Rund eine Woche nach der Übernahme von Shazam durch Apple hat die Musikerkennungs-App ein neues Feature für die iOS-Version erhalten: Die App verrichtet Ihren Dienst ab sofort auch offline – allerdings mit Einschränkungen.

Die Offline-Musikerkennung hält mit Versionsnummer 11.6.0 Einzug in die App. Die Bedienung bleibt gleich, wie dem Changelog im App Store zu entnehmen ist: Drücken Sie den blauen Button und Shazam schneidet den unbekannten Song mit. Die Antwort erhalten Sie aber erst nachdem iPhone, iPad oder iPod touch wieder eine Internetverbindung hergestellt haben. Sobald Shazam den gesuchten Titel erkannt hat, erhalten Nutzer aber eine Benachrichtigung. Sollte gerade kein WLAN in der Nähe oder das monatliche Datenvolumen aufgebraucht sein, müssen Sie also dennoch nicht mehr auf die App verzichten.

Apple verkündete Mitte Dezember, dass man Shazam übernommen habe. Einen Kaufpreis nannte das Unternehmen nicht, Schätzungen gehen aber von rund 400 Millionen US-Dollar aus, was etwa 340 Millionen Euro entspricht. Neben iOS ist Shazam auch für Android im Google Play Store erhältlich, das aktuelle Update lässt hier aber noch auf sich warten. Ob und wann die Offline-Musikerkennung auch auf Android-Smartphones funktioniert, bleibt vorerst offen.

Google Pixel 2 erkennt Songs ganz ohne Internetverbindung

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Das Google Pixel 2 XL beherrscht bereits Offline-Musikerkennung. (© 2017 Google)

Das Google Pixel 2 und Pixel 2 XL gehen übrigens schon einen Schritt weiter als Shazam: Die exklusive Funktion "Now playing" erlaubt es Besitzern, Musik offline zu erkennen. Einzige Voraussetzung ist, das Feature unter Töne > Erweitert einzuschalten und einmal eine Online-Verbindung herzustellen, um die Datenbank für den Offline-Betrieb herunterzuladen. Der Nachteil: Die Offline-Datenbank umfasst "nur" rund 10.000 Titel, während Shazam aufgenommene Soundschnipsel mit etwa 11 Millionen Songs abgleicht – aber eben auch nur, sobald das Smartphone wieder online ist.

Und wie geht es weiter? Apple gab bereits an, man habe "aufregende Pläne" mit Shazam. Gut möglich also, dass die Offline-Musikerkennung in Zukunft noch Verbesserungen erhält. Womöglich führt die App ja eine Offline-Datenbank wie bei Googles Flaggschiff-Duo ein.