Das ist ärgerlich: Sie sitzen in einem Café, tippen eine wichtige E-Mail und plötzlich ist der Laptop-Akku leer. Schnell speichern geht gerade noch, weiter arbeiten aber nicht. Wie Sie solche Situationen vermeiden und aus Ihrem Windows-Notebook mehr Akkulaufzeit herausholen können, lesen Sie in diesen acht Tipps von UPDATED.

Schnelle Tipps für Anfänger

  1. Bildschirmhelligkeit anpassen
  2. Externe Datenträger und Geräte abschalten
  3. Intelligenteres Laden - so hat Ihr Rechner mehr davon

Tipps für Fortgeschrittene

  1. Unnötige Funktionen deaktivieren
  2. Programme im Hintergrund schließen
  3. Energiesparpläne starten und anpassen

Spezial-Tipps für Könner

  1. Hybrid-Grafik nur bei Bedarf einschalten
  2. Zeitpunkt für Warnmeldung bei niedrigem Akkustand ändern

Schnelle Tipps für Anfänger

1. Bildschirmhelligkeit anpassen

Neben der Festplatte und (falls vorhanden) dem DVD-Laufwerk verbraucht vor allem der Laptop-Monitor viel Strom. Wenn Sie die Bildschirmhelligkeit herunter dimmen, bis Sie die Inhalte gerade noch gut erkennen, können Sie daher viel Energie sparen und Ihren Laptop-Akku schonen. An vielen Orten, abgesehen von sonnigen Plätzen im Freien, reicht eine schwächere Leuchtstärke des Displays völlig aus, um alle Bildschirminhalte gut zu erkennen.

In der Regel gibt es auf jeder Laptop-Tastatur Funktionstasten, mit denen Sie die Helligkeit bequem regeln können. Diese Tasten sind je nach Hersteller verschieden beschriftet und gestaltet – meistens ist es ein kleines Sonnensymbol. In der Regel aktivieren Sie diese Tasten per Druck auf die Fn-Taste. “Fn” steht hierbei für “Funktion” oder “Function”. Wie Sie die Helligkeit an Ihrem Laptop regeln, können Sie der Bedienungsanleitung entnehmen.

2. Externe Datenträger und Geräte abschalten

Jedes an den Laptop angeschlossene oder angedockte Gerät erhöht den Stromverbrauch. Entfernen Sie daher nicht nur externen Laufwerke, sondern ziehen Sie ebenfalls USB-Sticks vom Gerät ab, wenn Sie diese gerade nicht benötigen. Ein großer Stromverbraucher ist auch die Maus, die Sie unterwegs einfach durch das Touchpad ersetzen können.

Laptop Akku schonen externe USB-Festplatte abschalten Tipps
Um unnötigen Stromverbrauch zu vermeiden, trennen Sie konsequent die Verbindung zu externen Speichergeräten, die Sie gerade nicht brauchen. (© 2016 PhotoBylove/Thinkstock)

3. Intelligenteres Laden – so hat Ihr Rechner mehr davon

Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass häufiges Laden dem Akku schaden könnte, ist dies bei modernen Laptops nicht mehr der Fall. Ein simpler, aber effektiver Tipp ist daher, Ihr Notebook bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu laden. Vermeiden sollten Sie jedoch, den Akku immer komplett mit neuer Energie zu füllen. Wenn Ihr Akku zu 70 Prozent geladen ist, haben Sie eine gute Lademarke erreicht. Ebenso ist es ungünstig, den Energiespeicher auf unter zehn Prozent zu leeren, weil die Batterie dadurch auf Dauer Schaden nehmen und die Lebensdauer verkürzt werden kann.

