Die Farbe deines Lieblingspullis ist blass geworden? Statt des kleinen Grauen willst du lieber ein kleines Schwarzes haben? Das weiße T-Shirt soll auf der nächsten Party in grellem Pink erstrahlen? Deiner Kleidung einen neuen Look zu verpassen ist gar nicht schwer. UPDATED hilft dir beim perfekten Farbwechsel und verrät dir in diesem Ratgeber, wie du deine Wäsche richtig färbst.

Baumwolle, Mischgewebe und Co. – diese Wäsche eignet sich zum Färben

Nicht jedes Textil kannst du farblich nach Ihren Wünschen aufpeppen. Grundsätzlich gilt: Je natürlicher und pflanzlicher der Stoff, umso besser. Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen ermöglichen beim Färben intensive, kräftige Ergebnisse. Mischgewebe sollten maximal 50 Prozent Polyacryl, Polyester, Seide oder Wolle enthalten, andernfalls fällt die Färbung deutlich heller und schwächer aus.

Tipp: Achte beim Färben von Baumwolle, Leinen oder auch Mischgewebe nicht nur auf die den Stoff. Die Nähte können beispielsweise bei Baumwolle auch aus synthetischem Material bestehen. Beim Färben nimmt deshalb der Stoff unter Umständen eine andere Farbe an als die Nähte.

4 ungewöhnliche Ideen zum Färben von Stoffen

Zweifach färben
Um ein Kleidungsstück gleichzeitig in zwei Tönen zu färben, füllst du zwei Eimer mit unterschiedlichen Farben und hängst du das Textil mit einer Seite in den einen, mit der anderen in den zweiten Eimer. Lass zwischen den Eimern einen Abstand, entsteht ein dritter, ungefärbter Streifen. Oder stell die Eimer dicht zusammen, dann entsteht in der Mitte ein Farbverlauf.

Färben mit Tee oder Kaffee
Lass dunklen Tee (zum Beispiel Ostfriesen-Tee) eine Viertelstunde lang köcheln und anschließend lange ziehen. Die Teeblätter aus der Flüssigkeit entfernen und den Tee zum Färben nutzen. Alternativ kannst alten Kaffeesatz in Wasser auflösen und vor dem Färben herausfiltern.

Wellenmuster
Rolle das Kleidungsstück zu einer wurstförmigen Rolle zusammen, binden es zu und gib es so per Hand in ein Farbbad. Handschuhe nicht vergessen. Die Farbe verläuft dann in Wellenform über das Textil.

Kreise und Sprenkel
Gib Textilfarbe in einen Eiswürfelbehälter, dann in einen Eisschrank und lass den Farbwürfel anschließend auf dem Textil auftauen für effektvolle Farbkreise. Oder sprenkel die Farbe mithilfe einer Zahnbürste wild über das Kleidungsstück.

Reine Naturfasern tierischen Ursprungs wie Wolle oder Seide hingegen nehmen die Textilfarbe nur schwach oder je nach Struktur überhaupt nicht an. Das Gleiche gilt für synthetische Stoffe wie Polyamid oder Polyacryl, Mikrofasern sowie Spezialstoffe und -beschichtungen wie bei Goretex oder Sympatex. Auch Nähte aus Kunstfasern bleiben beim Färben unverändert, ebenso wie Reißverschlüsse.

Ein umso besseres Ergebnis erzielst du außerdem, je glatter und leichter die Stoffe sind, da die Farbe dann leichter und nachhaltiger in die Fasern eindringen können.

Worauf du bei der Farbauswahl unbedingt achten solltest

Die Ursprungsfarbe des Kleidungsstücks sollte heller sein als die Farbe, die es annehmen soll. Denn die Färbemittel überdecken die alten Farben nicht vollständig. Aus einem schwarzen Abendkleid lässt sich also kein gelbes Sommerkleid zaubern. Allerdings kannst du dunkle Kleidungsstücke vorher entfärben, um einige hellere Töne zu erzielen. Entsprechende Textilentfärber erhältst du in der Drogerie.

