Die besten Gäste kommen später. Diese alte Party-Weisheit hat diese Woche einer etwas zu wörtlich genommen: Samsung – und lässt mit der Vorstellung des Galaxy S8 länger auf sich warten als angenommen. Android Instant Apps hat hingegen lange genug gewartet und startet in die Testphase. An der Zeit war es auch für ein paar Neuerungen bei WhatsApp und Netflix: Die beiden Apps bauten ihren Offline-Bereich aus. Sie haben die Technik-News der vergangenen Woche verpasst? Macht nichts, in den nächsten Minuten bringen wir Sie auf den neuesten Stand.

Zugegeben, so richtig beschweren können wir uns eigentlich nicht über Samsungs Ankündigung, das Galaxy S8 noch nicht in Barcelona vorzustellen. Denn dort trifft sich ab Ende Februar auf dem Mobile World Congress (MWC) zwar alles, was im Smartphone-Geschäft Rang und Namen hat, und viele Hersteller führen bei dieser Gelegenheit auch gleich ihre neuen Prachtstücke vor – aber dass auch Samsung das tun würde, hatten die Südkoreaner tatsächlich nie versprochen. Weil sie es aber in den vergangenen Jahren immer gemacht haben, ging wohl jeder davon aus, dass auch das Galaxy S8 in der Hauptstadt der Katalanen erstmals der Weltöffentlichkeit vorgestellt wird. Na gut, nun wissen wir also, wann es nicht kommt, aber wann können wir denn nun mit der Vorstellung rechnen? Leaker Evan Blass rechnet mittlerweile fest mit dem 29. März. Von Samsung Mobile Präsident Koh Dong-Jin gab es aber noch keine Bestätigung. Hoffen wir einfach, dass Samsung da bald einen Gang zulegt.

Ein Roboter tanzt auf dem MWC 2016
Roboter-Tanz auf dem Mobile World Congress 2016 – eine Party wird es wohl auch in diesem Jahr geben, allerdings ohne das Samsung Galaxy S8. (© 2017 picture alliance / dpa)

Fahrt nimmt hingegen jemand anderes auf: Android Instant Apps. Hier geht es in die Testphase und das im doppelten Sinn des Wortes. Denn zum einen können nun Test-User die neue Funktion ausprobieren, zum anderen erlaubt das Feature selbst, Apps in Zukunft unverbindlich und ohne gesamten Download zu testen. Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O im vergangenen Jahr wurde die neue Funktion bereits bejubelt. Das dahintersteckende Prinzip ist ganz einfach: Statt eine App sofort komplett herunterzuladen, lädt sich das Smartphone nur bestimmte Code-Bestandteile aus der App, die es für genau dieses Rezept braucht. Somit laden Suchergebnisse von Google direkt in dem Teilbereich der App, statt im Browser. Gefällt dem User, was er sieht, kann er die komplette App ohne Umwege direkt über den Play Store installieren – anderenfalls verlässt er sie einfach.

Downloads vermeiden? Von wegen, dachten sich in dieser Woche WhatsApp und Netflix. Hier drehte sich sogar alles um Downloads, Uploads und die Internetverbindung, die einem dabei oft einen Strich durch die Rechnung macht. Kurzum: Beide Apps bauten ihren Offline-Bereich aus. iPhone-Besitzer können nun WhatsApp-Nachrichten versenden, wann immer sie wollen – auch wenn keine Internetverbindung vorhanden ist. WhatsApp sendet die Nachricht dann automatisch, wenn der Empfang wieder hergestellt ist. Außerdem können nun 30 Bilder auf einmal für das Versenden ausgewählt und später im Chat wieder gelöscht werden. Zumindest im eigenen Verlauf, beim Gegenüber ändert sich nichts. Auch wenn wir das eine Bild von der letzten Party lieber völlig verschwinden lassen würden, aber gut, das ist wohl eine andere Geschichte.

