Früher hätten Sie für den Videodreh aus der Luft einen Hubschrauber, eine aufwendige Kameraausrüstung und sehr viel Zeit gebraucht. Heute reicht eine handliche Drohne, die eine hochauflösende Kamera meist schon mit eingebaut hat. Dank dieser Technik ist es so einfach wie nie, wunderschöne Aufnahmen aus der Luft zu drehen. Wir zeigen Ihnen wie Sie Drohnenvideos drehen.

Vorbereitung für den Videodreh mit Drohne

Checkliste Aufstieg

  • Aufstieg erlaubt?
  • Luftraum vor Ort überprüft?
  • Wetterbedingungen stimmen?
  • Akku geladen?
  • Fernbedienung geladen?
  • Speicherkarte leer?
  • ND-Filter aufgeschraubt?
  • Kalibrierung durchgeführt?
  • Verbindung Drohne – Fernbedienung hergestellt?
  • GPS Signal vorhanden?

Ganz egal, ob Sie Ihre Drohne gerade erst aus dem Karton geholt oder mit ihr schon einige Runden durch die Luft gedreht haben – mit dem Videodreh können Sie jederzeit starten. Für die wichtigsten Punkte rund um den Aufstieg haben wir eine Checkliste für Sie zusammengestellt. Sind Ihnen einige Punkte noch unklar, dann klären wir diese für Sie in unserem Ratgeber So steuern und kontrollieren Sie Ihre Drohne – Tipps für Start, Flug und Landung.

Unser Tipp: Für einen Videodreh sollten Sie zu zweit sein. So kann sich eine Person ganz auf die Steuerung und das Display auf der Fernbedienung oder dem Tablet konzentrieren und sichergehen, dass die Aufnahmen gut werden. Die zweite Person verfolgt unterdessen die Drohne in der Luft und weist den Drohnenpiloten rechtzeitig auf mögliche Gefahren hin, etwa Bäume oder Stromleitungen. Einige Drohnen lassen sich auch über eine Zwei-Mann-Fernbedienung steuern. Dann sind Kameraeinstellungen und Drohnensteuerung durch einzelne Fernbedienungen möglich und eine Person kann sich komplett auf das Steuern der Drohne konzentrieren, während die andere Person filmt.

Die Drohnen-Kamera für den Videodreh einstellen

Nehmen Sie alle Einstellungen für das Video bereits vor, bevor Sie die Drohne starten. So brauchen Sie dafür nichts von der kurzen Flugzeit zu vergeuden.

  1. Stellen Sie die ISO-Werte möglichst gering ein, vorzugsweise auf 100. So verhindern Sie, dass das Bildmaterial zu grobkörnig wird.
  2. Schrauben Sie einen ND-Filter auf die Linse. Dieser ist für Videoaufnahmen unerlässlich. Er wirkt wie eine Sonnenbrille für die Kamera und verhindert, dass das Bildmaterial überbelichtet wird.
  3. Stellen Sie nun im Menü die Framerate ein . In der Regel reichen 25 Bilder pro Sekunde.
  4. Anschließend können Sie noch verschiedene Bildprofile oder einfach den Automatikmodus einstellen. Abhängig vom Modell Ihrer Drohne werden Sie hier verschiedene Möglichkeiten haben. Ein Bildprofil suchen Sie einfach nach dem geplanten Bildmaterial aus. Soll auf Ihrem Video später etwa eine Landschaft zu sehen sein, so wählen Sie den Modus Landschaft. Hier gibt es keine grundsätzlichen Unterschiede zu den Einstellungen einer Spiegelreflexkamera. Alle Einzelheiten können Sie in unserem Ratgeber Modusrad Spiegelreflex-Kamera: Was bedeuten M, S, A, P & Co? nachlesen.

Slow-Motion: Videos in Zeitlupe aufnehmen

Gerade Landschaftsaufnahmen sehen besonders schön aus, wenn sie später in Zeitlupe abgespielt werden können. Damit das geht, sollte Sie die Framerate erhöhen. Die Framerate bestimmt, wie viele Bilder Ihre Kamera in der Sekunde aufnimmt. Damit ein Video später auch in der Zeitlupe nicht ruckelt, sollte die Framerate bei 50 Bildern pro Sekunde oder höher liegen.

