Frische und saubere Atemluft setzen wir in den eigenen vier Wänden zwar als selbstverständlich voraus – den wenigsten ist aber bewusst, dass beispielsweise die Belastung durch Pollen in Innenräumen nachweislich viel höher ausfällt als im Freien. Auch Schimmelsporen, Rauch oder etwa Tierhaare können die Luftqualität weiter verschlechtern. Ein Luftreiniger für Allergiker schafft Abhilfe und steigert das Lebensgefühl deutlich. Dieser UPDATED-Ratgeber zeigt Ihnen, welche verschiedenen Filter und Techniken von Ionisator bis zu dem für Allergiker empfohlenen HEPA Filter es gibt, damit Sie nach der Anschaffung auch wirklich entspannt durchatmen können.

Unterscheidungsmerkmale für Luftreiniger

Alle Luftreiniger funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Es wird Raumluft angesaugt und mittels eines Gebläses über die entsprechenden Filter wieder herausgeführt. Luftreiniger sind mit unterschiedlichen Filtertypen wie Aktivkohlefilter, Ionisator, Ozongenerator, elektrostatischer beziehungsweise photokatalytischer Reinigung oder dem besonders effektiven HEPA Filter ausgestattet. Gute Geräte verfügen über mehrere Filtertypen, mindestens aber einen HEPA-Filter. Weitere Hauptmerkmale, die Ihnen zur Unterscheidung bei der Anschaffung dienen, sind die Leistungsfähigkeit (also die Wirksamkeit der Luftumwälzung und der Filter) sowie die Geräuschentwicklung. Letzteres ist insbesondere beim Betrieb des Luftreinigers im Schlafzimmer ein entscheidendes Qualitätsmerkmal und Garant für geruhsamen Schlaf.

HEPA Filter: Höchste Effizienz gegen alle Schwebstoffe

Der HEPA Filter, also der Standard “High Efficiency Particulate Air”, ist für Allergiker der mit Abstand wichtigste Baustein für die zuverlässige Luftreinigung. Das HEPA-Verfahren entnimmt der Atemluft alle unerwünschten Schwebstoffe. Hier spricht man von Größenordnungen unter der von menschlichen Haare. Der Filter besteht aus gespannten Glasfaser- oder Zellulosematten, die genormt und nach dem Prinzip einer vielfachen Siebwirkung über eine möglichst große Filterfläche Partikel aus der Luft entfernen. Damit werden sämtliche Pollen, Staub- und Rauchpartikel und mit ihnen auch Milben aus dem Luftstrom herausgenommen. Nicht verwunderlich, dass HEPA-basierte Filter auch in Operationsräumen von Krankenhäusern oder bei der empfindlichen Mikroprozessor-Herstellung eingesetzt werden. Diese hohe Effizienz macht ihn auch in immer mehr privaten Haushalten beliebt. Luftreiniger mit einem HEPA-Modul kosten zwischen etwa 150 und 500 Euro. Geräuschpegel und Komfort der Geräte variiert mit dem Preis. Beachten Sie: beim Austausch eines benutzten Filters fallen je nach Hersteller und Gerät zwischen 20 und 100 Euro für den neuen Filter an.

Was der HEPA Filter kann, für Sie zusammengefasst:

  • Effiziente Entfernung von Pollen, Staub, Rauchpartikeln, Milben aus der Raumluft
  • Hoher Standard durch Europäische Normung

Aktivkohlefilter – gut gegen Gerüche

Der Aktivkohlefilter eliminiert Gase und Gerüche aus der Raumluft, indem er chemische oder organische Verbindungen aufnimmt. Dadurch werden zwar ungesunde Ausdünstungen entfernt und die Raumluft wird spürbar erfrischt, als Luftreiniger für Allergiker reicht dieser Filter allein jedoch noch nicht aus. Er sollte immer kombiniert werden mit dem sogenannten HEPA Filter, der auch Pollen aufnimmt. Eine entspannende Wirkung kann ein Aktivkohlefilter aber durchaus haben, da durch ihn die Reizung der Atemwege gemindert wird. Preise und Lautstärkeentwicklung schwanken je nach Hersteller und Komfort.
Was der Aktivkohlefilter kann:

