Ein dauerndes Klicken, ein Rattern – und ein Betriebssystem, das nicht hochfährt. Wenn der Computer den Start verweigert, ist die Festplatte möglicherweise kaputt. Spätestens wenn sich der Verdacht bestätigt und alle Daten verloren sind, werden Sie es zu schätzen wissen, wenn Sie regelmäßig Backups von Ihrer Festplatte gemacht haben. UPDATED erklärt Ihnen, was Sie zum Festplatten-Backup wissen müssen und wie Sie dieses durchführen.

Darum ist ein Festplatten-Backup wichtig

Es gibt mehrere Gründe, die für ein regelmäßiges Festplatten-Backup sprechen. Vor allem, wenn Sie mit Daten arbeiten, die für Sie persönlich nicht zu ersetzen sind, sollten Sie unbedingt regelmäßig Backups der Festplatte durchführen. So sind Sie im Fall der Fälle geschützt.

Festplatten sind empfindliche Geräte und können bei unsachgemäßer Nutzung durchaus unbrauchbar werden. Zum Beispiel kann eine Festplatte irreparabel beschädigt werden durch:

  • mechanischen Verschleiß
  • einen Überspannungsschaden, z. B. durch ein falsches Netzteil
  • Schäden durch Sturz oder Feuchtigkeit
  • Virenbefall

In allen diesen Fällen ist es gut, wenn Sie ein Backup der Festplatte gemacht haben. Das können Sie dann einfach auf eine neue Festplatte beziehungsweise einen neuen Computer spielen, und alles ist wie zuvor. Sogar das Betriebssystem ist normalerweise sofort wieder aktiv und benötigt keine erneute Installation.

Sie sichern bereits regelmäßig Ihre Daten? Prima. Doch bedenken Sie: Ein Festplatten-Backup ist nicht das Gleiche. Bei einer Datensicherung machen Sie eine Kopie der wichtigsten Dateien wie Dokumente, Fotos oder Spielstände. Ein Festplatten-Backup dagegen ist ein komplettes Abbild des gesamten Innenlebens Ihrer Festplatte, also inklusive Betriebssystem, allen installierten Programmen, Einstellungen – und theoretisch sogar aller Viren oder Spähprogramme, die sich vielleicht schon in Ihren Rechner eingeschlichen haben.

Daher empfehlen wir ein Festplatten-Backup schon gleich nach der Erstinstallation Ihres Betriebssystems vorzunehmen und regelmäßig auf den neuesten Stand bringen, idealerweise immer dann, wenn sie wichtige Änderungen vorgenommen haben. Dieses vollständige “Abbild” wird auch Image der Festplatte genannt.

Speichern in der Cloud oder auf einem Datenträger?

Was sind “inkrementelles” und “differenzielles” Backup?

Nach einem Voll-Backup, also der Übertragung sämtlicher Inhalte auf einen externen Datenträger, gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten, wie Sie das Backup auf dem neuesten Stand halten.

Zum einen ein sogenanntes “differenzielles Backup”. Sämtliche Änderungen, die Sie am Computer seit dem ersten Voll-Backup vorgenommen haben, werden dabei zusammengefasst und gespeichert. Das verursacht zwar eine hohe Datenmenge und lange Speicherzeit – zur Wiederherstellung benötigen Sie aber nur das Voll-Backup sowie die letzte differenzielle Sicherung.

Die Alternative ist ein sogenanntes “inkrementelles Backup”. Dabei werden lediglich die Änderungen seit der jeweils letzten Sicherung gespeichert. Das spart Speicherplatz, allerdings benötigen Sie bei einem Crash außer dem Voll-Backup noch sämtliche Zwischenspeicherungen, um den letzten Stand wiederherzustellen. Natürlich können Sie auch jederzeit ein neues Voll-Backup anlegen.

Für ein Image Ihrer Festplatte stehen Ihnen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Zum einen können Sie die Daten auf den Servern von Cloud-Diensten speichern. Zum anderen auf physikalischen Datenträgern wie zum Beispiel einer zweiten Festplatte oder DVDs.

Die Vorteile der Cloud: Die Daten sind online von jedem Punkt der Welt ständig erreichbar. Allerdings sind Sie bei den Risiken von Cyber-Attacken und Datenmissbrauch abhängig von der Qualität des Cloud-Anbieters.

