Wenn die Übersichtlichkeit Ihrer Ordner auf dem Windows-PC nachlässt, steht nicht selten die Frage des Kaufs einer neuen Festplatte im Raum, obwohl noch Platz auf der Hauptplatte ist. Dann reicht aber auch eine einfache Unterteilung des Speichers in mehrere Partitionen, um Ihnen mehr Übersicht im System zu verschaffen. UPDATED klärt Sie über die wichtigsten Schritte zur Festplatten-Partitionierung unter Windows 10 auf.

Was ist eine Partition?

Windows 10 macht Ihnen den Partitionierungs-Vorgang sehr leicht. Mit nur wenigen Klicks erstellen Sie aus Ihrer Festplatte mehrere sogenannte logische Laufwerke, die vom System wie voneinander unabhängige Speicher behandelt werden. Konkret heißt eine Partitionierung also eine Aufteilung des Speichers eines Datenträgers in mehrere Bereiche, die alle einen eigenen Laufwerksbuchstaben zugeteilt bekommen. Das erhöht die Übersicht, weil Sie beispielsweise Partition C: als Systempartition belassen und auf den anderen Ihre Dokumente, Bilder oder auch Spiele ablegen können.

Achten Sie aber darauf, dass Sie Ihrer Systempartition, auf der unter anderem natürlich Windows abgespeichert ist, noch genügend Platz für potenziell noch zu installierende Programme lassen. Andernfalls ist es dann notwendig, diese auch auszulagern.

NTFS, FAT32 exFAT – das steckt hinter den Begriffen

Bei der Formatierung eines Speicherabschnitts wird Ihnen in der Formatierungsart eine Auswahl zwischen verschiedenen Systemtypen angeboten. Das ist auf die verschiedenen Speichertypen zurückzuführen, die im Laufe der Jahre entwickelt wurden. Die Unterschiede erklären wir hier:

NTFS (New Technology File System) ist der heutige Standard und für alle gängigen Speichermedien optimiert. Das System existiert seit 1993 und bietet die größte Flexibilität und den geringsten Wartungsbedarf bei der Optimierung.

FAT32 ist aus dem 1980 eingeführten Dateisystem FAT (File Allocation Table) hervorgegangen und ist heute für externe Festplatten, aber besonders auch für USB-Sticks und Digitalkameras das geeignete Formatierungssystem.

exFAT wurde mit Windows Vista eingeführt und ist ausschließlich für Flashspeicher (USB-Sticks und SSDs) konzipiert.

Vor der Partitionierung

Bevor Sie das digitale Küchenmesser zur Hand nehmen und Ihre Festplatte in mehrere Stücke unterteilen, empfiehlt sich zunächst eine Optimierung der Festplatte. Hierbei wird unter anderem ein Dienst von Windows genutzt, der als Defragmentierung bekannt ist. Hierbei sucht und fügt das System bei Magnet-Festplatten (HDDs) durch die vielen Lese- und Schreibprozesse aufgetrennte Dateifragmente wieder zusammen. Bei modernen SSD-Laufwerken mit Flashspeicher läuft ein anderer Prozess ab, hier tauschen sich Laufwerk und Betriebssystem über unbenutzte Sektoren aus und maximieren so die Leistungsfähigkeit des Festspeichers.

In der Regel ist dieser Prozess unter Windows automatisiert und wird einmal pro Woche vom System eigenständig ausgeführt. Es kann aber nicht schaden, eine Defragmentierung vor der Partitionierung vorzunehmen. Windows 10 erkennt automatisch, welche Art der Optimierung es für welchen Speichertyp starten muss.

Um den Vorgang zu starten, öffnen Sie den Explorer und klicken einmal auf das auszuwählende Laufwerk. Im oberen Reitermenü taucht der Punkt Verwalten auf, den Sie anklicken. Anschließend wählen Sie ganz links Optimieren über dem Symbol mit den bunten Blöcken aus, welches Sie vielleicht noch von den Defragmentierungs-Optionen älterer Windows-Versionen kennen.

Im nun geöffneten Fenster Laufwerke optimieren haben Sie eine Übersicht über all Ihre Speichermedien. Das System zeigt Ihnen hier bereits in der Auswahlliste an, wie stark Ihre Laufwerke defragmentiert sind. Ein Wert unter 10 Prozent ist immer wünschenswert. Klicken Sie entweder auf Analysieren, um das Laufwerk zu überprüfen, oder auf Optimieren. Je nach Fragmentierungsgrad und Größe des Laufwerks kann dieser Prozess auch mehrere Minuten (in Ausnahmefällen über eine Stunde) in Anspruch nehmen. Ist das Laufwerk defragmentiert (im Optimalfall wird “0% fragmentiert” angezeigt), beginnen Sie nun mit der Partitionierung.

Partitionierung Schritt für Schritt

Im Folgenden erfahren Sie, welche Schritte Sie befolgen sollten, damit die Partitionierung unkompliziert erfolgen kann.

