Beim Einkauf leuchtete das Gemüse noch in knackigsten Farben, nach einigen Wochen im Tiefkühler sind Glanz und Frische verblasst. Einige andere Lebensmittel haben im Kälteschlaf Flecken bekommen oder schmecken nach dem Auftauen fade oder säuerlich. Wenn Sie bloß rechtzeitig reagiert hätten – doch zwischen all den Dosen und Tüten im Gefrierschrank den Überblick zu behalten ist schwer. Wie Sie die Lebensmittel im Tiefkühler lagern, alles übersichtlich im Blick haben und sogar noch Energie sparen, erfahren Sie hier.

So bleibt das Gefriergut so frisch wie möglich

Der Kälteschlaf im Tiefkühler bremst den Prozess, der Lebensmittel verderben lässt. Doch wie erfolgreich diese Bremse wirkt und wie frisch die Kost nach dem Auftauen noch schmeckt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Mit den folgenden Maßnahmen schaffen Sie geeignete Verhältnisse.

Tipp 1: Frisch einkaufen

Kaufen Sie die Lebensmittel so frisch wie möglich und frieren Sie diese so schnell wie möglich ein, am besten gleich nach dem Einkauf. Denn der Qualitätsverlust vorm Einfrieren ist nicht wieder auszugleichen.

Tipp 2: Vermeiden Sie Luft in der Verpackung

Ob im Gefrierbeutel oder in der Plastikdose: Lassen Sie möglichst wenig Luft in der Verpackung, da sonst Gefrierbrand droht. Dies vermeiden Sie, indem Sie eine Dose großzügig befüllen oder einen Beutel fester um das Gefriergut wickeln. Auch sollten weder Luft noch Feuchtigkeit von außen die Verpackung durchdringen können. Fleisch und Fisch lassen Sie am besten vom Händler vakuumieren.

Aber Achtung: Füllen Sie eine Verpackung nicht komplett bis unter den Rand. Denn wasserhaltige Speisen dehnen sich mitunter aus, sodass Tüten dann aufplatzen oder sich die Deckel von Plastikdosen öffnen könnten.

Tipp 3: Frieren Sie portionsweise ein

Einmal aufgetaute Lebensmittel sollten nicht ein zweites Mal eingefroren werden, wenn sie längere Zeit der Zimmertemperatur ausgesetzt waren. Portionieren Sie deshalb das Gefriergut vor, sodass Sie immer nur die Menge auftauen, die Sie auch tatsächlich verbrauchen. Ein weitere Vorteil: Kleinere Portionen frieren schneller ein.

Flüssigkeiten können Sie in Eiswürfelformen vorportionieren. Das eignet sich für alles, wovon Sie beim Kochen kleinere Mengen benötigen, zum Beispiel Kokosmilch oder Brühe.

Tipp 4: Bereiten Sie das Gefriergut vor

Jedes Lebensmittel kann vorm Einfrieren auf den Kälteschlaf vorbereitet werden, um die Frische bestmöglich zu erhalten.

  • Gemüse sollte grundsätzlich blanchiert werden.
  • Sofern es nicht gleich beim Einkauf vakuumiert wurde, nehmen Sie Fleisch so schnell wie möglich aus der Verpackung und tupfen es vor dem Einfrieren trocken.
  • Kleine Obststücke lassen Sie – nebeneinander auf einen Teller gelegt – im Tiefkühler runde zwei Stunden vorfrosten und geben Sie erst dann in die endgültige Verpackung, so kleben sie nicht aneinander.
  • Frisch zubereitete Saucen oder Essensreste geben Sie gleich in die Verpackung, damit die Hitze der Speisen noch Sauerstoff verbraucht und auf diese Weise einen Vakuumeffekt ermöglicht. Nach dem Abkühlen geht es dann ins Gefrierfach.

Mehr Tipps zum Einfrieren einzelner Lebensmittel wie Brot, Kuchen, Käse, Butter oder Kräuter finden Sie im Ratgeber
Wein im Tiefkühlfach? Diese 10 Lebensmittel können Sie tatsächlich einfrieren

Tipp 5: Lassen Sie die Lebensmittel schnell durchfrieren

Je schneller die Lebensmittel komplett durchfrieren, umso weniger Qualitätsverlust entsteht. Bei Gefriergut mit einem Gewicht über einem Kilo nutzen Sie – wenn möglich – eine “Schockfrost”-Funktion Ihres Tiefkühlgeräts. Sinnvoll ist es auch, neues Gefriergut zunächst möglichst frei in den Tiefkühler zu legen, anstatt es auf andere Teile zu legen. So friert es gleichmäßiger durch.