Bedenke außerdem, dass das Endergebnis abhängig ist von der bisherigen Farbe des Textils und vom Ton des Färbemittels. Weiße Textilien erhalten die Farbe des Färbemittels. Bei anderen Tönen ergibt sich jedoch unter Umständen eine ungewollte Farbmischung:

  • Gelber Stoff wird beim Blaufärben zu grüner Wäsche.
  • Gelb und Rot ergeben zusammen Orange.
  • Grüne Wäsche wird in Kombination mit Rot eher bräunlich.

Tipp: Wenn du deine Farbe nicht findest, lassen sich so auch zwei Textilfarben miteinander vermischen und weiße Stoffe damit färben.

Einen Eindruck vom Endergebnis erhältst du bei manchen Herstellern von Textilfarben auf der Webseite. Der Produzent Dylon bietet einen Farb-Konfigurator.

Vier leuchtend einfarbige T-Shirts auf einer Wäscheleine.
Einfarbige Textilien lassen sich am bequemsten und besonders gleichmäßig in der Waschmaschine färben. (© 2017 Mike Flippo/Thinkstock)

Stoff färben in der Waschmaschine oder per Hand?

Vor allem für größere Mengen bietet sich das unkomplizierte Färben in der Waschmaschine an – natürlich nur, wenn die Textilstücke für die Waschmaschine geeignet sind. Allerdings kannst du dabei nur einfarbige Ergebnisse erzielen und die Farbintensität nicht während des Färbevorgangs beeinflussen.

Das wiederum kannst du beim Färben von Hand. Benutze dafür Gefäße aus Plastik, Glas, Porzellan oder Emaille. Achte darauf, dass die Gefäße groß genug sind, damit das Textil vollständig und ohne zu quetschen hineinpasst und du es frei in der Färbeflüssigkeit bewegen kannst. Je länger du den Stoff färbst, umso intensiver wird die Farbe. Bedenke aber, dass ein nasses Textil dunkler wirkt als im trockenen Zustand. Wichtig: Trage beim Färben per Hand unbedingt Schutzhandschuhe und decke deine Kleidung und die Umgebung zum Schutz vor Farbspritzern ab. Sei vorsichtig, dass du das Färbemittel nicht in die Augen oder in den Mund bekommst.

Vorbereitungen für das Färben von Stoffen

Wasche vor dem Färben die Textilien einmal, allerdings ohne Weichspüler oder vergleichbare Zusatzmittel, etwa Imprägnierstoffe – so sind die Fasern frei von Rückständen. Neue Kleidungsstücke solltest du vor dem Einfärben mindestens dreimal waschen, damit alle Appreturen, sprich die besonderen Oberflächenbehandlungen, entfernt sind. Achte außerdem darauf, dass das Textil fleckenfrei ist, da Färbemittel in der Regel keine Flecken überdecken.

So viel wiegen die häufigsten Kleidungsstücke

T-Shirt/Bluse:   150 bis 200 Gramm
Hemd:   200 bis 300 Gramm
Pullover:   400 bis 800 Gramm
Kleid:   800 Gramm
Jeans:   600 Gramm
Leichte Hose:   300 Gramm
Velourshose:   600 bis 700 Gramm

Lass die Wäsche trocknen und wiege alle Stücke, die du einfärben willst. Anhand des Nettogewichts der trockenen Wäsche ermittelst du, wie viel Färbemittel du benötigst. Das Gewicht der am häufigsten genutzten Kleidungsstücke findest du auch im Infokasten.

Geeignete Textilfarben erhältst du in der Drogerie oder auch beim Bastelbedarf. Anhand der Dosierungsangaben auf den Verpackungen erfährst du, wie viel Färbemittel du für die geplante Menge Textilien benötigst. Manche Mittel sind speziell für bestimmte Textilien geeignet, es gibt flüssige Färbemittel und andere in Pulverform. Wichtig sind eine hohe Licht- und Waschechtheit.

