„Hey Cortana! Kannst Du mir sagen, wie das Wetter heute wird?“ Haben Sie heute auch schon mit Ihrem PC gesprochen? Viele Nutzer eines Windows 10-Computers freuen sich, dass dieser dank des sprachgesteuerten Systemassistenten Cortana zahlreiche Aufgaben auf Zuruf erledigt. Dafür nimmt das Programm aber auch viel Rechnerkapazität in Anspruch. Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr PC wird dadurch beeinträchtigt, lässt sich der Ressourcenhunger von Cortana einschränken oder es sogar komplett deinstallieren. UPDATED zeigt, wie Sie Cortana Ihren Ansprüchen anpassen können.

Der Sprachassistent ist fester Bestandteil von Windows 10 und grundsätzlich aktiv. Wieviel von Cortana in Betrieb bleiben soll, können Sie über verschiedene Stufen selbst bestimmen. Die Bandbreite reicht von der Abschaltung der Anzeige (ausblenden) über das teilweise Abschalten von Funktionen (einschränken) bis hin zur kompletten Abschaltung der Funktion (deaktivieren).  

Stufe 1: Cortana ausblenden

Die erste Stufe zur Deaktivierung von Cortana hat eher kosmetischen Charakter. Sie sorgt dafür, dass das Sucheingabefeld unten links in der Taskleiste  ausgeblendet wird. Die generelle Funktion bleibt aber erhalten. Gehen Sie dafür folgendermaßen vor:

  1. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Taskleiste. Dort befindet sich auch das Windows 10 10-Symbol und die Lupe.
  2. Es öffnet sich nun ein Kontextmenü. Wählen Sie den Eintrag Cortana und anschließend den Befehl Ausblenden aus. Jetzt ist die Suchoberfläche verschwunden.

Der Erfolg der Maßnahme lässt sich leicht testen. Bei eingeblendeter Cortana-Funktion zeigt sich im Suchfeld nach einem Klick auf das Lupensymbol der Satz Frag mich etwas und rechts davon ein Mikrofonsymbol. Dieses fehlt nach dem Ausblenden, es erscheint zudem der Satz Web und Windows durchsuchen. Um die Maßnahme rückgängig zu machen, gehen Sie wie Schritt 1 und 2 vor, aber wählen dann “Suchfeld einblenden”.

Stufe 2: Cortana einschränken

Im nächsten Schritt der Anpassung haben Sie die Möglichkeit, Cortana grundsätzlich aktiv zu lassen, aber bestimmte Zugriffe auszuschließen oder einzugrenzen.

  1. Wählen Sie Einstellungen, beispielsweise über das Lupensymbol in der Taskleiste und anschließendes Anklicken des Zahnrad-Symbols am linken Rand.
  2. Nun die Cortana-Einstellungen auswählen und die Schieberegler nach Bedarf auf die Aus-Position stellen. Das deaktiviert den Zugriff des Programms auf das Mikrofon im Gerät, die Bereitschaftsfunktion oder die Verbindung zwischen Cortana und einem Sperrbildschirm.
  3. Weitere Feineinstellungen zur Cortana-Berechtigung, beispielsweise bezüglich des Datensammlung für persönliche Vorlieben zu Restaurants, Reisen, Termine oder Erinnerungsfunktion, können Sie im Notizbuch des Programms vornehmen. Dafür bei den Einstellungen des Assistenten (Mausklick auf das Lupensymbol oder Windows-Symbol > Cortana) auf der linken Leiste die Notizbuchfunktion aufrufen.
Stellen Sie im Menü mit den Cortana-Einstellungen die Schieberegler auf “Aus”, um die Funktionen einzuschränken.
Stellen Sie im Menü mit den Cortana-Einstellungen die Schieberegler auf “Aus”, um die Funktionen einzuschränken. (© 2017 Screenshot UPDATED)

Stufe 3: Cortana deaktivieren

Wenn Sie die Assistenzfunktion überhaupt nicht nutzen wollen, lässt sie sich auch komplett deaktivieren. Je nach der installierten Windows 10-Version gibt es dafür verschiedene Wege.

Cortana deaktivieren unter Windows 10 Pro

  1. Öffnen Sie mit dem Lupensymbol in der Taskleiste das Suchfenster, geben dort gpedit.msc ein und bestätigen das mit der Eingabetaste. Dieser Schritt öffnet ein spezielles Programm, den sogenannten Gruppenrichtlinien-Editor.
  2. Nun nacheinander im Gruppenrichtlinien-Editor die Funktionen Computerkonfiguration> Administrative Vorgaben > Windows-Komponenten aufrufen.
  3. In Windows-Komponenten den Ordner Suche auswählen und die Einstellung Cortana zulassen mit einem Doppelklick öffnen.
  4. Zum Schluss die Einstellung von aktiviert auf deaktiviert umschalten und dies bestätigen.

Cortana deaktivieren unter Windows 10 Home

Der Gruppenrichtlinien-Editor fehlt in der Version Windows 10 Home, deswegen erfolgt das Abschalten über eine Änderung in der Registry. Das ist die zentrale Konfigurationsdatenbank von Windows, die beispielsweise das Verhalten von Programmen steuert.

