Sie freuen sich schon darauf, die Urlaubs-Schnappschüsse Ihren Verwandten zu zeigen, merken aber daheim, dass einige Bilder unschöne Makel aufweisen? Mit der richtigen Bildbearbeitungs-Software holen Sie auch aus durchschnittlichen Bildern noch einiges heraus – und das ohne ein Profi-Programm wie “Photoshop CC”. In diesem UPDATED-Ratgeber finden Sie empfehlenswerte Gratis-Programme für Ihren Mac:

Was hat es mit “Open Source” auf sich?

“Open Source” bezeichnet Programme, deren Quellcode (der zugrunde liegende Programmcode) für alle einsehbar ist. Dieser Quellcode kann in unterschiedlichen Programmiersprachen vorliegen und enthält alle wichtigen Informationen des Programms. Bei nicht-quelloffener Software können all diese Informationen nicht ohne Weiteres aufgedeckt werden.

Viele quelloffene Programme gestatten zudem den Eingriff in den Programmcode – beispielsweise, um individuelle Anpassungen vorzunehmen und die Software auf spezielle Bedürfnisse zuzuschneiden.

Software mit “Open Source”-Lizenz gestattet es einem größeren Personenkreis, Fehler und gefährliche Lücken im Code ausfindig zu machen, sodass diese Programme tendenziell schneller verbessert werden können als Software mit strengeren Lizenzvorgaben.

“GIMP”: Die Referenz unter den kostenlosen Photoshop-Alternativen

Beim GNU Image Manipulation Program (kurz: “GIMP”) handelt es sich um eine Open-Source-Software (siehe Kasten). Unter den kostenlos verfügbaren Programmen zur Bearbeitung von Bildern und Fotos werden Sie keines finden, das Ihnen mehr Funktionen und Bearbeitungsmöglichkeiten bietet. “GIMP” war ursprünglich nur über Umwege für den Mac verfügbar. Seit einigen Jahren kommen aber auch Nutzer des Betriebssystems von Apple unkompliziert und auf offiziellem Wege in den Genuss der Gratis-Bildbearbeitung.

Das kann “GIMP”:

Vielzahl von Dateiformaten öffnen, bearbeiten und in beliebigen anderen Formaten speichern. Wer bei der Bearbeitung seiner Bilder auf Dauer Zeit sparen will, kann sogar Skripte erstellen. Ein Skript können Sie sich als eine Art kleines Programm innerhalb des Programms, das Sie gerade nutzen, vorstellen. Skripte erfordern zwar zunächst etwas Einarbeitung und Aufwand – sind sie jedoch erst einmal erstellt, übernehmen sie auf Befehl automatisch bestimmte Bearbeitungsprozesse für Sie. Wollen Sie beispielsweise eine ganze Reihe verschiedener Bilder auf eine bestimmte Größe zuschneiden, können Sie dies unkompliziert per Skript tun – ohne bei jedem einzelnen Bild erneut die entsprechenden Menüs zu öffnen und die genauen Werte für den Zuschnitt einzutragen. Derartig standardisierte Arbeitsabläufe bedeuten für Sie somit vor allem eine deutliche Zeitersparnis. Wie Sie Skripte in “GIMP” verwenden können, erfahren Sie auf der Internetseite des “GIMP”-Entwicklers.

Versierte Hobbyfotografen können den Funktionsumfang des Programms noch erweitern, indem Sie zusätzliche Plug-ins installieren. Bei Plug-ins handelt es sich um einzelne Funktionserweiterungen, die nicht Bestandteil der Basisversion von “GIMP” sind. Die Installation eines entsprechenden Plug-ins erlaubt es Ihnen beispielsweise, RAW-Dateien digital nachzubearbeiten. RAW-Dateien sind auch als “digitale Negative” bekannt – also die unbearbeiteten Rohdaten, die vom Kamerasensor erzeugt werden. Näheres zum Roh-Bildmaterial erfahren Sie in unserem Ratgeber zum Thema “RAW-Bilder bearbeiten”.

Am einfachsten gelangen Sie über die Homepage des “GIMP”Entwicklers an das Bildbearbeitungsprogramm. Dort finden Sie auch das bebilderte Handbuch, das vor allem Neulingen eine steile Lernkurve ermöglicht. Laden Sie das Handbuch herunter und installieren Sie es. Starten Sie anschließend “GIMP” und nutzen Sie die Menüfolge Hilfe > Benutzerhandbuch.