  1. Mit einem Rechtsklick unten links auf das Windows-Symbol öffnen Sie die Schnellauswahl für die wichtigsten Systemfunktionen. Hier klicken Sie Datenträgerverwaltung an.
  2. Nun wählen Sie im neuen Fenster Ihre Festplatte an, woraufhin Sie im unteren Fensterbereich Informationen über die einzelnen Speicherbereiche des Datenträgers eingeblendet bekommen. Sie sehen hier auch Einträge, die mit “System Reserved” angezeigt werden. Dieser Speicherplatz wird von Windows für das Ausführen wichtiger Systemprozesse verwendet und lässt sich nicht in die Partitionierung einbinden. Dies betrifft aber in der Regel nur einen kleineren Bereich Ihrer Festplatte. Mit einem Rechtsklick wählen Sie den Bereich an, der normalerweise mit “C:” (und gegebenenfalls einem Namen dahinter) versehen ist.
  3. Im Pop-up-Menü wählen Sie nun Volume verkleinern aus. Je nach Größe Ihrer Festplatte wählen Sie im Fenster unter Zu verkleinernder Speicherplatz in MB einen Wert, der Ihren Ansprüchen an die Aufteilung gerecht wird. Beachten Sie hierbei, dass die Angaben in Megabyte, und nicht Gigabyte einzugeben sind , also ungefähr um den Faktor 1.000 erhöht. Möchten Sie beispielsweise eine 500 Gigabyte große Festplatte in zwei gleiche Teile spalten, dann geben Sie in der Maske “250.000” ein. Klicken Sie anschließend unten rechts auf Verkleinern.
  4. Nun erscheint in der Datenträgeranzeige neben “C:” ein neuer, schwarz markierter Bereich mit der Angabe “Nicht zugeordnet”. In unserem Beispiel sollte dieser Bereich exakt 250.000 MB, also knapp 250 GB groß sein. Wählen Sie diesen schraffierten Bereich mit einem Rechtsklick an und klicken sie anschließend auf Neues einfaches Volume.
  5. Es öffnet sich nun ein Assistent zum Erstellen des neuen Volumes/Laufwerks. Klicken Sie im Willkommensfenster auf Weiter und geben Sie in der anschließenden Maske Größe des einfachen Volumes in MB erneut Ihren Wunschwert ein. Je nachdem, ob Sie eine oder mehrere Partitionen erstellen möchten, geben Sie den Maximalwert oder einen geringeren an. In unserem Beispiel der zweigeteilten Festplatte ist der Wert hier also wieder 250.000. Anschließend klicken Sie auf Weiter und wählen nun einen Buchstaben für Ihr Laufwerk aus. Einige Buchstaben werden bereits belegt sein, in der Regel beginnt die Auswahlmöglichkeit dem Alphabet folgend hier bei E oder F.
  6. Mit einem Klick auf Weiter gelangen Sie in die Formatierungsabfrage. Wählen Sie hier für das Dateisystem den Formatierungsstandard “NTFS” und für die Zuordnungseinheiten “Standard” aus und geben Sie anschließend eine Volumebezeichnung ein (bspw. “Fotos”). Die letzten beiden Klicks auf Weiter und Fertigstellen schließen die Partitionierung ab. Weitere Informationen zu den Formatierungstypen entnehmen Sie unserer Infobox.

Bedenken Sie hier, dass die beiden Laufwerke nicht auf das letzte Byte exakt 250 GB groß sein werden: Einerseits reserviert Windows, wie oben beschrieben, einige Megabyte als Systemspeicher. Andererseits werden für das Erstellen der neuen Partition Systemdateien angelegt, die ebenfalls etwas Speicher in Anspruch nehmen.

Die Partition individualisieren

Neue Partitionen erhalten manchmal weiter hinten im Alphabet liegende Buchstaben wie I, J oder K. Das liegt daran, dass Sie vor dem Partitionieren in der Regel bereits einen Wechseldatenträger wie einen USB-Stick an Ihren Computer angeschlossen haben. Das System ordnet diesen kleinen Speichermedien automatisch den nächst verfügbaren Buchstaben zu, sodass diese dann nicht selten die Plätze E bis H besetzen.

Sie können Sie diese Buchstabenzuordnung aber auch ändern: Begeben Sie sich hierzu wieder über die Datenträgerverwaltung in die Partitionsauswahl und rechtsklicken Sie auf die gewünschte Partition. Klicken Sie nun Laufwerksbuchstaben- und Pfad ändern an und wählen Sie einen Buchstaben aus. Klicken Sie Ok und schon ist der Laufwerksbuchstabe umbenannt.
Die Partitionierung unter Windows 10 gestaltet sich recht einfach. Mit wenigen Klicks in der Datenträgerwaltung erstellen Sie ein oder mehrere neue logische Laufwerke, die Sie nun zum Auslagern Ihrer Dateien nutzen können. Damit schaffen Sie Ordnung und haben wichtige Dateien schneller zur Hand.

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