Hier lesen Sie mehr über die Vor- und Nachteile der Cloud.

Ein physikalischer Datenträger dagegen ist für Cyber-Kriminelle unerreichbar. Dafür kann er kaputt oder verloren gehen, gestohlen werden oder einen Feuer- bzw. Wasserschaden erleiden. Bewahren Sie ihn deshalb immer sicher und verschlossen auf.

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Datensicherung: Physikalische Speichermedien im Vergleich

Wenn Sie ganz auf Nummer sicher gehen wollen, legen Sie sowohl eine oder sogar mehrere Cloud-Backups an sowie mindestens eine auf einem physikalischen Datenträger. Die Antwort auf die Frage "Cloud oder Datenträger?" lautet also: am besten beides.

Welche Datenträger sind für ein Festplatten-Backup geeignet?

Der optimale physikalische Datenträger für ein Festplatten-Backup ist eine zweite Festplatte. Im Idealfall nutzen Sie eine externe Festplatte, die Sie an einem anderen Ort aufbewahren und ausschließlich für das Backup an den Computer anschließen. Alternativ können Sie auch einen USB-Stick verwenden. Bequemer ist dagegen eine zweite Festplatte innerhalb des Computers. Doch die kann bei einem Sturz ebenso in Mitleidenschaft gezogen werden wie bei einem Wasser- oder Feuerschaden.

Seien Sie vorsichtig, wenn Sie bei fertig eingerichteten Computern ein Backup von einer Festplatte (Beispielsweise Laufwerk “C:”) auf eine andere interne Festplatte (Beispielsweise Laufwerk “D:”) vornehmen wollen. Denn häufig verbergen sich hinter diesen beiden Laufwerken in Wahrheit keine zwei Festplatten, sondern lediglich zwei Partitionen – Dateisysteme, die vom Betriebssystem wie zwei Laufwerke behandelt werden, sich aber in Wahrheit auf derselben Festplatte befinden. Vergewissern Sie sich in diesem Fall, ob der Rechner tatsächlich über zwei Festplatten verfügt.

USB-Stick wird an Laptop angeschlossen
Außer einer externen Festplatte eignen sich auch USB-Sticks, DVDs oder eine Cloud als Backup-Speicher. (© 2016 ronnarong/Fotolia)

Eine weitere Möglichkeit, um das das Backup zu sichern, stellen optische Speichermedien wie CD oder DVD dar. Ein Nachteil ist ihre geringe Speicherkapazität von 700 oder 900 MB bei einer CD beziehungsweise 4,7 GB oder 8,5 GB bei einer DVD, je nach Modell. Selbst eine Blu-Ray mit 25 GB Kapazität beziehungsweise 50 GB als Dual Layer reicht für alle Daten einer Festplatte kaum aus. Als zusätzliche Sicherung sind CD und Co. aber gut geeignet, vor allem, wenn Sie hierauf lediglich das Betriebssystem speichern, das Sie dann bei einem geschädigten oder komplett neuen Computer direkt von der CD/DVD/Blu-Ray aus dem Laufwerk heraus starten. Näheres zu diesem sogenannten Systemdatenreparaturträger finden Sie im nächsten Abschnitt. Nutzen Sie dafür hochwertige CD- beziehungsweise DVD-Rohlinge, und wählen Sie für eine hohe Auslesequalität ein reduziertes Brenntempo, zum Beispiel 8x oder sogar nur 4x, um Schreibfehler so gut wie auszuschließen. Wird die Kapazität von einer DVD überschritten, verteilen die meisten Programme die Sicherung auf mehrere Scheiben.

Bordeigenes System oder spezielle Software?

Mit dem “bordeigenen System” ist das Programm gemeint, das in Ihrem Betriebssystem für ein Festplatten-Backup bereits vorinstalliert ist. Sowohl Windows als auch MacOS nehmen nach einem ersten Voll-Backup nur noch inkrementelle Sicherungen vor (siehe Kasten), die je nach Einstellung gesammelt und in bestimmten Abständen ins Voll-Backup übertragen werden. Der Vorteil bordeigener Systeme besteht darin, dass Sie für Ihr Festplatten-Backup keine zusätzlichen Programme installieren müssen und etwaige Kompatibilitätsprobleme vermeiden.

