Größer, schneller, länger – die Technikwelt strebte in dieser Woche nach Superlativen. Samsung und Facebook zumindest. Nokia holt hingegen seine alte Cashcow wieder aus dem Stall und Adidas geht gleich ganz die Puste aus. Wer es auf das Siegertreppchen geschafft hat und wer eher noch in den Startlöchern steckt, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Schaut man im Duden unter "Handy" nach, so beschreibt der Begriff ein "kleines Mobiltelefon, das man bei sich trägt". Das Maxi-Modell des Samsung Galaxy S8 wird dann wohl streng genommen kein Handy mehr sein. Zumindest, wenn die aktuellen Gerüchte stimmen. Denn laut diesen soll das neue Flaggschiff vor allem eines werden: groß. Sehr groß sogar. Der in der Regel bestens informierte Brancheninsider Evan Blass zwitschert als Beweis das Logo vom neuen Riesen: "Samsung Galaxy S8+". Groß soll dabei wohl vor allem das Display werden, ganze 6,2 Zoll, um genau zu sein. Fallen die Seitenkanten weg, könnte sich das S8+ bei der Gesamtgröße aber noch in den Maßen des Vorgängers bewegen. Allerdings war beim Galaxy S7 edge ja auch schon fraglich, ob es der Duden noch als "Handy" bezeichnen würde.

Großaufnahme Männerhand hält Samsung Galaxy S7 edge.
Stimmen die Gerüchte. dann war das Samsung Galaxy S7 edge im Verhältnis zum kommenden Galaxy S8+ noch kompakt. (© 2017 picture alliance)

Dass größer gleich besser ist, davon war in dieser Woche ebenso Facebook überzeugt. Und so will sich das Netzwerk auch nicht mehr mit kleinen Smartphone-Displays zufriedengeben. Stattdessen sollen die Smart-TVs erobert werden. CEO Mark Zuckerberg hat dazu eine eigene Facebook-App für Apple TV, Amazon Fire TV und Samsung Smart TV versprochen. Und damit die zusätzlichen Zoll nicht nur dazu genutzt werden, Geburtstagsgrüße auf den Timelines alter Freunde zu hinterlassen, legt Facebook sein Augenmerk vermehrt auf Videos. Hier kommen bald neue Funktionen und wohl auch mehr Werbung auf uns zu – aber die gibt es bei der Konkurrenz um YouTube und Co. ja schließlich auch.

Nokia besinnt sich auf alte Werte, Adidas schickt seine Lauf-App in den Ruhestand

Doch warum muss es eigentlich immer etwas Neues sein? Muss es eben nicht, scheint sich Nokia gedacht zu haben. Stimmen die Gerüchte, schicken die Finnen nämlich ihren alten Bestseller wieder ins Rennen: Das Nokia 3310 – ohne "smart", dafür aber mit viel Akkulaufzeit und einem nahezu unkaputtbaren Gehäuse. Dass sich seit der Blütezeit des "Knochens" um die Jahrtausendwende viel am 3310 geändert hat, wird nicht erwartet. Nokia soll das gute Stück stattdessen als verlässliches Zweit- oder Notfallhandy etablieren wollen. Was es mit dem Comeback auf sich hat, wird Nokia wohl am 26. Februar auf einer Pressekonferenz im Vorfeld des MWC verraten. Dort sollen dann übrigens auch neue Smartphones vorgestellt werden.

Ein Läufer öffnet die Runtastic App auf seinem Smartphone
Laufen jetzt zusammen: Adidas baut seine Lauf-App Runtastic weiter aus und stellt im Gegenzug miCoach ein. (© 2017 dpa)

Keine weitere Runde gibt es hingegen für die Adidas Lauf-App miCoach. Der Sportartikelhersteller übergibt den Staffelstab hingegen seiner vor zwei Jahren eingekauften Tochterfirma: Runtastic. Bis Ende 2018 kann noch mit miCoach gejoggt werden. Dann wird die App eingestellt. Damit die getrackten Kilometer nicht verloren gehen, können miCoach-User aber ab sofort zu Runtastic wechseln und auch die alten Trainingsdaten mitnehmen. Da sich aber dabei wohl leider nicht alles 1:1 übertragen lassen wird, gibt es von Adidas als Entschädigung eine Runtastic-Premium-Mitgliedschaft. Darin ist dann sogar eine Schuh-Tracking-Funktion enthalten. Dank dieser erinnert die App dann daran, dass es Zeit für ein neues Paar ist – gekauft werden müssen diese dann aber noch selbst.

