Dinosaurier und Astronauten, stolze Väter, großartige Comebacks, Verlustsorgen – die Technikwelt war in dieser Woche sicherlich vieles, nur nicht langweilig. Samsung packte sein neues Flaggschiff aus, Apple verteilte fleißig Updates, ein Start-up legt ein altbekanntes Smartphone neu auf und Android-Vater Andy Rubin twitterte ein Bild seines neuen Babys. Hier haben wir die wichtigsten Punkte noch einmal für Sie zusammengefasst und, damit es auch bei uns nicht langweilig wird, noch einige Neuigkeiten hinzugefügt.

Fancy Location? Check. Trommelwirbel? Check. Ausreichend Superlative in der Ankündigung? Auch Check. Samsung hat zur Vorstellung seines neuen Flaggschiffes jedenfalls nicht am falschen Ende gespart: Spektakuläre Bilder von Dinosauriern zeigen, wo man die bisherigen Smartphones einordnet – ein Astronaut symbolisiert, wie das neue Galaxy "Grenzen überschreiten soll". Wenn es also überhaupt etwas auszusetzen gab, dann höchstens, dass es aufgrund der vielen Leaks nun gar nichts Neues mehr vorzustellen gab. Macht aber nichts, schließlich zählt am Ende doch nur das Ergebnis, und das kann sich im Falle des Samsung Galaxy S8 ja tatsächlich sehen lassen: Riesenbildschirm, der nahezu ohne Ränder daher kommt, Iris-Scanner als Sicherheitsfunktion, 12 Megapixel-Kamera, Highspeed-Prozessor und ein leistungsstarker Akku. Außerdem ist das neue Schmuckstück wasserdicht, lässt sich kabellos laden und hat als erstes Samsung-Smartphone auch den fröhlich plappernden Sprachassistenten Bixby an Board. Der spricht derzeit zwar nur Koreanisch, Chinesisch und Englisch, Deutsch lernt er aber sicherlich auch bald.

Bild eines Astronauten reicht bis über den Rand des Displays beim Samsung Galaxy S8 hinaus.
"Grenzenlose Freiheit" soll das fast rahmenlose Display des Samsung Galaxy S8 ermöglichen. (© 2017 Samsung)

Und während das Konfetti von der Samsung-Präsentation noch zusammengefegt wird, kündigt sich schon der nächste Knüller an: Android-Papa Andrew Rubin bastelt nämlich auch gerade an einem neuen Smartphone. Ob er für Hardware ein ebenso glückliches Händchen wie für Software hat, wird sich zeigen. Er selbst gab jedenfalls schon einen kleinen Vorgeschmack auf sein neues Baby und twitterte ein Foto. Viel zu sehen ist darauf leider noch nicht, lediglich eine Ecke vom Smartphone lässt sich ausmachen. Darauf zu erkennen sind aber immerhin ein ebenfalls beinahe rahmenloses Design und die typischen Android-Icons aus der oberen Benachrichtigungsleiste. Rubin schreibt dazu: "Ich bin wirklich gespannt, wie es sich weiterentwickelt. Ich hoffe, es bald in den Händen mehrerer Menschen zu sehen". Wir auch, Andy, wir auch!

Twitterbild von Andy Rubins Smartphone
Mehr Hand als Handy – doch viel mehr als Gerüchte und dieses Bild gibt es zum neuen Projekt von Andy Rubin noch nicht zu berichten. (© 2017 Twitter / Andy Rubin)

Updates für alle – Apple in Spendierlaune

Bis es auch von Apple wieder neue Hardware gibt, dauert es zwar noch ein bisschen, die Wartezeit versüßen die Kalifornier aber mit neuer Software – und zwar für (fast) alle. iOS 10.3 bringt ein neues Datensystem auf iPads und iPhones, welches bei den meisten Nutzern teilweise bis zu 3 GB Systemspeicher freigibt. Nebenbei werden noch ein paar Sicherheitslücken gestopft, und AirPod-User bekommen ein ganz besonderes Geschenk: Die neue Software enthält eine Suchfunktion für die kleinen Kopfhörer. Wer Apple auch am Handgelenk trägt, kann sich über die watchOS Version 3.2 freuen, die unter anderem dafür sorgt, dass die smarte Uhr im Kino ruhig bleibt. Und last but not least bekommt auch die kleine Box neben dem heimischen Fernseher ein Update, zumindest wenn auch diese aus dem Hause Apple stammt: tvOS läuft nun in der Version 10.2 und erlaubt eine bessere Handhabung.

