Nicht alle Textilien dürfen in der Waschmaschine gewaschen werden. Doch welche gehören dazu? UPDATED zeigt dir in diesem Ratgeber, welche Dinge du in der Maschine reinigen kannst und welche nicht und was du beim Waschgang zu beachten hast. 

Naturfasern wie Seide und Wolle lieber nicht in die Waschmaschine

Kleidungsstücke aus Materialien wie Seide, Kaschmirwolle oder Alpaka sollten nur von Hand und so selten wie möglich gewaschen und lieber häufiger einer „Frischluftkur“ unterzogen werden – so die allgemeine Empfehlung.

Viele neue Waschmaschinen besitzen jedoch entweder kombinierte oder getrennte Waschprogramme für Wolle und Seide. Bei diesen Waschgängen werden die Kleidungsstücke in der Trommel bei 30 °C bis maximal 40 °C gewaschen.

Ein normaler Waschgang mit anschließendem Schleudergang würde dazu führen, dass die teuren Naturstoffe zerfasern oder verfilzen. Falls du deine Wäsche dennoch schleudern möchtest, wähle für den Abschluss die niedrigste Schleuderdrehzahl von 400 bis maximal 600 U/min.

Seidenbluse mit Etikett
Diese Seidenbluse möchte nur von Hand gewaschen werden. (© 2018 UPDATED )

Wenn du Kleidungsstücke, Schals oder Tücher aus hochwertigen Naturfasern maschinell waschen möchtest, sortiere sie zunächst nach Farben. Damit die edlen Stoffe nicht verknoten, wasche sie außerdem in einem Wäschebeutel in der Waschmaschine.

Benutze für das Waschprogramm vorzugsweise ein Wollwaschmittel und auf keinen Fall einen Weichspüler. Das gilt übrigens auch für Fleecejacken.

Nach dem Waschen legst du Wollpullover aus Kaschmir, Merino, Alpaka und Co. erst in ein Handtuch, um das verbleibende Wasser vorsichtig herauszudrücken. Damit sich das Kleidungsstück nicht verzieht, hängst du es im Anschluss daran nicht auf, sondern legst es zum Trocknen auf eine Wäschespinne.

Kaschmirjacke mit Etikett
Wie bei dieser Strickjacke sieht Kaschmir oft viel empfindlicher aus, als es wirklich ist. (© 2018 UPDATED)

Auf die Waschsymbole im Pflegeetikett achten

Ob Handtücher, Kleidung oder Schuhe, für fast alles findest du Pflegehinweise. Sie enthalten Angaben wie „nur reinigen“, „nicht waschen“ oder „Handwäsche“. Auch die maximalen Temperaturangaben und den empfohlenen Waschgang kannst du den Hinweisen entnehmen.

Die Hersteller wollen sich damit auch gegen mögliche Regressforderungen absichern. Daher musst du nicht immer alles ganz genau befolgen, was auf dem Etikett steht. Bei edlen Naturfasern ist allerdings stets Vorsicht geboten.

Wenn kein Pflegehinweis zu finden ist, schau dir die Materialangaben nochmal genau an, bevor du das Kleidungsstück in die Maschine gibst. Wenn du dir nicht sicher bist, ob das gute Stück – sei es von Hand oder maschinell – überhaupt gewaschen werden darf, hänge es zum Lüften an die frische Luft oder in einen unbeheizten Raum. Das wirkt über Nacht oft Wunder.

Waschbenzin und brennbare Substanzen sind tabu

Waschbenzin wurde früher häufig verwendet, um Flecken aus einem Kleidungsstück zu entfernen. Diese Art der Reinigung wird heute kaum noch vorgenommen. Solltest du dennoch ein Textil in der Hand halten, das mit Waschbenzin – erfolglos – behandelt wurde, gehört dies auf keinen Fall in die Maschine.

Hersteller warnen daher ausdrücklich davor, Kleidungsstücke, die vorher mit dieser Art Leichtbenzin, mit chemischen Reinigungsmitteln oder anderen brennbaren Substanzen behandelt oder gar darin getränkt wurden, in die Waschmaschine zu geben. In solchen Fällen lohnt sich der Besuch einer Reinigung.

Keine Teile aus oder mit Leder in die Waschmaschine geben

Schuhe, Jacken und Hosen aus Leder gehören nicht in die Waschmaschine – und erst recht nicht in den Wäschetrockner. Bei der Wäsche verzieht sich das Leder oder bekommt Risse.

Wenn deine Lederbekleidung verschmutzt ist, wasche den Dreck mit lauwarmem Wasser und einem weichen Tuch vorsichtig ab. Achte dabei darauf, dass du das Leder nicht zerkratzt.

