Sie haben es sich gerade auf dem Sofa gemütlich gemacht und möchten zum Ausklang des Tages nur noch etwas Fernsehen – die Fernbedienung aber liegt mal wieder mehr als eine Armlänge weit entfernt oder ist in den unendlichen Weiten der heimischen Wohnlandschaft verschollen? Außerdem brennt noch das Licht an der Decke? Da kommt so schnell keine gemütliche Stimmung auf. Die Lösung könnte das eigene Smartphone sein – und zwar, wenn Sie es in eine Multifunktions-Fernbedienung umwandeln. UPDATED zeigt Ihnen, wie Sie mit Ihrem Android-Smartphone Fernseher und Co. steuern.

Geräte in der Wohnung mit dem Smartphone steuern - die Basics

  1. Geräte per Infrarot über das Handy steuern
  2. Gadgets via Funknetz mit dem Smartphone steuern
  3. Handysteuerung via separatem IR-Transmitter

Smartphone als Fernbedienung für Fortgeschrittene

  1. Zuhause die Beleuchtung via Handy steuern
  2. Heizungen und Klimaanlagen mit dem Smartphone fernsteuern

Die Basics für das Handy als Fernbedienung

Bei der Steuerung elektronischer Geräte wie Fernsehern und Audiosystemen mittels Android-Smartphone sollte grundsätzlich zwischen zwei Konzepten unterschieden werden. Diese lauten wie folgt:

  • Steuerung per Infrarot (IR)
  • Steuerung über ein lokales Funknetz (v. a. WLAN)

Wichtig: Die Fernsteuerung elektronischer Geräte per Infrarot funktioniert nur, wenn Ihr Smartphone über eine Infrarot-Schnittstelle verfügt.

Wie funktioniert die Steuerung elektronischer Geräte mit Infrarotsignalen?

Infrarotmodule finden Sie vornehmlich in klassischen Fernbedienungen für Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte. Sie erkennen die Module in der Regel an einer Art Leuchte oder einer kleinen Kunststoffscheibe am vorderen Ende der Fernbedienung. Aber auch in zahlreichen Smartphone-Modellen ist die Technik verbaut.

Infrarotmodule senden über eine Leuchtdiode Steuersignale in Form von Infrarot-Licht aus. Diese können von einem Infrarotempfänger aufgefangen und verarbeitet und umgesetzt werden, etwa in eine Erhöhung der Lautstärke.


1. Geräte per Infrarot über das Handy steuern

Smartphones, die ab Werk mit einer Infrarot-Schnittstelle ausgerüstet sind, verfügen häufig auch gleich über entsprechende vorinstallierte Programme. Diese Apps erkennen Sie in der Regel daran, dass im Namen Begriffe wie “Remote” oder “Fernbedienung” auftauchen. Mit diesen kleinen Programmen können Sie solch ein Smartphone dann ohne Umwege zur Fernbedienung für verschiedene elektronische Geräte mit Infrarotempfänger, etwa Fernseher, Receiver, Set-Top-Boxen, Blu-ray-Player und Klimaanlagen, umfunktionieren. Dazu wählen Sie in der App meist einfach das zu steuernde elektronische Gerät in einer vorgegebenen Liste aus, und schon ist die Konfiguration abgeschlossen.

Für den Fall, dass Sie diese Programme nicht nutzen möchten, finden Sie zahlreiche Alternativ-Apps wie AnyMote oder Smart TV Remote im Google Play Store – zum Teil kostenlos, zum Teil für wenige Euro.

Einige der angebotenen Fernbedienungs-Apps bieten sogar Zusatzinformationen, etwa zum aktuellen TV-Programm.

Nicht selten haben die Hersteller von Fernsehern und anderen elektronischen Geräten selbst entsprechende Smartphone-Apps im Angebot.

