Mittlerweile haben zahlreiche Hersteller von Smartphones und Tablet-PCs erkannt, wie sinnvoll ein Wasser- und Staubschutz bei der kleinen und empfindlichen Technik ist. Doch vor allem günstigere und ältere Modelle werden oftmals nicht abgedichtet, sodass schon ein starker Regenschauer große Schäden anrichten kann. Dagegen können Sie sich noch schützen, indem Sie das Smartphone in der Tasche oder im Rucksack transportieren. Aber was passiert mit Ihrem treuen Begleiter, wenn er ins Wasser gefallen ist? In diesem Fall heißt es schnell reagieren, denn je weniger Flüssigkeit in das Smartphone eindringt, desto größer ist die Chance, die Technik im Inneren zu retten. Wir geben Ihnen in diesem Ratgeber einige Tipps dazu, wie Sie Ihr Smartphone gegen einen Totalschaden schützen können.

Eine schlechte Nachricht vorneweg

Sobald Ihr Smartphone oder Tablet einen Wasserschaden erleidet, egal ob es in einen See fällt oder ein Sommergewitter Sie überrascht, erlischt sofort die Garantie. Sollte Ihr Gerät nach dem ungewollten Wasserbad weiterhin funktionieren, so ist dies nur von kurzer Dauer. Feuchtigkeit dringt schnell tief in das Gerät ein und gelangt an wichtige Komponenten – Korrosion und schleichende Kurzschlüsse sind die Folge. Da viele Kunden bereits versucht haben, ihr feuchtes Telefon beim Hersteller zu reklamieren, haben zahlreiche Firmen ihre Geräte mit einem Wasserdetektor ausgestattet. Mittels eines Papierstreifens ist sofort feststellbar, ob das Smartphone einen Wasserschaden erlitten hat oder nicht.

Seien Sie sehr vorsichtig!

Fällt Ihr Handy in die Toilette, die Badewanne oder einen Eimer voller Wasser, während es noch am Ladegerät hängt, dann müssen Sie sehr vorsichtig sein!: Durch die Stromverbindung kann nicht nur das Smartphone sofort Schaden nehmen, sondern das Kabel kann auch die Flüssigkeit unter Strom setzen. Erkennen Sie Funken, Rauch oder ein Ausbeulen des Smartphones, greifen Sie auf keinen Fall nach dem Ladegerät und auch nicht nach dem Handy in der Flüssigkeit, sondern gehen Sie zum Sicherungskasten und trennen Sie die Stromverbindung. Erst wenn die Stromverbindung komplett unterbrochen ist, können Sie Ihren mobilen Begleiter aus dem Wasser fischen!

Handy aus dem Wasser holen
Ist das Handy ins Wasser gefallen, holen Sie es schnellstmöglich wieder raus. Vorsicht ist geboten, wenn das Gerät noch am Ladekabel hängt. (© 2016 weerapat1003/Fotolia)

Die ersten Maßnahmen

Fällt das Handy im deaktivierten oder ausgeschalteten Zustand in ein Wasserbad, dann schalten Sie das Gerät danach keinesfalls ein, um zu schauen, ob es noch funktioniert. Aufgrund der Stromabgabe des Akkus kann es zu einem Kurzschluss kommen, der das Handy sofort zerstört. Haben Sie das Smartphone genutzt, ist es also aktiviert, schalten Sie es nach dem Wasserbad sofort aus, um Folgeschäden zu vermeiden. Entfernen Sie, wenn möglich, die Rückseite und nehmen Sie den Akku aus dem Gerät heraus. Versuchen Sie dabei, das Smartphone mit dem Display nach oben zu halten, damit eingedrungene Flüssigkeit nach unten herausfließen kann und nicht weiter in empfindliche Bereiche des Smartphones vordringt. Dann kann es Schritt für Schritt an die Rettung Ihres kleinen Begleiters gehen.

Schritt für Schritt das Handy retten

Nachdem Sie den Akku herausgenommen haben, entfernen Sie alle weiteren Zubehörteile. Dazu gehören die SIM-Karte, die Speicherkarte, aber auch Adapter und Kopfhörer. Trocknen Sie nun das Zubehör und die Innenseiten des Smartphones mit einem möglichst fusselfreien Tuch, um grobe Wasserreste zu entfernen. Danach legen Sie das Smartphone an eine sichere Stelle und warten 24 Stunden, bis es vollständig getrocknet ist.