Tipp: Manche Nutzer kritisieren die frei schwebenden Werkzeugfenster bei “GIMP”. Der Vorteil ist zwar, dass sich die Fenster beliebig auf dem Desktop anordnen lassen. Wenn Sie jedoch nur einen Bildschirm verwenden, kann es schnell unübersichtlich werden. Abhilfe schafft hier der Einzelfenstermodus. Sie finden den gleichnamigen Eintrag oben im Menü unter Fenster. Standardmäßig sind dann links die Werkzeuge inklusive zugehöriger Optionen aufgeführt, während Sie rechts Ebenen und Co. finden.

gimp bildbearbeitung
Nur wenige kostenlose Bildbearbeitungs-Programme kommen so nah an Photoshop CC heran wie “GIMP”. (© 2017 Screenshot UPDATED)

Die Vor- und Nachteile von “GIMP” auf einen Blick:

+ Zahlreiche Bearbeitungsmöglichkeit
+ Alle gängigen Dateiformate werden unterstützt (auch RAW-Bildmaterial)
+ Integrierte Skript-Funktion
+ Bebildertes Benutzerhandbuch
- Benutzeroberfläche kann zu Beginn überladen wirken
- Skript-Funktion erfordert Einarbeitung

Schnell und einfach Bilder bearbeiten mit “Fotos für macOS”

Die Bildbearbeitungs-Software “Fotos für macOS” stammt von Apple und gehört standardmäßig zum Umfang Ihres Mac-Computers.

Das kann “Fotos für macOS”:

Das Bildbearbeitungsprogramm ist bei Weitem nicht so umfangreich wie spezielle Zusatzprogramme, dafür aber vergleichsweise selbsterklärend aufgebaut und intuitiv bedienbar. Nebenbei präsentiert sich die Benutzeroberfläche – ganz Apple-typisch – schick und nicht überladen. Auch wenn Sie sich noch nicht umfassend mit der Bildbearbeitung auseinandergesetzt haben, wird Ihnen die Bedienung des Programms kaum Probleme bereiten. Besonders als Einsteiger werden Sie die vorgefertigten Filter zu schätzen wissen. Es stehen acht Filter bereit, die Sie jeweils mit einem einzigen Klick anwenden. Auf diese Weise hübschen Sie Ihre Bilder auf oder erzeugen eine ganz individuelle Stimmung, ohne dass Sie selbst an allen Reglern und Bearbeitungsmöglichkeiten Hand anlegen müssen.

Welche Filter im Einzelnen zur Verfügung stehen, erfahren Sie auf der Homepage von Apple. Dort können Sie anhand eines Beispielfotos auch gleich ausprobieren, wie sich der jeweilige Filter auf das Bild auswirkt. “Fotos für macOS” ist zudem kompatibel zu RAW-Dateien.

Ebenfalls praktisch: Durch die direkte Anbindung von “Fotos” für macOS an die iCloud können Sie zudem von verschiedenen Macs, iOS-Geräten und PCs auf Ihre bearbeiteten Bilder zugreifen.

Die Vor- und Nachteile von “Fotos” auf einen Blick:

+ Ansprechend gestaltete Benutzeroberfläche
+ Einsteigerfreundliche Menüführung
+ Vorgefertigte Filter
+ iCloud-Anbindung
- Weniger umfangreich als z. B. “GIMP”

Filter: Was ist damit gemeint?

Filter sind im Grunde nichts anderes als eine Zusammenfassung verschiedener Einstellungen für einzelne Bildeigenschaften wie Schärfe, Kontrast oder Helligkeit. Je nachdem welche Wirkung auf ein Bild erzielt werden soll, kommen unterschiedliche Filter zum Einsatz. Die einzelnen Filter unterscheiden sich etwa in den eingestellten Werten für Schärfe, Kontrast und Farbe. Nutzen Sie einen Filter, werden die entsprechenden Einstellungen automatisch auf Ihr Bild angewendet.

Filter haben immer dann ihren großen Auftritt, wenn Sie auf die Schnelle aus einem unspektakulären Foto etwas Besonderes zaubern wollen. Dann nämlich können Sie mit dem passenden Filter ein Bild auf ein bestimmtes Ziel hin verbessern, gezielt verfremden oder mit einem speziellen Effekt versehen – und das alles in einem Arbeitsschritt. Für Sie bedeutet das: Sie sparen sich eine langwierige manuelle Bearbeitung.