Autos, die selbst für Benzin zahlen, und Uhren, die beim Händeschütteln Kontaktinfos sammeln

Gegen das "Selbermachen" sind hingegen diese zwei: Jaguar und Shell. Das Luxusauto hat sich mit dem Tankstellen-Riesen zusammengetan und eine neue Zahlungsfunktion vorgestellt. Dabei tanken Autofahrer zwar weiterhin selbst, das Bezahlen übernimmt aber das Auto. Zumindest, wenn dieses mit PayPal oder Apple Pay verknüpft wurde. Derzeit gibt es das System nur in Großbritannien und auch nur für die neuesten Jaguar-Modelle. Das System soll aber weiter ausgebaut werden und bald auch Android Pay einschließen und für weitere Länder verfügbar sein. Ebenfalls in Planung: Parkuhren sollen nach dem gleichen System mit virtuellen Münzen gefüllt werden.

Nach dem Kleingeld sollen anscheinend auch die Visitenkarten aus unseren Taschen verschwinden. Denn geht es nach Apple, werden auch diese bald obsolet. Wie kürzlich bekannt wurde, hatten die Kalifornier sich bereits vor geraumer Zeit eine Anwendung patentieren lassen, die vor allem für die Apple Watch gedacht sein dürfte: Der automatische Austausch von Kontaktdaten beim Händeschütteln. Tragen beide Seiten eine Apple Watch, würden die Uhren direkt nach der Begrüßung anbieten, die Kontaktdaten des jeweils anderen zu übernehmen. Dabei scheint es der Smartwatch egal zu sein, ob es zur Begrüßung einen Händedruck, eine Umarmung, eine Verbeugung oder ein High-Five gibt. Leider hat sich Apple noch nicht dazu geäußert, wann und ob überhaupt mit der neuen Erfindung zu rechnen ist.

In der Zwischenzeit könnte aber ein weiteres Gadget für Furore sorgen: Die Zungle Sonnenbrille Panther. Mit ihr kann man zwar nicht bezahlen, dafür aber Musik hören, telefonieren und eben alles, wofür man sich sonst Kopfhörer auf oder in die Ohren setzen müsste. Vor schädlichen UV-Strahlungen schützt sie natürlich außerdem. Der Clou: Die Bügel der Brille übertragen den Sound direkt als Schallwellen auf den Schädelknochen. Dort werden sie von den winzigen Ohrknöchelchen Hammer, Steigbügel und Amboss in gewohnter Manier in Töne umgewandelt. Das hat gleich zwei Vorteile: Die Musik dröhnt nicht laut aus den Ohrstöpseln und unterhält den Sitznachbarn gleich mit und neben der Musik hört der Träger trotzdem noch alle Umgebungsgeräusche. Sie kann also auch im Straßenverkehr getragen werden. Außerdem sieht sie ziemlich stylisch aus – das wäre dann sogar ein dritter Vorteil.

Dafür, dass den vielen smarten Geräten in unserem Alltag nicht vorschnell die Luft ausgeht, könnte eine weitere Erfindung sorgen. Diesmal von der Elite-Uni Harvard. Hier haben Forscher einen Flüssigakku entwickelt. Dieser soll weder umweltschädlich noch explosionsgefährdet sein. Lediglich auslaufen könnte er – doch dann kann man ihn einfach wegwischen wie Wasser. Außerdem soll die Flüssigkeit auch nach zehn Jahren und Tausenden Ladezyklen noch über ihre nahezu komplette Kapazität verfügen. So könnten in Zukunft nicht nur Nokia, sondern auch Samsung, Apple & Co. ihre Handys und Smartphones beliebig viele Extra-Runden drehen lassen. Werfen Sie also Ihre alten Ladekabel und Dockingstationen nicht vorschnell weg. Vielleicht steht in 15 Jahren das iPhone 4 plötzlich wieder im Verkaufsregal.