Tonlagen und -höhen die Stimme als Analyseparameter verwendet werden.

Annette Zimmerman, Vize-CEO von Gartner, lässt sich sogar dazu hinreißen, eine recht steile These in den Raum zu werfen: Im Jahr 2022 solle das Smartphone unser Seelenleben besser kennen als unsere eigene Familie. Ob das nicht eher in den Bereich Science-Fiction gehört? Zumindest Huawei scheint der Meinung zu sein, dass diese Vision bald Realität werden könnte.

Erst vor Kurzem wurde der Hersteller für sein P20 Pro vom Komitee der Technical Image Press Association (TIPA) für das "beste Foto-Smartphone der Welt" ausgezeichnet. Im Herbst 2019 plant er dann auch noch, sein erstes 5G-Mobilgerät auf den Markt zu bringen. Denkbar also, dass auch in weiteren Bereichen bahnbrechende Entwicklungen zu erwarten sind.