Microsoft plant für die getaufte nächste Konsolen-Generation gleich zwei neue Modelle. Neben einer regulären Ausführung sei noch eine günstigere Streaming-Box geplant.

Microsoft arbeitet unter dem Codenamen "Scarlett" an einer neuen Konsole – so viel ist seit der E3 bekannt. Nun heißt es beim US-Portal Thurrott, die Redmonder arbeiteten auch an einem Streaming-Dienst namens Scarlett Cloud und einer passenden Hardware gleich dazu. Der Clou: Das Unternehmen wolle eine Lösung gefunden haben, um Eingabeverzögerungen zu minimieren, die oft bei Streams auftreten.

Halb Streaming-Box, halb Heimkonsole

Demnach handle es sich um eine Art Hybrid-Modell mit abgespeckter Ausstattung, die die wichtigsten Berechnungen lokal vornimmt, die Kollisionsabfrage etwa. Voraussichtlich werde die Cloud-Konsole günstiger als das performantere Schwestermodell, wobei vermutlich Zusatzgebühren für ein Streaming-Abo anfallen werden. Für Microsoft würde sich das Modell so langfristig lohnen, auch wenn der Einstiegspreis unter dem Niveau von Next-Gen-Konsolen liegt.

Exklusive Spiele seien nicht geplant – alle Titel sollen auf beiden Scarlett-Modellen laufen. Die Entwicklung der Cloud-Konsole sei dabei schon weiter fortgeschritten als die des traditionelleren Xbox-One-Nachfolgers. Bislang wird der Marktstart der nächsten Generation für 2020 erwartet. Ein früherer Release der Streaming-Box sei jedoch nicht geplant.

Xbox One X
Die Xbox One X erschien zwar nach der Xbox One, stellt aber keine eigene Konsolengeneration dar. (© 2018 @Xbox / Twitter)

Kehrt Microsoft zum Streaming zurück?

Ob eine zweigleisige Strategie aufgehen wird? Wer die Entwicklung der Xbox One verfolgt hat, weiß: Microsoft ist schon einmal auf heftigen Widerstand gestoßen, als es den 360-Nachfolger zunächst als reine Online-Konsole konzipierte – zumal es für Erzfeind Sony dadurch umso leichter war, die Vorzüge der traditionell orientierten PS4 zu vermarkten. Ohne flotte Internetverbindung wäre die Hardware nichts weiter als ein teurer Briefbeschwerer gewesen, zumal sich digital erworbene Spiele nicht hätten verleihen oder verkaufen lassen.

Allerdings war zu dem Zeitpunkt auch noch keine zweite, traditionelle Konsole mit der Option auf physische Datenträger geplant. Sollten die Informationen zum Scarlett-Duo stimmen, erscheint es zumindest etwas wahrscheinlicher, dass Microsoft eine Streaming-only-Variante als günstige Alternative zur "richtigen" Next-Gen-Xbox etablieren kann.