Was wissen Instant-Messenger-Apps wie Facebook, Snapchat oder WhatsApp alles über ihre User? Welche – womöglich – sensiblen Daten werden ohne Wissen der Nutzer gespeichert? Ab Mai 2018 kommt EU-weit gesetzlich verordnetes Licht in den dunklen Sumpf aus gesammelten Informationen. Mobile Nachrichtendienste werden mit neuen Richtlinien gezwungen ihren Usern preiszugeben, welche Daten sie über ebenjene gespeichert haben. WhatsApp prescht in seiner Beta-Version 2.18.50 voraus und ermöglicht das Feature bereits jetzt.

Das Internet verfolgt das Prinzip Eisberg. Was gesehen werden kann, ist nur eine kleine Spitze, der wichtigere Teil wie die Datenverwertung bleibt allerdings im Verborgenen. Da bilden auch Google, Facebook oder WhatsApp keine Ausnahme. Welche Informationen diese Apps tatsächlich von den Smartphones der Besitzer abgreifen, bleibt meist ungewiss.

Doch genau das ändert sich ab dem kommenden Frühjahr. Die EU sagt der Datenspeicherung durch private Unternehmen den Kampf an und hat dabei insbesondere beliebte Messenger-Apps im Visier. Diese müssen künftig eine Einstellung anbieten, die es Usern erlaubt, ihre gespeicherten Daten einzusehen. WhatsApp ist mit der Umsetzung schon weit gekommen. Wie WaBetaInfo herausgefunden hat, beinhaltet die aktuelle Beta-Version 2.18.50 bereits eine Einstellung, die einen Abruf der gesammelten Daten ermöglicht.

Im Frühjahr kommt die Funktion "Data Report" für alle in der EU. Welche Nachrichten Whatsapp speichert, ist dann zumindest einsehbar. (© 2018 Thinkstock)

"Data Report" künftig für alle verfügbar

Den "Data Report" können Nutzer der Beta also schon jetzt anfordern. Über die Einstellungen kann im Account eine Funktion aufgerufen werden, die einen Bericht "My Data Report" anfordert. WhatsApp vermerkt, dass die Anfertigung dieses Dokuments ein wenig dauern könne und die Datei nach erfolgtem Herunterladen durch den Nutzer automatisch gelöscht werde. Was allerdings mit den Daten an sich passiert und wie sie von dem Facebook-Konzern genutzt werden, zu dem WhatsApp seit 2014 gehört, bleibt weiterhin unklar. Der User weiß künftig nur ein bisschen mehr darüber, welche Informationen er überhaupt – freiwillig oder unfreiwillig – herausgegeben hat.

Spätestens im Mai wird die Funktion für alle europäischen Bürger verfügbar sein. Damit entspricht der Messenger nicht nur den EU-Gesetzen, sondern geht auch für den User einen sichtbaren Schritt in die richtige Richtung, wenn es um das Thema Transparenz im Datenverkehr geht.

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