Egal ob Stäbchen-, Fischgrät- oder Mosaik-: Parkettböden in allen Musterungen werten jeden Raum auf. Der Belag aus Holz gehört zu den beliebtesten Fußböden. Versiegeltes Parkett begeistert noch dazu mit seinem schönen Glanz. Damit das auch so bleibt und Sie sich lange daran erfreuen können, bedarf es einer angemessenen Reinigung und Pflege. UPDATED zeigt Ihnen, wie Sie dabei richtig vorgehen.

Beugt Kratzern vor: Die trockene Reinigung

Um kleinere Verschmutzungen, Krümel und Staub zu entfernen, genügt es, wenn Sie das versiegelte Parkett regelmäßig mit einem Besen oder einem trockenen Baumwollmopp säubern. Auch einen Staubsauger können Sie dafür verwenden – achten Sie jedoch darauf, dass Sie diesen nur mit Bürstenaufsatz benutzen, damit Sie Ihrem schönen Boden keine Kratzer zufügen. In der Regel ist Ihr Staubsauger mit einer Universaldüse ausgestattet, an der sich durch Betätigung der Fußklappe eine integrierte Bürste ausfahren lässt. Alternativ nutzen Sie eine spezielle Parkettdüse, die mit einer weichen großflächigen Einlage ausgestattet ist. Diesen Parkettaufsatz können Sie als Zubehör erwerben, er ist beim Kauf des Staubsaugers meist nicht inbegriffen.

Junge Frau reinigt den Parkettboden mit einem Staubsauger.
Ihren versiegelten Parkettboden reinigen Sie trocken unkompliziert mit Staubsauger und Bürstenaufsatz. (© 2016 WavebreakmediaMicro/fotolia)

Wie häufig Sie Ihr versiegeltes Parkett trocken reinigen, hängt davon ab, wie stark es beansprucht wird. Saugen oder fegen Sie den Boden jedoch mindestens einmal pro Woche, selbst wenn er keine offensichtlichen Verschmutzungen aufweist. Denn auch kaum sichtbare Schmutzablagerungen verursachen feine Kratzer. Gehen viele Personen in dem Raum ein und aus, kann sogar eine tägliche Reinigung notwendig sein. Gerade Sand oder kleine Steine, die von draußen mit den Schuhen ins Haus getragen werden, sollten Sie unmittelbar entfernen. Sie wirken wie Schleifpapier und führen schnell zu Kratzern auf dem Parkett.

Ihr Parkettboden lebt!

Holz hat die Eigenschaft, Feuchtigkeit aus der Umgebung zu binden und seinen Feuchtigkeitsgehalt der vorherrschenden Luftfeuchtigkeit anzupassen.

Daher besitzt auch Ihr Fußboden diese Eigenschaft, unabhängig davon, ob es sich um versiegeltes oder unversiegeltes Parkett handelt. Ändert sich die Luftfeuchtigkeit im Raum, will sich das Holz ihr anpassen. Das kann dazu führen, dass das Holz bei niedriger Luftfeuchtigkeit schwindet: Das Parkett gibt Feuchtigkeit in den Raum ab, wodurch sein Volumen schrumpft und sich Fugen bilden können. Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit dagegen quillt das Holz. Schaffen Sie deshalb ein konstantes Raumklima für Ihren Parkettboden:

  • Optimal ist eine Temperatur zwischen 19 und 22 Grad.
  • Die relative Luftfeuchtigkeit sollte etwa bei 55 Prozent liegen. Diese erfassen Sie mit einem batteriebetriebenen Hygrometer.
  • Vor allem während der Heizperiode im Winter sinkt die Luftfeuchtigkeit im Raum. Wasserverdunster an Heizkörpern und Luftbefeuchtungsgeräte helfen, eine angenehme Luftfeuchte zu bewahren.
  • Mehrmaliges kurzes Stoßlüften ist im Winter besser als langes Lüften, um die Luftfeuchtigkeit konstant zu halten.

Entfernt gröberen Schmutz: Die feuchte Reinigung

Anhaftender Schmutz oder leichte Trittspuren lassen sich nicht so einfach mit dem Besen, dem Staubsauger oder dem trockenen Mopp beseitigen – dann ist eine feuchte Reinigung gefragt. Auch hier kommt es darauf an, wie stark Ihr Boden beansprucht wird. Wischen Sie stärker genutzte Räume wie den Flur wöchentlich, bei weniger stark frequentierten Räumen genügt zwei- bis dreimal im Monat. Reinigen Sie den Boden vorher trocken mit Staubsauger, Besen oder Mopp.

