Mit einem gleichmäßigen Surren hebt sie ab, fliegt hoch in die Luft, dreht ein paar Runden und landet dann sanft wieder auf dem Boden: die Drohne. Ist sie mit einer Kamera ausgestattet, kann sie von ihrem Rundflug faszinierende Fotos und Videos mitbringen. Wie Sie Ihre Kamera-Drohne richtig starten, steuern und fliegen, erklären wir Ihnen hier.

Vorbereitung und Planung für den Drohnen-Flug

 

Aus dem Karton gleich in die Luft? Fast – mit einigen wenigen Einstellungen und etwas Planung sind Sie in kürzester Zeit startklar für den ersten Drohnen-Flug. Folgende Punkte sollten Sie vor dem ersten Start beachten:

Checkliste Aufstieg

  • Aufstieg erlaubt?
  • Luftraum vor Ort auf Hindernisse überprüft?
  • Wetterbedingungen stimmen?
  • Akku geladen?
  • Fernbedienung geladen?
  • Speicherkarte leer?
  • Kalibrierung durchgeführt?
  • Verbindung Drohne - Fernbedienung hergestellt?
  • GPS Signal vorhanden?

Ort und Wetterbedingungen für Drohnenflüge Drohnen-Flug

Bei der Wahl des richtigen Ortes und der richtigen Zeit sind einige Punkte entscheidend: Was Sie von dort oben eigentlich fotografieren möchten, ob es rechtliche Beschränkungen gibt, die den Aufstieg oder Überflug verbieten und welche Licht- und Wetterverhältnisse Sie zum Fliegen und Fotografieren vorfinden möchten.

Gesetzliche Vorschriften rund um den Aufstieg

Eine Drohne ist ein Flugkörper und unterliegt daher einigen gesetzlichen Bestimmungen. Alle Vorschriften finden Sie ausführlich online beim Bundesverkehrsministerium. Die wichtigsten Punkte haben wir hier für Sie zusammengefasst:

  • Kennzeichnungspflicht: Ihre Drohne muss mit Ihren Kontaktdaten versehen sein.
  • Auf Sicht fliegen: Sie dürfen Ihre Drohne nur dorthin fliegen lassen, wo Sie sie noch sehen können.
  • Flugverbot: Generell darf nicht im Umkreis von 1,5 Kilometern um einen Flughafen geflogen werden. Viele große Städte, etwa Hamburg, verbieten den Aufstieg ohne eine gesonderte Genehmigung generell. In Berlin hingegen ist das Aufsteigen im Regierungsviertel verboten. Da jede Gemeinde diesen Punkt selbst regeln darf, gibt es hierzu viele Unterschiede.
  • Privatgrundstücke: Auch über fremde Gärten dürfen Sie Ihre Drohne nicht ohne Einwilligung fliegen lassen. Fragen Sie die Anwohner aber einfach: Viele schauen Ihnen beim Fotografieren gern über die Schulter und freuen sich darüber, ihr Haus einmal aus der Vogelperspektive zu sehen.
  • Aufstiegsgenehmigung: Diese brauchen Sie erst, wenn Ihre Drohne mehr als 5 Kilogramm wiegt. Das ist bei den meisten Modellen aber nicht der Fall. Die Genehmigung richtet sich nach §20 Luftverkehrs-Ordnung.
  • Versicherung: Die meisten Gemeinden schreiben vor, dass Sie die Nutzung Ihrer Drohne über Ihre Privathaftpflichtversicherung absichern. Viele Versicherer bieten hierzu einen günstigen Zusatz an. Den sollten Sie auch dann abschließen, wenn es keine Verpflichtung gibt. Denn so sind alle Schäden, die Sie versehentlich mit Ihrer Drohne verursachen, von Ihrer Versicherung abgedeckt.
  • Bei welchem Wetter fliegt eine Drohne am besten? Steigen Sie nicht bei Regen oder starkem Wind auf. Je nachdem, wie groß und schwer Ihre Drohne ist, könnte sie sonst leicht vom Kurs abkommen. Wählen Sie für den Jungfernflug einen windstillen Tag. Kennen Sie Ihre Drohne bereits besser, können Sie individuell einschätzen, bis zu welcher Windstärke Sie sie noch steuern können.
  • Wie sollte die Sonne stehen? Ob die Drohne morgens, mittags oder abends aufsteigt, ist erst einmal egal. Bedenken sollten Sie die Lichtverhältnisse aber für die Bilder und Videos: Eine tiefstehende Sonne wirft lange Schatten und blendet Ihre Kamera stärker, andererseits sorgt die Morgen- oder Abendsonne auch für warmes und weiches Licht.
  • Welche Orte eignen sich für die ersten Flugstunden? Starten Sie Ihre Drohne beim ersten Mal auf einem weitläufigen Feld oder einer Wiese. Dort können Sie ungestört die ersten Flugversuche vornehmen. Achten Sie auch darauf, dass Ihre Drohne wieder einen Ort zur Landung braucht. Neigt sich der Akku dem Ende zu, wird Ihr Kopter selbstständig landen – unabhängig davon, wo er gerade ist. Doch keine Angst, Ihre Fernbedienung warnt Sie vorher. Trotzdem sollten Sie Ihren ersten Flug nicht über Wasser oder Wäldern durchführen. Können Sie die Drohne sicher steuern, können Sie sich auch an solche Orte wagen. Schauen Sie sich jedoch vor jedem Flug den Luftraum an: Gibt es Hindernisse wie Stromleitungen oder Bäume? Kann ich diese umfliegen? Außerdem gibt es beim Ort auch rechtliche Beschränkungen. Diese finden Sie im Infokasten.

