Es war wieder eine Woche voller Geheimnisse: Zum größten Geheimnis dieser Tage, dem iPhone 8, gab es neue Leaks, die alte Vermutungen bestätigten und neue aufwarfen. Im Android-Betriebssystem wurde ein Geheim-Modus entdeckt, der bösartige Apps in die Knie zwingt. Bei Facebook hingegen machte man kein Geheimnis darum, dass Werbung immer mehr im Mittelpunkt der Plattform stehen soll. Und Coca-Cola verriet zwar nicht seine geheime Rezeptur, dafür aber seine künftigen Verkaufsstrategien, bei denen künstliche Intelligenz eine zentrale Rolle spielen wird. Sie haben genug von der Geheimniskrämerei? Hier sind die wichtigsten News der vergangenen Woche noch einmal zusammengefasst.

"Spieglein Spieglein an der Wand," nein, Moment, "in der Hand" muss es natürlich heißen, schließlich geht es hier nicht um den Wandbehang der eitlen Stiefmutter, sondern um das iPhone 8. Obwohl, so ein bisschen ums Aussehen geht es beim nächsten Apple-Flaggschiff natürlich auch. Und genau dazu gibt es neue Gerüchte: Das Jubiläums-iPhone soll mit einer blitzeblanken Rückseite daherkommen. Das iPhone 8 also mit Spiegel-Optik? Das könnte bei dem High-End-Gerät für ein edles Äußeres sorgen, es aber auch sehr anfällig für Kratzer machen.

Doch das ist natürlich noch nicht alles aus dem Apple-Reich: Auch zum kabellosen Laden und den Augmented-Reatlity-Plänen gibt es neue Informationen und Vermutungen. Hauptsächlich eigentlich letzteres. So könnte es sein, dass aufs Ladekabel nicht direkt ab Verkaufsstart verzichtet werden kann und dazu zusätzlich gekauftes Equipment nötig sein wird. Gut möglich, schließlich wäre es nicht das erste Mal, dass ein neues iPhone zwar bereits für ein bestimmtes Feature ausgelegt ist, der Nutzer aber noch einige iOS-Updates abwarten muss, um es auch nutzen zu können.

spiegelnde iPhone Hülle
Hüllen mit spiegelnder Oberfläche gibt es schon – wird das iPhone 8 direkt in dieser Optik erhältlich sein? (© 2017 Benjamin Geskin/Twitter)

Aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. Deshalb legen wir noch ein weiteres Gerücht drauf: Das iPhone 8 könnte mit einem 3D-Laser ausgestattet werden. Und der wiederum würde die passende Technik für die geplanten Augmented-Reality-Funktionen, die mit dem ARKit im anstehenden iOS 11 erwartet werden, liefern. Was das eine mit dem anderen zu tun hat? Ganz einfach: Per Laser werden vom iPhone Lichtimpulse ausgesendet, diese stoßen dann auf ein Objekt und kehren wieder zur Kamera zurück. Die dort gemessene Zeit gibt Aufschluss über die exakte Entfernung zu einem Objekt und erstellt ein detailliertes 3D-Bild – die Voraussetzung für komplexe AR-Anwendungen.

Keine Panik – Android Nougat zwingt bösartige Apps in die Knie

Es nervt doch nichts mehr als Technik, die nicht richtig funktioniert. Ganz oben auf der Liste: Apps, die sich aufgehängt haben. Bislang lösten Android-Nutzer das Problem meist wie folgt: mit einem beherzten Druck auf den Reset-Knopf. Ist natürlich umständlich, ständig das Handy neu zu starten. Android Nougat hat hierfür in seiner aktuellen Version 7.1 eine Art Panik-Modus integriert. Schließt sich eine App nicht oder taucht bösartige Malware auf, hilft nun diese Funktion: viermal hintereinander schnell die Zurück-Taste drücken und schon ist der Spuk vorbei. Der Nutzer landet wieder auf der Startseite und kann die App dort deinstallieren oder einfach nur schließen. Das pausenlose Drücken wird vom System nämlich als Panik erkannt und setzt die App erst mal außer Kraft. Das klappt selbst dann, wenn die App kurz mal die Herrschaft an sich gerissen, und im Overlay-Modus sämtliche Tasteneingaben unterdrückt hatte.

