Mit macOS High Sierra veröffentlicht Apple im Herbst 2017 das neue Betriebssystem für seine Mac-Rechner. Der Name ist Programm: Der Vorgänger macOS Sierra soll damit auf ein neues Niveau gehoben werden. Das bedeutet: Höhere Leistung, mehr Sicherheit – und die nächsten Schritte in Richtung Virtual Reality. Was ist dran am beziehungsweise drin im Betriebssystem macOS High Sierra? Hier finden Sie die wichtigsten Neuerungen.

Bessere Performance, höhere Sicherheit: Das neue Dateisystem AFPS

Die Abkürzung APFS (Apple File System) bezeichnet das Dateisystem von Apple, also das Programm, dass das Zusammenspiel von Betriebssystem und abgelegten Dateien – etwa auf der Festplatte – organisiert. So können der Nutzer oder einzelne Programme auf die Dateien zugreifen, sie verändern oder löschen.
Mit macOS High Sierra schickt Apple sein bisheriges Dateisystem namens HFS+ in Rente. APFS ist ein 64-Bit-Dateisystem, das speziell für Flashspeicher wie in SSD-Festplatten oder USB-Sticks entwickelt wurde. Es verfügt über Technologien, mit deren Hilfe Dateien besonders schnell kopiert werden können. Außerdem werden die Metadaten hinter den Dateien nicht mehr in einem zentralen Katalog, sondern an verschiedenen Stellen abgelegt. Hinzu kommen eine integrierte Verschlüsselung, ein vereinfachtes Backup-System sowie ein erweiterter Schutz vor Abstürzen. Das Ergebnis dürften eine bessere Performance und eine höhere Sicherheit sein.

Schöner spielen: Metal 2 macht’s möglich

Metal 2 ist die Schnittstelle zwischen dem Mac-Prozessor und der Grafikkarte. Die Grafiktechnologie bei Metal 2 soll dabei zehnmal schneller arbeiten als beim Vorgänger Metal. App-Entwickler können ihre Spiele also noch rasanter und detailreicher gestalten. Zudem kann macOS über Metal 2 auch externe Grafikkarten ansprechen, die je nach Modell mehr Leistung bieten als die Mac-interne Grafikkarte. Damit würde das Gameplay noch flüssiger und spektakulärer.

macOS High Sierra Metal 2 Da Vinci
Mit Metal 2 steht mehr Grafikleistung für rasante Spiele oder die Erstellung aufwendiger Animationen und Filme zur Verfügung. (© 2017 scyther5 / Thinkstock)

4K-Videos: Weniger Speicherplatzbedarf ohne Qualitätsverlust

Für die großen Datenmengen bei den hochauflösenden 4K-Videos wurde der Kompressionsstandard HEVC (High Efficiency Video Coding), auch H.265 genannt, entwickelt. Damit benötigen Dateien bis zu 40 Prozent weniger Speicherplatz als beim Vorgänger H.264, ohne dass sie an Qualität einbüßen. Dank spezieller Hardware-Beschleunigung werden die Videos auf neueren Macs dazu sogar besonders schnell abgespeichert.
Für HEVC benötigen Sie allerdings einen Mac mit einem Intel-Prozessor der sechsten Generation oder neuer. Den finden Sie in folgenden Geräten:

  • iMac 27’’: ab Ende 2015 oder neuer
  • iMac 21,5’’: ab 2017 oder neuer
  • MacBook: ab Anfang 2016 oder neuer
  • MacBook Pro: ab Ende 2016 oder neuer

Andere Welten: Unterstützung von Virtual-Reality-Headsets

Virtual Reality ermöglicht das Wandern durch virtuelle Welten – und genau dafür schafft macOS High Sierra jetzt auf dem Mac die technologische Grundlage. Mit einer VR-Schnittstelle können Entwickler und Hersteller künftig ihre Produkte Mac-fähig machen. Zu den ersten kompatiblen Headsets gehört die HTC Vive. Doch die VR-Optionen beschränken sich nicht nur auf Headsets. Auch die Software wie etwa das Videoschnitt-Programm Final Cut Pro x soll zukünftig 360-Grad-Inhalte importieren und verarbeiten können.

Diese Geräte sind mit macOS High Sierra kompatibel

macOS High Sierra hat dieselben Systemvoraussetzungen wie sein Vorgänger macOS Sierra. Das bedeutet, wenn Ihr Mac bereits mit dem Vorgänger ausgestattet ist, können Sie ein Update vornehmen und der Rechner sollte problemlos damit zurechtkommen.