Wenn sich der ein oder andere Besitzer eines Android-Smartphones gerade wundert, warum wir diese Features überhaupt erwähnen und noch dazu als neu betiteln – für iOS ist es neu. Hier musste man bis vor Kurzem beim Versenden einer Message noch gebannt auf den kleinen grauen Pfeil neben der Nachricht starren und darauf warten, dass er wieder blau wird. Dafür kommt nun eine neue Nachricht, die wiederum nur Android-Nutzer interessiert. Genauer: solche, die ein Smartphone mit microSD-Karten-Slot besitzen und Netflix gern auf besagtem Smartphone nutzen. Die App lässt bereits seit Dezember den Download vieler Filme und Serien zu. Da das den integrierten Speicher des ein oder anderen Smartphones schnell an seine Grenzen brachte, erweitert Netflix die Download-Option nun auf auf die kleinen SD-Karten.

Knuspriger Schinken, saftiges Steak – die Technik kümmert sich in dieser Woche um das leibliche Wohl. Lieben dürfen wir sie dafür aber nicht

Schön, nun können also auch die Freunde mit dem iPhone 30 Bilder vom Mallorca-Urlaub auf einmal schicken, während man selbst mitten im deutschen Winter feststeckt. Wenn auch die tropischen Dokumentationen auf Netflix den Winterblues nicht vertreiben, hilft nur: Konfrontation! Zeigen Sie dem Winter die warme Schulter und schmeißen Sie doch einfach eine Grillparty. Mit Glühwein. Dann können Sie nämlich auch gleich die neueste Erfindung aus dem Hause Weber testen: Der Grill-Hersteller hat drei Grillthermometer mit App-Anbindung in sein Sortiment aufgenommen. Sie brauchen also nur noch die kleine Sonde ins Grillgut stecken und die dazugehörige App verrät Ihnen, wann alles auf den Punkt durch ist. Das klappt übrigens auch beim Sonntagsbraten.

Weber Kugelgrill im Winter
Statt warmen Gedanken: Einfach mal den Grill anwerfen – auch im Winter. (© 2017 shalamov/Thinkstock)

Vermutlich haben wir die Vegetarier jetzt ohnehin schon verloren – dann noch schnell unsere neueste Entdeckung aus dem Bereich "technische Errungenschaften, für die sich 4 Millionen Jahre Evolution doch schon irgendwie gelohnt haben": der Schinken-Toaster. Ein Gerät, das ausschließlich dafür da ist, knusprigen Frühstücksbacon zuzubereiten. In Zeiten, in denen immer alles multi-tasking-fähig sein muss, ist das aber eigentlich auch mal ganz angenehm. Und der Schinken sieht schon ziemlich knusprig aus ...

Und nun zum Abschluss noch der vielleicht kurioseste Satz, der in dieser Woche durch die Nachrichten ging: "Ich möchte nicht, dass man sich in einen Roboter verliebt." Geäußert von Mady Delvaux, Vorsitzende der Arbeitsgruppe im Umgang mit intelligenten Maschinen und Mitglied des EU-Parlaments. Wie hoch da die Gefahr ist, zumal Siri und Co. ohnehin jeden Heiratsantrag mit "Wir kennen uns doch kaum" abschmettern, sei mal dahingestellt. Tatsächlich geht es Madame Delvaux auch eher darum, dass beim Thema Künstliche Intelligenz Standards in Europa gesetzt werden und etwa eine Pflichtversicherung – wie beim Auto – für größere Roboter eingeführt und auch das Thema Datenschutz nicht vergessen wird. Zur "emotionalen Abhängigkeit" hat Delvaux aber sicherheitshalber trotzdem eine Charta vorgeschlagen. "Man sollte nie glauben, dass ein Roboter Gefühle haben kann." Bis die ersten Gesetze verabschiedet sind, wird es aber noch eine Weile dauern, bis dahin darf man sicherlich noch warme Gefühle gegenüber dem eigenen Smartphone haben oder mit Herzklopfen die Veröffentlichung des Galaxy S8 erwarten – allzu lange ist das sicher nicht mehr hin.