Passen Sie die Verschlusszeit an die Framerate an. Dabei gilt: Die Verschlusszeit muss doppelt so hoch sein wie die Framerate. Haben Sie also 50 Bilder pro Sekunde, muss die Verschlusszeit bei 1/100 Sekunde liegen. Da die Verschlusszeit aber in 25er Schritten eingestellt wird, lässt sich die Formel nicht immer problemlos anwenden. Dann nehmen Sie den jeweils höheren Wert. Bei 60 Bildern pro Sekunde gibt es zum Beispiel keine 1/120-Sekunde-Verschlusszeit, hier nehmen Sie die 1/125 Sekunde.

So filmen Sie mit der Drohne

Drohne und Kamera sind startklar? Dann kann auch der Videodreh beginnen:

  1. Der Aufstieg: Stellen Sie Ihre Drohne auf ebenem Boden ab und entfernen Sie sich zusammen mit Ihrem Co-Piloten etwa fünf Meter. Dieser Abstand dient zu Ihrer beider Sicherheit. Die meisten Drohnen haben diesen Puffer auch einprogrammiert und würden sich sofort nach Start automatisch von Ihnen entfernen. Das kann jedoch zu Probleme führen, da Sie Ihre Drohne in diesem Moment nicht steuern könnten und sie möglicherweise gegen ein Hindernis fliegt.
  2. Drohne fliegen: Ist der Aufstieg gelungen, steuern Sie Ihre Drohne zum Aufnahmeort. Bitte bedenken Sie hierbei unbedingt, dass Ihr Akku nur eine begrenzte Laufzeit von durchschnittlich 20 Minuten hat. Er wird zum Ende dieser Zeit automatisch dort landen, wo sie sich gerade befindet. Das könnte bei einem Dreh über einem See oder auch über Baumwipfeln problematisch werden.
  3. Flugbahn bestimmen: Anders als bei einem Foto kann es schön sein, wenn das Sonnenlicht auch einmal frontal die Kamera streift. Die Sonne sollte aber nicht während der gesamten Zeit von vorn kommen. Bedenken Sie den Stand der Sonne für Ihre Flugbahn.
  4. Filmen: Fliegen Sie Ihre Drohne während der Aufnahmen in einer möglichst ruhigen Flugbahn. Vermeiden Sie einen zackigen Kurs und schnelle Richtungsänderungen. Fliegen Sie stattdessen in weiten Kurven.
Plastisch wirkende Gebäude gefilmt von einer Drohne
Besonders plastisch wirken Gebäude, wenn Sie sie mit nur etwa zehn bis zwanzig Metern Abstand einmal umrunden. (© 2017 Fotolia)
  1. Der eigene Standort: Achten Sie auch darauf, ob Sie selbst auf dem Bild sein möchten. Die Kamera ist mit einem Kugelgelenk an der Drohne befestigt und lässt sich in nahezu alle Richtungen drehen. Dadurch kann es aber auch passieren, dass Sie ungewollt zum Motiv werden. Dagegen hilft nur: Den Kamerawinkel verändern und sich selbst woanders hinstellen. Planen Sie diesen Punkt vorab ein.
  2. Die sichere Landung: Ist das Video im Kasten oder hat Ihre Fernbedienung Sie bereits vor einem niedrigen Akkustand gewarnt, wird es Zeit, Ihren Kopter wieder Landen zu lassen. Auch hier gilt: Am besten klappt das auf einer freien und ebenen Fläche, etwa einer Wiese oder einem leeren Parkplatz. Achten Sie außerdem darauf, dass Ihre Drohne mindestens fünf Meter Sicherheitsabstand zu Ihnen und anderen Personen hat.
Actioncam als Kamera an einer Drohne
Actioncam als Kamera – einige Drohnen lassen sich auch mit einer GoPro oder Ähnlichem ausstatten. Die Steuerung läuft hier über eine Smartphone-App. (© 2017 Thinkstock)

Urlaubsvideos mit Pfiff

Das beste Video ist natürlich nur so schön wie das Bildmaterial selbst. Und da die beeindruckendsten Landschaften doch selten vor unserer Haustür liegen, bietet es sich an, die Drohne auch mit an den Urlaubsort zu nehmen. Einige Modelle sind sogar so handlich, dass sie einfach mit einem Spannband auf den Rücken geschnallt werden können. So lassen sie sich sogar auf Wanderungen mitnehmen. Packen Sie sich in solchen Fällen auch ein paar geladene Ersatzakkus ins Gepäck. Dann steht auch an den schönsten Orten einem ausgiebigen Filmdreh nichts im Wege – und Ihre Urlaubsvideos werden zu kleinen Blockbustern.

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