Familienfeiern, Strandurlaub, Einschulung – die Fotobibliothek auf Ihrem iPhone oder iPad platzt aus allen Nähten und enthält etliche private Aufnahmen. Standardmäßig legen die Geräte eine Sicherheitskopie sämtlicher Bilder in der iCloud ab. Das mag zwar praktisch sein, allerdings erfordert es einiges an Vertrauen in die Sicherheitsvorkehrungen von Apple. Sollte Ihnen ein lokales Backup lieber sein, weil Sie persönliche Bilder nur sehr ungern aus der Hand geben, dann können Sie auf die automatische Online-Sicherung auch verzichten. Dieser Ratgeber erklärt Ihnen, wie das geht.

Automatischen iCloud-Upload für Fotos deaktivieren

iPhone, iPad und Mac nutzen den Online-Speicher iCloud, um Fotos, Musik, Kontakte und Co. automatisch zu sichern und auf mehreren Geräten mit demselben Apple-ID-Account zu synchronisieren. Online gespeicherte Daten stellen aber immer ein Sicherheitsrisiko dar – auch, wenn Apples Online-Datenspeicher als sehr gut geschützt gilt.

Sie können aber auch selbst einiges dafür tun, dass Ihre Daten in der iCloud sicher sind. Ein vollständiger Verzicht auf die iCloud ist aber natürlich die effektivste Methode, um zu gewährleisten, dass möglichst nur Sie Zugriff auf Ihre Daten haben. Deshalb erfahren Sie zunächst, wie Sie den automatischen Upload Ihrer Fotos, Videos und anderen Dokumente in die iCloud unterbinden. Die folgende Anleitung bezieht sich auf iOS 10.3.1. Gehen Sie zunächst sicher, dass Sie die in der Fotomodiathek befindlichen Daten anderweitig gesichert haben.

  1. Öffnen Sie die Einstellungen auf Ihrem iPhone. Ein Fingertipp auf den obersten Eintrag, der unter Ihrem Namen auch “Apple-ID, iCloud, iTunes & App Store” auflistet, öffnet ein Untermenü mit weiteren Einstellungsmöglichkeiten.
  2. Tippen Sie als Nächstes auf iCloud. Hier legen Sie im Einzelnen fest, welche Dateien automatisch im Online-Datenspeicher landen sollen.
  3. Der oberste Eintrag im iCloud-Menü heißt Fotos. Tippen Sie darauf, gelangen Sie in ein weiteres Untermenü. Deaktivieren Sie dort den Eintrag iCloud-Fotomediathek, indem Sie den Schalter rechts daneben mit einem Fingertipp nach links umlegen, sodass er nicht mehr grün unterlegt ist.
  4. Verfahren Sie auf die gleiche Weise mit den restlichen Einträgen Mein Fotostream sowie iCloud-Fotofreigabe. Bevor Sie die iCloud-Fotofreigabe deaktivieren können, erscheint ein Hinweis, dass damit alle hierüber geteilten Bilder vom iPhone gelöscht werden.

iCloud-Account von einem Gerät löschen: So geht’s

Die Anbindung an die iCloud lässt sich auch gezielt von einem Gerät löschen, sprich: Ihr Gerät “kennt” dann Ihre iCloud nicht mehr. Dadurch entgehen Ihnen aber auch Sicherheits-Features wie iCloud-Backups.

  1. Gehen Sie dazu ebenfalls zu den Einstellungen > iCloud.
  2. Tippen Sie auf den großen Button mit der Aufschrift Account löschen. Sicherheitshalber verlangt das System noch eine Bestätigung, bevor das iCloud-Konto endgültig vom Gerät gelöscht wird.

Wenn Sie nur den automatischen Upload von Dateien wie Fotos und Co. unterbinden möchten, dann führen Sie nur die unter “Automatischen iCloud-Upload für Fotos deaktivieren” beschriebenen Schritte durch. Denken Sie aber daran: Selbst, wenn Sie die iCloud von allen Apple-Geräten löschen, bleibt das Konto selbst bestehen.

Um ein iCloud-Konto vollständig zu löschen, ist gleichzeitig die Löschung der verknüpften Apple-ID erforderlich. Das bedeutet, dass Sie auch sämtlichen Zugriff auf gekaufte Apps und sonstige verknüpfte Informationen verlieren. Dieser Schritt dürfte also höchstens dann infrage kommen, wenn Sie planen, künftig keine Apple-Produkte mehr zu verwenden.

Fotos aus Chat-Verläufen löschen: Sicher ist sicher

Sollten Sie sich mit Freunden über einen Messenger wie WhatsApp, Snapchat oder den Facebook Messenger austauschen, dann sind dort womöglich ebenfalls von Ihnen geteilte Fotos gespeichert. Um Ihre Privatsphäre möglichst umfassend zu schützen, sollten Sie auch in solchen Apps aufräumen. Wie das genau geht, erfahren Sie in unserem Ratgeber "WhatsApp: Privatsphäre und Sicherheit".

