© 2017 Pixabay/Olichel
Smartphones

iPho­ne Fotos im Dun­keln – so foto­gra­fie­ren Sie bei Nacht

Fotos im Dunkeln mit dem Handy zu machen ist nicht ganz einfach. Wie Sie Nachtaufnahmen mit dem iPhone möglichst naturgetreu erstellen, erklärt Ihnen dieser Ratgeber.

Der Blick auf die Lich­ter der Stadt fas­zi­niert Sie bei Ihrem Spa­zier­gang kurz vor Mit­ter­nacht. Sie wol­len die Ein­drü­cke von Licht und Schat­ten dau­er­haft fest­hal­ten, schau­en auf Ihr iPho­ne und fra­gen sich, ob die Kame­ra den Licht­ver­hält­nis­sen gewach­sen ist. Die kur­ze Ant­wort lau­tet: ja, denn die Smart­phones von Apple ver­fü­gen über licht­star­ke Kame­ra­lin­sen, die sich auch zur Foto­sa­fa­ri bei Nacht eig­nen. UPDATED erklärt Ihnen, wie Sie mit dem iPho­ne im Dun­keln detail­rei­che und beein­dru­cken­de Bil­der machen.

Das kann Ihre iPho­ne-Kame­ra bei Nacht

Die Kame­ras der iPho­ne-Model­le sind bereits mit recht licht­star­ken Objek­ti­ven aus­ge­stat­tet. Zum Bei­spiel ver­fügt das iPho­ne 7 über eine f/1.8‑Blende, was bedeu­tet, dass viel Licht auf den Sen­sor ein­fal­len kann. Damit ist die Kame­ra gut für Auf­nah­men bei schwa­chen Licht­ver­hält­nis­sen geeig­net. Auch die Lin­sen der Model­le von iPho­ne 5, 6 und SE sind mit einer Blen­de von jeweils f/2.2 noch sehr lichtstark.

Die Blen­den­wer­te sind bei allen Smart­phones fest und kön­nen nicht ver­än­dert wer­den. Des Wei­te­ren nimmt das iPho­ne die Ein­stel­lun­gen für Belich­tungs­zeit und ISO-Wert auto­ma­tisch vor, indem es Infor­ma­tio­nen über einen ein­ge­bau­ten Licht­sen­sor bezieht. Mit der haus­ei­ge­nen Kame­ra-App von Apple haben Sie eini­ge Mög­lich­kei­ten, Fil­ter­ein­stel­lun­gen vor­zu­neh­men – die (für Nacht­auf­nah­men) wich­ti­gen Para­me­ter ISO-Wert und Belich­tungs­zeit kön­nen Sie aller­dings nicht beein­flus­sen. Als Alter­na­ti­ve ste­hen Foto-Apps mit mehr Ein­stel­lungs­mög­lich­kei­ten im App Store zum Down­load bereit.

So wäh­len Sie bei der Nacht­fo­to­gra­fie das rich­ti­ge Motiv aus

Mit den auto­ma­ti­sier­ten Ein­stel­lun­gen der in iOS vor­in­stal­lier­ten Kame­ra-App sind Sie bes­tens für die Nacht­fo­to­gra­fie gerüs­tet. Mit einem kur­zen Antip­pen des Kame­ra-Sym­bols star­tet die App und bie­tet Ihnen Zugriff auf ver­schie­de­ne Auf­nah­me­mo­di wie etwa einen Pan­ora­ma-Modus (lesen Sie hier­zu auch unse­ren Rat­ge­ber zur Pan­ora­ma-Foto­gra­fie) und Ein­stel­lun­gen für den Blitz. Die­se wer­den spä­ter noch wichtig.

Nur Ihr Foto­mo­tiv müs­sen Sie natür­lich selbst wäh­len. Dabei soll­ten Sie auf fol­gen­de Din­ge achten:

Die Kame­ra-Details der aktu­el­len iPhone-Modelle

Die Anga­ben bezie­hen sich jeweils auf die Haupt­ka­me­ra an der Rückseite:

Die Model­le der neu­es­ten Rei­he iPho­ne 7 haben eine beson­ders licht­star­ke Lin­se ein­ge­baut, was für detail­rei­che­re Bil­der im Dun­keln sorgt.

  • 12-Mega­pi­xel-Kame­ra mit 28-Millimeter-Weitwinkellinse
  • Blen­de: f/1.8
  • Maxi­ma­le Belich­tungs­zeit: 1/3 Sekunde

Dazu ver­fügt das iPho­ne 7 Plus dank Dual-Kame­ra noch über eine zusätz­li­che Tele-Lin­se für Auf­nah­men mit mehr Tiefenschärfe:

  • 12-Mega­pi­xel-Kame­ra mit 56-Millimeter-Telelinse
  • Blen­de: f/2.8
  • Maxi­ma­le Belich­tungs­zeit: 1/3 Sekunde

Bei iPho­ne SE, 6s und 6s Plus haben Apple-Kame­ras erst­mals die 10-Mega­pi­xel-Mar­ke über­schrit­ten und sor­gen somit für höhe­re Auf­lö­sun­gen, die auch in grö­ße­ren Druck­for­ma­ten noch scharf aussehen.