Es gibt aber auch spezielle Software, die Sie durch den Backup-Prozess führen. Viele davon sind kostenlos. Sie müssen zwar extra installiert werden, ermöglichen dann aber je nach Programm eine einfachere Bedienung und automatische, regelmäßige Sicherungen. Beliebte Programme sind zum Beispiel:

  • Paragon Backup & Recovery 14 Free Edition
  • Easeus Todo Backup Free
  • HDClone6 Free Edition

So funktionieren Sicherung und Wiederherstellung

Bei Windows 10 rufen Sie zunächst die Systemsteuerung auf, indem Sie auf den Windows-Button in der linken unteren Ecke klicken. Tippen Sie dann bei geöffnetem Startmenü einfach Systemsteuerung in die Tastatur ein, und wählen Sie sie in den Suchergebnissen aus.

Klicken Sie anschließend auf Sichern und Wiederherstellen (Windows 7). Wählen Sie in der rechten Spalte per Klick Sicherung einrichten. Jetzt können Sie, sofern vorhanden, als Ziel zwischen einer externen Festplatte, dem DVD-Laufwerk oder einem Netzwerk wählen. Ist eines davon nicht sichtbar, schließen Sie es an und klicken auf Aktualisieren. Klicken Sie anschließend auf Weiter, und wählen Sie unter Auswahl durch Benutzer die Ordner aus, die gesichert werden sollen. Mit Klicks auf Systemabbild von Laufwerken einschließen speichern Sie auch alle Systemdateien. Im nächsten Fenster können Sie einen Zeitplan für Updates einrichten oder die regelmäßige Sicherung auf Basis eines Zeitplans ausführen deaktivieren. Ein Klick auf Einstellungen speichern und Sicherung ausführen startet dann den Speicherprozess.

Hinweis: Je nach Umfang der Datenmenge kann der Speicherprozess auch mehrere Stunden dauern.

Backup wird auf Tablet für Daten-Wiederherstellung genutzt
Im Fall der Fälle sind sämtliche Programme, Einstellungen und Dateien im Handumdrehen wieder da. (© 2016 Rawpixel.com/Fotolia)

Um das Backup im Falle eines Crashs neu einzuspielen, benötigen Sie zusätzlich eine sogenannte bootfähige DVD, die das System hochfahren kann. Sie legen sie an, indem Sie unter Sichern und Wiederherstellen in der linken Spalte Systemdatenreparaturträger anlegen per Klick auswählen. Falls Windows nicht mehr startet, initialisieren Sie das System. Legen Sie dazu die DVD ins Laufwerk ein, starten Sie den Computer, und wählen Sie die Sprache aus. Per Klick auf Zurückspielen eines Systemabbilds spielen Sie die Backup-Version ein.

Bei einem Mac werden Sie beim Anschließen einer externen Festplatte direkt gefragt, ob Sie auf dieser Platte mithilfe des systemeigenen Programms Time Machine ein Backup erstellen wollen. Mit einem Klick auf Als Backup-Volume verwenden startet der Sicherungsprozess. Anschließend erstellt das Programm automatisch alle 24 Stunden ein Backup. Um es nach einem Crash zu nutzen, hilft Ihnen der Migrationsassistent.

Bei einem Cloud-Backup melden Sie sich in der Regel von einem neuen Gerät beim Cloud-Dienst an und spielen dann die Daten vom letzten Backup ein. Bei manchen Anbietern müssen Sie dafür zunächst eine App installieren.

Ein Aufwand, der sich lohnt

Ein komplettes, immer aktuelles Backup der Festplatte erscheint zunächst als aufwendiges Unterfangen: Es ist zwar schnell in Auftrag gegeben, erfordert aber lange Übertragungszeiten. Dann sollten Sie eine automatische Aktualisierung einrichten oder das Backup selbst regelmäßig aktualisieren. Je nach Vorlieben müssen Sie zudem noch zusätzliche Programme installieren.

Auf der anderen Seite überwiegen der Aufwand und die Kosten für einen neuen Computer, den Sie komplett neu mit allen Programmen, Einstellungen und Daten füttern müssten – vorausgesetzt, alles ist überhaupt verfügbar.

Wenn Sie im Fall der Fälle alles schnell und einfach zurückgewinnen wollen, ist ein Festplatten-Backup die günstigere und bequemere Variante.

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