Orange, Gelb, dunkles Lila und einige Tupfer Rosa – wenn die untergehende Sonne den Abendhimmel in die schönsten Farben taucht, lässt sich der Blick kaum davon abwenden. Jetzt ein Foto, um diesen herrlichen Anblick für immer zu bannen. Doch nicht immer fangen Kamera oder Handy das Naturschauspiel richtig ein. UPDATED zeigt Ihnen, mit welchen Einstellungen Sie die schönsten Bilder vom Sonnenuntergang machen.

Wann ist die richtige Zeit um einen Sonnenuntergang zu fotografieren?

Abendstimmung einfangen Zeit
Kurz vor Sonnenuntergang dominieren die Rottöne im Licht. Gerade karge Winterlandschaften lassen sich jetzt besonders schön fotografieren. (© 2017 Thinkstock)


Nützliche Kameraausrüstung um Sonnenuntergänge zu fotografieren

  • Gegenlichtblende: Sie wird vorn auf das Objektiv geschraubt und schirmt diese ab. Dadurch verhindert sie, dass Licht seitlich auf die Blende fällt und das Bild kontrastarmer werden lässt.
  • Reflektor: Wie ein großer Spiegel soll dieser das Sonnenlicht reflektieren und kann so einen Teil des Bildes ausleuchten, der sonst im Dunkeln läge. Besonders praktisch, wenn Sie eine Person im Gegenlicht fotografieren.
  • Stativ: Gerade wenn auch die letzten Sekunden Sonnenlicht noch eingefangen werden sollen, kann ein Stativ nützlich sein. Denn wird es zu dunkel, erhöht sich die Belichtungszeit. Ohne Stativ führt das gern zu verwackelten Bildern.


Um den Sonnenuntergang zu fotografieren, sollten Sie kurz bevor die Sonne untergeht zur Kamera greifen, soviel ist klar – doch wann genau bietet sich das beste Licht und was ist dabei zu beachten? UPDATED erklärt Ihnen die wichtigsten Punkte im Folgenden:

Grundsätzlich beginnt die Lichtveränderung etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang. Wann genau dieser ist, können Sie auf den meisten Wetter-Apps auf Ihrem Smartphone oder auf der Webseite Sonnenuntergang-Zeit erfahren. Diese letzte Stunde vor Sonnenuntergang wird als “Goldene Stunde” bezeichnet. Und “Golden” trifft es auch schon ganz gut: Das Licht bekommt eine warme Färbung. Perfekt, um Personen abzulichten. Ein weiterer Vorteil: Die Sonne steht jetzt so tief, dass sie keine harten Schatten mehr ins Gesicht werfen kann, wie das zur Mittagszeit oft passiert.

Wann genau innerhalb der “Goldenen Stunde” Sie zur Kamera greifen, hängt davon ab, welchen Effekt Sie erreichen möchten: Je dichter Sie sich zeitlich am Sonnenuntergang befinden, desto weniger Licht steht Ihnen zur Verfügung. Dann können Sie prima Silhouetten fotografieren, Gesichtszüge sind hingegen kaum noch zu erkennen. Möchten Sie besonders die Rosa- und Lila-Farbtöne des Sonnenuntergangs einfangen, erhalten Sie in den letzten Minuten des Sonnenlichts die eindrucksvollsten Farbenspiele. Zu Beginn der “Goldenen Stunde” lassen sich hingegen Personen besser ablichten, das warme Licht verleiht einen schönen Hautton und es ist auch noch nicht zu dunkel, um möglichst viel vom Gesicht zu erkennen.

Kameraeinstellungen um den Sonnenuntergang optimal zu fotografieren

Für Sonnenuntergangsfotografie stellen Sie Ihre Kamera am besten in den manuellen Modus. So können Sie die Belichtungszeit und weitere Einstellungen selbst vornehmen. Die Abendstimmung bietet eine für die Kamera-Elektronik schwierige Lichtsituation, mit der diese schnell überfordert sein kann. So klappt die Einstellung:

ISO-Wert:

Gewöhnlich werden Sie die Abendstimmung draußen und bei ausreichend Restlicht fotografieren. Stellen Sie den ISO-Wert daher auf 100 oder 200. Wird es schon dunkler, können Sie auch einen Wert von 400 wählen.