Weniger ist mehr: Wischen Sie Parkett mit möglichst wenig Wasser

Obwohl die Versiegelung Ihrem Holzfußboden einen gewissen Schutz bietet, gilt es, bei der feuchten Reinigung einige Dinge zu beachten. Besonders wichtig ist, dass Sie möglichst wenig Wasser für die Reinigung Ihres Parkettbodens verwenden. Die Versiegelung kann das Eindringen von Wasser schließlich nur verzögern, nicht aber verhindern. Stehendes Wasser kann unter die Versiegelung gelangen und das Holz aufquellen lassen. Wringen Sie Ihren Wischlappen oder Mopp daher vor dem Wischen immer gut aus, sodass er lediglich nebelfeucht ist. Hinterlässt der Lappen kleine Wasserperlen oder gar Pfützen auf dem Boden, ist er noch zu nass. Wischen Sie deshalb auch verschüttete Flüssigkeiten jeglicher Art immer sofort vom Boden auf, bevor diese ins Holz gelangen können.

Frau mit Putzhandschuh wischt den Parkettboden mit Lappen, Mobb, Wasser und Eimer.
Wringen Sie den Putzlappen gut aus, bevor Sie den Parkettboden damit nebelfeucht wischen. (© 2016 Jovanmandic/Thinkstock)

Diese Utensilien und Mittel helfen bei der Reinigung

Zum Wischen verwenden Sie am besten einen Wischlappen aus Baumwolle oder einen Baumwollmopp. Auf keinen Fall sollten Sie hingegen Stahlwolle oder -späne nutzen, da Sie so die Versiegelung beschädigen würden. Auch Microfasertücher könnten die Schutzschicht des Lacks angreifen.

Für die feuchte Reinigung der Holzbodenfläche verwenden Sie ein spezielles Reinigungsmittel für versiegeltes Parkett, das Sie dem Wischwasser beigeben. Das genaue Mischverhältnis steht in den Angaben des Herstellers. Abhängig vom Hersteller handelt es sich dabei entweder um ein Reinigungs- oder um ein kombiniertes Pflege- und Reinigungsmittel. Scheuermittel oder scharfe Reiniger eignen sich nicht zum Putzen, weil sie die Versiegelung zerstören würden. Auch Allzweckreiniger sind nicht optimal: Sie können einen mattierenden Schein auf dem Parkett hinterlassen. Sehen Sie auch von der Benutzung eines Dampfreinigers ab. Dieser arbeitet mit heißer, feuchter Luft, die das Holz zu feucht werden ließe. Passende Reinigungs- und Pflegemittel für Ihren Boden finden Sie im Baumarkt, im Fachgeschäft oder im Internet.

Am besten arbeiten Sie bei der feuchten Reinigung mit zwei Eimern: In einen füllen Sie klares Wasser, in den anderen Wasser gemischt mit Reinigungsmittel. Tauchen Sie einen Baumwollmopp oder Wischlappen nun zuerst in den Eimer mit dem Putzmittel, wringen Sie ihn sehr gut aus, und wischen Sie dann den Boden nebelfeucht. Bevor Sie den Mopp oder Lappen erneut in den Eimer mit dem Reiniger tauchen, säubern Sie ihn zuerst in dem Eimer mit dem klaren Wasser.

So beseitigen Sie Fettflecken und andere starke Verschmutzungen

Hartnäckige Verschmutzungen wie Fettflecken beseitigen Sie mit lauwarmem Wasser und Essigreiniger. Mischen Sie das Wasser und den Essig im Verhältnis 2:1, befeuchten Sie dann einen Lappen aus Baumwolle mit der Flüssigkeit und putzen Sie damit über die verschmutzten Stellen. Wischen Sie anschließend mit einem mit klarem Wasser angefeuchteten Baumwolltuch nach. Auch Spiritus oder Terpentin helfen bei der Entfernung von hartnäckigen Flecken. Reiben Sie die betroffene Stelle mit dem jeweiligen Mittel ein und lassen Sie es kurz einwirken. Wischen Sie auch dann im Anschluss noch einmal mit einem angefeuchteten Tuch drüber.