Ein Beispiel: Manche Filter zielen darauf ab, unterbelichtete Fotos aufzuhellen oder farbenfrohe Aufnahmen in ein nostalgisch wirkendes Schwarz-Weiß-Bild zu verwandeln.

Spaß statt Arbeit mit “PhotoScape X”

Das kostenlose Bildbearbeitungsprogramm “Photoscape X” überzeugt unter anderem mit einer logischen Menüführung. Die intuitive Bedienbarkeit sorgt dafür, dass es Ihnen die Bildbearbeitung nicht wie Arbeit erscheint. So müssen Sie beispielsweise nicht ständig nach versteckten Funktionen in unübersichtlichen Menüs Ausschau halten. Hilfreich ist das vor allem, da die Software nur auf Englisch verfügbar ist. Wenn Sie sich also ein wenig mit dem Bildbearbeitungs-Fachvokabular auseinandersetzen, sollte die Bedienung keine große Herausforderung für Sie darstellen.

Das kann “PhotoScape X”:

Neben der Zugänglichkeit für neue Nutzer, wartet “PhotoScape X” auch mit einigen interessanten Funktionen auf. So können Sie mit dem Bildbearbeitungsprogramm beispielsweise GIFs erstellen. GIFs sind kurze Animationen, die durch die Aneinanderreihung einzelner Bilder entstehen. Die Bildwiederholungsrate ist dabei geringer als bei Videoclips. Das wiederum führt zu einer geringeren Dateigröße. Dementsprechend können Sie die kleinen Animationen unkompliziert mit anderen teilen, zum Beispiel per E-Mail oder in sozialen Netzwerken. Auch Collagen Ihrer Bilder können Sie mit dem Bildbearbeiter im Handumdrehen anfertigen.

“PhotoScape X” unterstützt die gängigsten Dateiformate – auch mit RAW-Bildmaterial weiß das Bildbearbeitungsprogramm umzugehen. Hinzu kommt, dass “PhotoScape X” nicht nur zur Bearbeitung Ihrer Bilder einlädt – Sie können Ihre gesammelten Werke mit der Software auch gleich übersichtlich ordnen.

“PhotoScape X” beziehen Sie bequem über die ”PhotoScape X”-Website.

Die Vor- und Nachteile von “PhotoScape X” auf einen Blick:

+ Verständliche Menüstruktur
+ Erstellung von GIFs und Collagen
+ Integrierte Dateiverwaltungsfunktion
- Nicht in deutscher Sprache verfügbar

Kunstvolle Collagen erstellen mit “Fotor”

Der “Fotor Photo Editor” ist genau wie “PhotoScape X” nicht auf Deutsch verfügbar. Dennoch ist die Bildbearbeitungs-Software empfehlenswert.

Das kann “Fotor”:

“Fotor” ist ähnlich umfangreich ausgestattet und leicht zu bedienen. Alle manuellen Funktionen und Werkzeuge für grundlegende Ansprüche und Anforderungen sind mit an Bord. Hinzu kommen unter anderem digitale Filter, die automatisch und innerhalb kürzester Zeit Ihr Bildmaterial optimieren. Diese Filter legen Sie im Nu über Ihre Aufnahmen. Falls Ihnen das noch nicht reicht, können Sie Ihre Fotos auch mit einem Rahmen versehen oder künstlerische Spezialeffekte hinzufügen. So sorgen Sie beispielsweise dafür, dass eine Landschaftsaufnahme wie das Foto einer Miniaturwelt wirkt.

Sie können mit “Fotor” sämtliche gängigen Bildformate, inklusive RAW-Bildmaterial, problemlos öffnen und bearbeiten. Dazu stehen Ihnen unter anderem praktische Filter zur Verfügung. Die fertigen Bilder lassen sich dann unkompliziert zu spannenden Collagen zusammenfügen.

“Fotor” können Sie kostenlos aus dem Apple App Store oder von der Website des “Fotor”-Entwicklers herunterladen.

Die Vor- und Nachteile von “Fotor” auf einen Blick:

+ Angemessener Funktionsumfang
+ Vordefinierte Filter und Effekte
+ Unterstützt zahlreiche Dateiformate
+ Unkomplizierte Erstellung von Collagen
+ Vordefinierte Filter
- Nicht in deutscher Sprache verfügbar

Die Bildbearbeitungs-Software “XnView MP” bringt Ordnung ins Chaos

Mit “XnView MP” bekommen Sie in erster Linie ein Werkzeug zum Verwalten Ihrer Bilder und der zugehörigen Ordner. Die grafische Benutzeroberfläche wirkt indes etwas weniger durchgestylt als etwa bei “Fotor”, Fotos” oder “PhotoScape X”.

