Bäume, die wie Büsche aussehen, Straßen, die zu kleinen Strichen werden – hoch aus der Luft betrachtet, sieht die Welt ganz anders aus. Auch Fotos werden aus dieser Perspektive etwas ganz Besonderes. Wie Sie die machen? Ganz einfach: mit einer Drohne. Das klappt sogar mit Höhenangst und ohne Pilotenschein. Und ist dank der neuesten Technik weder sonderlich kompliziert, noch kostspielig. Wir zeigen Ihnen, wie Sie von hoch oben die schönsten Bilder machen.

So bereiten Sie das Fotografieren mit der Drohne vor

Vor dem ersten Drohnenshooting wollen Sie sich nicht erst durch daumendicke Handbücher und Anleitungen quälen? Kein Problem, unsere Checkliste hilft Ihnen bei einer schnellen Vorbereitung. Sind Ihnen einige Punkte noch unklar, dann klären wir diese für Sie in unserem Ratgeber So steuern und kontrollieren Sie Ihre Drohne – Tipps für Start, Flug und Landung. Dort sagen wir Ihnen auch, welche Infos aus dem Handbuch Ihrer Drohne wirklich relevant sind und welche rechtlichen Beschränkungen Sie beachten müssen.

Drohnen mit eingebauter Kamera sind schneller startbereit – Anleitung für Bilder mit der Flugdrohne
Bei den gängigen Foto-Drohnen handelt es sich um sogenannte RTF-Modelle. Das steht für “Ready to Fly”. Dank der eingebauten Kamera können diese Drohnen direkt mit dem Fotografieren loslegen. (© 2017 Fotolia)

Checkliste Aufstieg

  • Aufstieg erlaubt?
  • Luftraum vor Ort auf Hindernisse überprüft?
  • Wetterbedingungen stimmen?
  • Akku geladen?
  • Fernbedienung geladen?
  • Speicherkarte leer?
  • Kalibrierung durchgeführt?
  • Verbindung Drohne - Fernbedienung hergestellt?
  • GPS Signal vorhanden?

So klappt das Fotoshooting mit der Drohne

Ihre Drohne ist startklar? Dann kann auch das Fotoshooting aus der Vogelperspektive beginnen:

  1. Der Aufstieg: Stellen Sie Ihre Drohne auf ebenem Boden ab und entfernen Sie sich etwa fünf Meter. Dieser Abstand dient Ihrer Sicherheit. Die meisten Drohnen haben diesen Puffer auch einprogrammiert und würde sich sofort nach dem Start automatisch von Ihnen entfernen. Das kann jedoch zu Problemen führen, da Sie Ihre Drohne in diesem Moment nicht steuern könnten und sie möglicherweise gegen ein Hindernis fliegt.
  2. Drohne fliegen: Ist der Aufstieg gelungen, steuern Sie Ihre Drohne zum Aufnahmeort. Bitte bedenken Sie hierbei unbedingt, dass Ihr Akku nur eine begrenzte Laufzeit von durchschnittlich 20 Minuten hat und zum Ende dieser Zeit automatisch dort landen wird, wo sie sich gerade befindet. Das könnte bei einem Fotoshooting über einem See oder auch über Baumwipfeln problematisch werden.
  3. Der eigene Standort: Achten Sie auch darauf, ob Sie selbst auf dem Bild sein möchten. Die Kamera ist mit einem Kugelgelenk an der Drohne befestigt und lässt sich in nahezu alle Richtungen drehen. Dadurch kann es auch passieren, dass Sie ungewollt zum Motiv werden. Dagegen hilft nur: Den Kamerawinkel verändern und sich selbst woanders hinstellen. Steigt Ihre Drohne 10 Metern oder höher, wird es sich kaum noch verhindern lassen, dass Sie mit auf dem Foto sind – wenn auch nur sehr klein.
  4. Drohne ausrichten: Richten Sie Ihre Drohne nun so aus, dass die Drohnenkamera die Sonne im Rücken hat. Durch das Abwenden von der Sonne verhindern Sie aber, dass die Sonnenstrahlen direkt auf die Linse treffen und auf dem Bild für Überbelichtung und Sonnenstreifen sorgen. Eingebaute Drohnenkameras sind immer mit einem Weitwinkelobjektiv ausgestattet, so dass ohnehin fast alles aufgenommen wird, was sich unter der Drohne befindet.