Diese Geräte laufen mit macOS High Sierra:

  • iMac: ab Ende 2009 und neuer
  • MacBook/MacBook (Retina): ab Ende 2009 und neuer
  • MacBook Pro: ab Mitte 2010 und neuer
  • MacBook Air: ab Ende 2010 und neuer
  • Mac Mini: ab Mitte 2010 und neuer
  • Mac Pro: ab Mitte 2010 und neuer
  • iMac Pro: ab 2017

Schluss mit Tracking: Mehr Privatsphäre beim Surfen mit Safari

Ein Fall, wie er bislang häufig vorkommt: Sie sehen sich in einem Webshop einen Artikel an und bekommen später auf einer ganz anderen Webseite eine Anzeige für eben diesen Artikel präsentiert. Das sogenannte Tracking, das Ihr Surfverhalten protokolliert und damit solche individualisierte Werbung möglich macht, soll mit macOS High Sierra ein Ende haben. Denn der Apple-Standardbrowser Safari bekommt einen speziellen Trackingschutz, der die Datensammlung verhindert. Daneben wird das automatische Abspielen von Videos, etwa bei Facebook, unterbunden.

“Fotos”-App: Schlanker, übersichtlicher, kreativer

Gleich mehrere Neuerungen erhält die “Fotos”-App. Zum einen sollen eine verbesserte Seitenleiste und weniger “Alben”-Kategorien für mehr Übersichtlichkeit sorgen. Zum anderen bringt macOS High Sierra neue, umfangreiche Optionen für die Fotobearbeitung, unter anderem feinere Kontrasteinstellungen und Farbanpassungen. Bei den Live Fotos fordern Effekte die Kreativität heraus. Wer noch weitere Änderungen vornehmen will, kann Programme wie Photoshop & Co. direkt innerhalb der App starten und die bearbeiteten Fotos gleich dort speichern.

macOS High Sierra Fotos
macOS High Sierra vereinfacht die Verwaltung und die Bearbeitung der Aufnahmen in der “Fotos”-App. (© 2017 g-stockstudio / Thinkstock)

Spotlight-Suche: Jetzt mit Wikipedia und Fluginformationen

Die Spotlight-Suche hatte sich auch bislang nicht nur auf die gespeicherten Dateien beschränkt, sondern auch Systemeinstellungen, E-Mails oder besuchte Internetseiten eingeschlossen. macOS High Sierra ermöglicht in Zukunft eine noch umfangreichere Suche. Suchen Sie etwa nach einem Begriff, zu dem es mehrere Definitionen gibt, zeigt Spotlight auch mehrere Wikipedia-Einträge an. Außerdem kann das System die Informationen noch besser verknüpfen, zum Beispiel bei der Eingabe einer Flugnummer diese als solche erkennen und selbstständig die Abflugzeit, die Flugroute oder Verspätungen herausfinden.

Neue Stimme für Siri

Mit iOS 11, dem Betriebssystem für iPhone und iPad, bekommt die Sprachassistentin Siri eine neue Stimme, die natürlicher und menschlicher klingen soll. Per Machine-Learning soll Siri “ihre” Aussprache zudem kontinuierlich verbessern.

Mehr Cloud-Speicher zum gleichen Preis für Abonnenten

Bislang standen allen Nutzern von iCloud für einen monatlichen Beitrag von 10 Euro 1 Terabyte zur Verfügung. Mit iOS 11 und macOS High Sierra rüstet Apple den verfügbaren Speicherplatz um ein weiteres Terabyte auf – der Preis bleibt derselbe.

Der Mac macht sich fit für moderne Techniken

Mit dem Betriebssystem macOS High Sierra stellt Apple die Weichen, damit der Mac den Anforderungen der modernen Technik gewachsen ist. So ist das Dateisystem APFS flexibler und sicherer als der Vorgänger mit seinem zentralen Datenkatalog. Zudem liefert macOS High Sierra leistungsfähige Schnittstellen für Grafikkarten oder VR-Headsets. Schlankere und flexiblere Apps sowie ein erhöhter Datenschutz runden die Neuerungen ab. Der Mac kann damit einmal mehr beweisen, dass der Desktop noch lange nicht zum alten Eisen gehört.

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