Von Eiche bis Walnuss – ein schöner Holzfußboden ist ein Hingucker in jedem Zimmer. Naturbelassenes Parkett strahlt nicht nur Wärme und Gemütlichkeit aus, es sorgt zudem für ein gutes Raumklima. Damit das empfindliche Material nicht vom Wischwasser aufquillt oder vom Staubsauger zerkratzt wird, zeigt Ihnen dieser UPDATED-Ratgeber, wie Sie geöltes Parkett richtig reinigen und pflegen.

Trocken reinigen – So geht es ohne Kratzer

Kleine Steine unter den Schuhen, Sand, Staub und Brotkrümel – Parkett ist im Alltag vielen Belastungen ausgesetzt. Unversiegeltem Parkett fehlt außerdem eine schützende Lackschicht. Das Holz wird zwar durch regelmäßiges Ölen widerstandsfähiger, ist aber trotzdem für Kratzer anfällig. Die wichtigste Regel lautet daher: Entfernen Sie Schmutz so schnell wie möglich. Gerade Sand und kleine Steine, die sich unter den Schuhen sammeln, wirken wie Schleifpapier auf dem empfindlichen Holzfußboden.

Eine Trockenreinigung Ihres Parkettbodens sollten Sie daher so oft wie möglich einplanen. In welchem Rhythmus die Reinigung erfolgen sollte, hängt ganz davon ab, wie viel Schmutz in den Raum getragen wird. Gehen viele Personen ein und aus, oder leben Hunde oder Katzen mit im Haus, kann sogar eine tägliche Reinigung notwendig sein. Doch selbst wenn der Boden keine offensichtlichen Verschmutzungen aufweist, sollten Sie ihn etwa einmal in der Woche trocken reinigen, da auch kleine und kaum sichtbare Schmutzablagerungen das Holz zerkratzen können.

Mit dem Besen oder einem trockenen Mopp lässt sich das Parkett am einfachsten und schonendsten von den alltäglichen Verschmutzungen befreien. Gründlicher reinigt hingegen ein Staubsauger. Er entfernt den Schmutz auch aus kleinen Rillen oder Zwischenräumen im Parkett. Um Kratzer auf dem Holz zu vermeiden, sollten Sie den Staubsauger aber nur mit einem Bürstenaufsatz verwenden. In der Regel lässt sich eine solche Bürste durch eine Fußklappe am Saugfuß des Gerätes ausklappen. Einige Staubsaugermodelle liefern auch eine extra Parkett-Bürste.

Geöltes Parkett richtig reinigen mit Wischmopp.
Mit einem trockenen Wischmopp lässt sich geöltes Parkett schonend von Schmutz befreien. (© 2016 mariakraynova/fotolia)

Geöltes Parkett feucht reinigen – So vermeiden Sie Schäden

Um gröbere Verschmutzungen zu beseitigen, sollte der Boden hin und wieder feucht gereinigt werden. Hier gilt: Je seltener Sie wischen, desto besser. Kommt der Parkettboden zu lange und mit zu viel Wasser in Berührung, wird das Holz geschädigt. Hohe Feuchtigkeit lässt es aufquellen und kann Flecken oder Streifen hinterlassen. Eine feuchte Reinigung ist daher bei starken Verschmutzungen etwa einmal pro Woche empfehlenswert.

Um das Parkett feucht zu reinigen, nutzen Sie am besten einen Wischlappen aus Baumwolle und klares Wasser. Um Staub und kleine Verschmutzungen von Ihrem unversiegelten Parkett zu entfernen, reicht das bereits aus. Wichtig ist, dass Sie den Boden nur feucht wischen – wenn Wasserperlen oder gar kleine Pfützen auf dem Boden zurückbleiben, ist Ihr Tuch noch zu nass.

Wenn klares Wasser nicht ausreicht, um die Verschmutzungen zu entfernen, können Sie auf spezielle Reiniger zurückgreifen. Besonders empfehlenswert ist dabei Holzseife. Sie reinigt unlasiertes Holz und sorgt dank einer rückfettenden Rezeptur gleichzeitig dafür, dass das Holz nicht austrocknet. Das Produkt erhalten Sie in Baumärkten. Alternativ können Sie auch spezielle Parkettreiniger aus der Drogerie oder dem Supermarkt verwenden. Nicht empfehlenswert ist hingegen Allzweckreiniger. Dieser ist für das empfindliche Holz zu aggressiv. Von der Benutzung eines Dampfreinigers sollten Sie beim Parkettreinigen ebenfalls absehen. Dieser arbeitet mit heißer, feuchter Luft, die das Holz zu sehr strapaziert.

