Weiße Schäfchenwolken am blauen Himmel – ein tolles Foto-Motiv. Doch die Kamera fängt überm Horizont nur eine helle und verwaschene Fläche ein. In diesem Fall können Kamera Filter helfen und Farben und Kontraste verstärken. Welche verschieden Filter-Arten es für die Kamera gibt und was sie jeweils können, das verraten wir Ihnen in unserem UPDATED Ratgeber zum Thema Foto-Filter.

Checkliste zum Filter-Kauf

  1. Durchmesser: Filter gibt es in den verschiedensten Größen. Achten Sie darauf, dass der Durchmesser auf Ihr Objektiv passt. Infos zum Durchmesser finden Sie oft auf dem Objektiv oder im Handbuch.
  2. Gewinde: Viele Filter haben ein sogenanntes Doppelschraubengewinde. Das ist dann wichtig, wenn Sie mehrere Filter gleichzeitig verwenden möchten. Dank des Doppelgewindes können Sie diese voreinander schrauben.
  3. Qualität: Manche Filter gibt es bereits für ein paar Euro, andere kosten über 100 Euro. Die Unterschiede zeigen sich in der Regel in der Glasqualität. Je dünner das Glas ist, desto teurer aber auch besser wird der Filter. Ein dickes Filterglas kann im ungünstigsten Fall zu einem Schattenwurf auf der Bildfläche führen. Billiges Glas ist zudem oft uneben und bricht somit das Licht nicht gleichmäßig. Das entstellt das Foto. Wichtig ist auch, dass die Gläser entspiegelt sind. Zwar sind auch solche Gläser teurer, in der Regel lohnt es sich aber, für oft verwendete Filter, wie etwa den ND-, UV- oder Pol-Filter, etwas tiefer in die Tasche zu greifen und auf Qualität zu achten. Kreative Filter aus buntem Glas, die Sie nicht so oft verwenden werden, können ruhig etwas günstiger sein. Oft gibt es hier auch Sets mit verschiedenen Filtern.

Kamera Filter-Arten im Überblick

Es gibt fast unendlich viele verschiedene Kamera Filter am Markt. Die Range reicht vom Infrarotfilter für Schwarz-Weiß Aufnahmen, über Farbverlaufsfilter für die schönsten Sonnenuntergangsbilder bis hin zum Graufilter, der das einfallende Licht reduzieren kann. Die drei gängigsten Filterarten am Markt sind der UV, NV und der Polfilter. Was diese Kamera Filter können und für welche Motive Sie diese optimal einsetzen können, das haben wir im Folgenden noch mal näher für Sie beschrieben.

Der UV-Filter – schützt den Sensor und Objektiv

Der UV-Filter ist der wichtigste Kamera-Filter. In der digitalen Fotografie verändert er jedoch die Bilder nicht, sondern dient einzig dem Schutz. Zum einen verhindert er, dass schädigende UV-Strahlen durch das Objektiv auf den Sensor der Kamera fallen und dieser durch das Sonnenlicht beschädigt wird. Sein Hauptzweck ist aber, das Objektivglas vor Kratzern und anderen Beschädigungen zu schützen. Denn wenn das vordere Glas am Objektiv einen Kratzer abbekommt, kann die komplette Optik unbrauchbar werden – ziemlich ärgerlich, da ein Objektiv sehr teuer sein kann. Der UV-Filter kostet hingegen nur wenige Euro und kann einfach ausgetauscht werden.

Der Filter auf einem Kamera Objektiv hat einen Sprung
Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, schon ist es passiert: Die Kamera stößt gegen irgendwo gegen – wenn ein UV-Filter über dem Objektiv ist, wird dieses auch nach einem Zusammenstoß meist frei von Kratzern bleiben. (© 2016 Yiap See fat/Thinkstock)

Der ND-Filter – die Sonnenbrille für die Kamera

ND-Filter: Belichtungszeiten

Mit dem Graufilter können Sie die Belichtungszeiten verlängern. Um wie viel genau erfahren Sie hier:

  • Stärke: ND 0.3 = Verlängerung: x2
  • Stärke: ND 0.6 = Verlängerung: x4
  • Stärke: ND 0.9 = Verlängerung: x8
  • Stärke: ND 1.2 = Verlängerung: x16
  • Stärke: ND 1.5 = Verlängerung: x32
  • Stärke: ND 1.8 = Verlängerung: x64
  • Stärke: ND 2.0 = Verlängerung: x100
  • Stärke: ND 3.0 = Verlängerung: x1000