Dabei gilt: Selbst, wenn Sie sämtliche Fotos und sonstige geteilten Bilder löschen, haben Sie keine Gewissheit, ob nicht einer der Empfänger noch eine Kopie Ihres privaten Fotos gespeichert hat. Zwar löschen manche Apps Medien auf Wunsch nach einer gewissen Zeit selbst, allerdings besteht immer die Möglichkeit, dass der Empfänger seinen Smartphone-Bildschirm abfotografiert oder abgefilmt hat. Überlegen Sie sich daher vor jedem Bilder-Upload gut, ob Sie nicht zu viele persönliche Informationen damit preisgeben. So gehen Sie in jedem Fall auf Nummer sicher.

Private Fotos schützen Privatsphäre
Geteilte Fotos in Messengern sind ein Risiko für Ihre Privatsphäre. (© 2017 William Iven/Unsplash/Pexels)

iCloud löscht Daten erst nach 30 Tagen vollständig

Wenn Sie Daten aus der iCloud löschen, sind diese erst nach 30 Tagen komplett vom Server verschwunden. Sie haben also rund einen Monat Zeit, um gelöschte Fotos und andere Dateien aus dem Online-Speicher wiederherzustellen. So geht’s:

  1. Loggen Sie sich über den Browser auf Apples offizieller iCloud-Seite ein.
  2. Öffnen Sie dann die iCloud-Einstellungen. Diese finden Sie im Menü, wenn Sie auf Ihren Benutzernamen ganz oben rechts klicken.
  3. Unter Erweitert > Dateien wiederherstellen werden Ihnen die gewünschten Informationen angezeigt: Hier sind die gelöschten Dateien der vergangenen 30 Tage aufgelistet, inklusive der Dateigröße sowie der verbleibenden Zeit, ehe sie unwiederbringlich vom Server gelöscht werden.
  4. Mit einem Mausklick in die Checkbox links neben dem jeweiligen Eintrag markieren Sie eine oder mehrere Dateien, die nach einem abschließenden Klick auf den Fertig-Button wiederhergestellt werden.

Dateien lassen sich übrigens nicht vor Ablauf der 30-tägigen Frist löschen.

Sicherheitsmaßnahmen: Wenn Sie nicht auf die iCloud verzichten möchten

Womöglich sind Sie noch unschlüssig, ob Sie wirklich komplett auf die automatische iCloud-Speicherung verzichten möchten oder nicht. Sollten Sie das Feature für private Bilder und andere Dateien nutzen, dann empfehlen sich folgende Sicherheitsmaßnahmen, damit Ihre Daten möglichst gut geschützt sind.

Zwei-Faktor-Authentifizierung: Apple selbst empfiehlt die Einrichtung der sogenannten Zwei-Faktor-Authentifizierung. Das Feature versieht die Passwortabfrage mit einer zusätzlichen Sicherheitsstufe. Sobald Sie sich etwa auf einem neuen Mac in Ihren Account einloggen, erhalten Sie eine E-Mail von Apple mit einem Sicherheitscode – und zwar auf ein bereits bestätigtes, vertrauenswürdiges Gerät, beispielsweise Ihr iPhone. Selbst, wenn ein Dritter einmal Ihr Passwort in die Hände bekommen sollte, verhindert die Zwei-Faktor-Authentifizierung, dass jemand anders als Sie Zugriff auf Ihre Daten bekommt, da nur Sie den Sicherheitscode erhalten.

  1. Das Sicherheitsfeature steht ab iOS 9 zur Verfügung und lässt sich über die Einstellungen aktivieren. Tippen Sie hier wieder auf den obersten Eintrag mit Ihrem Namen.
  2. Unter dem Eintrag Passwort & Sicherheit tippen Sie dann auf Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Private Fotos auf dem iPhone schützen Passwort
Achten Sie auf ein sicheres Passwort für Apple-ID und iCloud. (© 2017 Thinkstock)

Sichere Passwörter: Zusätzlich empfiehlt es sich, ein sicheres Passwort zu verwenden. Das liegt zwar auf der Hand, doch was macht ein sicheres Passwort überhaupt aus?

  1. Ein gutes Passwort ist möglichst lang und besteht aus einer zufälligen Reihe von Zeichen.
  2. Eine Methode ist es, die Anfangsbuchstaben der Wörter eines Satzes zu nehmen und das Resultat noch etwas abzuändern.
  3. Wie sicher ist mein Passwort?
    Antivirensoftware-Hersteller Kaspersky bietet auf seiner Homepage ein Tool an, das Ihnen verrät, wie lange ein Durchschnitts-PC braucht, um Ihr Passwort zu knacken. Der Anbieter weist dabei ausdrücklich darauf hin, dass keine echten Passwörter eingegeben werden sollten.

Noch mehr Tipps und Informationen zum Thema Passwörter verrät Ihnen der Ratgeber: “Merkbare Passwörter generieren: Tipps und Tools

Sicher ist sicher

Wie Sie sehen, lässt sich der automatische Upload von Fotos und anderen Dateien in die iCloud mit wenigen Handgriffen unterbinden – und ebenso schnell wieder aktivieren. Mit einem sicheren Passwort dürften Ihre Daten auch in dem Online-Speicher von Apple gut aufgehoben sein. Ganz wichtig: Behalten Sie Ihr Passwort für sich und schreiben Sie es auch nirgendwo auf! Denn auch das sicherste Passwort ist nichts wert, wenn es sich leicht einsehen lässt.

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