Zurück aus dem Urlaub und die Speicherkarte der Kamera ist voller Bilder – nun wollen Ihre Verwandten die Fotos sehen. In voller Qualität sind die Aufnahmen aber zu groß, um Sie per E-Mail zu verschicken. Das Hochladen in die Cloud dauert zu lange – und jedes Bild einzeln per Hand zu verkleinern erst recht. Abhilfe schaffen in solchen Fällen Bildbearbeitungstools mit Batch-Funktion, sprich: mit Stapelverarbeitung. Das bedeutet, dass die Software die Arbeit automatisch erledigt, auf Wunsch den gesamten Inhalt eines Ordners. Wir haben für Sie fünf Gratisprogramme rausgesucht, die ihre Fotos auf einmal verkleinern:

FastStone Photo Resizer:

Fotos verkleinern FastStone
Die Benutzeroberfläche von FastStone Photo Resizer ist sehr übersichtlich. (© 2017 UPDATED)

FastStone Photo Resizer für Windows beschränkt sich auf das Wesentliche: Der Fokus des Gratis-Tools liegt auf der automatischen Größenänderung und Umbenennung von mehreren Bildern auf einmal.

Die Anwendung ist daher sehr einfach:

  1. Ist das Programm geöffnet, gelangen Sie direkt ins Hauptmenü. Links im großen Fenster sehen Sie die Verzeichnisse Ihres Computers.
  2. Navigieren Sie hier zu einem gewünschten Ordner und wählen Sie die gewünschten Bilder aus. Wenn Sie mit der linken Maustaste darauf klicken, während Sie die Strg-Taste gedrückt halten, wählen Sie mehrere Aufnahmen an.
  3. Drücken Sie auf Add und die umzuwandelnden Dateien erscheinen im rechten Fenster. Unter dem Fenster befindet sich eine Zeile namens “Output Format”. Hier legen Sie eine Dateiart fest, etwa JPG. Mit einem Klick auf den Settings-Button rechts daneben öffnen Sie ein weiteres Fenster, in dem Sie mit einem Schieberegler Qualitätseinstellungen vornehmen können, um Speicherplatz zu sparen. Mit einem Klick auf OK übernehmen Sie die Einstellungen und das Fenster schließt sich wieder.
  4. Im Feld Output Folder darunter legen Sie fest, wo die umgewandelten Dateien gespeichert werden sollen. Geben Sie den Pfad entweder per Hand ein oder Klicken Sie auf den Button Browse, um einen Pfad per Mausklick festzulegen. Wenn Sie das Feld leer lassen und das Häkchen davor entfernen, speichert FastStone Photo Resizer die Bilder im selben Ordner, in dem sich die ausgewählten Bilder befinden. Wenn Sie die Bilder mit dem gleichen Dateinamen im gleichen Format im Quellordner speichern möchten, fragt das Programm sicherheitshalber nach, ob die alten Daten überschrieben werden sollen.
  5. Um Größenänderungen vorzunehmen, setzen Sie ein Häkchen neben den Eintrag Use Advanced Options ( Resize… ). Rechts daneben erscheint dann ein Button namens Advanced Options. Klicken Sie darauf und ein neues Fenster öffnet sich. Standardmäßig befinden Sie sich im passenden Reiter namens Resize. Setzen Sie hier ein Häkchen neben den einzigen Eintrag, der ebenfalls Resize lautet, dann werden im selben Fenster Optionen für die Größeneinstellung eingeblendet. Nehmen Sie die für Sie passenden Einstellungen vor und klicken Sie auf OK, um die Auswahl zu übernehmen.
  6. Mit einem Klick auf den Button rechts unten mit der Aufschrift Convert (mit einem grünen Pfeil davor) beginnen Sie schließlich die Stapelverarbeitung und FastStone Photo Resizer erstellt die Bilder gemäß Ihren Vorgaben im ausgewählten Ordner. Auch hier gilt: Eine Sicherheitskopie kann trotzdem nicht schaden.

Von der Homepage der Entwickler laden Sie FastStone Photo Resizer gratis herunter. Die “portable”-Version ganz rechts erfordert übrigens keine Installation und lässt sich so auch von einem aus USB-Stick starten.

Converseen: Unterstützt viele Dateiformate

Fotos verkleinern Coverseen
Converseen verarbeitet viele Bilder im Handumdrehen. (© 2017 Converseen)

Wie FastStone Photo Resizer ist auch Converseen ein Bildbearbeitungsprogramm, das vornehmlich zur Größenänderung von Bildern dient mit dem Schwerpunkt auf Stapelverarbeitung. Die Benutzeroberfläche ist einfach aufgebaut, da sich die Optionen auf das Wesentliche beschränken.