Frau begutachtet mehrere blaue Blusen mit Mustern durch Batik.
Batik: Werden die Kleidungsstücke beim Färben geschickt zusammengebunden, entstehen verschiedene Muster. (© 2017 Tuayai/Thinkstock)

So färbst du Stoffe in der Waschmaschine

Willst du gleich mehrere Stücke gleichzeitig einfärben, bedenke: Die Waschmaschine sollte nur bis maximal zur Hälfte gefüllt sein, damit sich die Farbe gleichmäßig über die Wäsche verteilen kann, anstatt sich an einer Stelle zu konzentrieren und Flecken hervorzurufen. Oder du hältst dich beim Gewicht an eine Obergrenze von 1,5 bis 2 Kilo, dann bleibt ausreichend Platz in der Maschine. Dann kann es losgehen mit dem Färben.

Welche Farben zusammen waschen?

Frisch gefärbte Textilien lassen bei den anschließenden Waschgängen einiges von ihrer Farbe in der Trommel. Aber auch neue, noch nicht ausgewaschene Kleidung färbt ab. Deshalb gilt: Nicht einfach in Weiß und Buntes unterteilen. Ein wenig nach Farben sortieren solltest du schon, damit die Leuchtkraft von Blau, Rot oder Grün in der Wäsche länger erhalten bleibt.

Dabei gilt, dunkle und helle Farben jeweils gemeinsam waschen: Weiß geht etwa noch mit Hellblau zusammen, Gelb und Orange mit Rosa oder Hellgrün. Kräftiges Rot aber besser mit einem dunklen Grün, Violett oder Blau zusammen waschen. Braun und Schwarz dürfen gemeinsam in die Maschine, aber nicht mit anderen Farben zusammen. Grau kannst du je nach Helligkeit den anderen Stapeln zuordnen.

  1. Pass die Menge des Färbemittels gemäß der Dosieranleitung an.
  2. Wähle die Temperatur gemäß der Angabe auf dem Etikett des Textils, maximal aber 40 Grad, sowie das Koch- beziehungsweise Buntwäscheprogramm. Vermeide Kurz- oder Energiesparprogramme, damit die Textilfarbe genug Zeit hat, in die Fasern einzudringen.
  3. Gib das Färbemittel und gegebenenfalls etwas Kochsalz hinzu, wie es die Gebrauchsanweisung des Färbemittels vorgibt.
  4. Für das Färben von Wolle oder Seide solltest du stattdessen etwa 750 Milliliter Haushaltsessig hinzufügen.
  5. Die Wäsche feuchtest du vor dem Start der Maschine am besten leicht an, da sich die Farbe auf trockenen Stoffen nicht gleichmäßig verteilt.
  6. Das gefärbte Textil anschließend noch einmal mit einem Color-Waschmittel durchwaschen. Das verhindert spätere Abfärbungen und entfernt gleichzeitig eventuelle Farbreste aus der Waschmaschine.
  7. Zur Sicherheit kannst du die Maschine auch noch einmal leer bei 60 Grad mit einem normalen Waschmittel durchlaufen lassen.
  8. Die gefärbten Textilien lässt du am besten an einem warmen Ort trocknen. Vermeide direkte Sonne oder unmittelbare Wärmeeinwirkung, etwa durch einen Trockner.

Anschließend kannst du dich der Welt in neuer, frischer Farbe präsentieren. Und denke daran: Auch Handtücher, Bettwäsche und Bezüge von Gartenmöbeln oder Kissen freuen sich vielleicht über einen neuen Look.

Wäsche weiß färben: Wie wirst du Farbe wieder los?

Ein paar Mal waschen und schon bildet sich ein Grauschleier auf der schönen, weißen Bluse. Oder aus Versehen eine bunte Socke in der Maschine vergessen und beim nächsten Waschgang ist das Bettlaken plötzlich rosa statt schneeweiß.

Wenn deine Textilien ungewollt Farbe annehmen, hilft nur eins: ein vernünftiger Entfärber aus dem Handel. Es gibt zwar auch diverse Hausmittel, die im Internet hoch angepriesen werden, wie Zitronen, Backpulver oder auch Essig. Oft ist der Erfolg jedoch überschaubar, ein richtiger Entfärber nimmt es dagegen meistens sowohl mit Verfärbungen als auch Grauschleiern auf.

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