Drohne starten – so geht’s

 

Bevor die Drohne abheben kann, muss sie noch startklar gemacht werden. So geht’s:

  1. Drohne zusammenbauen: Ihre Drohne muss in der Regel zunächst zusammengebaut werden. Die sogenannten Ready-To-Fly Drohnen haben bereits eine eingebaute Kamera, bei anderen Modellen muss beispielsweise eine Actioncam gesondert befestigt werden. Bei den meisten Modellen beschränkt sich das Zusammenbauen allerdings auf die Propeller. Richten Sie sich hier nach den Anweisungen im Bedienungshandbuch.
  2. Technische Vorbereitungen: Laden Sie den Akku der Drohne und den der Fernbedienung auf, stellen Sie sicher, dass auf der Speicherkarte genügend Platz ist. Am besten nutzen Sie eine Karte mit mindestens 16 Gigabyte Speicherplatz und übertragen alle darauf befindlichen Bilder auf einen Computer. Statten Sie Ihre Kameralinse außerdem mit einem ND-Filter aus. Er funktioniert wie eine Sonnenbrille für die Kamera und sorgt dafür, dass Sie auch bei starker Sonneneinstrahlung keine überbelichteten Bilder machen. An grauen Tagen können Sie darauf verzichten.
  3. Kalibrieren: Vor dem ersten Flug muss die Drohne noch ausgerichtet werden. Das sollten Sie auch bei den weiteren Flügen immer tun, wenn Sie den Kopter seit dem letzten Flug transportiert haben – auch ein kurzer Fußweg reicht aus. Denn durch die Ortsveränderung kommt auch das eingebaute GPS-System durcheinander und muss erst wieder ausgerichtet werden. Wie Sie Ihre Drohne kalibrieren erfahren Sie in Ihrem Drohnen-Handbuch.

    Drohne mit Zubehör
    Jedes Modell ist anders: Einige Drohnen lassen sich mit einer Smartphone- oder Tablet-App steuern, andere haben eine komplexe Fernbedienung mit Display. (© 2017 Thinkstock)
  4. Verbindung zur Fernbedienung und zum GPS-Signal: Stellen Sie sicher, dass beide Geräte miteinander verbunden sind. Ihre Fernbedienung zeigt Ihnen an, ob die Drohne von ihr gesteuert werden kann. Außerdem sollte das GPS-Signal ausreichend vorhanden sein. Zeigt nur das Display Ihrer Fernbedienung ein GPS-Signal, sollten Sie nicht aufsteigen. Die Drohne könnte dieses in der Luft verlieren und dann keine Orientierung mehr haben. Steigen Sie nur auf, wenn Sie mehrere GPS-Signale angezeigt bekommen. Wird Ihnen nur eines angezeigt, warten Sie einfach ein bis zwei Minuten und überprüfen die Signale erneut, in der Regel werden dann weitere angezeigt. Sollte Ihre Drohne während des Fluges alle GPS-Signale verlieren führt aber auch nicht gleich zum Absturz. Die Drohne wird allerdings nicht mehr automatisch zu Ihnen zurück fliegen, wenn der Akku leer ist. Sie wird in der Luft nicht mehr richtig stabilisiert und die Steuerung wird schwieriger.
Propeller einer Drohne
Die Propeller bringen Ihre Drohne in die Luft. Drehen Sie sich, müssen Sie immer einen Sicherheitsabstand von einigen Metern einhalten. (© 2017 Thinkstock)

Problemloser Drohnen-Aufstieg und Landung

Ihre Drohne ist startklar? Dann kann der Rundflug oder das Fotoshooting aus der Vogelperspektive beginnen. So steuern Sie Ihren Kopter sicher in die Lüfte – und zurück auf den Boden:

Achten Sie auf Vögel beim Drohnenflug

Um Flugzeuge müssen Sie sich keine Sorgen machen. Diese fliegen viel höher als Ihre Drohne, die aufgrund einer eingebauten Beschränkung nur 100 Meter hochsteigen wird. Stattdessen könnte Ihr Kopter eine geflügelte Gesellschaft bekommen: Vögel fühlen sich durch die Drohne oft gestört und versuchen, diese anzugreifen. Treten Sie hier den Rückzug an. So verhindern Sie, dass die Tiere und Ihre Drohne Schaden nehmen.