Wenn Sie das Laptop-Netzteil permanent verwenden, empfiehlt es sich, den Akku zu entfernen – wenn das bei Ihrem Laptop möglich ist – und kühl zu lagern. Uneins sind sich Fachleute darüber, ob die Energiezellen in den Kühlschrank müssen. Aber auch ein kühler Keller mit etwa 15 Grad reicht wohl dafür aus, die Alterung des Akkus zu verlangsamen. In jedem Fall sollten Sie den Energiespeicher fest in eine dichte Plastiktüte einpacken, um die Entstehung von Kondenswasser zu verhindern. Wenn Sie das Netzteil hingegen am Laptop angeschlossen lassen, führt dies zu einem leicht erhöhten Stromverbrauch. Die Lebensdauer des Akkus wird dadurch jedoch kaum verkürzt - denn die Lithium-Ionen-Akkus, die in allen modernen Notebooks verwendet werden, stoppen den Ladeprozess automatisch, wenn sie voll sind.

Tipps für Fortgeschrittene

1. Unnötige Funktionen deaktivieren

Wenn Sie abends im Dunkeln auf dem Balkon noch einen Brief tippen wollen, ist eine Hintergrundbeleuchtung der Tastatur praktisch – sie verbraucht aber auch viel Strom. Sollte Ihr Laptop über eine solche Funktion verfügen, dann schalten Sie das Tastaturlicht ab, wenn Sie es nicht unbedingt benötigen, um Energie zu sparen. Das geht bei Laptops mit beleuchteter Tastatur in der Regel über eine Funktionstaste, bei Laptops von Acer etwa ist dies die F9. Welche Taste es bei Ihrem Modell ist, entnehmen Sie der Bedienungsanleitung.

Bei niedrigem Akkustand sollten Sie ebenfalls, sofern nicht benötigt, Bluetooth und WLAN ausschalten. Beide Funktionen versuchen ständig eine Verbindung zu anderen Geräten herzustellen und verbrauchen dabei ebenfalls jede Menge Akkuleistung. Das Deaktivieren von Bluetooth oder WLAN geschieht leicht per Funktionstaste oder in der Systemsteuerung. Dazu klicken Sie fürs WLAN auf Start > Einstellungen > Netzwerk und Internet > WLAN und schalten dort das Funknetzwerk aus. Um Bluetooth zu deaktivieren, klicken Sie auf Start > Einstellungen > Geräte > Bluetooth und betätigen dort per Klick den Schiebeschalter.

2. Programme im Hintergrund schließen

Ebenso wie auf Smartphones laufen auch auf dem Laptop meist zahlreiche Programme im Hintergrund – oft, ohne dass der Nutzer dies bemerkt. Teilweise verbleibt von Anwendungen auch nach dem Beenden noch ein Rest aktiv – was den Akku ebenfalls belasten kann. Besonders Browser sind hier anfällig, weil sie über viele Zusatzprogramme (Add-Ons) verfügen, die manchmal auch dann noch laufen, wenn Sie eigentlich den Browser schon längst geschlossen haben. Um derartige Stromfresser aufzuspüren, verwenden Sie unter Windows 10 beispielsweise den Task Manager.

Anleitung: Programme per Taskmanager schließen

Halten Sie dazu erst die Tastenkombination STRG+ALT+ENTF gleichzeitig für einen Moment gedrückt.

Taskmanager starten Befehl
Wenn Sie die Kombination “STRG+ALT+ENTF” drücken, erscheint dieses Menü. Dort starten Sie per Mausklick den Task-Manager. (© 2016 UPDATED)

Im jetzt sichtbaren Menü klicken Sie auf Taskmanager, um das Programm zu starten, in dem Sie alle Programme und Prozesse sehen können, die auf Ihrem Computer laufen. Sollte dort eine Anwendung auftauchen, die Sie eigentlich schon beendet haben, können Sie auch die im Speicher verbliebenen Elemente entfernen. Solche Elemente können Sie daran erkennen, dass Programmsymbole eigentlich beendeter Programme noch sichtbar sind.

Taskmanager Windows 10 Programme
Im Task-Manager sind alle Programme und Prozesse aufgelistet, die gerade auf dem Computer aktiv sind. (© 2016 UPDATED)

Markieren Sie das Programm per Mausklick und klicken auf Task beenden. Keine Sorge: Programme, die Ihr Notebook dringend zum Betrieb benötigt oder in denen nicht gespeicherte Dokumente geöffnet sind, lassen sich auf diesem Weg nicht beenden – oder es erscheint eine entsprechende Warnung.

