In Großbritannien geht es Falschparkern jetzt an den Kragen. Eine neue App macht genervte Fußgänger und Radfahrer zu Verkehrspolizisten – die mit der Jagd auf Verkehrssünder sogar noch Geld verdienen können. In Deutschland gibt es ähnliche Apps. Die bitten aber ohne Bezahlung zur Falschparker-Jagd.

Der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten ist bekanntlich eine Gerade. Doch wer sich als Fußgänger oder Radfahrer durch die Stadt bewegt, ist oft eher in Schlangenlinien unterwegs. Denn ob an der Bordsteinkante, halb auf dem Fußweg, in zweiter, dritter, vierter Reihe: Überall zwingen Falschparker die unmobilisierten Mit-Verkehrsteilnehmer auf verschlungene Umwege.

Zehn britische Pfund als Prämie

Auf privaten Parkplätzen in Großbritannien wird jetzt durchgegriffen. Dort wacht das Unternehmen UK Car Park über zahlreiche Flächen vor McDonalds oder der Supermarktkette Tesco. Um die Verkehrssünder ausfindig zu machen, haben die Parkingmanager die App "iTicket" entwickelt. Sie macht den User zum Kontrolleur, der mit einem wachen Blick auch noch Geld verdienen kann. Zehn Pfund, umgerechnet rund 11,50 Euro, ist UK Car Park eine Anzeige wert.

iTicket Screenshots
iTicket Screenshots (© 2018 UK Parking Control Ltd )

Dafür müssen sich die Politessen in spe zunächst bei dem Unternehmen registrieren, um einen Passcode und Trainingsunterlagen zu erhalten. Anschließend geht es auf Kontrollgang: Falsch geparkte Autos aufspüren, fotografieren, Kennzeichen eingeben und das Ganze über die App an UK Car Park senden. Wird ein Verkehrssünder erfolgreich ermittelt, gibt es die "Fangprämie".

Kein Geld für deutsche Hobby-Politessen

Auch in Deutschland ist man den Falschparkern nicht hilf- bzw. app-los ausgeliefert. Hier helfen Anwendungen wie etwa "Wegeheld" dabei, parkende Hindernisse zu melden. Datenschutzrelevante Informationen wie Nummernschild oder Gesichter können in der App leicht geschwärzt werden. Anschließend geht es als Post auf Facebook, auf Twitter oder als Meldung ans Ordnungsamt. Der Einsatz als Verkehrssheriff ist hierzulande allerdings ehrenamtlich – als Lohn für den Job winkt aber ein freigeräumter Weg.