Neue Phishing-Mails, die vermeintlich von WhatsApp stammen, gehen derzeit um. Davor warnt jetzt sogar die Polizei. Abgesehen haben es die Kriminellen offenbar auf sensible Daten verunsicherter Nutzer.

Nachdem gerade erst bekannt wurde, dass bereits seit 2014 ein bisher unentdeckt gebliebener Trojaner Unbefugten Zugriff auf Android-Smartphones erlaubt – wir berichteten gestern darüber – folgt schon der nächste Aufreger. Die Polizei selbst warnt nun erneut vor einer perfiden Abzockmethode im Zusammenhang mit dem WhatsApp-Messenger – mithilfe von gefälschten E-Mails.

So ist einem von der Polizei Niedersachsen veröffentlichten Beispielbild einer solchen Mail zu entnehmen, dass der Absender vor einem vollständigen Verlust der via WhatsApp ausgetauschten Daten warnt – also sämtlichen Chatverläufen, Bildern, Videos und Dokumenten. Demnach laufe ein betroffenes Konto innerhalb von 48 Stunden ab, sollte sich der Nutzer nicht rechtzeitig neu registrieren.

Nutzer werden unter Druck gesetzt

Um diesem Szenario zu entgehen, wird der Empfänger aufgefordert, auf einen Link namens "Zahlen" zu klicken, um die geforderten 0,99 Dollar für ein weiteres Jahr zu entrichten. Auch Zahlungsoptionen für drei und mehr Jahre werden dort „beworben“. Zwar ist WhatsApp bekanntlich kostenlos, das aber war nicht immer so. Allein schon deshalb könnte so mancher darauf reinfallen und voreilig der Aufforderung folgen.

Whatsapp Fake-Mail
Eine der Beispielmails, die nun von der Polizei veröffentlicht wurden. (© 2018 Polizei Niedersachsen)

Kreditkartendaten im Visier

Ohnehin dürfte es den Urhebern der Fake-Mails nicht um die Cent-Beträge gehen. Vielmehr haben es Kriminelle in solchen Fällen auf die Kreditkartendaten vermeintlich pflichtbewusster User abgesehen. Zwar erwecken Rechtschreibung und Grammatik nicht unbedingt einen seriösen Eindruck, der ein oder andere Nutzer mag dennoch verunsichert werden und Gefahr laufen, auf den Trick hereinzufallen.

Einen ähnlichen Fall gab es bereits Ende vergangenen Jahres. Auch damals war schlechtes Deutsch ein eindeutiges Warnsignal. Wer tatsächlich in die Falle tappt, sollte sich nicht erst lange genieren, sondern umgehend die Kreditkarte sperren lassen. Außerdem empfiehlt die Polizei, im Anschluss bei der örtlichen Wache eine Anzeige schreiben zu lassen.

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