Da haben Sie Ihr erstes Nähprojekt schon fix und fertig im Kopf und wollen loslegen. Eine Frage allerdings hält Sie zurück: Was genau brauche ich an Ausrüstung, um im Nähprozess für jede Schwierigkeit gewappnet zu sein? UPDATED hat für Sie ein paar Tipps zur Grundausstattung fürs Nähen zusammengestellt. Mit diesen Nähutensilien sind Sie perfekt vorbereitet.

Zubehör fürs Nähen: Nähmaschine und Ersatzmaterial

Mechanische oder computergesteuerte Nähmaschine?

Günstige mechanische Nähmaschinen sind robust und auch für Anfänger übersichtlich zu bedienen. Sie sind bereits unter einhundert Euro erhältlich. Computergesteuerte Nähmaschinen bieten viele Features und kosten ab zweihundert Euro aufwärts. Sie sind nicht nur für Fortgeschrittene, sondern durchaus auch für Einsteiger geeignet, da sie in einigen Bereichen wie zum Beispiel beim Einfädeln die Arbeit erleichtern. Andererseits bieten sie einen Überfluss an Funktionen und Nähprogrammen, zum Beispiel um die Geschwindigkeit und die Stichmuster zu steuern, den Sie möglicherweise kaum oder nie nutzen werden.

Neben dem Geld, das Sie anlegen möchten, sollten Sie vor allem die Benutzerfreundlichkeit im Auge behalten. So sollten die Symbole auf der Maschine verständlich und gut zu sehen sein. Die Grundfunktionen wie Rückwärtstaste, Nähfußhebel oder Fadenspannungeinstellrad sollten Sie gut erreichen, sowie die Grundeinstellungen wie Fadenspannung oder Position der Nadel mit wenig Aufwand vornehmen können. Auch die Bedienungsanleitung ist wichtig, sie sollte umfassend, klar und verständlich gestaltet sein.

Welche Nähmaschine ist die richtige?

Wenn Sie noch gar keine Vorstellung davon haben, welche Nähmaschine die richtige für Sie sein könnte, finden Sie hier eine konkrete Kaufberatung zum Thema Nähmaschine für verschiedene Anwender-Typen.Grundsätzlich gilt für den Anfang, dass Sie auf technische Spielereien und Zugaben wie etwa eine Vielzahl an Zierstichen eher verzichten sollten.

Folgende Basis-Funktionen bei der Wahl einer Nähmaschine sind wichtig für den Anfang:

  • Geradstich
  • Zickzackstich
  • Steppstich
  • Rückwärtsnähen

Darüber hinaus gibt es Funktionen wie den Overlockstich zum Versäubern oder die Knopflochfunktion sowie Zubehör wie einen Reißverschlussfuß, die ebenfalls hilfreich und sinnvoll sein können. Überlegen Sie, welche Näharbeiten Sie hauptsächlich erledigen und wie viel Geld Sie investieren möchten. Weitere Informationen zu diesem Themen können Sie in unserem Ratgeber “Nähmaschine für Anfänger – das sollten Sie beim Kauf bedenken” nachlesen.

Es ist kaum zu verhindern: Ein Stück Stoff bleibt an der Nadel hängen und die Maschine läuft ein Stück weiter – schon ist die Nähmaschinennadel verbogen. Gut, wenn Sie dann mit einer Ersatznadel weiterarbeiten können. Auch zusätzliche Nähmaschinenspulen sollten Sie da haben, gerade dann, wenn Sie mit diversen verschiedenfarbige Nähgarnen arbeiten. So gehen Sie sicher, dass Sie Unter- und Oberfaden stets in derselben Farbe verarbeiten können.

Nähhgarnspulen
Die richtige Nähmaschinenspule im richtigen Moment garantiert Farbgleichheit bei Ober- und Unterfaden. (© 2017 costadelsol/fotolia)

Womit schneide ich beim Nähen?