Der ND-Filter wird auch Graufilter genannt. Er verdunkelt das Bild. Warum das ein Vorteil sein kann? Ganz einfach: Die Belichtungszeit hängt stets davon ab, wie viel Licht die Kamera zur Verfügung hat. Das ist meist kein Problem, bei strahlendem Sonnenschein wird die Belichtungszeit einfach sehr kurz eingestellt, in der Abenddämmerung hingegen länger.
Doch es gibt Bilder, für die bedarf es einer längeren Belichtungszeit – unabhängig vom vorhandenen Licht. Wenn Sie etwa auf einem Foto festhalten möchten, wie Wasser fließt, brauchen Sie eine längere Belichtungszeit. Wird hingegen nur kurz belichtet, sieht das Wasser auf dem Foto eingefroren aus. Damit das Bild nun aber trotz der Helligkeit und der längeren Belichtung nicht einfach nur weiß wird, können Sie einen ND-Filter nutzen. Diesen gibt es in den verschiedensten Stärken. Je höher die Stärke, desto dunkler der Filter und desto länger auch die Belichtungszeit.

Ein weiterer Einsatzbereich dieses Filters ist übrigens das Filmen. Viele Digitalkameras erlauben es auch Videos zu drehen. Hierbei wird fast immer ein ND-Filter verwendet, um eine Überbelichtung zu vermeiden.

Kamera Filter ND
Dunkelt ab: Der ND-Filter wirkt wie eine Sonnenbrille für die Kamera. (© 2016 tigristiara/Thinkstock)

Der Polarisations-Filter – für schöne Kontraste

Intensive Farben und keine störenden Reflexionen – der Polarisations- oder kurz Pol-Filter ist der ideale Helfer, wenn Sie Landschaften oder Wasser fotografieren möchten. Das kleine Glas sorgt dafür, dass etwa eine Blumenwiese farbenfroher, ein blauer Himmel blauer und eine grüne Wiese grüner wird. Außerdem verhindert der Filter starke Spiegelungen, etwa wenn Seen oder Glas fotografiert werden sollen. Unerlässlich ist der Filter, wenn unter der Wasseroberfläche schwimmende Fische abgelichtet werden sollen.

Auch praktisch: Der Effekt des Filters ist schon beim Fotografieren sichtbar und wird am Filter selbst durch Drehen der eigentlichen Filterscheibe verstärkt oder abgeschwächt. Viele Sonnenbrillen arbeiten übrigens auch mit polarisiertem Glas. Werden sie getragen, wirkt der Himmel ebenfalls plötzlich blauer und das Meer leuchtet türkis.

Kamera Filter Polarisation
Macht den Himmel blauer und das Wasser türkiser, zumindest auf Fotos – der Pol-Filter bringt die Kontraste schön heraus und sorgt für Postkarten-Bilder. (© 2016 darksite/Thinkstock)

Kreative Effekte mit Kamera Filtern erzielen

Kamera-Filter können aber noch viel mehr: Werden sie aus farbigem Glas gefertigt, geben sie auch den Fotos einige Farbtupfer. Dazu können Sie die verschiedensten Filtersets kaufen oder einfach selbst kreativ werden. Möglichkeiten gibt es genug.

Um etwa solch ein Herzchenbild zu machen brauchen Sie nur etwas stabile Pappe, aus der Sie einen sogenannten Bokeh-Filter erstellen können. Schneiden Sie diese auf die Größe Ihres Objektivs zu und fügen Sie in die Mitte ein Loch in Herzform ein. Wenn Sie nun die Pappe mit etwas Klebeband am Objektiv Ihrer Kamera befestigen und eine Lichtquelle fotografieren, wird diese in Herzform auf Ihrem Foto erscheinen. Sollen wie hier mehrere Herzen auf dem Bild zu sehen sein, müssen auch mehrere Lichtquellen vor der Kamera sein, etwa eine Lichterkette.

Auch eine prima Idee: Schneiden Sie einen kleinen Weihnachtsbaum in die Pappe und knipsen Sie Ihren Weihnachtsbaum mit eingeschalteten Lichtern, so wird jedes als kleiner Baum dargestellt.

Kreativer Kamera Filter mit Herzen DIY
Auch solche Effekte können mit einem Filter erreicht werden. Dieser hier kann sogar ganz einfach selbst gebastelt werden. (© 2016 Suvan Chowdhury /Pexels)

Filter – viel mehr als nur ein kleines Glas

Filter sehen auf den ersten Blick aus, wie ein recht unwichtiges Kamera-Zubehör. Doch wenn Sie die kleinen Gläser regelmäßig vor Ihr Objektiv schrauben, werden Sie erkennen, was ein Filter alles aus Ihren Fotos herausholen kann: Ob klarere Kontraste, leuchtendere Farben oder rosa Herzen – Filter sorgen für tolle Effekte, Abwechslung und bessere Fotos. Und ganz nebenbei schützen Sie auch Ihr wertvolles Objektiv.

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