Mit Smartphones und Tablets brach ein neues Zeitalter an und Desktop-PCs wurden immer mehr verdrängt. Hinzu kamen neue Technologien, die besonders bei Notebooks Einzug hielten und somit den heimischen PC noch stärker in den Hintergrund rücken ließen. Doch besonders für Spieler, Fotografen oder Videobearbeiter sind vollwertige Computer heute noch das wichtigste Instrument, da sie die meiste Leistung bieten. Zudem ist das Wechseln von defekten oder langsamen Komponenten wesentlich einfacher als bei Notebooks. Möchten Sie die Leistung eines Smartphones oder Tablet-PCs erhöhen, ist dies ausschließlich durch den Kauf eines neuen Gerätes möglich. Desktop-PCs bieten Ihnen somit die meiste Leistung und die größte Flexibilität, auch wenn sie nicht mobil sind.

Damit Sie den Computer erhalten, den Sie möchten, zeigen wir Ihnen in diesem Ratgeber, wie Sie einen Computer selbst zusammenstellen und danach die einzelnen Teile zusammensetzen.

Warum einen PC selber zusammenstellen?

Der Vorteil einer eigenen Zusammenstellung ist vor allem die Freiheit, über alle Komponenten selbst zu entscheiden. Neben dem Gehäuse, das nicht nur das Aussehen prägt, sondern auch über die Kühlung bestimmt, wählen Sie die Geschwindigkeit selbst, entscheiden über den Speicherplatz und haben Einfluss auf die Lautstärke. Somit ist der selbst zusammengestellte Computer nicht nur für leistungshungrige Anwendungen wichtig, sondern auch für den Office-Betrieb, wo er mit einem kaum wahrnehmbaren Geräusch sowie einem geringen Stromverbrauch überzeugen kann.

Die passende Geschwindigkeit

Je nachdem, was Sie mit Ihrem neuen Computer vorhaben, benötigen Sie unterschiedliche Leistungsstufen. Möchten Sie lediglich E-Mails bearbeiten, im Internet surfen und Musik hören, reichen Computer bis maximal 400 € Gesamtpreis. Darin enthalten sind der PC, ein Monitor und die nötigen Eingabegeräte wie die Maus und die Tastatur. Als Prozessor wählen Sie Modelle wie den Intel Pentium Prozessor oder ein Modell aus dem Hause AMD. Hierfür eignen sich die AMD A-Prozessoren am besten, da diese sie neben einer ausreichenden Arbeitsgeschwindigkeit zusätzlich einen kräftigen Grafikchip liefern.

Zum Bearbeiten von Bildern, Videos und für andere leistungsintensive Anwendungen eignen sich Prozessoren der i3- oder i5-Familie von Intel, während AMD mit den FX-Prozessoren eine beachtliche Arbeitsgeschwindigkeit bietet. Gamer hingegen benötigen starke Komponenten wie den Intel Core i5 oder sogar einen Core i7 Prozessor. Doch noch wichtiger ist die Grafikkarte, die sich um die Berechnung der Grafik in Spielen und von Filmen kümmert. Auch das Bearbeiten von Videos ist mit einer schnellen Grafikkarte zügiger erledigt als mit einem schnellen Prozessor.

Prozessorchip eines PCs
Je nach geplanter Anwendung benötigt Ihr neuer PC mehr oder weniger Prozessor- und Grafikleistung. (© 2016 Tookapic/Pexels)

Die wichtigsten Komponenten

Beim Zusammenstellen des PCs benötigen Sie verschiedene Komponenten, die unterschiedliche Aufgaben haben. In dieser Liste zeigen wir Ihnen die einzelnen Bauteile eines Computers, die Sie beim Zusammenstellen des PCs der Reihe nach abarbeiten können.

Prozessor: Er ist das Herzstück des Computers und wird oftmals auch als „Taktgeber“ bezeichnet. Er kümmert sich um alle anfallenden Rechenprozesse und sorgt für eine rasche Bearbeitung sämtlicher Aufgaben. Je schneller der Prozessor, desto höher ist die Roh- und Arbeitsleistung für Anwendungen.

RAM/Arbeitsspeicher: Der „Random Access Memory“ ist ein flüchtiger Speicher, der Daten ausschließlich speichern kann, während der Computer genutzt wird. Mit hoher Geschwindigkeit sorgt der Arbeitsspeicher dafür, dass alle Anwendungen, die Sie ausführen, sofort verfügbar sind.

Grafikkarte: Office-Computer benötigen nicht zwingend eine Grafikkarte, doch möchten Sie zukünftig häufiger Computerspiele spielen, benötigen Sie einen kräftigen Grafikchip. Die Karte kümmert sich um die Ausgabe des Bildes sowie um die Berechnung von 3D-Bildern. Office- und Arbeitscomputer vertrauen auf einen integrierten Grafikchip, der sich im Prozessor befindet.

Mainboard: Das „Motherboard“ ist die Mutterplatine, auf der alle Komponenten zusammenkommen und untereinander kommunizieren. Ein Computer ist immer nur so schnell, wie es das Mainboard zulässt, weshalb Sie bei der Auswahl eines Mainboards nicht sparen sollten.

