Urlaubsreisen, Kindergeburtstage, Familienfeiern – früher wurde das alles gern auf MiniDV-Kameras aufgenommen. Sollen die alten Kassettenbänder langsam aussortiert werden, die Erinnerungen aber erhalten bleiben, lohnt sich das Digitalisieren der Filme. UPDATED erklärt dir, mit welcher Technik und welchen Schritten das alte Material digitalisiert und für die Zukunft gesichert wird.

Schritt 1: Benötigte Hardware zusammenstellen

Bevor du mit dem Digitalisieren deiner MiniDV loslegen kannst, benötigst du vorab bestimmte technische Hilfsmittel, um das Filmmaterial auf den Computer zu übertragen.

Übrigens: Streng genommen handelt es sich nicht direkt um eine Digitalisierung, sondern um einen Kopiervorgang. Obwohl MiniDV-Technik Material auf einem Magnetband festhält, erfolgt die Speicherung digital – und nicht analog wie bei der VHS-Technik.

Folgende Hilfsmittel brauchst du für die Übertragung:

  • Abspielgerät: Von Vorteil ist es, wenn du noch den Camcorder hast, mit dem das Material erstellt wurde. Dann ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass der Film optimal abgespielt wird. Das gilt insbesondere dann, wenn im Longplay-Modus aufgenommen wurde. Denn dieser ist bei jedem Gerät unterschiedlich. Alternativ kannst du es mit einer anderen MiniDV-Kamera oder einem stationären Abspielgerät versuchen.Wichtig: Das ausgewählte Gerät benötigt eine FireWire-Buchse für den Anschluss eines FireWire-Kabels zur schnellen Datenübertragung.
  • FireWire-Kabel: Das FireWire-Kabel ist notwendig für die Verbindung zwischen dem Abspielgerät und einem Computer. Da es Kabel mit unterschiedlichen Steckergrößen gibt, prüfe vorab an beiden Geräten, welche Anschlüsse passen.
  • Computer: Ein PC mit FireWire-Anschluss oder ein Mac mit FireWire-Adapter für den Thunderbolt-Anschluss dient als “Empfangsstation” der abgespielten Filme und als dein Werkzeug für die Speicherung und Bearbeitung. Der Computer sollte zudem ausreichend Speicherkapazität haben: Fünf Minuten übertragenes Videomaterial brauchen durchschnittlich ein Gigabyte Speicherplatz.

Tipp: Bei neueren Computern ist oft kein FireWire-Anschluss mehr verbaut. In diesem Fall lässt sich ein PC mit einer FireWire-Steckkarte für das Mainboard aufrüsten. Für Laptops  gibt es Erweiterungen für den Kartensteckplatz.

Für die schnelle und einwandfreie Übertragung der Filmdaten ist FireWire die beste Lösung
Wichtiges Zubehör: FireWire-Kabel übertragen die Daten vom MiniDV-Abspielgerät zum Computer. (© 2018 okandilek / Thinkstock)

Schritt 2: Übertragung der MiniDV-Filme auf einen Computer

Die technischen Hilfsmittel stehen alle bereit? Dann geht es jetzt ans Eingemachte. Mit den folgenden Schritten überträgst du den Film vom Abspielgerät auf deinen Computer:

  1. Verbinde beide Geräte mit dem FireWire-Kabel. Schließe dafür das Kabel am Camcorder oder Abspielgerät an der entsprechenden Buchse an. Die Bezeichnung des Anschlusses lautet meist DV oder DV out.Hinweis: Camcorder und PC sollten bei diesem Schritt noch ausgeschaltet sein.
  2. Suche nun am Computer das entsprechend Gegenstück des FireWire-Anschlusses und stecke das andere Kabelende in die Buchse ein.
  3. Schalte die Geräte an und starte den Abspielvorgang für die Kassette im Camcorder oder im MiniDV-Abspielgerät. Der Film wird nun direkt ohne den Einsatz eines zusätzlichen Programms als (unkomprimiertes) digitales Datenmaterial auf den Computer übertragen und dort gespeichert.

Auf einem PC erfolgt die Speicherung meist im Format AVI (.avi), bei einem Mac als MOV (.mov). Nach der vollständigen Übertragung ist die wesentliche Arbeit getan.

Schätze schützen: So lagert man Mini-DV-Kassetten richtig

Deine MiniDV-Kassetten sollen “analog” bleiben und dir noch lange Freude machen? Dann schütze sie vor allem vor Wärme und Feuchtigkeit. Denn beides beschädigt die Bindemittelschicht der Magnetbänder und verursacht so einen klebrigen Abrieb. Unsere Tipps für eine geeignete Lagerung:

  • Filmbänder komplett zurückspulen
  • Bei einer kühlen Temperatur von 8° bis 12° C lagern
  • Trocken bei max. 20 Prozent Luftfeuchtigkeit lagern
  • Vermeidung von direktem Sonnenlicht/UV-Strahlung

Schritt 3: Film nachträglich bearbeiten

Der Film ist nun digital auf deinem PC und prinzipiell sofort abspielbar. Du hast aber auch die Möglichkeit, Änderungen am Material vorzunehmen oder es auf ein anderes Medium zu überspielen:

  • Um den Film zu bearbeiten, benötigst du ein Schnittprogramm, das beispielsweise Kürzungen oder das Hinzufügen von Musik oder Bildeffekten ermöglicht. Oft sind auf den Computern entsprechende Programme vorinstalliert, die zumindest wichtige Grundfunktionen bieten.Tipp: Hast du kein vorinstalliertes Videobearbeitungsprogramm, hilft dir der Ratgeber Videos schneiden mit Windows 10: Fünf Programme für tolle Videos, ein entsprechendes Tool auszusuchen.
  • Unter Umständen ist die Konvertierung des Films in andere Dateiformate interessant für dich. Bleiben die bewegten Bilder beispielsweise auf einem Datenträger mit großer Kapazität (Festplatte/USB-Stick), wird meist viel Speicherplatz benötigt. Das Speichern auf einer DVD oder das Hochladen auf Internetplattformen wie YouTube dagegen benötigt Filmformate, die das Material stark komprimieren.Tipp: Worauf du beim Konvertieren achten solltest und welche Programme dazu geeignet sind, erklärt dir der Ratgeber Videoformat ändern - Programme für das Umwandeln von Videodateien.
MiniDV wird in der Hand gehalten und anschließend am PC digitalisiert
Mischtechnik: MiniDV verwendet als Speicher ein analoges Magnetband, zeichnet darauf aber digital auf. Daher ist eine direkte Datenübertragung vom Band auf einen Computer möglich. (© 2018 AdrianHancu / Thinkstock)

Digitalisieren lohnt sich

Es ist zugegeben etwas Aufwand nötig, um Filme von der MiniDV-Kassette auf einen Computer zu bringen. Aber die Arbeit lohnt sich. Die Qualität der Kassettenbänder verschlechtert sich kontinuierlich und irgendwann sind die einzigartigen Aufnahmen unwiederbringlich verloren. Ihre Übertragung auf einen Computer kann sie zukunftssicher retten. Dann lassen sich Filme in aktuellen Formaten auf besseren Datenträgern speichern und durch nachträgliches Bearbeiten optimieren.

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