So halten Sie Ordnung im Gefrierkühlschrank

Der Gefrierschrank läuft schon fast über und Sie haben die Übersicht verloren, was Sie wann eingefroren haben und wo es sich befindet? Die folgenden Maßnahmen helfen Ihnen.

Tipp 6: Stapeln Sie das Gefriergut optimal

Je kastenförmiger die Verpackung, desto übersichtlicher lässt sich das Gefriergut übereinander – in Schubladenfächern auch nebeneinander – stapeln. Damit Sie nicht zu viele Dosen dafür benötigen und je nach Portionsgröße einfrieren können, hilft folgender Trick:

  • Geben Sie das Gefriergut in einen Gefrierbeutel und diesen in eine rechteckige Box, etwa eine Gefrierdose oder eine quadratische Schüssel.
  • Idealerweise besitzt der Gefrierbeutel an der oberen Seite einen geraden Zip-Verschluss oder ist zugeschweißt. Ist er verknotet, platzieren Sie den Knoten möglichst weit an der Seite.
  • Stellen Sie die Box für rund zwei Stunden in den Tiefkühler.
  • Nehmen Sie den Beutel aus der Box und prüfen Sie, ob er seine rechteckige Form behält. Falls ja, geben Sie den Beutel solo in den Gefrierschrank, andernfalls lassen Sie alles noch ein wenig länger vorfrosten.
  • Wenn Sie immer dieselbe rechteckige Box benutzen, erhalten Sie stets Gefriertüten mit flachem Boden gleicher Länge und Breite, die sich optimal stapeln lassen.
Eiskalt frisch Ordnung
Mit der nötigen Ordnung haben Sie das gesamte Gefriergut schnell im Blick – das gilt auch für Gefrierbeutel, die Sie ganz leicht stapelbar machen. (© 2017 bravissimos/fotolia)

Tipp 7: Beschriften Sie das Gefriergut

Wenn Sie viele verschiedene Lebensmittel einfrieren, hilft Ihnen eine sorgfältige Kennzeichnung, den Überblick zu behalten.

  • Benutzen Sie am besten Aufkleber oder denken Sie daran, auf Dosen abwischbare Stifte zu verwenden. Manche Gefrierbeutel besitzen weiße Felder, die Sie direkt beschriften können, ohne dass sich die Schrift vor dem Gefriergut im Hintergrund schlecht lesen lässt.
  • Schreiben Sie mit einem dicken Stift, dessen Schrift Sie auf den ersten Blick in den Tiefkühler lesen können, ohne das Gefriergut herausnehmen zu müssen.
  • Schreiben Sie auf den Aufkleber: den Inhalt, das Einfrierdatum, das ungefähre Ablaufdatum (siehe Kasten).
  • Platzieren Sie den Aufkleber an derjenigen Seite, die Ihnen beim Blick in den Gefrierschrank zugewandt ist.

Noch mehr Tipps für Platz und Übersicht im Tiefkühler finden Sie im Ratgeber
Gefrierschrank richtig einräumen: Tipps für mehr Übersicht

Energie sparen beim Einfrieren – so geht’s

Mit den richtigen Maßnahmen ist Einfrieren nicht nur eine besonders effektive, sondern auch günstige Methode, um Lebensmittel haltbar zu machen.

Tipp 8: Den Gefrierschrank richtig aufstellen

Stellen Sie den Gefrierschrank an einem möglichst kühlen Ort auf. Denn je kühler die Umgebungsluft, umso weniger Energie benötigt Ihr Tiefkühler, um die Frost-Temperatur aufrecht zu erhalten.

Tipp 9: Den Gefrierschrank regelmäßig abtauen

Tauen Sie den Gefrierschrank regelmäßig ab, bevor sich eine Eisschicht an den Wänden bildet. Bis zu einem Drittel mehr Energie benötigt ein Gerät bei nur wenigen Millimetern Eisbildung.

Tipp 10: Wählen Sie einen möglichst kleinen Gefrierschrank

Nutzen Sie den Innenraum Ihres Tiefkühlgeräts möglichst vollständig aus. Umso größer ist der Frosteffekt und umso weniger Energie verbrauchen Sie, um einen Raum zu kühlen, den Sie gar nicht benötigen. Möchten Sie sich einen neuen Gefrierschrank anschaffen, überlegen Sie, wie viel Sie maximal einfrieren, um beim Tiefkühler die kleinstmögliche Größe zu wählen.