HDD/SSD: Natürlich müssen Sie Ihre Daten auch auf einem Speicher lagern, den eine Festplatte (Hard Disk Drive/HDD) oder eine Solid State Drive (SSD) zur Verfügung stellt. Während die Festplatte große Datenmengen auf magnetischen „Plattern“ aufnehmen kann, speichert die SSD sämtliche Daten auf elektronischem Wege. Somit bieten Festplatten eine hohe Speicherkapazität, aber eine höhere Ausfallquote sowie geringere Geschwindigkeiten. SSDs wiederum liefern Ihnen unglaubliche Geschwindigkeiten, während die Kapazitäten weit unter denen von Festplatten liegen. Empfehlenswert ist eine Kombination aus beiden Modellen, denn während eine SSD Ihr Betriebssystem beschleunigt, lagern auf der Festplatte alle Daten wie Bilder, Dokumente und Musiktitel.

Gehäuse: Das PC-Gehäuse wird oftmals unterschätzt, obwohl es nicht nur eine schützende Funktion erfüllt oder dem Computer das Aussehen verleiht. Das Gehäuse sorgt zusätzlich für einen optimierten Luftstrom, der die Komponenten kühlt und somit die Haltbarkeit verlängert.

Netzteil: Beim Netzteil sparen viele Hersteller und PC-Bastler, doch auch hier ist Vorsicht geboten. Das Netzteil wandelt den Strom der Steckdose um und versorgt die Komponenten mit Energie. Zudem sorgt es für einen effizienten Betrieb. Ungünstig gewählte Netzteile können Ihre Stromrechnung negativ beeinflussen oder sogar Komponenten beschädigen.

Sparen Sie nicht an der falschen Stelle

Möchten Sie Ihren PC selbst zusammenstellen und auch selbst zusammenbauen, dann achten Sie auf ausgewogene und hochwertige Komponenten. Oftmals sparen Unternehmen, aber auch private PC-Schrauber an wichtigen Komponenten, was die Langlebigkeit eines Computers stark beeinflusst. Besonders das Mainboard und das Netzteil kommen oftmals zu kurz und werden häufig nur als zweitrangige Komponenten behandelt. Doch gehören beide Bauteile zu den wichtigsten Elementen im Computer, da das Netzteil der Stromgeber und das Mainboard für die Kommunikation sämtlicher Komponenten untereinander zuständig ist. Ein Defekt der Mutterplatine oder des Netzteils kann auch andere Komponenten beschädigen und somit zum Totalausfall des gesamten Computers führen.

Die Kühlung ist wichtiger, als viele denken

Auch die Kühlung kommt bei vielen Herstellern oftmals zu kurz, obwohl ein gut belüfteter Computer wesentlich länger arbeitet als schlechte gekühlte Systeme. Ihr Computer erzeugt aufgrund der hohen Stromlast eine große Abwärme, die der PC möglichst schnell abtransportieren muss. Dafür sind zusätzliche Lüfter im Gehäuse, aber auch stärkere Prozessorkühler bestens geeignet. Dadurch sinkt nicht nur die Wärme der einzelnen Komponenten, sondern zusätzlich die Lautstärke des Computers.

Das Zusammenbauen des Computers

Ausgestattet mit einem Kreuzschraubendreher sowie einigen Kabelbindern kann es nun an das Zusammenbauen des Computers gehen. Nehmen Sie das Mainboard, setzen Sie den Prozessor ein und platzieren Sie die RAM-Riegel in den dafür vorgesehenen RAM-Steckplätzen in der Nähe der CPU (Central Processing Unit). Nun verschrauben Sie den Prozessorkühler mit dem Mainboard und schließen die notwendigen Kabel der Lüfter am Mainboard an. Die zusätzlichen Lüfter positionieren Sie im Gehäuse und auch das Netzteil findet seinen Platz im Netzteilschacht des Computers. Platzieren Sie Ihre Festplatten und SSDs möglichst in der Nähe von Lüftern, sodass sie vom Luftstrom profitieren und ebenso mit niedrigen Temperaturen arbeiten. Nun verschrauben Sie das Mainboard mit dem Gehäuse, schließen die notwendigen Kabel am Mainboard an und stecken die Grafikkarte in den PCI-Express-Slot.

Nachdem alle nötigen Kabel des Netzteils mit dem Mainboard verbunden sind, kann das Arbeiten oder Spielen losgehen. Detaillierte Informationen zum Verbinden einiger Kabel entnehmen Sie den Handbüchern des Gehäuses, des Mainboards und des Netzteils.

Arbeitsspeicher in den PC einsetzen
Bauen Sie die einzelnen Komponenten Stück für Stück zusammen und bringen Sie die entsprechenden Kabel an. (© 2016 Aleksei Lazukov/Fotolia)

Gründe für das Zusammenstellen eines PCs

  • Auf Sie abgestimmte Komponenten
  • Immer ausreichend Leistung für Ihre Anwendungen
  • Bessere und effizientere Kühlung
  • Geringere Lautstärke
  • Hochwertigere Komponenten als bei Komplett-PCs

Checkliste: PC selber zusammenstellen

  • Überlegen Sie, welche Anwendungen Sie nutzen möchten und wie viel Leistung Sie benötigen.
  • Wählen Sie die einzelnen Komponenten aus und beachten Sie dabei wichtige Bauteile wie Netzteil, Kühlung und Mainboard.
  • Vergessen Sie auch die Eingabegeräte wie Maus und Tastatur sowie den Monitor nicht.
  • Setzen Sie alle Komponenten in das Gehäuse ein und verbinden Sie alle Kabel und Anschlüsse miteinander. Die Benutzerhandbücher der einzelnen Bauteile helfen Ihnen dabei weiter.

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