Flecken auf dem Parkett lassen sich in der Regel auch mit etwas Spiritus entfernen. Reiben Sie die Stelle mit dem Mittel ein und lassen Sie es kurz einwirken. Wischen Sie dann mit einem feuchten Tuch darüber.

So bleibt Ihr Parkett lange schön – Ölen und Wachsen

Unversiegeltes Parkett sollte etwa zweimal im Jahr geölt und wenn möglich dann zusätzlich auch gewachst werden. Das spezielle Pflegeöl aus dem Baumarkt lässt das Holz in neuem Glanz erstrahlen und macht es zudem widerstandsfähiger. Kleine Wasserspritzer können der empfindlichen Oberfläche dann nicht mehr so viel anhaben. Wird das Holz zusätzlich mit Wachs behandelt, ist es in Zukunft noch besser vor Feuchtigkeit geschützt. Es gibt auch Öle, die nicht so häufig angewendet werden müssen. Achten Sie hierfür am besten auf die Herstellerangaben auf der Verpackung.

Je nach Beschaffenheit und Pflegebedürftigkeit des Holzes reicht ein Liter Öl für etwa 20 bis 25 Quadratmeter Parkettboden. Um die Arbeit zu erleichtern, können Sie auch Öl-Wachs-Kombinationen verwenden. Diese Produkte ölen und wachsen das Holz gleichzeitig. Sie werden wie Öl aufgetragen. Mit den folgenden Anleitungen zum Ölen und zum Wachsen bringen Sie Ihr Parkett zum Glänzen.

Parkett ölen Tuch.
Pflegeöl aus dem Baumarkt lässt Ihren Parkettboden in neuem Glanz erstrahlen. (© 2016 cyano66/Thinkstock)

Anleitung Parkett ölen

  1. Zeitaufwand: Planen Sie ausreichend Zeit ein! Nach dem Ölen muss der Boden gut trocknen. Nach etwa 24 Stunden ist er wieder begehbar. Etwa 48 Stunden dauert es, bis er wieder voll belastbar ist. Vorher sollten Sie keine Möbel oder Teppiche darauf stellen. Warten Sie auch mindestens eine Woche ab, bevor Sie den Boden wieder feucht wischen.
  2. Vorbereitung: Bevor Sie mit der eigentlichen Prozedur beginnen, sollten Sie sicherstellen, dass der Raum ausreichend gelüftet werden kann. Sorgen Sie außerdem dafür, dass kein direktes Sonnenlicht auf die Oberfläche fällt, damit sich das Holz nicht zu sehr erwärmt. Eine Umgebungstemperatur zwischen 18 und 25 Grad ist ideal.
  3. Vorarbeiten: Wurde der Boden noch nie geölt und befindet sich eine glänzende Lackschicht auf der Oberfläche, muss diese zunächst bis auf das rohe Holz abgeschliffen werden. Nur so kann das Holz das Öl auch aufnehmen. Für ein fachgerechtes Ergebnis benötigen Sie mehrere Durchgänge, vom Grob- bis zum Feinschliff. Das eigenhändige Abschleifen eignet sich nur für Profis oder bereits geübte Laien, andernfalls kann der Boden beschädigt werden, etwa durch zu tiefes oder ungleichmäßiges Schleifen.
    Wird der Boden hingegen regelmäßig geölt und gewachst, reicht es, ihn als Vorbereitung mit einem Entfettungsreiniger zu säubern. Entsprechende Produkte erhalten Sie ebenfalls im Baumarkt. Achten Sie darauf, dass das Mittel auch für Parkett genutzt werden kann. Aggressive Entfetter, wie etwa Aceton, sind für den Holzboden nicht geeignet.
  4. Das Parkettöl auftragen: Ist der Boden entfettet und staubfrei, können Sie mit dem Auftragen des Öls beginnen. Für 20 Quadratmeter benötigen Sie etwa einen Liter Öl. Gießen Sie nie das ganze Öl auf einmal auf den Boden, sondern arbeiten Sie sich in kleinen Schritten langsam im Raum vor. Gießen Sie immer nur etwa 50 Milliliter auf den Boden und verteilen Sie die Flüssigkeit sorgsam. Nutzen Sie für die Ecken und Kanten einen Pinsel, für die größeren Flächen einen Gummiabstreifer.
  5. Gleichmäßig arbeiten: Verhindern Sie, dass sich Pfützen bilden, aber auch, dass trockene Stellen verbleiben. Größere Flächen sollten Sie nicht in einem Stück bearbeiten.
  6. Nachbereitung: Nach etwa 15 Minuten Einwirkzeit ist das Öl ins Holz eingezogen. Reste sollten Sie dann mit einem fusselfreien Lappen entfernen. Sehr trockene Stellen benötigen einen zweiten Anstrich.
  7. Wichtig: Den mit Öl getränkten Lappen oder Schwamm sollten Sie sofort nach Beendigung der Arbeit auswaschen oder in ein luftdicht verschlossenes Gefäß verpacken. Andernfalls besteht Brandgefahr, da sich der Lappen aufgrund eines chemischen Prozesses nach einiger Zeit selbst entzünden kann.