  1. Geben Sie in das Suchfenster regedit ein und bestätigen den Befehl. Er öffnet das Programm Registry Editor zur Bearbeitung der Datenbank.
  2. Nun die Schritte HKEY_LOCAL_MACHINE > SOFTWARE > Policies > Microsoft > Windows > Windows Search vornehmen.
  3. Mit einem Rechtsklick Windows Search auswählen. Es öffnet sich ein Kontextmenü, bei dem Sie Neu und DWORD-Wert (32-Bit) auswählen.
  4. Jetzt den neuen Wert AllowCortana ohne Anführungszeichen und den Wert 0 eingeben und OK anklicken. Anschließend den PC neu starten.
Im Registrierungseditor können Sie bei Windows 10 Home an dieser Stelle Cortana deaktivieren.
Im Registrierungseditor können Sie bei Windows 10 Home an dieser Stelle Cortana deaktivieren. (© 2017 Screenshot UPDATED)

Blockieren Sie Cortana per Firewall

Um zu verhindern, dass Cortana Daten an das Netz mitteilt, gibt es noch eine weitere Möglichkeit, die bei beiden Windows 10-Versionen funktioniert. Dabei bleibt der Assistent zwar im Prinzip aktiv, aber Sie nehmen ihm komplett die Möglichkeit, nach außen zu kommunizieren. Für diese Alternative folgen Sie den folgenden Schritten:

  1. In das Suchfenster cmd.exe eingeben, es erscheint oben als Suchergebnis die Desktop-App Eingabeaufforderung.
  2. Eingabeaufforderung mit der rechten Maustaste anklicken und aus dem Kontextmenü als Administrator ausführen wählen.
  3. Das Programm startet nun. Jetzt den Befehl netsh advfirewall firewall add rule name="Block Cortana Outbound Traffic" dir=out action=block program="%windir%\systemapps\Microsoft.Windows.Cortana_cw5n1h2txyewy\SearchUI.exe" enable=yes profile=any eingeben. Das hat folgenden Effekt: Windows 10 hat eine eingebaute Firewall – ein Programm, das den PC vor unbefugten Zugriffen von Außen ebenso schützt wie vor einer unerwünschten Kommunikation nach Außen. Mit dem genannten Befehl weisen Sie die Firewall an, jegliche Cortana-Kommunikation nach Außen zu unterbinden.

Da Cortana ein Programm ist, können Sie es theoretisch auch komplett deinstallieren, also aus dem System löschen. Das ist allerdings ein Schritt, von dem wir abraten. Windows 10 aktualisiert sich selbst, insofern müsste Ihr Betriebssystem über die Aktualisierung Anniversary Update verfügen, das im August 2016 herausgekommen ist. Seitdem ist der sprachgesteuerte Assistent ein festes Pflichtprogramm des Betriebssystems und entsprechend tief darin integriert. Durch das komplette Entfernen kann es zu Problemen mit dem Startmenü und anderen mit Cortana zusammenhängenden Programmen kommen.

Praktische, aber sehr rechenintensive Funktion

Cortana kann auch lustig sein

Die künstliche Intelligenz von Cortana ist auf einen möglichst realistischen Dialog mit dem Nutzer ausgerichtet. Insofern haben die Microsoft-Programmierer auch lustige Antworten auf verschiedene Fragen vorgesehen. Hier ein paar Beispiele:

  • Was ist der beste Computer? Jeder, auf dem Windows läuft!
  • Kennst Du Google Now? Hat nicht viel zu sagen, ist aber hilfreich.
  • Wie findest Du Siri? Schwer zu sagen. Bisher war die Unterhaltung eher einseitig.
  • Erzähl mir eine Geschichte! Es war einmal ein Anfang. Bald darauf kam die Mitte. Dann das Ende.
  • Ich liebe Dich, Cortana! Ich wette, das sagst Du zu allen Telefonen.
  • Wo wohnst Du? Ich bin hier drin. Sehr gemütlich.
  • Woher kommst Du? Ich wurde bei Microsoft geboren.
  • Ich bin betrunken! Ruf jetzt lieber niemanden an.
  • Kann ich mir etwas Geld leihen? Nein.

Cortana dient, wie der Konkurrent „Siri“ für das Betriebssystem von Apple oder „Google Now“ von Google für die Android-Smartphones, als sprachgesteuerte Schnittstelle zwischen Mensch und Computer. Fragen nach dem Wetter, Erinnerung von Terminen, Suchen nach bestimmten Informationen oder Steuerung von bestimmten Funktionen bei PC oder mobilen Endgeräten mit Windows 10 Mobile: Cortana hilft bequem weiter.

Cortana Befehle funktionieren am besten, wenn das Programm Zugriff auf möglichst viele Daten hat. Ein aktiviertes Cortana hat grundsätzlich Zugriff auf:

  • Positionsdaten
  • Kontakte
  • Spracheingaben
  • E-Mails und SMS
  • Browser- und Suchverlauf
  • Kalender- und Termininformationen und mehr

Gleichzeitig sammelt es kontinuierlich Informationen zu Ihrem Nutzerverhalten und sendet diese an den Hersteller Microsoft zu Auswertung und Optimierung der Funktion. Es ist auch logisch, dass as Cortana für die schnelle Verfügbarkeit immer in Bereitschaft sein muss. Das alles verlangt dem Prozessor einiges ab und beansprucht viel Arbeitsspeicher.

Gerade bei älteren oder schwächeren Computern sind dann eine spürbare Verlangsamung oder Funktionsstörungen wie abstürzende Programme möglich. Bei mobilen Geräten wie Tablets und Smartphones kann sich die Betriebszeit durch einen erhöhten Stromverbrauch verkürzen. Viele Nutzer haben bei der Datensammlung und -versendung durch Cortana zudem Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes. Es gibt also diverse Gründe für und wider Cortana. Wenn Sie das Programm nicht oder nicht in vollem Umfang brauchen, nutzen Sie die Möglichkeit, es auf Ihre Bedürfnisse anzupassen. Das setzt Kapazitäten frei und schränkt die Datensammlung ein. Wir haben Ihnen gezeigt, wie sich Cortana Stufe für Stufe einbremsen lässt.

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