  1. Oben links befindet sich der Button, mit dem Sie Dateien für die Umwandlung öffnen. Alternativ lassen sich Fotos und Co. auch einfach per Drag-and-Drop in das Fenster ziehen.
  2. Links unten unter dem Vorschaubild nehmen Sie die gewünschten Einstellungen vor. Entweder Sie legen die Zielgröße prozentual fest, oder Sie geben die neuen Maße manuell ein. Setzen Sie in dem Fall das Häkchen neben “Maintain Aspect Ratio”, damit das Bildformat beibehalten wird.
  3. Rechts unter dem Fenster mit den Dateinamen legen Sie eine Dateiart fest, die die umgewandelten Bilder besitzen sollen.
  4. Links unter den Größenoptionen gilt es schießlich noch ein Zielverzeichnis anzugeben. Wenn Sie die Quellbilder überschreiben möchten, setzen Sie ein Häkchen ganz unten neben “Overwrite all”.
  5. Mit einem Mausklick auf den Button “Convert” in der oberen Leiste starten Sie dann die Stapelverarbeitung.

Anders als IrfanView und FastStone Photo Resizer ist Converseen nicht nur als Windows-Version erhältlich, sondern auch für Linux verfügbar. Zwar verarbeitet Converseen über 100 Dateiformate, RAW-Daten lassen sich damit allerdings nicht umwandeln. Converseen ist auf der Homepage des Anbieters erhältlich.

IrfanView: Das leistungsstarke Leichtgewicht

Fotos verkleinern IrfanView
Bei allen Bildern immer denselben Arbeitsschritt durchzuführen, ist mühsam. Mit Programmen wie IrfanView müssen Sie es nur einmal tun. (© 2017 UPDATED)

IrfanView ist eines der beliebtesten Bildbearbeitungs-Tools überhaupt. Es ist kostenlos auf der Seite des Entwicklers erhältlich. Neben grundlegenden Bildbearbeitungsfunktionen beherrscht die Software auch Stapelverarbeitung und unterstützt dabei eine Vielzahl unterschiedlicher Dateiformate. Auf Wunsch wandelt IrfanView auch direkt RAW-Dateien um, also Rohdaten von Digitalkameras. Wenn es also nach dem Urlaub darum gehen soll, eine schnelle Übersicht über die geschossenen Fotos zu bekommen, bietet sich die Batch-Umwandlung an. So lassen sich die Aufnahmen per USB-Stick viel einfacher mit zu Freunden nehmen, wenn es eilt, ohne dass erst jedes einzelne Foto eine Bearbeitung mit einem RAW-Entwickler-Programm erfordert.

Sollte das Programm nach der Installation in englischer Sprache starten, dann klicken Sie oben in der Menüleiste auf Options und dann auf Change language…. Wählen Sie im nächsten Fenster rechts Deutsch aus. Hinweis: Diese und die folgenden Schritte beziehen sich auf die Programmversion 4.44 von IrfanView. Die Benennung der Funktionen und Menüpunkte in älteren Versionen kann davon leicht abweichen.

So verändern Sie mit IrfanView die Größe von mehreren Bildern auf einen Schlag:

  1. Bevor Sie IrfanView verwenden, empfiehlt es sich, einen Ordner mit Kopien Ihrer Fotos zu erstellen. So vermeiden Sie, dass Ihre Originale überschrieben werden. Zwar lässt sich, wie unter Punkt 3 beschrieben, ein anderes Zielverzeichnis festlegen, aber sicher ist sicher.
  2. Öffnen Sie IrfanView und wählen Sie oben links im Menü unter Datei den Eintrag Batch(Stapel)-Konvertierung/Umbenennung aus. Ein neues Fenster öffnet sich, in dem Sie einen Quellordner, also den Ordner aus dem Sie Ihre Fotos bearbeiten möchten, aussuchen. Öffnen Sie hier den zuvor erstellten Ordner mit Ihren Fotos. Drücken Sie das Tastenkürzel Strg+A, um automatisch alle Dateien in dem Verzeichnis auszuwählen, und klicken Sie dann auf den Hinzufügen-Button weiter unten. Alternativ klicken Sie auf Alle hinzufügen.
  3. Mit einem Klick auf Aktuelles Verzeichnis verwenden legen Sie fest, dass die Bilder im Ordner durch die verkleinerten Versionen ersetzt werden. Alternativ wählen Sie den Ordner mit den Originalen als Quellverzeichnis wie unter 2. beschrieben und geben hier einen Ordner Ihrer Wahl an.
  4. Oben links im Fenster finden Sie einen Menüpunkt namens Arbeite als. Als Voreinstellung sollte hier Batch-Konvertierung ausgewählt sein. Falls das nicht der Fall ist, markieren Sie das runde Feld links daneben per Mausklick.
  5. Im Feld darunter wählen Sie als Zielformat JPG-JPEG-Format an, falls das nicht bereits voreingestellt ist. Rechts daneben stellen Sie mit einem Klick auf Optionen die Bildqualität ein. Voreingestellt ist hier je nach Version 80 oder 90, was einen nur leichten Qualitätsverlust bedeutet. Falls Ihnen die Bildqualität nicht wichtig ist, wählen Sie einen niedrigeren Wert aus, um Speicherplatz zu sparen.
  6. Nun gilt es, feinere Anpassungen vorzunehmen. Setzen Sie dazu ein Häkchen in das Kästchen vor Spezial-Optionen aktiv und klicken Sie dann auf den zuvor ausgegrauten Button Setzen, um ein Menü für weitere Anpassungen zu öffnen.
  7. Um Bilder zu verkleinern oder zu vergrößern, wählen Sie hier den Punkt Größe ändern an. Nutzen Sie hier am besten die Option zur prozentualen Größenänderung in den Optionen darunter. Der Vorteil: Es drohen keine Verzerrungen, was bei der Angabe von Pixeln der Fall sein könnte. Stellen Sie sicher, dass die beiden Häkchen neben Proportional und Resample gesetzt sind. Diese sorgen für eine bessere Bildqualität nach der Größenänderung. Resample führt dabei zwar zu einer leichten Unschärfe, beugt dafür aber möglicherweise auftretenden Farbveränderungen vor, die durch den Skalierungsvorgang auftreten können.
  8. In diesem Menü lässt sich auch noch eine Vorkehrung gegen versehentliches Überschreiben treffen: Der Haken neben Überschreibe existierende Dateien ist standardmäßig gesetzt. Entfernen Sie diesen, wenn Sie die Originale behalten möchten.
  9. Klicken Sie nun auf OK und zurück im Batch-Konvertieren-Menü klicken Sie auf Start. Die Stapelverarbeitung beginnt und Irfanview ändert die Größe aller zuvor ausgewählten Bilder automatisch.

GIMP: Stapelverarbeitung mit dem Alleskönner

GIMP ist als Gratis-Bildbearbeitungsprogramm hinsichtlich Funktionsvielfalt ungeschlagen. Standardmäßig unterstützt die Software allerdings keine Stapelverarbeitung. Über Plugins lassen sich jedoch neue Funktionen hinzufügen, so auch Batch-Konvertierung für das automatische Verkleinern oder Vergrößern vieler Bilder auf einmal. Das Plugin für dieses Feature heißt David’s Batch Processor, kurz: DBP, und steht auf der Homepage des Entwicklers zum Download bereit. Es erweitert GIMP um die meisten Optionen der oben beschriebenen Programme.

Für Mac-Nutzer: Vorschau beherrscht auch Batch-Umwandlung

  1. Besitzer eines Macs benötigen gar keine spezielle Extra-Software. Die vorinstallierte Bildbetrachtungssoftware Vorschau besitzt bereits eine Funktion für Stapelverarbeitung.
  2. Wählen Sie dazu im Finder alle Bilder an, die Sie bearbeiten möchten, und öffnen Sie sie mit einem Doppelklick.
  3. Im Vorschau-Fenster markieren Sie alle Bilder links in der Leiste, indem Sie die Befehlstaste (auch “Apfeltaste” genannt) gleichzeitig mit mit der A-Taste drücken.
  4. Wählen Sie dann oben im Menü Werkzeuge den Eintrag Größenkorrektur an. Ein neues Fenster öffnet sich, in dem Sie die gewünschte Größe angeben. Mit einem Mausklick auf den OK-Button beginnt Vorschau mit der automatischen Umwandlung.
  5. Nun gilt es nur noch, die Ergebnisse zu speichern. Bevor Sie das mit einem Mausklick auf Speichern im Menü Ablage bewerkstelligen, ein Hinweis: Vorschau überschreibt die ausgewählten Dateien. Wenn Sie diese also behalten möchten, legen Sie vorher eine Sicherheitskopie an.

    Kostenlose Bearbeitungsprogramme, die ihre Bilder gut und schnell verkleinern

    Wie Sie anhand der oben aufgeführten Beispiele sehen, muss gute Software nicht teuer sein. Selbst komplett kostenlose Programme liefern auch für anspruchsvolle Anwender Lösungen. Es bleibt Ihnen überlassen, ob Sie sich für ein leicht zu bedienendes Programm wie Converseen entscheiden, den Publikumsliebling IrfanView nutzen oder mit GIMP gleich das Allround-Talent der Bildbearbeitung herunterladen. Da die Tools kostenlos sind, können Sie alle ausprobieren, ohne etwas dafür zu bezahlen.

Weiteres zum Thema Bildbearbeitung finden Sie auch in unserem Ratgeber "Bildbearbeitung: 4 nützliche und kostenlose Programme".

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