  1. Stellen Sie sich in etwa 4 -6 Meter Entfernung zur Drohne auf. Diese ist so eingestellt, dass sie versuchen wird, einen Sicherheitsabstand zu Ihnen (beziehungsweise der Fernbedienung) zu wahren. Stehen Sie zu dicht, wird Ihr Kopter sofort nach dem Start von Ihnen wegfliegen und sich nicht richtig steuern lassen.
  2. Gesteuert wird über die Fernbedienung, beziehungsweise die App. Zu den Einzelheiten schauen Sie bitte in das Benutzerhandbuch.

    Drohne fliegen und steuern mit Fernbedienung
    Mit der Fernbedienung lässt sich die Drohne steuern. Das eingebaute Display zeigt, was die eingebaute Kamera sieht. (© 2017 Thinkstock)
  3. Beachten Sie beim Flug, dass Ihre Drohne relativ leicht ist und durch Windstöße bewegt wird. Eine absolut präzise Steuerung wird also nicht möglich sein.
  4. Lassen Sie Ihre Drohne nun nur dorthin fliegen, wo Sie sie noch sehen können. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, nur auf Sicht zu fliegen.
    Sicher in der Luft: Versicherungen für die Drohne

    Wie beim Auto können auch für die Drohen zwei Arten von Versicherungen abgeschlossen werden: Die Haftpflichtversicherung und eine Vollkaskoversicherung. Erstere reguliert Schäden Dritter, wenn etwa die Drohne auf ein fremdes Auto fällt oder eine Person verletzt. Diese Versicherung ist in vielen Gemeinden gesetzlich vorgeschrieben und in jedem Fall empfehlenswert, da der Schaden andernfalls privat reguliert werden müsste. Die Kosten belaufen sich auf etwa 80 Euro im Jahr, viele private Haftpflichtversicherungen lassen sich aber auch um die Drohne erweitern.

    Die Kasko Versicherung ersetzt den Schaden an der Drohne selbst, etwa durch einen selbst verschuldeten Absturz. Hier liegen die Kosten etwa höher, bei etwa 100 bis 200 Euro jährlich. Möchten Sie eine solche Versicherung abschließen, achten Sie unbedingt auf die genauen Bedingungen. Manchmal sind Abstürze ins Wasser oder Transportschäden vom Versicherungsschutz ausgenommen. Viele Versicherer ersetzen den Neuwert außerdem nur innerhalb des ersten Jahres.

  5. Ihr Akku hält im Durchschnitt 20 Minuten. Neigen sich die Energiereserven Ihrer Drohne dem Ende zu, werden Sie über die Fernbedienung entsprechend informiert und können den Landevorgang einleiten. Andernfalls wird Ihre Drohne aber auch nicht einfach vom Himmel stürzen, sondern selbstständig landen – allerdings genau dort, wo sie gerade ist.
  6. Leiten Sie die Landung daher lieber selbst ein, und bringen Sie Ihre Drohne an einem geeigneten Platz, etwa dem Startplatz, auf den Boden zurück. Auch hier gilt: Halten Sie Abstand von Ihrem Kopter, da sich dieser sonst selbst von Ihnen entfernen wird und Sie ihn nicht mehr steuern können.

 

Eine Drohne kann nicht nur fliegen

Der erste Drohnenflug ist ohne Frage sehr aufregend. Den Kopter mit Hilfe einer Fernbedienung durch die Luft zu steuern, Windböen auszugleichen und Hindernissen auszuweichen erfordert viel Konzentration und etwas Übung. Doch schon nach ein paar Flugstunden werden Sie Ihre Drohne mit Leichtigkeit durch die Luft schweben lassen. Dann ist Zeit für den nächsten Schritt: Fotos und Videos mit dem Fluggerät machen. Die meisten Drohnen sind mit einer Kamera ausgestattet, andere lassen sich entsprechend nachrüsten. Wie Sie mit Ihrer Drohne beeindruckende Fotos und Videos aus der Vogelperspektive machen, erfahren Sie in unseren Ratgebern Vogelperspektive: Mit der Drohne Fotos machen und Videodreh in der Luft: So filmen Sie mit der Drohne.

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