Autofokus:

In der Regel brauchen Sie sich um diese Einstellung nicht zu kümmern, denn die Kamera findet das Hauptmotiv oft von ganz allein. Wenn allerdings viel Gegenlicht auf die Linse fällt, so verwirrt dies die Sensoren. Da Sie bei einem Sonnenuntergang in der Regel in das Licht hinein fotografieren, werden Sie dieses Problem öfter haben. Wird nicht richtig fokussiert, haben Sie zwei Möglichkeiten. Entweder Sie nehmen die Einstellungen selbst vor. Schieben Sie dazu den Schalter am Objektiv von “A” auf “M” und drehen Sie am Objektiv, bis Sie die gewünschte Schärfe erhalten. Sie können aber auch im Autofokus bleiben und eine Hand seitlich vor die Kamera halten, sodass diese einen Schatten auf die Linse wirft, aber noch nicht im Bildausschnitt zu sehen ist. Der Autofokus funktioniert dann deutlich besser.

Abendstimmung einfangen Farbton
Rosa steht jedem gut – zumindest, wenn der Farbton durch die Sonne verursacht wird. (© 2017 Pexels)

Belichtungszeit:

Die Belichtungszeit um Sonnenuntergänge zu fotografieren richtet sich wie üblich nach dem vorhandenen Licht. Um diese Einstellung manuell vornehmen zu können, sollten Sie im manuellen Modus fotografieren. Diesen stellen Sie ein, indem Sie das Modusrad auf “M” drehen. Dann können Sie die Dauer der Belichtung entweder im Menü oder über das kleine Rädchen am Kameragehäuse regeln.

Schauen Sie dazu entweder durch die Sucher der Kamera oder auf das Display, dort finden Sie eine Skala mit einer 0 in der Mitte. Ein kleiner Strich zeigt, ob Sie gerade über- oder unterbelichten. Drehen Sie so lange am Rad, bis der Strich auf der 0 ist oder leicht im Minus-Bereich. Denn eine minimale Unterbelichtung ist im Zweifel besser als eine Überbelichtung, da bei letzterer Bildinformationen verloren gehen, die Sie auch später mit einer Bildbearbeitung am Computer nicht zurückholen können. Eine minimale Unterbelichtung lässt sich hingegen leicht am Computer ausgleichen.

Grundsätzlich gilt bei der Belichtungszeit für Sonnenuntergänge: Diese sollte maximal so lang sein wie der Kehrwert der Brennweite. Wenn Sie also mit einem Objektiv mit einer Brennweite von 50 Millimeter fotografieren, können Sie die Belichtungszeit auf 1/50 Sekunde oder eine kürzere Zeitspanne stellen. Müssen Sie die Belichtungszeit hingegen verlängern, etwa weil nicht mehr ausreichend Licht zur Verfügung steht und das Foto ansonsten unterbelichtet wäre, brauchen Sie ein Stativ und auch ihr Fotoobjekt sollte sich für die Dauer der Belichtung nicht bewegen.

Blende:

Um die Blende passend für den Sonnenuntergang einzustellen, sollten Sie deren zwei Hauptfunktionen im Hinterkopf behalten. Denn die Blende regelt zum einen, wie viel Licht auf den Sensor kommt. Ist sie stark geöffnet, können Sie auch bei wenig verbleibendem Tageslicht noch gut ausgeleuchtete Fotos machen. Außerdem bestimmt die Blende die Schärfe des Bildes. Ist die Blende weit geöffnet, ist nur ein kleiner Teil des Bildes scharf. Ist sie hingegen geschlossen, ist das gesamte Bild gleichmäßig scharf. Die Blende reicht von f1 für sehr weit geöffnet bis f22 für sehr weit geschlossen. Nicht alle Kameras haben jedoch eine so weit geöffnete Blende. Viele beginnen erst ab f2.8 oder einem höheren Wert. Wenn Sie einen Sonnenuntergang fotografieren möchten, knipsen Sie gegen die Sonne, so dass in der Regel noch sehr viel Licht auf die Linse fällt. Um zu verhindern, dass Sie überbelichtete Bilder machen, können Sie die Blende entsprechend reduzieren. In der Regel erreichen Sie die besten Bilder mit einer Blendeneinstellung zwischen f5.6 und f11.

