Facebook goes local: In einem neuen speziellen Bereich will das Netzwerk künftig Nachrichten aus der Nachbarschaft des Nutzers sammeln. Erste Tests unternimmt Facebook in sechs amerikanischen Städten. CEO Mark Zuckerberg richtet den Fokus derweil auf verstärkte soziale Bindungen über "seine" Plattform.

Was trägt wer bei der Oscar-Verleihung? Was twittert der US-Präsident? Wo in der Welt tritt die Lieblingsband als Nächstes auf? Solche und andere Nachrichten aus allen Teilen der Erde rauschen täglich durch den Facebook-Newsfeed. Dabei spielt sich das eigentliche Leben der Nutzer vor der eigenen Haustür ab. Was läuft im Theater meiner Stadt? Welcher Club hat neu eröffnet? Wie stark ist der Gegner des örtlichen Fußballclubs am kommenden Wochenende?

Solche News sind bislang die Domäne der lokalen Medien, von der klassischen Regionalzeitung bis zum Stadtmagazin. Doch jetzt droht neue Konkurrenz: Auch Facebook hat seine Liebe fürs Lokale entdeckt. Und will mit "Today In" einen eigenen Bereich einrichten, in dem die Themen aus dem direktem Umfeld des Nutzers zur Geltung kommen: Veranstaltungstipps, Bekanntmachungen, regionale Nachrichten und mehr. Das berichtet TechCrunch.

Für einen Testlauf gibt es "Today In" zunächst für die US-Städte New Orleans, Olympia, Billings, Binghamton, Peoria und Little Rock. Bei Erfolg wird das Feature auf andere Städte ausgeweitet, womöglich irgendwann auch auf Orte in Deutschland.

Mark Zuckerberg
Facebook solle soziale Bindungen stärken, findet Mark Zuckerberg. (© 2018 picture alliance/AP Images)

Mark Zuckerberg will "wertvolle" Facebook-Nutzung

Mit "Today In" richtet Facebook den Fokus auf die persönliche Erlebniswelt des Nutzers. Kein Wunder, wenn man den neuesten Post von Mark Zuckerberg liest. Der Netzwerk-Gründer und -Chef habe aus dem Nutzer-Feedback erkannt, dass die Nachrichten aus der Geschäftswelt, von Marken und Medien die persönlichen Momente in den Hintergrund drängen. Doch Facebook sei geschaffen worden, um Menschen näher zusammen zu bringen. Deshalb wolle man sich weniger darauf konzentrieren, wie Nutzer interessanten Inhalt – wie etwa Videos – finden, sondern wie sie wertvolle soziale Bindungen finden.

Als ersten Schritt habe man im Newsfeed die Nachrichten aus dem persönlichen Umfeld des Nutzers gestärkt. Ihm sei bewusst, so Zuckerberg, dass die Zeit, die Nutzer auf Facebook verbringen, kürzer würde. Doch dafür wertvoller.