Um einen dieser Prozesse zu beenden, markieren Sie das gewünschte Programm mit der Maus. Danach klicken Sie auf “Task beenden”.
Um einen dieser Prozesse zu beenden, markieren Sie das gewünschte Programm mit der Maus. Danach klicken Sie auf “Task beenden”. (© 2016 UPDATED)

3. Energiesparpläne starten und anpassen

Windows 10 bietet auch vordefinierte Energiesparpläne: Dies sind Einstellungskombinationen, bei denen bestimmte Systemeinstellungen miteinander kombiniert werden, um den Energieverbrauch optimal zu regeln. Windows 10 ist normalerweise mit den drei folgenden Einstellungsmöglichkeiten ausgestattet:

  • Ausbalanciert
  • Energiesparmodus
  • Höchstleistung

Der “Ausbalanciert”-Modus stellt eine praktikable Mischung zwischen Einsparung und Leistung dar. Das Gerät arbeitet folglich zwar nicht mit allerhöchster Leistung und schaltet sich auch relativ schnell ab, wenn es nicht benutzt wird, aber so wird eben auch Energie gespart. Beim “Energiesparmodus” drosselt der Rechner einige Funktionen, wie etwa die Helligkeit des Displays und auch die Prozessorleistung. Viele Laptops schalten automatisch immer dann in einen energiesparenden Modus, wenn Sie vom Netz getrennt werden. Gut erkennen lässt sich dies etwa daran, dass dann der Bildschirm plötzlich dunkler wird. “Höchstleistung” bedeutet schließlich auch einen hohen Energieverbrauch, Sie können dann aber auch in allen Programmen mit dem Maximaltempo arbeiten.

Unter Windows 10 rufen Sie die Energiesparpläne auf über Start > Einstellungen > System > Netzbetrieb und Energiesparen. Dort klicken Sie dann auf Zusätzliche Energieeinstellungen, um das Einstellungsmenü Energieoptionen in der Systemsteuerung zu öffnen.

Eneergieoptionen Standardeinstellungen wiederherstellen
Um die Einstellungen für den Energiesparmodus zu ändern, klicken Sie im entsprechenden Menü erst auf “Netzbetrieb” und “Energiesparen” und dann auf “Zusätzliche Energieeinstellungen”. (© 2016 UPDATED)

Jeder dieser Energiesparpläne lässt sich sehr detailliert an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen. Die Voreinstellungen in Windows 10 sind prinzipiell aber für normale Benutzer ausreichend, Änderungen sind daher meist nicht nötig.

Energieeinstellungen Laptopakku optimieren
Wenn Sie tiefer in die Materie einsteigen möchten, geht das per Klick auf “Erweiterte Energieeinstellungen ändern”. (© 2016 UPDATED)

Wer dennoch einen Blick “unter die Haube” riskieren möchte, klickt dazu im Menü Energieoptionen auf Energieplaneinstellungen ändern > Erweiterte Energieeinstellungen ändern und dann auf ein + vor einer speziellen Einstellung. Haben Sie versehentlich etwas geändert und wollen die ursprüngliche Konfiguration wiederherstellen, geht das per Klick auf Standardeinstellungen wiederherstellen.

Eneergieoptionen Standardeinstellungen wiederherstellen
Klicken Sie auf das + vor dem Namen, um eine Detaileinstellung zu modifizieren. Wenn Sie alles rückgängig machen möchten, geht das per Klick auf “Standardeinstellungen wiederherstellen”. (© 2016 UPDATED)

Was bringen mir die Akku-Sparpläne der Hersteller?

Verschiedene Hersteller wie beispielsweise Lenovo, Asus oder Dell installieren auf ihren Geräten noch besser an die jeweilige Hardware angepasste Energiesparpläne. Bei Lenovo nennt sich dieser beispielsweise “Energy Saver”, bei Asus “Quiet Office”.