Eiskalt frisch Eisschicht
Solche Eisschichten rauben nicht nur Platz, sondern auch jede Menge Energie. (© 2017 Ekaterina79/Thinkstock)

So können Sie Lebensmittel wieder richtig auftauen

Auch nach dem Kälteschlaf können Sie der Qualität der Lebensmittel noch schaden, indem Sie beim Auftauen falsch vorgehen. Mit den folgenden Tipps sind Sie auf der sicheren Seite.

Tipp 11: Nutzen Sie manche Lebensmittel sofort

Einige Lebensmittel müssen überhaupt nicht aufgetaut werden. Das gilt nicht nur für Tiefkühlpizza, die sofort in den Ofen kann. Auch Gemüse können Sie sofort nach dem Griff in den Tiefkühler verwenden, so gehen weniger Inhaltsstoffe verloren. Geben Sie das Gemüse – oder den noch geschlossenen Gefrierbeutel – in einen Topf mit heißem Wasser und garen Sie das Gemüse für kurze Zeit. Auch gefrorenes Obst können Sie direkt verarbeiten, etwa für Desserts oder auf dem Teigboden für den Kuchen.

Tipp 12: Fleisch und Fisch: Langsam ist besser

Fleisch und Fisch sollten möglichst langsam und schonend aufgetaut werden. Dabei ist Folgendes zu beachten:

  • Idealerweise tauen Sie Fisch und Fleisch bereits einen Tag vor dem Verbrauch auf.
  • Geben Sie beides zum Auftauen in den Kühlschrank. Zimmertemperatur und erst recht die Heizung sind tabu, da sich bei der Wärme Keime und Bakterien schneller vermehren. Erst etwa eine Stunde vor dem Braten sollte Fleisch aus dem Kühlschrank genommen werden.
  • Lassen Sie Fleisch und Fisch beim Auftauen noch in der Verpackung oder sorgen Sie dafür, dass das Auftauwasser abfließen kann, etwa indem Sie die Lebensmittel in einen Behälter mit Sieb legen.
  • Das Auftauwasser nicht verwenden! Das gilt insbesondere für das Abtauwasser von Geflügel, da sich Salmonellen darin befinden können.
  • Um den Auftauvorgang zu beschleunigen, legen Sie die noch gefrorene Verpackung in ein kaltes Wasserbad. Benutzen Sie kein heißes Wasser, um nicht den Garvorgang auszulösen.
  • Lebensmittel, die Sie nach dem Auftauen längere Zeit bei Zimmertemperatur gelagert haben, sollten aus Sicherheitsgründen nicht wieder eingefroren werden. Das gilt insbesondere bei rotem Fleisch.

Was hält wie lange?

Eine pauschale Mindesthaltbarkeit von tiefgefrorenen Lebensmitteln gibt es nicht. Bei Fleisch gilt: je fetter, desto kürzer; bei Käse: je härter und trockener, umso länger. Für die gängigsten Nahrungsmittel gelten die folgenden Richtzeiten:

  • Rindfleisch: 10-12 Monate
  • Schweinefleisch: 4-8 Monate
  • Geflügel: 8-10 Monate
  • Kalbfleisch: 9-12 Monate
  • Hackfleisch: 1-3 Monate
  • Fisch: 4 Monate
  • Gemüse: 3-12 Monate
  • Obst: 9-12 Monate
  • Käse: 2-6 Monate
  • Weißbrot: 1-3 Monate
  • Vollkornbrot: 4-6 Monate

Besser einfrieren – frischer genießen

Die Tiefkühlung hat für Verbraucher enorme Vorteile. Bei Wintergemüse im Sommer oder frischen Kräutern in der kalten Jahreszeit gibt es kulinarisch quasi keine Jahreszeiten mehr. Zudem erspart es viel Arbeit, große Mengen vorzukochen und immer fertige Speisen im Haus zu haben, wenn die Zeit für die frische Zubereitung einmal nicht reicht. Und obendrein werden die Vitamine und anderen wertvollen Inhaltsstoffe etwa von Gemüse oder Früchten nicht nur länger, sondern auch noch besser erhalten. Wenn Sie dann auch noch alles passend einfrieren und auftauen sowie mit wenigen Kniffen den Überblick im Tiefkühler behalten, können Sie alle diese Vorteile voll auskosten – im wahrsten Sinne des Wortes.

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