Können Sicherheitslücken in der Hardware durch Software-Updates geschlossen werden? Der Chip-Hersteller Intel meint: ja – und kündigt neue Patches für seine Prozessoren an, die von "Meltdown" und "Spectre" bedroht sind. Die beiden Sicherheitslücken waren gestern öffentlich bekannt geworden und könnten Milliarden von Rechnern betreffen.

Als die ersten Meldungen zu den beiden Sicherheitslücken "Meltdown" und "Spectre" die Tech-Welt aufschreckten, sah der weltgrößte Chip-Hersteller Intel noch keine große Gefahr: "Intel glaubt, diese Exploits [theoretische Möglichkeiten zum Ausnutzen technischer Schwachstellen] haben nicht das Potenzial, Daten zu erbeuten, zu modifizieren oder zu löschen", schrieben die Kalifornier in einer ersten Stellungnahme.

Doch das konnte die Sorgen offenbar nicht zerstreuen. Nur einen Tag später legte Intel jetzt nach – und rückte seine Software-Updates in den Vordergrund. "Intel und seine Partner haben signifikante Fortschritte bei der Entwicklung von Software Patches und Firmware Updates gemacht", schrieb der Marktführer in einer Pressemeldung. Diese machten Intel-basierte Computersysteme "immun" gegen Spectre und Meltdown.

Meltdown Spectre Logos
"Meltdown" und "Spectre" beschäftigen weiter die Tech-Welt. (© 2018 Natascha Eibl)

Leistungsminderung durch Software-Updates?

Mehr als die Hälfte aller Prozessoren, die in den vergangenen fünf Jahren verkauft worden seien, hätten Intel zufolge bereits die nötigen Updates erhalten. Bis zum Ende der kommenden Woche sollen es schon 90 Prozent sein. Zudem hätten auch viele Händler von Betriebssystemen, Cloud-Anbieter und Gerätehersteller ihre Produkte und Dienstleistungen mit den Updates versehen.

Mit Software-Updates gegen die Lücken in der Arbeitsweise der Hardware? Kritiker befürchten, dass ein Erfolg nur mit Leistungseinbußen zu erreichen ist. Doch Intel sieht das anders: " Intel ist weiterhin der Meinung, dass die Auswirkungen dieser Updates auf die Performance abhängig sind von der Arbeitslast. Für den Durchschnittsnutzer sollten sie nicht signifikant sein und mit der Zeit – auch durch weitere Updates – weiter abgemildert werden.

Angesichts der Bedrohungen durch Meltdown und Spectre ist es in jedem Fall für alle Nutzer empfehlenswert, angebotene Updates schnellstmöglich zu installieren.