Handy als Fernbedienung nutzen Apps
Apps wie AnyMote sind Applikationen, die Ihr Android Smartphone in eine Fernbedienung verwandeln und somit die klassischen Steuereinheiten ersetzen. (© 2017 Screenshot/UPDATED)

Die Vor- und Nachteile der Verwendung von Infrarot auf einen Blick:

+ Fernseher, Soundsysteme und ähnliche elektronische Geräte verfügen meist über eine Infrarot-Schnittstelle
+ Die Einrichtung ist relativ unkompliziert
+ Es existiert ein umfangreiches Angebot kostenloser sowie kostenpflichtiger Android-Apps

- Es muss eine direkte Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger bestehen
- Nicht jedes Android-Smartphone verfügt über ein Infrarotmodul

Daher muss mit Infrarot-Fernbedienungen auf den Infrarot-Empfänger gezielt werden

Infrarot eignet sich ideal zur Steuerung elektronischer Geräte. Die Technik ist vergleichsweise einfach einzurichten, störungsunempfindlich und sparsam im Energieverbrauch. So brauchen nur selten Batterien gewechselt oder Akkus geladen werden.

Demgegenüber steht allerdings der Nachteil, dass es oft nicht ausreicht, einfach auf einen Knopf zu drücken, um die zugehörige Aktion auszulösen – stattdessen müssen Sie in der Regel zumindest grob in Richtung des IR-Empfängers (des Gerätes, das Sie steuern wollen) zielen. Der Grund dafür ist einfach: Das ausgesendete Infrarotsignal verläuft im Grunde wie der Kegel einer Taschenlampe und muss direkt auf den Empfänger treffen, um dort aufgefangen zu werden. Sind Hindernisse im Weg oder ist die Entfernung zu groß, kommt ein Befehl wie der zum Erhöhen der Lautstärke wahrscheinlich nicht beim Empfänger an. Die Ansteuerung von Geräten hinter Schranktüren oder im Zimmer nebenan funktioniert daher in der Regel nicht. Wenn Sie dennoch elektronische Geräte steuern wollen, die eigentlich außer Reichweite liegen, greifen Sie am besten zu einer sogenannten Infrarot-Verlängerung.

Übrigens: Sogar in einigen (meist älteren) Automodellen wird die Zentralverriegelung per Infrarot angesteuert. Nachteil im Vergleich zu Funksystemen ist auch hier, dass man mit dem Infrarotmodul (in diesem Fall der Autoschlüssel) relativ genau auf den Empfänger im Fahrzeuginneren zielen muss. Dieser Empfänger befindet sich in der Regel im Bereich des Armaturenbretts oder am Rückspiegel.

2. Gadgets via Funknetz mit dem Smartphone steuern

Verfügen Sie nicht über ein Smartphone mit IR-Schnittstelle, bleibt Ihnen noch der Weg über das WLAN. Grundvoraussetzung dafür ist bei Fernsehgeräten allerdings, dass Ihr Gerät “smart” und mit dem Netzwerk verbunden ist. In jedem Fall benötigen SIe neben einem Smartphone und dem zu steuernden Gerät auch bei diesem Vorgehen die entsprechende Software. Passende Apps finden Sie ebenfalls im Google Play Store. Geben Sie dazu beispielsweise “Fernbedienung”, “Remote” oder “Control” in das Suchfenster ein.

Häufig ist jedoch nicht auf Anhieb ersichtlich, ob die jeweilige Fernbedienungs-App eine Infrarot-Schnittstelle oder das WLAN nutzt. Genaueres dazu finden Sie in der Regel in der Beschreibung.

Empfehlenswert sind tendenziell die eigenen Angebote der großen TV-Hersteller, aber auch alternative Drittanbieter-Apps können mitunter überzeugen. Einige machen es sogar möglich, Inhalte vom Smartphone (beispielsweise Videos) auf dem Fernsehbildschirm wiederzugeben. Für genauere Informationen besuchen Sie unseren Ratgeber zum Thema Handy mit dem TV verbinden. Außerdem kann die Verbindung per WLAN unter Umständen einen weiteren speziellen Vorteil mit sich bringen. So bieten bestimmte Fernseher die Möglichkeit, das Bild zu spiegeln. Das bedeutet, Sie bekommen das TV-Bild parallel auf Ihrem Smartphone zu sehen. So können Sie beispielsweise kurz ins Bad oder an den Kühlschrank gehen, ohne etwas zu verpassen.