Stoffschere, Papierschere, Stickschere, Nahttrenner und Rollschneider

Stoffscheren

Das Angebot an Stoffscheren ist riesig, sie unterscheiden sich vor allem in Gewicht und Größe. Beim Schneiden gilt eine Stoffschere als gut, wenn Sie mit ihr halb geöffnet durch den Stoff gleiten können, anstatt schneiden zu müssen, um den Stoff zu trennen. Wählen Sie am besten eine Schere aus, die dieses Kriterium erfüllt, Ihnen nicht zu schwer ist und gut in der Hand liegt. Hinweis: Verwenden Sie die Stoffschere ausschließlich für Stoff. Ansonsten verliert sie schnell an Schärfe.

Papierscheren

Um gepauste Schnittmuster auszuschneiden, können Sie jedoch eine handelsübliche Papier- oder Bastelschere benutzen.

Nähgarne
Mit einer Stickschere lassen sich auch feinste Schnitte perfekt bewältigen. (© 2017 Birgit Brandlhuber/fotolia)

Stickschere

Mit einer Stickschere lassen sich kleinste Fäden bequem abschneiden. Auch für kleinformatige Schnitte, die genau sitzen müssen, ist diese Schere geeignet.

Nahttrenner

Darüber hinaus sollten Sie einen Nahttrenner haben. Dieser besteht aus einem Kunststoffgriff, aus dem ein spitzer Metalldorn ragt. Die Spitze ist wie ein Doppelhaken geformt und hat eine scharfe Schneide. Damit lassen sich Nähte wieder auftrennen, wenn Ihnen zum Beispiel Teile beim Nähen verrutscht sind oder Sie sich anderweitig vernäht haben. . Verwenden Sie auch dieses Utensil ausschließlich für Stoff, damit es möglichst lange scharf bleibt. Tipp: Verwenden Sie bei Nahttrennern lieber Markenprodukt, diesee bleiben meist länger scharf als die günstige Konkurrenz.

Rollschneider

Ein Rollschneider besteht aus einem Klingen-Rad, das in einen Kunststoffgriff eingespannt ist. Mit diesem und einem Lineal lassen sich lange, gerade Schnitte hervorragend bewältigen. Die Größe des Rollschneiders spielt bei gekrümmten Schnitten eine Rolle. Je engere Kurven Sie schneiden wollen, desto kleiner sollte die Klinge des Rollschneiders sein. Auch Zusatzausstattung wie ein Abstandhalter oder ein automatischer Klingenschutz ist bei einem Rollschneider dann sinnvoll, wenn Sie ihn häufiger nutzen. Nicht vergessen: Wenn Sie mit diesem Gerät arbeiten, benötigen Sie auch eine Schneidmatte. Dabei handelt es sich um eine Unterlage aus Kunststoff, in der Optik ähnlich einem Tischset, auf der Sie schneiden können, ohne dass der Untergrund leidet.

Womit messe und markiere ich beim Nähen?

Maßband und Lineal

Maßband an Schneiderpuppe
Ein Maßband ist unersetzlich für das Nähen, zum Beispiel um Umfangwerte am Körper zu ermitteln. (© 2017 moodboard/Thinkstock)

Mit einem Maßband lassen sich für die Schnittmuster Körperbereiche messen wie unter anderem Bauchumfang, Brustumfang, Taille, Ärmellänge oder Kopfumfang. Sparen Sie hier nicht an einem oder zwei Euro, damit die Zahlen lange ablesbar bleiben und die Metallstücke an den Enden sich nicht lösen. Auch ein Lineal und ein Geodreieck sind beim Nähen sinnvoll.

Markierstift, Markierkreide und Pauspapier

Ob Kreidestift, Kreideplättchen oder Kreiderad, eins der genannten sollten Sie zum Markieren auf Stoff besitzen. Nach getaner Arbeit kann die Kreide wieder weggewischt oder abgeklopft werden.

Mit Architekten- oder Pauspapier können Sie Ihre Schnittmuster abpausen. Dafür legen Sie den Originalschnitt unter das transparente Papier und zeichnen die Linien nach. Ist mal kein Architektenpapier oder Pauspapier im Haus, können sie sich mit Backpapier behelfen.

Was benötige ich beim Nähen zum Stecken und Heften?

