Die Nase läuft, die Augen tränen und es erfasst Sie ein Niesanfall nach dem anderen. Für Hausstaub-Allergiker ist das Staubsaugen eine unangenehme Tätigkeit. Doch sie gehört zur regelmäßigen Reinigung der Wohnung dazu. Umso wichtiger ist für Menschen mit Allergie die Wahl des richtigen Staubsaugers. UPDATED zeigt Ihnen, welche Kriterien beim Kauf relevant sind.

Ihre erste Wahl: Staubemissionsklasse A

Seit 2014 kennzeichnet ein Aufkleber neue Staubsauger, die in den Verkauf gehen: Das EU-Energielabel gibt dem Verbraucher Auskunft über die Effizienz des Geräts. Besonders wichtig für Hausstaubmilben-Allergiker ist dabei die Angabe zur Staubemissionsklasse. Sie informiert über die Qualität der Luft, die der Staubsauger beim Saugen in den Raum abgibt, die sogenannte Abluft. Die Staubemissionsklasse befindet sich auf dem Label links unter den aufgeführten Energieklassen neben der Staubwolke, die aus dem auf dem Etikett abgebildeten Staubsauger entweicht.

Die Qualität wird auf einer Skala von A bis G angegeben, wobei A das beste und G das schlechteste Staubrückhaltevermögen bezeichnet. Als Allergiker sollten Sie darauf achten, dass Ihr Staubsauger die niedrigste Staubemissionsklasse A besitzt. In diese Klasse fallen alle Geräte, bei denen weniger als 0,02 Prozent des eingesaugten Staubs durch die Abluft wieder in den Raum gelangen.

Staubsauger Allergiker Elektrobürste.
Mit einer am Saugkopf angebrachten Elektrobürste lassen sich Staubpartikel gut aus Teppichgewebe entfernen. (© 2016 didesign021/Thinkstock)

Sorgt für bessere Luft: der HEPA-Filter

Unabhängig davon, ob Sie einen Staubsauger mit oder ohne Beutel nutzen, sollten Sie als Hausstaub-Allergiker HEPA-Filter für das Gerät verwenden. Die Abluft, die der Staubsauger wieder abgibt, ist zwar gereinigt, sehr kleine Feinstaub-Partikel gelangen mit ihr jedoch wieder in den Raum. Ein HEPA-Filter hält diese Partikel effektiv zurück. Diese Hochleistungsfilter filtern Teilchen bis zu einer Größe von 0,1 Mikrometern heraus, sodass die Abluft des Staubsaugers reiner ist als normalerweise die Raumluft.

Insgesamt gibt es acht Filterklassen, die sich in ihrem Abscheidegrad unterscheiden, der in Prozent angegeben wird. Je höher der Abscheidegrad, umso effektiver ist der Filter darin, Partikel abzufangen.

  • EPA 10 > 85 Prozent
  • EPA 11 > 95 Prozent
  • EPA 12 > 99,5 Prozent
  • HEPA 13 > 99,95 Prozent
  • HEPA 14 > 99,995 Prozent
  • ULPA 15 > 99,9995 Prozent
  • ULPA 16 > 99,99995 Prozent
  • ULPA 17 > 99,999995 Prozent

Verwenden Sie einen Filter der Klasse HEPA 13 in Ihrem Staubsauger, wenn Sie unter einer Allergie leiden. Zwar haben die ULPA-Filter einen noch höheren Abscheidegrad, sie kommen allerdings primär in Lüftungssystemen von Laboratorien und Intensivstationen oder Industriesaugern zum Einsatz. Für handelsübliche Staubsauger sind keine ULPA-Filter erhältlich.

Allergiker Staubsauger mit HEPA-Filter.
Ein sauberer Filter sorgt dafür, dass die Saugkraft nicht nachlässt. (© 2016 Scottshotz/Thinkstock)

Wichtig ist, dass Sie den HEPA-Filter Ihres Staubsaugers regelmäßig reinigen oder wechseln, da sonst mit der Zeit die Saugkraft gemindert werden kann. Kaufen Sie einen waschbaren Filter. Das spart Geld, denn Sie brauchen den Filter nicht gleich austauschen, nur weil er dreckig ist. Klopfen Sie ihn stattdessen aus und reinigen Sie ihn mit klarem Wasser. Bei Allergikern empfiehlt sich einmal im Monat eine Reinigung des Filters. Einmal im Jahr sollten Sie den Filter wechseln.

Staubsauger mit Beutel haben zusätzlich zum Abluftfilter einen Motorschutzfilter, der gröberen Schmutz von Motor und Gebläse fernhalten soll. Falls sich etwa eine Reißzwecke aus dem Staubsaugerbeutel löst, fängt dieser sie ab und verhindert, dass sie ins Getriebe gelangt. Auch ein verdreckter Motorschutzfilter vermindert die Saugkraft. Tauschen Sie ihn einmal im Jahr ebenfalls aus. Verfärbungen des Filters sind ein deutliches Anzeichen dafür, dass es an der Zeit für eine Reinigung oder einen Wechsel ist.

Die große Frage: mit oder ohne Beutel?

Wie viel Feinstaub ein Staubsauger wieder in die Luft pustet, hängt in erster Linie vom eingebauten Filter ab. Grundsätzlich kommen für Hausstaub-Allergiker damit sowohl Staubsauger mit als auch ohne Beutel infrage. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile.

