Die Office-Lösungen von Microsoft sind für die meisten PC- und Mac-Nutzer noch immer die erste Wahl, aber in der Regel auch mit Kosten verbunden. Und das weitestgehend unabhängig davon, wie häufig und ausgeprägt Sie Word, Excel und Co. tatsächlich nutzen. Welche Alternativen es gibt, was sie können und kosten, klärt unser Ratgeber.

Die Referenz: MS Office

Microsoft Office ist eine Software-Suite (Zusammenstellung einzelner Programme) von Microsoft. Die Suite wird in verschiedenen Versionen und Abonnements sowohl für Windows als auch macOS angeboten. MS Office umfasst je nach Variante unterschiedliche Anwendungen. Die wichtigsten darunter sind Folgende:

  • Word: Textverarbeitungsprogramm zum Erstellen und Bearbeiten von Dokumenten
  • Excel: Tabellenkalkulationsprogramm zum Ordnen, Analysieren und Visualisieren von Daten
  • PowerPoint: Software zum Erstellen und Bearbeiten von Präsentationen
  • Access: Datenbankmanagementsystem
  • Outlook: Programm zum Organisieren von Mails, Terminen, Aufgaben und Notizen
  • OneNote: Digitales Notizbuch zum Erstellen und Verwalten von Notizen

In ihrem jeweiligen Bereich haben sich diese Software-Lösungen als Standard etabliert, und zwar sowohl im heimischen Büro als auch in vielen Unternehmen und Behörden.

Für den Heimgebrauch bietet Microsoft Office folgende vier Varianten an:

  1. Office 365 Home: Lizenz für fünf PCs oder Macs und mobile Geräte mit iOS, Android oder Windows (Kosten: 10 Euro/Monat oder 99 Euro/Jahr)
  2. Office 365 Personal: Lizenz für einen PC oder Mac, ein Tablet und ein Smartphone (Kosten: 7 Euro/Monat oder 69 Euro/Jahr)
  3. Office Home & Student 2016: Lizenz für einen Windows PC (Kosten: 149 Euro)
  4. Office Home & Student 2016 für Mac: Lizenz für einen Mac mit OS X 10.10 oder neuer (Kosten: 149 Euro)

Die Office 365-Angebote umfassen jeweils ein 1-Jahres-Abonnement, das sich jedoch in der Regel automatisch verlängert. Sie zahlen dabei wahlweise monatlich oder jährlich.

Über den genauen Programmumfang der einzelnen Lizenzen informiert Sie der Microsoft Store.

OpenOffice – Die erste Wahl bei den Office-Alternativen

OpenOffice ist der Klassiker unter den Alternativen. Die Software von Apache dürfte sogar vielen Computernutzern bekannt sein, die sich bisher wenig mit diesem Themenfeld auseinandergesetzt haben. OpenOffice ist neben Windows auch für macOS und Linux kostenlos erhältlich. Die Benutzeroberfläche ähnelt sehr stark jener von MS Office – das verhindert größere Eingewöhnungsprobleme. Es zeichnet sich vor allem durch seinen modularen Aufbau aus. So kommt die Grundversion beispielsweise ohne umfangreiche Vorlagensammlung und zahllose Schriftarten daher, kann aber bei Bedarf erweitert werden.
Die OpenOffice-Suite besteht aus je einem Programm zur Textverarbeitung, zur Tabellenkalkulation, zur Erstellung von Präsentationen sowie zum Zeichnen. Mit an Bord ist zudem eine Datenbanklösung und ein sogenannter Editor für mathematische Formeln. OpenOffice erstellt folgende OpenDocument-Dateien:

  • OpenDocument Text (Dateiendung .odt)
  • OpenDocument Presentation (.odp)
  • OpenDocument Spreadsheet (.ods)
  • OpenDocument Graphics (.odg)
  • OpenDocument Formula (.odf)
  • OpenDocument Datenbank (.otg)

Die meisten Microsoft-Formate lassen sich problemlos mit OpenOffice öffnen und bearbeiten. In einigen Fällen kann es dabei jedoch zu fehlerhaften Layout-Darstellungen kommen. Doch zumeist lässt sich das mit ein wenig Aufwand schnell beheben, indem Sie die betreffenden Passagen erneut manuell formatieren.

Sie können Ihre mit OpenOffice erstellten Dateien auch direkt im entsprechenden MS Office-Format (beispielsweise .doc oder .ppt) abspeichern. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn die Datei später von Ihnen oder einer anderen Person mit einem Programm aus dem MS-Office-Portfolio geöffnet werden soll. Auf diese Weise verhindern Sie fehlerhaft dargestellte Formatierungen.