Stecknadeln und Stoffklammern

Bei den Stecknadeln gibt es mehr Unterschiede, als auf den ersten Blick zu vermuten. So sind Modelle ohne Kopf, mit Plastikkopf oder mit Glaskopf erhältlich. Am besten verzichten Sie auf Stecknadeln ohne Kopf, weil sie um einiges schlechter zu sehen sind. Plastikköpfe können beim Bügeln schmelzen, deshalb sind Stecknadeln mit Glasköpfen die bessere Wahl, auch wenn sie etwas teurer sind. Darüber hinaus gibt es spezielle Ausführungen. Zum Beispiel Jersey-Stecknadeln, die Kugelspitzen haben, oder Patchworknadeln mit mittlerer Länge und besonders scharfen Spitzen. Bei Jerseystoffen oder besonders empfindlichen Fasern leisten diese Ausführungen gute Dienste. Zum Fixieren eignen sich darüber hinaus Stoffklammern, auch als Foldbackklammern bezeichnet. Diese sind vor allem dann von Vorteil, wenn Sie keine Stecknadeln benutzen sollten, zum Beispiel bei Wachstoffen oder Wachstüchern.

Nadelkissen oder Nadelmagnet

Ein Nadelkissen hält die Nadeln, damit Sie mit Ihnen schnell und unkompliziert arbeiten können. Es verhindert, dass sich die Stecknadeln über ihren Arbeitsplatz oder auf dem Boden verteilen. Als Alternative oder zusätzlicher Helfer ist ein Nadelmagnet erhältlich, den Sie je nach Vorliebe benutzen können.

Nähnadeln und Fingerhut

Nadel, Faden und Fingerhut
Ein Fingerhut schützt vor ärgerlichen Verletzungen und erleichtert Ihnen die Handarbeit. (© 2017 M. Schuppich/Fotolia)

Wenn zwischendurch mal etwas Kleineres per Hand genäht werden soll, benötigen Sie dafür geeignete Nähnadeln. Am besten Sie schaffen ein Nähnadel-Set an, das verschiedene Längen, Durchmesser und Größen der Öre abdeckt. Auch Sicherheitsnadeln zur Fixierung sollten Sie in verschiedenen Größen da haben. Darüber hinaus ist ein Fingerhut praktisch, wenn Sie die Nadel durch dicken Stoff schieben müssen. Er verhindert Stichverletzungen und erleichtert das Arbeiten.

Nähgarn

Garn
Eine Sammlung verschiedener Nähgarne verhindert, dass Sie beim Aufziehen einer bestimmten Sorte den Nähvorgang länger unterbrechen müssen. (© 2017 stockphoto-graf/Fotolia)

Schaffen Sie sich eine Nähgarn-Box mit Garnen in verschiedenen Ausführungen und Farben an, um auf die meisten Nähsituationen vorbereitet zu sein. Haben sie noch Nähgarn, das mehrere Jahre alt ist, sollten Sie auf dessen Verwendung besser verzichten. Oft sind solche alten Garne bereits brüchig und reißen sehr schnell. Ähnlich verhält es sich mit allzu billigem Nähgarn. Nähmaschinen verzeihen hier meistens keine Abstriche bei der Qualität und verheddern sich bei der Arbeit. Sie müssen zwar nicht das teuerste Nähgarn kaufen, sollten aber bei den besonders günstigen Garnen wachsam bleiben

Welche sonstigen Geräte sind beim Nähen wichtig?

Das richtige Licht

Schaffen Sie eine helle Lampe an. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Lampe Ihren Arbeitsplatz beim Nähen bestmöglich ausleuchtet, ohne Sie dabei zu blenden. Ein unterschätztes Thema: Unzureichendes Licht kann ihnen schnell den Spaß beim Nähen nehmen.

Dampfbügeleisen

Ein gutes Dampfbügeleisen ist auch beim Nähen wichtig. Wenn Sie zum Beispiel Kanten umnähen, einen Saum sauber klappen und nach unten drücken oder Bügelvlies verarbeiten wollen: Ein Bügeleisen ist unverzichtbar. Beim Modell sollten Sie den Vorlieben folgen, die Sie vom Bügeln gewohnt sind.

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