Sollten Sie einen derartigen Laptop besitzen, lohnt es sich in jedem Fall, den Sparplan des Herstellers zu testen. Erst dann lässt sich – auch bezogen auf die jeweilige Nutzung des Geräts – genauer einschätzen, wie viel der spezielle Hersteller-Modus noch an Akkulaufzeit herauskitzeln kann.

Vorteil ist in jedem Fall, dass Sie den Sparmodus in der Regel bequem mit der Funktionstaste Fn plus der jeweiligen Spar-Taste erreichen.

Spezial-Tipps für Könner

1. Hybrid-Grafik nur bei Bedarf einschalten

Manche Notebooks besitzen zusätzlich zum fest eingebauten Grafikchip eine besondere Grafikkarte, auch bekannt als “Hybrid-Grafik”. Dadurch bringen die Geräte etwa bei Spielen mehr Leistung. Wer Strom sparen und den Laptop-Akku schonen möchte, kann auf diese zusätzliche Grafik-Power auch verzichten und die stromhungrige zusätzliche Grafikkarte deaktivieren.
Bei Produkten des Herstellers Nvidia etwa geschieht dies über die Nvidia-Systemsteuerung. Wenn Sie dort die Einstellung Integrierte Grafiken wählen, bleibt die Grafikkarte ausgeschaltet. Sie können allerdings Ausnahmen festlegen. Radeon-Grafikkarten von AMD dagegen erfordern meist eine manuelle Deaktivierung im Gerätemanager der Systemsteuerung.

2. Zeitpunkt für Warnmeldung bei niedrigem Akkustand ändern

Bei welchem Ladestand Sie Ihr Notebook vor dem Ende der Akkulaufzeit warnt, ist unter Erweiterte Einstellungen festgelegt. Um etwas länger mit dem Notebook arbeiten zu können, lässt sich dieser Wert verändern. Im Abschnitt Akku finden Sie unter Niedrige Akkukapazität den Prozentwert, bei dem die erste Warnung angezeigt wird. Sie können diesen Wert Ihren Wünschen anpassen – oder auch die Warnung komplett abschalten. Noch wichtiger ist aber der Wert bei Kritische Akkukapazität. Wenn der Energiespeicher nur noch über den dort angezeigten Wert verfügt, löst Windows sofort eine entsprechende Aktion aus. Diese legen Sie bei Aktion bei kritischer Akkukapazität fest. In der Regel stehen die Optionen Ruhezustand oder Herunterfahren zur Wahl. Wer etwas mehr Zeit braucht, bevor Windows bei niedrigem Akkustand aktiv wird - um beispielsweise wichtige, noch offene Dokumente abzuspeichern - kann den Wert für die Kritische Akkukapazität reduzieren.

Es kann sein, dass dies bei einigen Notebooks nicht funktioniert, weil der Hersteller diesen Wert auf fünf Prozent festgelegt hat. In diesem Fall können Sie die kritische Akkukapazität unter Windows 10 wie folgt reduzieren:

  • Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Start und dann auf Eingabeaufforderung (Administrator).
  • Wenn Sie den Wert für das kritische Level etwa auf drei Prozent ändern wollen, geben Sie folgenden Befehl ein:

powercfg -setdcvalueindex SCHEME_CURRENT SUB_BATTERY BATLEVELCRIT 3

  • Nach einem Neustart des Laptops sollten Sie nun “3” beim Wert für die kritische Akkukapazität eingeben können. Damit lassen sich vermutlich immerhin einige Minuten Akkulaufzeit gewinnen. Aber Vorsicht: Wenn Sie diesen Wert zu klein einstellen, geht das Notebook einfach aus, wenn es den Strom aufgebraucht hat. Zeit zum Speichern bleibt dann nicht mehr.

Endlich mehr Akkulaufzeit für den Laptop

Wenn Sie die UPDATED-Tipps zum Energiesparen beherzigen, sollten Sie die Akkulaufzeit Ihres Laptops deutlich steigern können. Dann tippen Sie nicht nur beruhigt Ihre E-Mail zu Ende, sondern haben auch noch genug Energie, um sich im Café die neuesten Facebook-Fotos und -Videos von Ihren Freunden anzuschauen.

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