Unversiegeltes Parkett erkennen

Ob der Holzboden versiegelt oder unversiegelt ist, ist entscheidend für die Auswahl der richtigen Pflege. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihr Parkett eine Lasur hat oder unbehandelt ist, können Sie dies leicht herausfinden:

Versiegeltes Holz ist mit einer Lackschicht überzogen. In der Regel können Sie diese Beschichtung bereits an dem Glanz der Oberfläche erkennen.
Unversiegeltes Holz ist hingegen matter.

Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie folgenden Test machen: Geben Sie einen Wassertropfen auf das Holz und stellen Sie ein Wasserglas verkehrt herum auf den Tropfen. Überprüfen Sie die Stelle nach einer Stunde. Ist der Wassertropfen noch da, ist das Holz versiegelt. Ist er hingegen verschwunden und an seiner Stelle ein kleiner hellerer Fleck, ist das Holz unversiegelt. Der kleine Fleck wird nach einigen Tagen wieder verschwinden.

Anleitung Parkett wachsen

  1. Warm- oder Kaltwachs? Um das Parkett zu wachsen, können Sie Kalt- oder Warmwachs verwenden. Kaltwachs kann mit einem Schwamm auf das Holz aufgetragen werden. Warmwachs hingegen wird in einer speziellen Wachsmaschine auf 80 Grad erwärmt und dann mit dieser Maschine auf den Fußboden aufgetragen. Wachsmaschinen können Sie im Baumarkt oder Fachhandel gegen eine Gebühr leihen. Die aufwendigere Prozedur des Warmwachsens hat den Vorteil, dass das Wachs besser in die Poren des Holzes eindringt und dieses nachhaltiger schützt.
  2. Vorarbeiten: Wachs sollte immer erst nach dem Ölen aufgetragen werden. Lassen Sie das Öl zunächst 24 Stunden trocknen.
  3. Parkett wachsen: Tragen Sie das Wachs gleichmäßig auf das Holz auf. Für Kaltwachs können Sie dazu einen Schwamm oder einen Wachsabstreifer benutzen. Warmwachs wird ausschließlich mit der entsprechenden Maschine aufgetragen. Achten Sie bei beiden Varianten darauf, dass sich kein Schmierfilm auf der Oberfläche bildet. Überschüssiges Wachs können Sie mit einem Duschabzieher entfernen.
  4. Nachbereitung: Nach einer Trocknungszeit von etwa ein bis zwei Stunden kann das Holz nachpoliert werden. Für kleine Räume reicht dazu ein Baumwolltuch, mit dem Sie einfach über den Boden wischen – per Hand oder mit einem Schrubber. Leichter geht es mit einer Poliermaschine. Diese können sie in den meisten Bau- oder Fachmärkten auch ausleihen.
  5. Der gewachste Boden kann nach dem Polieren sofort wieder wie gewohnt benutzt und belastet werden.

Wenig Wasser – viel Pflege

Wenn Sie statt zum nassen Wischmopp lieber öfter mal zum Besen greifen und Ihren Holzboden regelmäßig mit Öl und Wachs verwöhnen, wird er es Ihnen danken – mit schönem Glanz, widerstandsfähigem Holz und den bewundernden Komplimenten Ihrer Freunde. Denn naturbelassenes Parkett ist immer ein Hingucker und wird Ihnen mit der richtigen Pflege auch lange Freude bereiten.

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