  • Entfernung von Gasen & Gerüchen
  • Gut geeignet als zusätzlicher Filter, da auch Gerüche unangenehm für Allergiker sein können
Luftreiniger für Allergiker HEPA
Albtraum Schwebstoffe: Hier kann ein HEPA Filter helfen. (© 2017 Sziban/Thinkstock)

Ionisator: Eine kleine Meeresbrise für zu Hause

Der Ionisator fügt der Raumluft negativ geladene Ionen hinzu, wie man sie in der Natur in Wassernähe oder auch in Wäldern vorfinden würde. Diese Ionen binden allerkleinste Staubpartikel und Bakterien, welche dann schneller zu Boden sinken und nicht mehr in der Atemluft schweben. Diese zusätzliche Luftreinigung kann für Allergiker eine gute Ergänzung sein, ersetzt aber nicht die gründliche Reinigung durch den HEPA Filter. Ein positiver Nebeneffekt des Ionisators ist eine vermutete positive Wirkung auf den menschlichen Organismus: Die geladenen Ionen können wohl das Nervensystem entspannen und können, so wird vermutet, ein gutes psychisch-physisches Gleichgewicht herstellen – ganz ähnlich einer frischen Brise Meeresluft

Das kann der Ionisator:

  • Ionisierung der Raumluft, wodurch Partikel & Bakterien gebunden werden und ein “Meeresklima” entsteht
  • gut als erfrischende Ergänzung zum HEPA Filter

Elektrostatische Luftreinigung: Filter ohne Folgekosten

Die elektrostatische Luftreinigung besticht durch einen kostengünstigen Betrieb. Eine elektrostatische Ladung zieht die Schwebstoffe an und hält sie im Filtermaterial. Um einen effektiven Betrieb zu gewährleisten, sollte der Filter in regelmäßigen Abständen gereinigt werden. Ein unschlagbarer Vorteil besteht darin: Ein elektrostatischer Filter muss nicht ersetzt werden. Der Filter selbst kann einfach abgesaugt werden. Die Abstände der Reinigung variieren je nach Gerät und Ausführung und lassen sich in den Bedienungsanleitungen nachlesen. Bei der Effizienz reicht elektrostatische Luftreinigung nicht an einen HEPA-Filter heran und sollte als zusätzliche Methode zur Entlastung anderer Filter angesehen werden.

Was der elektrostatische Filter kann:

  • Bindung von Schwebeteilchen durch elektrostatische Aufladung
  • Vorteil der leichten Reinigung ohne Kosten
  • Gut geeignet als Vorfilter, um die Leistung eines HEPA Filters zu erhöhen
Luftreiniger für Allergiker Filter
Keine saubere Luft ohne Tausch oder regelmäßige Reinigung des Filters. (© 2017 gopfaster/Thinkstock)

Photokatalytische Luftreinigung: Mit viel Licht für saubere Luft

Eine photokatalytische Luftreinigung funktioniert mit der Sonne oder einer UV-Lampe und einem Filterstoff: So kann diese Methode sogar in Baustoffen verwendet werden. Die ultraviolette Strahlung aktiviert den eigentlichen Katalysator mit dem Bestandteil Titanoxid. Dadurch freigesetzte Sauerstoff-Radikale reagieren mit organischen Verbindungen wie zum Beispiel Giften, Bakterien oder Schimmelsporen aus dem Wohnbereich und machen diese durch Aufspaltung unschädlich. Wird die Photokatalyse in Baustoffe, Farben, Putz oder Beton eingebunden, erhalten diese eine selbstreinigende Wirkung.