  • 12-Mega­pi­xel-Kame­ra mit 29-Millimeter-Weitwinkellinse
  • Blen­de: f/2.2
  • Maxi­ma­le Belich­tungs­zeit: 1/3 Sekunde

iPho­ne 5s

  • 8‑Me­ga­pi­xel-Kame­ra mit 29-Millimeter-Weitwinkellinse
  • Blen­de: f/2.2
  • Maxi­ma­le Belich­tungs­zeit: 1/3 Sekunde

Suchen Sie sich beleuch­te­te Motive 

Ein dunk­ler Wald­weg bei Nacht bleibt ein dunk­ler Wald­weg bei Nacht. Das Foto wür­de folg­lich schwarz wer­den. Sie benö­ti­gen also eine Licht­quel­le wie etwa Stra­ßen­la­ter­nen, damit ein aus­drucks­star­kes Bild ent­ste­hen kann. Bei der städ­ti­schen Nacht­fo­to­gra­fie, zum Bei­spiel von Sky­li­nes, kön­nen auch Wer­be­ta­feln mit unter­schied­li­chen Far­ben für tol­le Effek­te sor­gen. Moti­ve wie etwa Per­so­nen oder Sta­tu­en, die nur weni­ge Meter von Ihnen ent­fernt sind, kön­nen Sie auch mit eige­nen Leuch­ten, Taschen­lam­pen und ähn­li­chem aufhellen.
Tipp: Las­sen Sie das Licht dabei nicht von vorn, son­dern von der Sei­te ein­strah­len – die­ses soge­nann­te Schlag­licht sorgt für tol­le Schat­ten­ef­fek­te. Schal­ten Sie des Wei­te­ren den Blitz aus, indem Sie in der App das Blitz-Sym­bol antip­pen und das durch­ge­stri­che­ne Sym­bol aus­wäh­len. Da der Blitz des iPho­nes fron­tal auf Ihr Motiv strahlt, wer­den Schat­ten und Kon­tu­ren zu ein­sei­tig beleuch­tet. Das Bild wirkt damit ein­fach nur grell und überbelichtet.

Legen Sie den Fokus auf beleuch­te­te Elemente
Bei Nacht­auf­nah­men hebt der Fokus auf die hel­len Bild­ele­men­te die­se als Haupt­be­zugs­punkt beim Betrach­ter her­vor (sie­he Bei­spiel­bild). Das gilt vor allem für strah­len­de Licht­quel­len (wie etwa eine Later­ne) oder Glanz­lich­ter, also reflek­tie­ren­de Ober­flä­chen wie bspw. regen­nas­ser Asphalt unter einer Laterne).

Das Foto wird dadurch ins­ge­samt dunk­ler und schär­fer. Die Belich­tungs­zeit ver­rin­gert sich, der Fokus liegt auf den hel­len Ele­men­ten, die­se tra­ten schär­fer als die weni­ger detail­lier­ten dunk­len Berei­che her­vor. In der Kame­ra-App kön­nen Sie den Schär­fe-Fokus der Kame­ra­lin­se fest­le­gen, indem Sie vor dem Aus­lö­sen den Bereich des Bil­des antip­pen, der scharf­ge­stellt wer­den soll. Tip­pen Sie also den hells­ten Bereich Ihres Motivs an – er wird dar­auf­hin mit einem gel­ben Qua­drat mar­kiert. Möch­ten Sie den Fokus auch auf dunk­le­re Berei­che legen, tip­pen Sie statt­des­sen ein wenig neben die hel­len Berei­che. Beden­ken Sie aber, dass sich dadurch die Belich­tungs­zeit etwas verlängert.

Stel­len Sie die Auf­hel­lung ein
Sie kön­nen die Belich­tungs­zeit nicht frei wäh­len – wohl aber eine digi­ta­le Auf­hel­lung des Gesamt­bil­des. Wenn Sie den gewünsch­ten Bereich mar­kiert haben, kön­nen Sie durch ein län­ge­res Antip­pen eines ande­ren Berei­ches des Bild­aus­schnit­tes noch einen klei­nen Schie­be­reg­ler öff­nen, mit dem Sie die Auf­hel­lung des Bild vor dem Aus­lö­sen kon­trol­lie­ren. Die Soft­ware ver­ar­bei­tet dann alle Bild­ele­men­te ein wenig hel­ler. Bei vie­len sehr dunk­len Berei­chen kann das aber zu einer Kör­nung des Bil­des füh­ren sowie hel­le Berei­che über­be­lich­tet wir­ken las­sen. Pro­bie­ren Sie also aus, wie weit Sie mit der Auf­hel­lung arbei­ten wollen.