Allergiker Staubsauger mit Beutel.
Schnell zu wechseln und einfach zu entsorgen: der Staubsaugerbeutel. (© 2016 Pixelot/fotolia)

Tipps für weniger Staub in der Wohnung

Als Allergiker sollten Sie Ihre Wohnung möglichst staubfrei halten. Daher erhalten sie hier Tipps, wie Sie die Staubbelastung in Ihrer Wohnung reduzieren können:

  • Reinigen Sie Möbelstücke mit speziellen Anti-Staubtüchern aus der Drogerie. Durch ihre elektrostatische Aufladung ziehen sie den Staub an und binden ihn in ihrer Struktur. Entsorgen Sie das Tuch nach der Reinigung im Müll.
  • Lüften Sie die Räume gut, besonders nach dem Hausputz, und halten Sie sie stets trocken.
  • Ein Luftreiniger im Raum erleichtert das Atmen. Er filtert Pollen, Milbenkot, Schimmelsporen, Feinstaub und Keime aus der Umgebungsluft.
  • Vermeiden Sie Staubfänger wie Deko-Artikel oder Kissen in Ihrer Wohnung.
  • In Teppichen setzt sich mehr Staub fest, auf glatten und wischbaren Böden wie Parkett oder Fliesen wird er jedoch leichter aufgewirbelt. Egal, für welchen Boden Sie sich entscheiden: Saugen, fegen oder wischen Sie ihn mindestens dreimal die Woche.
  • Beziehen Sie Matratze, Bettdecke und Kopfkissen mit Encasings. Diese engmaschigen Schutzüberzüge verhindern, dass der Milbenkot, der die Hausstauballergie auslöst, in Laken oder Bezüge vordringt.
  • Bringen Sie Staubschutznetze an den Fenstern an. Diese bestehen aus ultrafeinem Gewebe und fangen Staub ab, der sonst bei offenem Fenster ins Haus gelangt.

Einfach zu entsorgen: mit Beutel

Ein Staubsauger mit Beutel punktet vor allem, wenn es darum geht, ihn zu entleeren. Volle Staubsaugerbeutel lassen sich einfach entnehmen und besitzen eine Abdecklasche, mit der Sie den Behälter verschließen. Nehmen Sie den Wechsel, wenn möglich, draußen an der frischen Luft vor, um so wenig wie möglich mit dem Staub in Berührung zu kommen. Achten Sie als Allergiker zusätzlich darauf, dass der Staubsaugerbeutel eine antibakterielle Beschichtung der Innenseite aufweist, damit sich Bakterien und Schimmelsporen im Inneren nicht weiter vermehren. Wechseln Sie den Staubsaugerbeutel alle drei Monate.

Staubige Angelegenheit: ohne Beutel

Eine etwas staubigere Angelegenheit ist die Reinigung eines Staubsaugers ohne Beutel. Der eingesaugte Staub gelangt in einen Auffangbehälter, den Sie regelmäßig leeren und mit klarem Wasser ausspülen müssen. Allergiker kippen den Behälter im besten Fall sogar nach jeder Benutzung aus. Dabei gelangt mehr Staub an die Luft als bei der Entsorgung des Beutels. Entleeren Sie den Auffangbehälter deshalb besser außerhalb des Hauses direkt über der Mülltonne oder in einer Plastiktüte. Einige Modelle verfügen über die praktische Option, dass der Behälter mit nur einem Knopfdruck seinen Inhalt freigibt. Diese Variante ist für Menschen mit einer Hausstaub-Allergie die beste Lösung, wenn Sie sich einen herkömmlichen Staubsauger ohne Beutel zulegen möchten.
Eine ausführlichere Darstellung der Stärken und Schwächen von Staubsaugern mit und ohne Beutel bekommen Sie in unserem Ratgeber “Staubsauger mit oder ohne Beutel – was ist besser?”

Optimal für Allergiker: Staubsauger mit Wasserfilter

Eine weitere Möglichkeit ist ein beutelloser Staubsauger mit Wasserfilter-System. Er leitet die eingesaugte Luft durch einen mit Wasser gefüllten Behälter, in dem Allergene und Staub durch die Flüssigkeit gebunden werden. Anschließend entsorgen Sie das Schmutzwasser einfach im Ausguss. Allerdings ist eine gründliche Reinigung des Behälters nach jeder Benutzung notwendig, da sich in dem nassfeuchten Klima sonst Bakterien und Schimmelsporen bilden und vermehren können.

Idealerweise brausen Sie den Wassertank in der Badewanne gründlich mit klarem Wasser ab und lassen ihn danach sorgfältig an der Luft trocknen. Solch ein beutelloser Staubsauger mit Wasserfilter-System und einem zusätzlichen HEPA-Filter ist für Allergiker bestens geeignet, um den Hausputz ohne Niesen und tränende Augen zu erledigen.

Aufatmen beim Saugen dank des richtigen Zubehörs

Sind Sie von einer besonders schlimmen Hausstaub-Allergie geplagt, tragen Sie während des Saugens besser einen Mundschutz. Bei der Reinigung von Teppichen empfiehlt sich außerdem der zusätzliche Gebrauch einer Elektrobürste, die Sie dafür am Saugkopf des Staubsaugers befestigen. Diese wird von einem eigenen Motor angetrieben, lockert und entfernt Staubpartikel und auch Tierhaare aus dem Teppichgewebe. So erleichtern Sie sich als Hausstaub-Allergiker durch die Wahl des richtigen Staubsaugers und Zubehörs die Reinigung Ihrer Wohnung ungemein.

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