    Gegen Verwackler: Kameraeinstellungen bei Wind

    Bei Sturm sollten Sie natürlich nicht die Drohne aufsteigen lassen. Ein leichter Wind ist aber nicht weiter problematisch, solange Sie Ihre Drohne noch unter Kontrolle haben. Beim Fotoshooting taucht ein weiteres Problem auf: Die Bilder verwackeln schneller. Dies lässt sich einfach umgehen, indem Sie die Belichtungszeit verkürzen. Genaue Werte lassen sich hier zwar nicht sagen, als Faustformel gilt: Je windiger, desto kürzer die Belichtungszeit. Dabei trifft weniger Licht auf die Linse. An sonnigen Tagen kein Problem. Werden bei anderen Bedingungen die Bilder zu dunkel, können Sie den ISO-Wert erhöhen, etwa auf 400. Dadurch wird der Sensor lichtempfindlicher und die Bilder insgesamt wieder heller.

  5. Kameramodus einstellen: Die meisten Kameradrohnen bieten einen Automatikmodus, in dem die Kamera alle Einstellungen selbst vornimmt. Daneben können verschiedene Modi gewählt werden, etwa ein Landschaftsmodus, ein Panoramamodus oder Ähnliches. Die Modi sind nicht so vielfältig wie bei einer DSLR, führen aber zu einem vergleichbaren Ergebnis. Auch ein manueller Modus steht Ihnen zur Verfügung. In diesem können Sie, wie bei einer Spiegelreflexkamera auch, alle Einstellungen selbst vornehmen. Aufgrund der technischen Voraussetzungen lässt sich bei vielen Drohnenkameras allerdings nicht die Blende verstellen. Im Übrigen gelten für die Einstellungen aber die gleichen Regeln wie in der übrigen Fotografie auch. Welche das sind, können Sie in unserem Ratgeber Modusrad Spiegelreflex-Kamera: Was bedeuten M, S, A, P & Co? nachlesen.
  6. Fokussieren: Eine manuelle Fokussierung ist in der Regel nicht möglich. Über den Bildschirm können Sie das geschossene Bild aber sehen. Der einfachste Weg, um einen anderen Fokus zu erhalten, ist die Flugposition der Drohne minimal zu verändern und ein neues Foto aufzunehmen.

    Hochzeitsfotos mit dem Quadrocopter – die besten Tipps für Drohnen Fotos gibt es hier.
    Es müssen nicht immer nur Landschaften sein – mit der Drohne lassen sich zum Beispiel auch wundervolle Hochzeitsbilder machen. (© 2017 Fotolia)
  7. Die sichere Landung: Sind alle Bilder im Kasten oder hat Ihre Fernbedienung Sie bereits vor einem niedrigen Akkustand gewarnt, ist es Zeit, Ihren Kopter wieder landen zu lassen. Auch hier gilt: Am besten lassen Sie ihn auf einer freien und ebenen Fläche landen, etwa einer Wiese oder einem leeren Parkplatz. Achten Sie außerdem darauf, dass Ihre Drohne mindestens fünf Meter Sicherheitsabstand zu Ihnen oder anderen Personen hat.

Inspiration für das Fotoshooting mit dem Quadrocopter

Die ersten Drohnen-Fotos zeigen meist das eigene Haus oder den Park um die Ecke. Nach einigen Flugstunden wächst nicht nur Ihr Selbstvertrauen in Ihre Fähigkeiten als Drohnenpilot, auch an die Fotos werden höhere Ansprüche gestellt. Inspiration für Ihr nächstes Shooting können Sie sich auf Plattformen wie Dronestagram holen. Hier dreht sich alles um die Fotos aus der Vogelperspektive. Und beim Anblick der schönen Bilder können Sie das nächste eigene Shooting bestimmt kaum noch abwarten.

Mit der Drohne in den Sonnenuntergang fliegen: die besten Tipps für schöne Drohnen Fotos.
Wasser + Sonnenuntergang = malerische Foto-Kulisse. Mit etwas Übung steuern Sie Ihre Drohne problemlos über das jeweilige Gewässer. (© 2017 Fotolia)

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