Google Android
Keine Chance für Malware und kaputte Apps: Android Nougat hat einen Panik-Modus. (© 2017 Google)

Ein etwas anderes Problem taucht bald bei dieser App auf: Facebook Messenger. Hier gibt es nicht zu wenige, sondern fast zu viele Funktionen. Denn der Konzern testet gerade das Platzieren von Werbung in der App. In Australien und Thailand läuft die Beta-Version schon seit einigen Monaten, nun ist auch der Rest der Welt dran. Immerhin: Dank der vielen Infos, die Facebook von uns hat, muss keiner unpassende Werbung befürchten.

Hübschere Technik, schlauere Technik, anspruchslosere Technik – was uns demnächst alles erwartet

Getränkeautomaten sind sicherlich nicht die schlausten Zeitgenossen. Wenn die Münzen nach Einwurf immer wieder durchfallen oder die Dose feststeckt und selbst bei mehr oder weniger sanftem Klopfen gegen die Scheibe nicht runterfällt, treiben sie uns sogar zur Weißglut. Gut fürs Geschäft ist das nicht. Deshalb möchte Coca-Cola nun, dass die Maschinen schlauer werden. Auf einer Veranstaltung erklärte der Konzern gegenüber VentureBeat, dass die Automaten dank künstlicher Intelligenz bald sogar Kundenwünsche erkennen sollen – vorerst würde uns aber auch reichen, wenn die Münzen in der Maschine bleiben.

Und noch jemand möchte smarter werden: Louis Vuitton. Nein, schlaue Handtaschen, in denen man nicht mehr ewig nach dem Schlüsselbund wühlen muss, stehen nicht auf dem Programm. Stattdessen bringt die Luxus-Marke eine Smartwatch heraus. Das scheint auch gerade Trend in dieser Branche zu sein: Emporio Armani, Michael Kors, Hugo Boss & Co. haben alle bereits schlaue Uhren auf den Markt gebracht, die preislich sogar die Apple Watch in den Schatten stellen. Das wird auch bei der Louis Vuitton Tambour Horizon nicht anders sein: Je nach Farbwahl werden zwischen 2.450 und 2.900 US-Dollar fällig. Wie das Schmuckstück aussieht, können Sie hier sehen:

Was sind die größten Alltagsprobleme unserer Generation? Vermutlich: kein Handynetz und ein leerer Akku. Denn dann wird aus der Smartwatch plötzlich nur ein Armband und mit dem Smartphone lässt sich auch nichts mehr anfangen. Letzteres könnte sich aber bald ändern: Forscher der Universtity of Washington haben ein Handy entwickelt, das keinen Akku benötigt. Und nein, dabei handelt es sich nicht um ein Dosentelefon, bei dem man die Schnur möglichst festziehen muss, um den zehn Meter weiter entfernten Gesprächspartner zu verstehen. Der Clou hinter der neuen Erfindung: Das Handy arbeitet mit Vibrationen, Radiosignalen und Solartechnik. Anstatt also, wie momentan, die Sprache in ein digitales Signal zu verwandeln und so an den Empfänger zu senden, wird die Nachricht mithilfe eines Mikros in Vibration erfasst. Die Schwingungen werden dann in ein Radiosignal umgewandelt und übertragen. Noch wohnt den so getätigten Telefonaten eine gewisse Pfadfinder-Romantik bei, so muss etwa immer zwischen Senden und Empfangen hin und her geschaltet werden und die Reichweite übertrifft mit 15 Metern die eines Dosentelefons auch nicht wirklich – aber: Auch große Erfindungen müssen einmal klein anfangen.
Nach dieser Woche gibt es also einige Geheimnisse weniger, andere sind dafür hinzugekommen. Zumindest in Sachen iPhone 8 wird sich das wohl bis zum offiziellen Release, der für den September erwartet wird, nicht ändern. Und selbst danach gilt: Nach dem Release ist auch vor dem Release. Genau so, wie nach dem Wochenende ja zum Glück auch vor dem Wochenende ist. In diesem Sinne: Kommen Sie gut in die nächste Woche.