In unse­rem all­ge­mei­nen Rat­ge­ber zur Smart­phone-Foto­gra­fie fin­den Sie noch wei­te­re Tipps zur Motivwahl.

Gute Nacht­auf­nah­men gelin­gen bes­ser mit Smartphone-Stativ

Nicht nur das rich­ti­ge Motiv, son­dern auch die rich­ti­ge Hand­ha­bung Ihres iPho­nes ist wich­tig, wenn Sie bei Nacht beein­dru­cken­de Fotos schie­ßen wol­len. Fol­gen­des gilt es dabei zu beachten:

Hal­ten Sie das iPho­ne ruhig, am bes­ten benut­zen Sie ein Sta­tiv. Auf­nah­men bei Nacht benö­ti­gen eine län­ge­re Belich­tungs­zeit, damit der Sen­sor aus­rei­chend Bild­in­for­ma­tio­nen sam­meln kann. Das heißt, dass die iPho­ne-Kame­ra nach dem Aus­lö­sen bei Dun­kel­heit eine län­ge­re Zeit (fast eine Sekun­de lang) arbei­tet als tags­über. Dadurch erhöht sich das Risi­ko, durch kleins­te Ver­wack­ler Unschär­fen im Bild zu erhal­ten. Von daher soll­ten Sie mit dem iPho­ne nachts nicht aus der Hand foto­gra­fie­ren, son­dern ein Sta­tiv benut­zen oder das Smart­phone auf einem fes­ten Unter­grund stabilisieren.
Für den Fall, dass Sie oft und gern nachts foto­gra­fie­ren, lohnt des­halb die Anschaf­fung eines Smart­phone-Sta­tivs.

Machen Sie meh­re­re Aufnahmen
Es kann nicht scha­den, ein Motiv mehr­mals zu foto­gra­fie­ren. Sie wer­den sehen, dass es mini­ma­le Schär­fe­un­ter­schie­de in den ein­zel­nen Auf­nah­men gibt, aus denen Sie dann die Auf­nah­me aus­wäh­len kön­nen, die Ihnen am bes­ten gefällt. Manch­mal ver­än­dert sich der Inhalt des Bild­aus­schnitts auch ein wenig, wenn Sie etwa eine befah­re­ne Stra­ße foto­gra­fie­ren oder einen beleb­ten Markt­platz. Kleins­te Ver­än­de­run­gen kön­nen ein Motiv plötz­lich noch bes­ser wir­ken las­sen: Gera­de im Dun­keln kann etwa eine klei­ne Ver­än­de­rung Ihrer Posi­ti­on den Schat­ten­wurf und damit die Dyna­mik des Bil­des enorm beeinflussen.

Hin­weis: Beach­ten Sie bei der Foto­gra­fie mit Ihrem iPho­ne, dass es tech­nisch bedingt nicht mög­lich ist, die Wer­te für die Blen­de zu ver­än­dern. Die­se sind bei Smart­phones gene­rell fest und kön­nen nicht beein­flusst wer­den. Des Wei­te­ren behält sich die iOS-Kame­ra-App den Zugriff auf Para­me­ter wie Belich­tungs­zeit und ISO-Wert vor. Der Sen­sor erkennt nach Ihrer Fokus-Aus­wahl auto­ma­tisch, wel­che Ein­stel­lung die bes­te ist.

Das iPho­ne bringt Licht ins Dunkel

Für die nächs­te nächt­li­che Foto­tour sind Sie mit dem iPho­ne bes­tens gerüs­tet. Dabei nimmt Ihnen die star­ke Hard­ware der iOS-Gerä­te und die cle­ve­re Soft­ware von App­les Kame­ra-App einen Groß­teil der Arbeit ab. Hal­ten Sie sich zusätz­lich noch an unse­re Tipps, wer­den Ihre Nacht­auf­nah­men auf jeden Fall Ein­druck schinden.

Disclaimer Die OTTO (GmbH & Co KG) übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Aktualität, Vollständigkeit, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der auf updated.de zur Verfügung gestellten Informationen und Empfehlungen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die offiziellen Herstellervorgaben vorrangig vor allen anderen Informationen und Empfehlungen zu beachten sind und nur diese eine sichere und ordnungsgemäße Nutzung der jeweiligen Kaufgegenstände gewährleisten können.

Time to share:  Falls dir dieser Artikel gefallen hat, freuen wir uns!