AirPods mit iPhone finden
Eine gute Verbindung hilft nicht nur beim Musikgenuss, dank des Software-Updates hilft das iPhone auch beim Suchen, wenn die kleinen Kopfhörer einmal unauffindbar sind. (© 2017 picture alliance / dpa Themendienst)

Für ein etwas anderes Update sorgt derzeit ein britisches Start-up. Hier scheint die Devise: Warum immer nur nach vorne blicken, wenn das Gute doch vielleicht in der Vergangenheit liegt? Klingt im ersten Augenblick vielleicht nicht nach einem guten Konzept, wenn es um Technik geht. Wer will schon wieder mit einem 56k-Modem ins Internet gehen oder eine Antenne aus seinem Handy pulen, bevor er einen Anruf annehmen kann? Wohl niemand. Etwas anders sieht das Ganze hingegen bei physischen Tasten von Mobiltelefonen aus. Hier scheint es derzeit ein regelrechtes Revival zu geben. Warum also nicht einfach eines der ältesten wiederbeleben, dachte sich das Start-up Khiron-Sigma und baute nicht etwa das erste iPhone, sondern den Nokia Communicator wieder zusammen. Denn das erste Büro für die Hosentasche gab es schon zehn Jahre, bevor Steve Jobs die Bühne mit seiner – trotzdem revolutionären – Erfindung, dem iPhone, betrat. So richtig wie ein Smartphone sah der Communicator aber ohnehin nicht aus. Er glich eher einem Mini-Computer und soll auch jetzt wieder so aussehen. Während er damals aber noch Faxe verschickte, soll er nun mit der neuesten Technik und Windows 10 ausgestattet werden.

Alltagserleichterung oder Retter in der Not – Neues aus der Technikwelt

Technik soll ja in erster Linie eines: Das Leben leichter machen. Manchmal lösen sie dabei auch Probleme, von denen wir gar nicht wussten, dass wir sie haben. Etwa auf ein Whiteboard zu schreiben. Wer das nicht so gern macht, kann sich hier des iBoardbot bedienen. Ähnlich wie bei einem Laserdrucker huscht hier ein echter Textmarker über eine Tafel und schreibt und malt alles, womit man ihn vorher mittels der dazugehörigen App beauftragt hat. Das Schöne: Alle Buchstaben werden gleich groß geschrieben und fangen nicht riesig an, um dann zum Ende des Wortes hin aneinander gequetscht zu werden. Das Problem kennt der ein oder andere vielleicht. Das Kickstarter-Projekt ist derzeit noch in der Finanzierungsphase.

 
Und noch eine Erfindung wollen wir Ihnen auf keinen Fall vorenthalten: NOPE. Dabei handelt es sich um eine Erweiterung für den Google Chrome Desktop-Browser, die uns vor nervigen Kollegen schützen soll. Den Plaudertaschen, Tratschtanten und wie sie alle heißen – mit NOPE wird man sie los. Einfach, schnell und sogar nett. Das Prinzip ist eigentlich ganz einfach: Einmal installiert, füttert man das Programm mit der Nummer seines Arbeitstelefons, daraufhin erscheint ein kleiner Button im Browserfenster. Nun muss man im Fall der Fälle - also wenn der Kollege gerade sehr weit ausholt, um lang und breit von seiner Tomatenzucht zu erzählen - nur unauffällig besagten Button klicken und schon klingelt das eigene Telefon. Hier hilft eine automatische Stimme durch den Rest des Manövers: Man soll etwa lachen, mit den Augen rollen und etwas sagen wie "natürlich habe ich Zeit, wo brennt es denn?". Bis dahin sollte der Kollege dann wieder an seinen eigenen Schreibtisch zurückgekehrt sein.

Für alles hat man ja nun einmal keine Zeit. Und das will man ja auch nicht. Außer natürlich, man mag gern Tomaten. Wer übrigens in der vergangenen Woche zu viel abgelenkt war und noch gar nicht dazu gekommen ist, sich das so groß angepriesene neue Samsung-Smartphone wirklich anzuschauen, für den haben wir hier noch einmal den Live-Stream zum Anschauen. Und apropos Zeit: So richtig was zu sehen gibt es erst ab Minute 15:37. Vorspulen ist erlaubt.