Künstliche Intelligenz hält weiter Einzug in alltägliche Anwendungsbereiche, und Google mischt kräftig mit: Das Unternehmen hat ein künstliches neuronales Netzwerk zur Bewertung von Bildern vorgestellt. Es heißt NIMA und soll unter anderem bei der Bildverbesserung helfen.

Jeder hat diese Erfahrung schon einmal gemacht: Bilder sind nicht nur aus objektiven Gesichtspunkten heraus zu bewerten – sie sind vor allem Geschmackssache. Genau dieser Herausforderung will sich Google bei der Bewertung von Bildern stellen und hat sein System NIMA (Neural Image Assessment) mit beiden Fertigkeiten ausgestattet: der Bewertung nach technisch-ästhetischen und subjektiven Betrachtungsweisen.

Um es dem Netzwerk zu ermöglichen, für ein Bild eine Wertung (NIMA-Score) zwischen 1 und 10 zu vergeben, wurde es vorab mit Bildern aus einer Datenbank für Aesthetic Visual Analysis (AVA) gefüttert. Diese wurden jeweils von rund 200 Menschen bewertet, wie es auf Googles hauseigenem Blog weiter heißt. NIMA ist nun in der Lage, diese antrainierte, subjektive Bewertung bei der Vergabe seines Scores miteinfließen zu lassen. Das Resultat: Das Netzwerk kommt bei der Einstufung von Bildern in vielen Fällen nah an die Punktzahl heran, die ein versierter Betrachter dem jeweiligen Bild geben würde.

Künstliche Intelligenz zur Bildverbesserung

Beispielbilder vorher, nachher
Google NIMA kann bei der automatisierten Optimierung von Bildern seine Stärken ausspielen. (© 2017 Google/MIT-Adobe FiveK dataset)

Wie Google ferner berichtet, habe NIMA seine Fähigkeiten auch bei weiteren Bilddatenbanken bestätigen können. Eine denkbare Einsatzmöglichkeit ergebe sich etwa im Bereich der Bildverbesserung. Das Netzwerk sorgt neben den Scores für entsprechende Deep-CNN-Filter, die optimale Einstellungen etwa bei Helligkeit, Glanzlichtern oder Schatten vornehmen. Das Ergebnis seien Bilderversionen, die gegenüber den Ursprungsfotos wahrnehmbar an ästhetischer Qualität gewinnen.

Eine weitere NIMA-Funktion könnte dazu dienen, dass der Nutzer aus einer Reihe von Fotos schnell und vollautomatisch das beste auswählen kann. Auch beim Fotografieren selbst könnte das Netzwerk über Live-Informationen dem User wichtige Feedbacks liefern. KI und Fotografie – für die Zukunft eine vielversprechende Kombi.