OpenOffice ist kostenlos für Windows und Mac OS erhältlich, und das ohne Funktionseinschränkungen und auf Wunsch vollständig in deutscher Sprache.

Die Vor- und Nachteile von OpenOffice auf einen Blick:

+ Kostenlos für gängige (Computer-)Betriebssysteme
+ Programmpaket deckt alle wichtigen Anforderungen ab
- Beim Öffnen von OpenOffice-Dateien in Microsoft Office kann es vorkommen, dass Formatierungen fehlerhaft dargestellt werden.

Office Programme OpenOffice
OpenOffice bietet sechs einzelne Software-Lösungen für unterschiedliche Aufgabengebiete. (© 2017 UPDATED)

LibreOffice – Das bessere OpenOffice?

LibreOffice geht im Grunde auf OpenOffice zurück und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Der Vorteil gegenüber seinem engen Verwandten betrifft vor allem die Versorgung mit Updates – LibreOffice wird tendenziell häufiger mit Verbesserungen und neuen Funktionen versorgt.

Auch für diese komplett kostenlose Office-Alternative stellen viele Fremd-Formate kaum Probleme dar. Sie können Ihre Projekte mit der Software sogar direkt in den modernen Microsoft-Formaten, etwa DOCX (Word), XLSX (Excel) und PPTX (Powerpoint), speichern. LibreOffice selbst nutzt die gleichen OpenDocument-Dateien wie OpenOffice.

Bei den Entwicklern von LibreOffice kommen sogar die mobilen Nutzer nicht zu kurz. So bieten sie einen offiziellen LibreOffice Viewer für Android-Geräte im Play Store an. Damit lassen sich Dokumente öffnen, betrachten und auf Wunsch (durch manuelle Aktivierung der Funktion) bearbeiten.

Die Vor- und Nachteile von LibreOffice auf einen Blick:
+ Kostenlos für gängige (Computer-)Betriebssysteme
+ Offizielle App für Android-Geräte verfügbar
+ Funktionsumfang auf einem Niveau mit OpenOffice und MS Office
+ Aktive Produktpflege durch regelmäßige Updates
- Ähnlich wie bei OpenOffice kann es zu fehlerhaften Formatierungen bei MS Office-Dokumenten kommen.

SoftMaker Office 2016 – Office-Alternative in drei Versionen

Die Office-Alternative des Softwareentwicklers SoftMaker wird in zwei kostenpflichtigen sowie einer kostenlosen Version angeboten. Dabei überzeugt bereits die kostenlosen Variante FreeOffice mit praktischen Vorlagen und einer beinahe uneingeschränkten Kompatibilität zu allen gängigen Office-Formaten. Die modernen MS Office-Formate DOCX, XLSX und PPTX können ohne Probleme geöffnet und bearbeitet werden. Sie müssen diese Dokumente jedoch in einem anderen Format speichern. Zur Auswahl stehen unter anderem auch die älteren MS Office-Dateiformate DOC, XLS und PPT. Außerdem haben Sie mit FreeOffice die Möglichkeit, Textdokumente in das EPUB-Format zu bringen. Auf diese Weise erzeugen Sie schnell und einfach E-Books.

Zum Umfang der Suite zählen die einzelnen Programme TextMaker, PlanMaker und Presentations. Kompatibel ist das Programmpaket zu Windows- und Linux-Rechnern. Mac-Systeme bleiben dagegen außen vor. Als FreeOffice Mobile ist es zudem kostenlos auf Android-Geräten einsetzbar.

Mit den kostenpflichtigen Versionen SoftMaker Office Standard und SoftMaker Office Professional (jeweils zeitlich unbegrenzte Lizenz für drei Computer) können Sie die modernen Microsoft-Formate sogar verändern und im gleichen Format abspeichern. Außerdem bringen diese unter anderem eine zusätzliche Rechtschreibprüfung (Office Professional sogar mit Duden Korrektor, großem Fremdwörterbuch und vier Langenscheidt-Wörterbüchern) sowie ein integriertes Synonymwörterbuch mit. Zugang zur Standard-Variante erhalten Sie für 69,95 Euro, Office Professional schlägt mit 99,95 Euro zu Buche.

Wichtig zu wissen ist: SoftMaker FreeOffice kann kostenlos heruntergeladen werden, dafür ist aber eine (ebenfalls kostenlose) Registrierung nötig.