Die Vor- und Nachteile der Steuerung per Android-Smartphone über WLAN auf einen Blick:

+ Alternative für Smartphones ohne Infrarot-Transmitter
+ Einige TV-Hersteller bieten eigene Apps an
+ Unter Umständen können Inhalte vom Smartphone direkt auf dem TV-Gerät wiedergegeben werden
+ “Spiegeln” ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich

- Funktioniert nur in Verbindung mit Geräten, die mit dem Internet verbunden sind (v. a. Smart TVs)
- Ältere Fernseher, Receiver oder Soundsysteme ohne Netzwerkanbindung oder Bluetooth lassen sich nicht ansteuern

3. Handysteuerung via separatem IR-Transmitter

Ihr Smartphone hat keinen eingebauten Infrarotsensor, Sie wollen die Technik aber trotzdem nutzen? Dann ziehen Sie separate Infrarot-Transmitter, teilweise auch als IR-Blaster bezeichnet, in Betracht. Diese Geräte zum Aufstellen in der Wohnung fungieren dabei als Vermittler zwischen Ihrem Smartphone ohne und dem zu steuernden Gerät mit Infrarot-Schnittstelle. Die zentralen Einheiten verbinden Sie ebenfalls via WLAN oder Bluetooth mit Ihrem Smartphone. Die Transmitter leiten daraufhin Ihre Befehle an das elektronische Gerät weiter, das Sie gerade bedienen wollen.

Tipps für Fortgeschrittene - auch diese Geräte können Sie mit Ihrem Smartphone steuern

1. Zuhause die Beleuchtung via Handy steuern

Die Raumbeleuchtung können Sie unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls mit Android-Smartphones steuern. Am besten gelingt das mithilfe des entsprechenden Smart Home-Equipments. Hierzu zählen beispielsweise spezielle Lampen und Lichtschalter, die speziell für die Steuerung via WLAN per Smartphone oder Tablet entwickelt wurden. Zahlreiche Hersteller bieten verschiedenste Produkte, die per App angesteuert werden können.

2. Heizungen und Klimaanlagen mit dem Smartphone fernsteuern

Auch Thermostate, einzelne Heizkörper und sogar Klimaanlagen können über Android-Smartphones angesteuert werden. Zahlreiche Anbieter haben passgenaue Zubehör-Module zum Nachrüsten für nahezu jedes System im Angebot – inklusive der passenden App. Die einfachste Lösung stellen hier Module dar, die via Bluetooth angesteuert werden. Wer es ganz modern und komfortabel haben möchte, kann seine Thermostate sogar in ein Smart-Home-System einbinden. Die Kosten für die nötige Hardware, inklusive Smart-Home-Zentrale, sind jedoch höher. Zudem bringt ein Smart Home mehr Installationsaufwand mit sich und erfordert technisches Know-how. Demgegenüber steht dann allerdings die Möglichkeit, jederzeit Zugriff zu haben und Einstellungen zu verändern. Einzige Voraussetzung ist eine bestehende Verbindung zum Internet. Auf diese Weise lässt sich beispielsweise im Winter die Heizung höher stellen oder im Sommer die Klimaanlage aufdrehen, während Sie noch auf dem Heimweg sind.

Zahlreiche Möglichkeiten – aber nicht alles passt zusammen

Vor allem Fernseher eignen sich hervorragend, um über ein Android Smartphone bedient zu werden. Aber es gibt noch weitere Geräte, die per Smartphone gesteuert werden können. Dazu zählen Soundsysteme, Thermostate und sogar Klimaanlagen. Bevor es jedoch tatsächlich losgehen soll, ist die entscheidende Frage, ob das jeweilige Android-Smartphone über ein Infrarotmodul verfügt, oder ob ausschließlich die Fernsteuerung via WLAN infrage kommt. Das wiederum entscheidet über die weitere Vorgehensweise und die Kompatibilität einzelner Geräte.

Disclaimer
Die OTTO (GmbH & Co KG) übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Aktualität, Vollständigkeit, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der auf updated.de zur Verfügung gestellten Informationen und Empfehlungen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die offiziellen Herstellervorgaben vorrangig vor allen anderen Informationen und Empfehlungen zu beachten sind und nur diese eine sichere und ordnungsgemäße Nutzung der jeweiligen Kaufgegenstände gewährleisten können.