Bei Geräten mit photokatalytischer Luftreinigung sollten Sie aber die Filterelemente stetig austauschen. So wird der eingebaute Filter nicht zur Brutstätte von aufgenommenen Mikroorganismen (nicht alle organischen Verbindungen können vernichtet werden). Wie oft sie diesen Filter wechseln sollten, entnehmen Sie bitte den Bedienungsanleitungen. Beachten Sie dazu: Auch für Geräte mit photokatalytischer Luftreinigung wird ebenfalls ein Vorfilter mit HEPA Technik empfohlen, damit gröbere Schwebstoffe wie Flusen oder Haare die Photokatalyse nicht beeinträchtigen.

Das kann der photokatalytische Filter:

  • hohe Effizienz gegen Mikroorganismen, Keime und Viren bei langer Haltbarkeit der Filter
  • Gute Ergänzung oder Alternative zum HEPA Filter

Ozongenerator: Ultimativ gegen üble Gerüche

Die Technik der Luftreinigung mit einem Ozongenerator wird im Prinzip auch bei der Desinfizierung von Trinkwasser, Obst oder Gemüse eingesetzt. Bei der Reinigung mit Ozon wird vor allem lästiger Geruch durch das Verfahren der Oxidation bekämpft. Eine Reizung der Schleimhäute durch einen unangenehmen Geruch kann somit durch ein Ozongenerator eingedämmt werden. Als Mittel der zuverlässigen und ganzheitlichen Luftreinigung für Allergiker ist diese Technik jedoch nicht ausreichend, da nur Gerüche bekämpft werden. Die Reizung, die auch durch Gerüche ausgelöst wird, wird jedoch minimiert. Das Verhalten des Ozon-Moleküls macht man sich etwa bei der Geruchs-Reinigung von Gebrauchtwagen zu Nutze, in Hotelzimmern oder in der Gastronomie. Da Ozon bei längerem Kontakt aber zu Kopfschmerzen führen kann, sollte Sie diese geruchsästhetische Luftreinigung vor allem gezielt einsetzen. Langfristig ist Ozon allerdings eher unbedenklich, da es sich nicht ablagern kann und stattdessen wieder in harmlosen Sauerstoff zerfällt. Die sichere Anwendung eines Ozongenerators haben wir für Sie zusammengefasst:

  1. Bei der Behandlung eines unangenehmen Zimmergeruchs lassen Sie den Ozongenerator über die vom Hersteller vorgegebenen Zeit laufen, während der Sie den Raum nicht betreten.
  2. Danach lüften Sie gut durch – und jeder Gestank hat sich sprichwörtlich in Luft aufgelöst.

Aktiv gegen Staub und Pollen: Maßnahmen für saubere Luft im Haus

Eine Reihe von Maßnahmen können Sie auch ohne ein Gerät zur Luftreinigung durchführen, beziehungsweise den Luftreiniger bei hoher Belastung aktiv unterstützen:

  • Betten und Decken sind wahre Sammelbecken für Milben & Co.: Schütteln Sie Decken immer am offenen Fenster oder wenn möglich gleich draußen aus, damit die Staubwolke gleich verfliegen kann. Auch getragene Kleidung sollten Sie draußen lüften.
  • Sie wohnen an einer stark befahrenen Straße? Vermeiden Sie den Feinstaub des Autoverkehrs und lüften Sie die Wohnung nur, wenn die Rushhour vorbei ist: spät abends, nachts oder mittags. So lassen Sie den Großteil der Stickoxide und Rußpartikel vor der Tür.
  • Achten Sie bei der Anschaffung anderer Geräte auf Allergiker-Tipps und die Verträglichkeit. Staubsauger sollten auch einen HEPA Filter eingebaut haben, idealerweise mit einem Hinweis auf die Europäische Normgebung EN.
  • Auch Geräte am Arbeitsplatz können für Allergiker kritisch sein, ältere Laserdrucker können z.B. Feinstaub entwickeln. Da lohnt sich Nachrüsten oder eine Neuanschaffung. Spezielle Filter zum Nachrüsten lassen sich von außen an Drucker oder Kopierer anhängen. Die Herstellerangaben beim Filter zeigen Ihnen, bei welchem Modell der Filter passt.
  • Sind Allergiker im Haus, sollten Sie das Rauchen unbedingt ins Freie verlagern. Der Rauch belastet die gereizten Atemwege zusätzlich.
  • Investieren Sie als Allergiker in einen Wäschetrockner: Hier sammeln sich durch das Schleudern die unerwünschten Tierhaare im Flusensieb. Außerdem können sich auf der getrockneten Wäsche weniger Schwebstoffe ablagern.
  • Wischen statt Fegen. Beim Hausputz lohnt es sich, darauf zu achten, den Staub nicht aufzuwirbeln, sondern einzufangen.

