Microsoft setzt künftig verstärkt auf Benutzerorientierung und individuelle Hardware-Ausstattung. Mit seinen geplanten Neuerungen zu Windows 10 will der Hersteller bis Mai fünf verschiedene Versionen auf den Markt werfen, bis April sollen es mindestens drei sein. Dafür muss die abgespeckte Variante für Bildungsinstitute weichen. Windows 10 S wird Berichten zufolge umgemodelt und vermehrt als Zusatzoption angeboten. Microsofts Fokus liegt 2018 auf anderen Bereichen.

Was 2017 noch als ideale Lösung für Schulen und Bildungsbetriebe gesehen wurde, ist knapp ein Jahr später schon wieder verworfen. Mit Windows 10 S initiierte Microsoft ein besonders sicheres Betriebssystem, das vor jugendlichen Download-Streichen und digitalem Schulvandalismus schützen sollte. Allerdings wurde von Anfang an ein Umstieg auf Windows 10 Pro angeboten. Nun wird die Systemstruktur überarbeitet und stärker auf die Bedürfnisse der tatsächlichen Verwendung durch den Nutzer eingegangen.

Windows 10 S Oberfläche
Windows 10 Home wird zum Standard, der S-Mode verbleibt eine Zusatzoption. (© 2018 Microsoft)

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Die Zahlen sprechen Bände. Rund 40 Prozent der Nutzer wechselten in den ersten sieben Tagen von Windows 10 S auf ein anderes Betriebssystem – vielleicht, weil ein System, in dem fast nichts erlaubt ist, auf Dauer keinen Spaß macht, nicht mal Lehrern. Die Abwanderungsquote war Microsoft wohl zu hoch. Die Antwort: die Aufteilung in verschiedene einzelne Betriebssysteme. Künftig soll, laut Brad Sams, Windows 10 Home zum Standard-Kit für herkömmliche Desktop-PCs werden, der S-Mode übernimmt Tablets und leistungsschwächere Einsteigergeräte, Windows 10 Home Advanced ermöglicht Privatkunden einzelne Premiumleistungen. Weiterhin bleibt der S-Mode eine Zusatzoption für PCs, kann also durchaus für die heimische Verwendung interessant sein, wenn Kinder und Jugendliche regelmäßig surfen und dabei eingegrenzt werden sollen.

Außerdem orientiert sich Microsoft bezüglich der Software an den Stärken der Hardware. Von Low-End bis High-End deckt das Unternehmen mehrere SKUs (Stock Keeping Units) ab und bietet Systemen mit hoher Leistung entsprechend komplexere Betriebsversionen. Die Netzwelt wartet noch auf weitere Details, es bleibt also spannend im Microsoft-Universum.