Das Google Pixel 2 besitzt nicht zuletzt dank des KI-Prozessors namens Visual Core in den Augen vieler Nutzer die beste Smartphone-Kamera der Welt. Doch bislang geizte sie mit ihren Qualitäten – und spielte die Stärken des Prozessors nur bei Aufnahmen mit der hauseigenen Kamera-App von Google aus. Das soll sich nun ändern.

Er ist eines der Highlights des Google Pixel 2: Der sogenannte "Pixel Visual Core" (PVC) motzt Fotoaufnahmen gehörig auf, hellt dunkle Stellen auf und zaubert auch noch das eine oder andere Detail hervor. Doch bei der Präsentation des Smartphones war von dem Feature keine Rede: Google hatte den schlauen Coprozessor deaktiviert. Mit dem Update auf Android 8.1 wurde er dann zwar scharf gestellt, musste aber noch eigens aktiviert werden – und leistete auch nur in der offiziellen Kamera-App von Google seinen Dienst.

Mit dem Februar-Update aber sollen die Qualitäten des Visual Core auch anderswo zur Geltung kommen, verspricht Google in seinem Blog. Man habe den Hebel für den Rollout umgelegt, in den nächsten Tagen soll es sämtliche Pixel-Geräte erreichen und auch gleich noch ein paar weitere Software-Verbesserungen mitliefern.

HDR+ im Vergleich
Nicht nur für Helligkeit, auch für mehr Schärfe sorgt HDR+. (© 2018 Google)

Schärfere Fotos dank HSR+ und RAISR

Für die Pixel-Nutzer heißt das: Auch wenn die Aufnahmen in Drittanbieter-Apps entstehen, die auf die Kamera-API von Android zugreifen, greift der Visual Core. So erstrahlen auch die Bilder via Instagram, WhatsApp oder Snapchat in größerem Glanz. Verantwortlich dafür ist HDR+. Hierbei werden – auch ohne Zutun des Nutzers – ständig mehrere Bilder hintereinander aufgenommen und von der Software für die Berechnung des optimalen Fotos herangezogen. Jetzt soll der Visual Core diese Berechnung übernehmen und dabei, so Google, die Leistung um den Faktor 5 verbessern. Gleichzeitig wird dafür nur ein Zehntel der bisherigen Energiemenge benötigt.

Außerdem unterstützt der Visual Core RAISR ("Rapid and Accurate Image Super Resolution“). Dieses spezielle Google-Feature sorgt bei gezoomten Fotos für eine höhere Qualität, indem eine künstliche Intelligenz aus einer geringen Auflösung eine scharfe Darstellung berechnet.