Achtung: Vermeiden Sie unbedingt einen Föhn oder einen heißen Ort wie die Heizung, um Ihr Smartphone zu trocknen. Durch die starke Wärme können sich im Handy schnell einzelne Teile lösen, was das Gerät gänzlich zerstören würde. Auch die Mikrowelle ist kein geeigneter Ort für die Lagerung oder Trocknung des Smartphones.

Kein Lebenszeichen?

Sollte die erste Variante nicht helfen, kann ein Austausch des Akkus ein weiterer Schritt in die richtige Richtung sein. Nicht immer muss das Handy nach einem ungewollten Bad das Zeitliche segnen, oftmals überlebt nur der Akku den Sturz in das Wasser nicht. In diesem Fall lohnt es sich, einen neuen Akku zu kaufen und diesen ins Smartphone einzusetzen. Auch eine längere Trocknung von 48 Stunden kann dem Akku die nötige Lebenskraft zurückgeben.

Der Trick mit dem Reis

Reis finden Sie nicht nur im Kochtopf, sondern auch oftmals in Salzstreuern. Der Grund dafür ist die Saugfähigkeit von Reis, der aufgrund seines geringen Wassergehalts viel Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnehmen kann. Beim Salzstreuer bewirkt der Reis, dass das Salz nicht klumpt. Auch das Handy können Sie auf diese Weise von Feuchtigkeit befreien. Füllen Sie etwas ungekochten Reis in eine luftdichte Tüte und geben Ihr Handy dazu. Auch hier warten Sie rund 24 Stunden und überprüfen dann die Funktionstüchtigkeit. So konnten schon viele Smartphones wiederbelebt werden.

Nur für Profis

Solange das Smartphone nur in klares Wasser fällt, ist eine Reparatur oft möglich. Enthält die Flüssigkeit allerdings Schmutz oder Zucker, wie Cola, Pfützen oder andere Flüssigkeiten, wird es schwierig. Die beste Variante ist, hierfür einen Experten heranzuziehen, der mit dem nötigen Zubehör das Smartphone reinigen und trocknen kann. Profis, die über das Know-how und die Ausstattung hierfür verfügen, können diese Arbeiten auch selbst durchführen. Nötig sind dafür reiner Alkohol, wie beispielsweise Isopropanol, sowie eine ESD-gerechte Ausrüstung. Entfernen Sie sämtliche Batterien, Motoren und das Display und legen Sie die Hauptplatine in 90-prozentiges Isopropanol. Mit einem weichen Pinsel reinigen Sie die Platine vorsichtig und befreien sie von Schmutz- und Zuckerresten. Entnehmen Sie dann sämtliche Bauteile aus der Flüssigkeit und lassen Sie sie für einige Stunden trocknen. Der Alkohol verflüchtigt sich und hinterlässt keinerlei Rückstände an den Bauteilen. Nun setzen Sie alles zusammen – und hoffen, dass Ihr Smartphone wieder funktioniert.

Der Weg zum Fachmann ist am einfachsten

Nach dem Wasserbad sind die ersten Schritte noch einfach zu regeln, doch bei einem Defekt oder wenn schmutzige Flüssigkeit in das Smartphone eindringt, wird es komplexer. Dann ist der Weg zum Fachmann empfehlenswert. Dieser besitzt die notwendige Ausstattung und auch die Erfahrung, Ihr Smartphone oder wenigstens Ihre Daten schnell zu retten.

Eine gute Maßnahme - Die Handyversicherung

Wer viel Ärger direkt aus dem Weg gehen möchte, für den bietet sich der Abschluss einer Handyversicherung an. Mit dieser kann man bereits für einen geringen Betrag viele Kosten sparen.

Was machen, wenn das Handy ins Wasser gefallen ist?

  • Handy sofort ausschalten.
  • Unmittelbar danach die Rückseite und den Akku entfernen.
  • Bei deaktiviertem Handy: Gerät nicht anschalten!
  • SIM-Karte, Speicherkarte und anderes Zubehör entnehmen.
  • Zubehör und Karten trocknen.
  • 24 bis 30 Stunden an einem sicheren Ort trocknen.

Achtung: Verwenden Sie zum Trocknen keinen Föhn, keine Mikrowelle und auch keine heiße Heizung!

Disclaimer
Die OTTO (GmbH & Co KG) übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Aktualität, Vollständigkeit, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der auf updated.de zur Verfügung gestellten Informationen und Empfehlungen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die offiziellen Herstellervorgaben vorrangig vor allen anderen Informationen und Empfehlungen zu beachten sind und nur diese eine sichere und ordnungsgemäße Nutzung der jeweiligen Kaufgegenstände gewährleisten können.