Office Programme FreeOffice
Damit Sie FreeOffice herunterladen können, müssen Sie sich kostenlos registrieren. (© 2017 FreeOffice/ UPDATED)

Die Vor- und Nachteile von SoftMaker FreeOffice auf einen Blick:
+ Drei unterschiedlich ausgestattete Versionen für Computer verfügbar – darunter eine kostenlose
+ Alle gängigen Office-Dateitypen werden unterstützt.
+ Auch Apps für Android werden angeboten
- Die neueren MS Office-Dateiformate (DOCX etc.) lassen sich in der kostenlosen Variante nur ansehen, nicht speichern
- Keine Kompatibilität zu Betriebssystemen von Apple

Apple iWork – Apples Office-Alternative

Apple iWork ist auf neueren Systemen von Apple ab Werk vorhanden und folglich dort eher Standard als Alternative. Die iWork-Suite beinhaltet die Programme

  1. Pages (Textverarbeitung)
  2. Keynote (Präsentationen)
  3. Numbers (Tabellenkalkulation)

und ist ausschließlich für Betriebssysteme von Apple verfügbar – dort jedoch sowohl für macOS als auch für das mobile Betriebssystem iOS.

Gegenüber anderen Office-Paketen kann iWork Apple-typisch vor allem mit einem intuitiven Bedienkonzept und aufgeräumten Oberflächen punkten. Dafür müssen Sie hingegen beim Funktionsumfang Abstriche machen. Besitzen Sie aber ein kompatibles Gerät von Apple und wollen ohnehin weniger aufwendige Dokumente erstellen und bearbeiten, können Sie getrost auf umfangreichere Alternativen verzichten.

Zudem gibt es die Möglichkeit, eine internetbasierte Variante von iWork zu nutzen. Vorausgesetzt, Sie verfügen über einen iCloud-Zugang, können Sie auf diesem Wege bequem online auf die Office-Lösungen von Apple zugreifen.

Die Vor- und Nachteile von Apple iWork auf einen Blick:
+ Überzeugendes Bedienkonzept
- Eingeschränkter Funktionsumfang
- Nur für macOS und iOS verfügbar

Google Drive – Die Online-Alternative

Sofern Sie über ein Benutzerkonto für Google Drive (Cloud-Speicherdienst von Google) verfügen, können Sie auch kostenlos auf Google Docs, Google Tabellen und Google Präsentationen zugreifen und diese ähnlich wie herkömmliche Office-Programme nutzen.

Einer der größten Vorteile dieser Variante ist, dass es grundsätzlich keine Einschränkungen hinsichtlich des zu verwendenden Betriebssystems gibt. Einzige Voraussetzung ist ein aktueller Browser, der den Zugriff auf die Google-Dienste ermöglicht.

Einen Google-Account können Sie sich kostenlos erstellen. Im Zuge dessen erhalten Sie 15 GB Speicher in der Google Cloud gratis. Der ist auch nötig, da alle Dokumente automatisch in der Datenwolke von Google gespeichert werden. Dadurch erhalten Sie von verschiedenen Systemen Zugriff auf Ihre Dokumente. Außerdem können Sie parallel mit anderen an einem Dokument arbeiten und jederzeit einsehen, wer welche Veränderungen vorgenommen hat.

Wenn Sie dennoch auch offline an Ihren Dokumenten arbeiten wollen, stehen dafür passende Erweiterungen für Chrome (den Browser von Google) bereit.

Die Vor- und Nachteile von Google Drive auf einen Blick:
+ Cloud-basiert: Zugriff auf Dokumente von nahezu jedem Computer oder mobilem Endgerät mit Internetzugang
+ Mehrere Personen können an einem Dokument arbeiten, ohne an einen gemeinsamen Ort gebunden zu sein
- Sämtliche Daten werden auf Servern von Google hinterlegt

OOo4Kids: Arbeits-Software für Kids

OOo4Kids besteht aus Textverarbeitung, Präsentationssoftware, Tabellenkalkulation und einem Programm zum Anfertigen von Zeichnungen. Es basiert auf OpenOffice und wurde speziell den Bedürfnissen und Fähigkeiten von Kindern angepasst. Auffällig sind beispielsweise die großen Symbole und die vergleichsweise farbenfrohe Aufmachung. Der Funktionsumfang wurde zudem auf das Wesentliche reduziert, um den Einstieg noch einfacher zu machen. Bei Bedarf können Sie jedoch auch Erweiterungen in Anspruch nehmen.

Die Vor- und Nachteile von OOo4Kids auf einen Blick:
+ OpenOffice mit kindgerechter Oberfläche und vielen Features
- Geringerer Funktionsumfang als OpenOffice

Disclaimer
Die OTTO (GmbH & Co KG) übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Aktualität, Vollständigkeit, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der auf updated.de zur Verfügung gestellten Informationen und Empfehlungen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die offiziellen Herstellervorgaben vorrangig vor allen anderen Informationen und Empfehlungen zu beachten sind und nur diese eine sichere und ordnungsgemäße Nutzung der jeweiligen Kaufgegenstände gewährleisten können.