Das kann “XnView MP”:

Darüber hinaus ermöglicht Ihnen das Programm, zahlreiche Veränderungen und Verbesserungen am Ausgangsmaterial vorzunehmen – Motive zurechtzuschneiden, Schärfe, Kontrast oder auch Farbsättigung anzupassen. Hinzu kommen unter anderem vorgefertigte Filter, die Sie bei Bedarf schnell und einfach anwenden können.

Dabei unterstützt “XnView MP” alle gängigen Bilddateiformate und ermöglicht bei Bedarf zudem die Konvertierung in andere Formate – beispielsweise, wenn mehrere JPG-, BMP- und PNG-Dateien in einem einheitlichen Format in einem Ordner zusammengeführt werden sollen. Mithilfe der praktischen Batchverarbeitungs-Funktion (Stapelverarbeitung) können Sie sogar größere Mengen von Bildern automatisiert verändern. So lässt sich beispielsweise die Auflösung einer Bildfolge anpassen, ohne dass Sie sich jeder Bilddatei einzeln zuwenden müssen.

“XnView MP” können Sie auf der XnSoft-Homepage herunterladen.

Die Vor- und Nachteile von “XnView MP” auf einen Blick:
+ Ideal zur Verwaltung von Bildermassen
+ Vorgefertigte Filter
+ Unterstützt alle gängigen Dateiformate
+ Integrierte Stapelverarbeitung
- Eher klassisch gestaltete Benutzeroberfläche

“Photoshop Express” – Bildbearbeitung für zwischendurch

So ganz ohne Photoshop kommt diese Übersicht dann doch nicht aus – gemeint ist allerdings die kostenfreie “Express”-Version. Klar ist folglich, dass diese Variante nicht ganz an den Funktionsumfang des vergleichsweise teuren großen Bruders “Photoshop CC” herankommt. Muss sie aber auch nicht unbedingt.

Das kann “Photoshop Express”:

Viele Möglichkeiten und Funktionen der Vollversion von Photoshop werden von normalen Anwendern ohnehin kaum oder gar nicht in Anspruch genommen. Davon abgesehen sind die wichtigsten grundlegenden Funktionen des Bildbearbeitungsprogramms auch im Express-Ableger enthalten. Obendrein ist “Photoshop Express” aufgrund der übersichtlicheren Oberfläche deutlich leichter zu bedienen als sein prominentes und kostenpflichtiges Pendant.

Wichtiges Detail: “Photoshop Express” müssen Sie nicht herunterladen und auf Ihrem Mac installieren. Sämtliche Arbeitsschritte erledigen Sie direkt im Browser. Dazu müssen Sie lediglich die Photoshop-Homepage aufrufen und zunächst das Foto hochladen, das Sie bearbeiten wollen.

Kleiner Wermutstropfen: Die Web-App unterstützt lediglich die Bearbeitung von Bildern, die im gängigen JPEG-Format vorliegen. Diese erkennen sie an der Dateiendung .jpg.

Bildbearbeitungsprogramme Mac OS Express
Mit “Photoshop Express” können Sie Fotos direkt im Browser bearbeiten. (© 2017 Screenshot Photoshop/UPDATED)

Die Vor- und Nachteile von “Photoshop Express” auf einen Blick:
+ Keine Installation notwendig
+ Nutzerfreundliches Bedienkonzept
- Vergleichsweise überschaubarer Funktionsumfang
- Funktioniert nur bei JPEG-Dateien

Bildbearbeitung am Mac - gratis und professionell

Es gibt besondere Momente, die sich vielleicht nie wieder nachstellen lassen. Ist dann das Foto dieses Moments scheinbar nichts geworden, kommt moderne Software zum Bearbeiten von Bildern ins Spiel. Ausgeklügelte Programme wie “GIMP”, “PhotoScape X” oder “XnView MP” holen häufig noch deutlich mehr aus dem Rohmaterial heraus, als Sie zunächst erwarten würden – und das sogar kostenlos.

Mehr zum Thema Bildbearbeitung finden Sie auch in unserem Ratgeber "Bildbearbeitung: 4 nützliche und kostenlose Programme".

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