Raumgrößen und Lärmentwicklung bei der Luftreinigung: Nützliche Tipps

  • Beachten Sie schon bei der Anschaffung des Luftreinigers, für welche Räume das Reinigungsgerät gedacht sein wird. Es kann sich die Anschaffung mehrerer Geräte lohnen, wenn Sie die Luft in Zimmern mit sehr unterschiedlichen Größen säubern möchten. Alle Hersteller machen Angaben zur Leistungsfähigkeit des Geräts in Bezug auf die Zimmergröße.
  • Die Wahl von Wirkungsgrad und Raumgröße kann auch Geld sparen. Sie können den Stromverbrauch sparsam halten, indem die Leistungsfähigkeit an die Raumgröße angepasst wird. Ist etwa der Raum zu groß, muss der Luftreiniger länger im Betrieb sein. Gleichzeitig kann durch diese Optimierung das Ergebnis der Reinigung verbessert werden, da der Filter nicht überlastet wird.
  • Für die Betriebskosten ist auch der Preis der Austausch-Filter für Ihr jeweiliges Gerät relevant. Die Preise variieren zwischen 20 und 100 Euro für einen Nachrüstfilter.
  • Für den Betrieb im Schlafzimmer achten Sie beim Kauf unbedingt auch auf die Angaben zur Geräuschentwicklung Ihres Luftreinigers. Gesunder Schlaf ohne Pollen & Co ist für Allergiker unerlässlich und da sollte auch kein brummendes Gerät stören. Für Nachtruhe werden Geräuschpegel unter 20 dB am wenigsten störend empfunden.
  • Ebenso empfiehlt sich für das Arbeitszimmer oder Büro ein leises Gerät, damit der Reinigungsbetrieb nicht als störend wahrgenommen wird. Hier wird ein Geräuschpegel bis zu 25 dB im Hintergrund noch als angenehm aufgenommen.
  • Zudem sind auch die Punkte wie Bedienfreundlichkeit, Leistungsumfang, aber auch das Design des Geräts zu beachten. Hier haben die Hersteller Fortschritte gemacht: ein Luftreiniger muss nicht mehr wie ein klobiger Wäschetrockner aussehen. Das Gerät sollte sich gut einfügen und leicht zu bedienen sein, damit es seinen festen Platz behält und nicht etwa aus ästhetischen Gründen versteckt und weggeräumt wird.

Auch als Allergiker endlich sorglos durchatmen

Für Allergiker lohnt sich beim Luftreiniger ein Gerät mit mehreren Filtern, die sich gegenseitig unterstützen. Die Kombination erhöht durch die Entlastung auch den Lebenszyklus des einzelnen Filters. Für Allergiker ist der HEPA Filter sehr zu empfehlen, der bei bei vielen Herstellern mittlerweile zum Standard gehört. Aktivkohlefilter, Ionisator, Ozongeneratoren, elektrostatische oder die neueren photokatalytischen Filter sind zudem eine gute Ergänzung zum HEPA Standard. Besteht beispielsweise eine Geruchsempfindlichkeit, sollten Sie eine Kombination von HEPA und Aktivkohlefilter wählen, damit störende Gase nicht zum bekannten Kribbeln in der Nase führen. Die Details rund um Geräuschpegel und Kosten sind daneben gute weitere Entscheidungshilfen.

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