Gegen das Sonnenlicht: Silhouetten fotografieren

Abendstimmung einfangen Silhouette
Wenn die Sonne ganz tief steht, gelingen die schönsten Silhouetten-Fotos. Wie hier mit einer Belichtungszeit von 1/4000s, einer Blende von f2.8 und einer 50 mm Brennweite. (© 2017 Pexels)

Wird gegen die Sonne fotografiert, steht dem Fotografen viel Gegenlicht zur Verfügung. Objekte oder Personen, die sich dann zwischen Kamera und Sonne befinden, werden als Silhouetten dargestellt. Einzelheiten wie Gesichtszüge sind dann nicht zu erkennen. Den Effekt erzielen Sie, indem Sie den Fokus der Kamera auf die Sonne richten. Hat Ihre Kamera dann Schwierigkeiten den Fokus zu finden, drehen Sie manuell am Objektiv.

So fangen Sie einen Sonnenstern auf den Fotos ein

Ein Sonnenstern zeigt die Sonne auf dem Foto nicht nur als hellen Kreis, sondern erinnert eher an einen Stern, denn die Sonnenstrahlen werden zackenförmig abgebildet. Streng genommen müsste der Sonnenstern “Blendenstern” heißen. Denn er entsteht durch die besondere Bauweise der Kamera-Blende: Diese besteht aus einzelnen Lamellen, die so angeordnet sind, dass sie in der Mitte ein Loch lassen. Wird die Blende sehr weit geschlossen, beugt sich das Licht um die Kanten der Blendenlamellen. Und dadurch entsteht auf den Fotos der Stern.

Abendstimmung einfangen Sonnenstern
Noch schöner als die Wirklichkeit: Der Sonnenstern wird durch die Bauweise der Kamera erzeugt. Belichtungszeit 1/200s, Blende f20.0. (© 2017 Pexels)

Um den Sonnenstern-Effekt zu erzeugen, sollten Sie die Blende sehr weit schließen, bei einigen Kameras sogar bis auf f20.0. Umso höher die Blendenzahl ist, umso weiter ist die Blende geschlossen. Mit der so eingestellten Kamera fotografieren Sie nun direkt gegen das Licht.

Da eine geschlossene Blende nur wenig Licht durchlässt, müssen Sie dies mit den weiteren Einstellungen ausgleichen: Verlängern Sie die Belichtungszeit und stellen Sie den ISO-Wert etwas höher, so stellen Sie sicher, dass genügend Licht auf den Kamera-Sensor trifft. In der Regel benötigen Sie für solche Fotos aufgrund der längeren Belichtungszeit ein Stativ.

Die besten Plätze für Fotos vom Sonnenuntergang sichern

Sonnenuntergänge, insbesondere die farbenprächtigen, üben einen besonderen Reiz aus. Möchten Sie den rosa Himmel noch dazu an einem eher touristischen Ort einfangen, kann es dort schon mal voll werden. Daher: Seien Sie rechtzeitig vor Ort, um sich einen guten Platz zu sichern und bleiben Sie auch ruhig etwas länger. Denn die schönen Lichtverhältnisse für die Fotos verschwinden nicht sofort mit der Sonne, sondern halten in der Regel noch etwa eine halbe Stunde nach dem eigentlichen Sonnenuntergang an. Besonders für Silhouetten-Bilder ist dann die richtige Zeit.

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