Einige besonders starke Verschmutzungen, die sich im Laufe der Zeit am Boden festsetzen, lassen sich mit dem normalen Parkettreinigungsmittel nicht mehr lösen. Hier hilft eine Grundreinigung mit einem speziellen Intensivreiniger für versiegeltes Parkett aus Baumarkt, Fachgeschäft oder Internet. Bei normaler Beanspruchung des Bodens genügt es, wenn Sie ein- bis zweimal im Jahr eine Grundreinigung durchführen. Dafür fügen Sie den Intensivreiniger dem Wischwasser bei. Das genaue Mischverhältnis von Wasser und Reiniger entnehmen Sie den Angaben des Herstellers. Gehen Sie dann dabei vor wie bei der feuchten Reinigung und wischen Sie Ihren Boden mit Mopp oder Lappen und zwei Eimern. Polieren Sie Ihren Boden im Anschluss mit einem Lackpflegemittel, um ihm eine spezielle Schutzschicht zu verleihen.

Mann trägt Lackpflegemittel mit Lappen auf Parkett auf.
Lackpflegemittel lässt sich besonders gut mit einem fusselfreien Baumwolltuch auftragen. (© 2016 stokkete/fotolia)

Gibt zusätzlichen Schutz: Das Lackpflegemittel

Spezielles Lackpflegemittel, auch “Polish” genannt, bildet eine zusätzliche Schutzschicht auf der Versiegelung. Sie bekommen es in Baumarkt, Fachgeschäft oder Internet. Reinigen Sie das Parkett vor jeder Anwendung. Der Boden muss beim Auftragen sauber und trocken sein. Geben Sie anschließend das Pflegemittel pur auf ein fusselfreies Baumwolltuch und tragen Sie es in einem sehr dünnen Film zügig und gleichmäßig auf dem gesamten Boden auf. Beachten Sie, dass die Lackpflege anschließend eventuell einziehen und trocknen muss. Achten Sie dabei auf die Angaben des Herstellers. Polieren Sie Ihren Parkettboden nach einer Neuversiegelung und nach einer Grundreinigung mit dem Lackpflegemittel. Ansonsten behandeln Sie den Boden nach Bedarf mit dem Mittel, etwa wenn das Parkett seinen Glanz verliert oder sich Verschleißspuren bemerkbar machen. In einigen Fällen können Sie das Lackpflegemittel mit Wasser verdünnen und so für die feuchte Reinigung benutzen. Auch diese Information entnehmen Sie den Herstellerangaben.

Schwarzer Tee als natürliches Putzmittel

Wussten Sie, dass sich kalter schwarzer Tee hervorragend zum Reinigen von versiegeltem Parkett eignet? Er lässt das Holz wieder schön glänzen. Bringen Sie einen halben Liter Wasser zum Kochen und geben Sie acht Beutel Schwarzen Tee hinzu. Lassen Sie den Tee abgedeckt 15 bis 20 Minuten ziehen und entnehmen Sie dann die Beutel. Ist der Tee abgekühlt, können Sie ihn mit etwa 100 Millilitern Wasser verdünnen und anschließend wunderbar als natürliches Reinigungsmittel nutzen.

So bleibt Ihr Parkett lange glänzend

Die regelmäßige Reinigung und Pflege verhilft Ihrem versiegelten Parkettboden zu langer Lebensdauer und erhält sein glänzendes Aussehen. Am wichtigsten ist dabei die trockene Reinigung mit dem Besen, dem Staubsauger oder dem Mopp. Entfernen Sie Schmutzpartikel wie Sand oder kleine Steine immer sofort, damit sie sich nicht im Haus verteilen und den Parkettlack verkratzen. Die aufwendigere feuchte Reinigung führen Sie hingegen deutlich seltener durch, um auch das Holz nicht zu sehr zu beanspruchen. Natürlich hängt die konkrete Häufigkeit des Putzens und der Pflegearbeiten immer von der individuellen Nutzung des Raumes ab. In der Regel genügt es jedoch, wenn Sie normal beanspruchte Räume maximal alle 14 Tage wischen. Eine gelegentliche Politur mit dem Lackpflegemittel ist das krönende Finish für Ihr versiegeltes Parkett: Sie verleiht ihm frischen Glanz und kaschiert kleine Kratzer. Sollte Ihr Parkett dann doch in die Jahre kommen, muss das Parkett unter Umständen abgeschliffen und neu versiegelt werden.

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