Frau mit Lederjacke
Diese Jacke gehört aus zwei Gründen nicht in die Waschmaschine: Zum einen da sie aus Leder besteht. Zum anderen hat sie viele Metallelemente, die der Maschine schaden könnten. (© 2018 Pexels / nappy )

Bügel- und Spitzen-BHs lieber per Hand waschen

Für Abendkleider, Blusen oder Dessous aus Spitze oder mit Spitzenbesatz gibt es für das Waschen keine einheitlichen Regeln. Achte bei diesen Kleidungsstücken besonders auf die Empfehlung auf dem Pflegeetikett. Verwende bei der Wäsche von Bügel- und Spitzen-BHs in der Maschine einen Wäschebeutel, damit sich die BHs nicht verknoten oder beschädigt werden. Generell gilt: Wasche die Textilien im Zweifelsfall per Hand.

Tipp: Mit einem rüschen- oder gar perlenbesetzen Kleid gehst du besser zu einer guten Reinigung.

Kleid mit Spitze
Spitze verträgt sich nicht gut mit der Waschmaschine. Besonders edle Kleider solltest du daher besser per Hand waschen. (© 2018 Pexels / Valeria Boltneva )

Vorsicht bei Teppichen, Rucksäcken und Taschen

Neben Kleidung, Bettwäsche und Handtüchern kannst du auch viele andere Textilien aus Natur- oder Kunstfasern in der Waschmaschine waschen. Teppiche oder Läufer aus Baumwolle zum Beispiel, wenn sie nicht zu groß sind. Auch das Waschen von Badematten ist möglich. Allerdings kann sich bei diesen die auf der Rückseite angebrachte, gummierte Antirutschbeschichtung der Maschine lösen. Gleiches gilt auch für ein vor Nässe schützendes Tascheninnenfutter aus Kautschuk oder Kunststoff. Wasche diese daher bei einer niedrigen Temperatur.

Bei Rucksäcken und Taschen gilt: Wenn diese oder die Schnallen aus Leder bestehen oder einen großflächigen Lederbesatz haben, solltest du sie wie Lederwaren behandeln. Wasche sie besser nicht in der Maschine.

Viele Rucksäcke oder Schulranzen haben heute zudem 3D-Elemente, die sich in der Maschine lösen können. Wenn du sie maschinell waschen willst, wähle einen Schongang mit niedrigen Temperaturen. Falls möglich, entferne vorher Teile wie Schnallen oder Ledermaterialien, die nicht in die Waschmaschine gehören.

Tasche mit Schnallen
Rucksäcke und Taschen haben oft Bestandteile aus Leder und Schnallen und sollten daher lieber per Hand gewaschen werden. (© 2018 Unsplash / Larry George II)

Taschen, Backpacks oder Fahrradtaschen mit Metallteilen, harten Verstärkungen oder Rollen und Teleskopgriffen sollten zum Schutz der Waschmaschine nicht in die Trommel gesteckt werden.

Sportschuhe und Sneakers nur in bestimmten Fällen in die Waschmaschine

Ob Turnschuhe in der Maschine gewaschen werden dürfen oder nicht, darüber gehen die Meinungen auseinander. Manche Waschmaschinenhersteller sehen keine Gefahr. Dies gilt selbst bei der Wäsche von Sportschuhen aus Leder, solange du keinen Weichspüler verwendest. Dieser kann das Leder angreifen. Andere Hersteller empfehlen wiederum, Sportschuhe aus reinem Leder nur mit lauwarmem Wasser per Hand zu waschen.

Laut Hersteller nimmt die Trommel beim Waschen keinen Schaden. Dies gilt aber sicherlich nicht für Fußballschuhe mit Stollen, Leichtathletikschuhe mit Spikes oder Sportschuhe mit Verzierungen aus Metall. Andere Hersteller empfehlen, Sportschuhe aus reinem Leder nur im Notfall mit lauwarmen Wasser per Hand zu waschen.

Für das Waschen von Sportschuhen in der Waschmaschine beachte folgende Tipps aus dem Ratgeber „Schuhe in die Waschmaschine: Alles zu Grad, Pflege und Co.

Sportschuhe in Pfütze
Wenn deine Sportschuhe dreckig werden, kannst du sie oft in der Maschine waschen. (© 2018 Unsplash / Julian Alexander)

Fazit: Im Zweifel kein Risiko eingehen

In der Waschmaschine kannst du mehr waschen, als du denkst oder als manche Ratgeber empfehlen. Nicht nur die Materialien sind wichtig, sondern auch wie du die Textilien wäschst. Mit einem Fein- oder Wollwaschmittel können selbst empfindliche Textilien oder Schuhe bei niedrigen Temperaturen mit einem Schonprogramm in der Waschmaschine gewaschen werden. Allgemein gilt jedoch, im Zweifel besser auf Nummer sicher zu gehen und zum Beispiel Wolle und Spitze von Hand zu waschen.