Gerade hast du es dir im Bett gemütlich gemacht, da schießt du plötzlich wieder hoch: Der Rauchmelder piept, obwohl weit und breit kein Rauch zu sehen ist – zum Glück. Ein Fehlalarm ist trotzdem nervig. UPDATED erklärt dir, welche Gründe dahinterstecken und was du tun kannst, damit der Rauchmelder wieder verstummt.

Fehlalarm durch Dampf aus Küche oder Bad

Wenn der Rauchmelder fälschlicherweise piept, können Dämpfe aus der Küche oder dem Badezimmer der Grund dafür sein. Denn die Geräte reagieren nicht nur auf Rauch, der durch Feuer entsteht. Auch Wasserdampf aus der Dusche oder Qualm beim Kochen können den Rauchmelder aktivieren und so zu einem Fehlalarm führen. Gleiches gilt für Rauch aus einem offenen Kamin. Daher sollten Rauchmelder nicht in Räumen Verwendung finden, in denen es häufig zur Bildung von Dämpfen oder Qualm kommt.

Rauchmelder mit Qualm
Rauchmelder reagieren sensibel auf Qualm und Dampf aus Küche oder Badezimmer. (© 2018 Thinkstock / nikkytok)

Häufige Ursache: Batterien sind leer

Eine häufige Ursache für Störsignale des Rauchmelders sind leere Batterien. Die Geräte werden in der Regel zwar mit langlebigen Energieträgern ausgestattet, aber sobald deren Leistung schwächer wird, ertönt bei den meisten Modellen in regelmäßigen Abständen ein Piepton. Das Signal ist als Warnung zu verstehen – und als Aufforderung, die Batterien auszutauschen.

Mindestens 30 Tage, bevor die Batterien komplett leer sind, beginnt der Rauchmelder zu piepen – diese Funktion ist gesetzlich vorgeschrieben und soll die Gefahr minimieren, dass du die schwindende Leistung des Rauchmelders nicht bemerkst. Um das Piepen abzuschalten, solltest du in diesem Fall also die Batterien wechseln. Was es dabei zu beachten gibt, liest du weiter unten in diesem Ratgeber.

Tipp: Hitzemelder statt Rauchmelder in der Küche

Um Rauchmelder-Fehlsignalen durch aufsteigenden Wasserdampf vorzubeugen, empfehlen sich in der Küche Hitzemelder statt Rauchmelder.

Hitzemelder reagieren auf zunehmende Hitze und senden einen Alarm, sobald die Raumtemperatur einen bestimmten Wert überschreitet – von Dampf und Qualm bleiben sie völlig unbeeindruckt.

Es gibt zwei Arten von Hitzemeldern:

  • Festwertmelder erzeugen einen lauten Piepton, sobald eine vom Hersteller festgelegte Temperatur überschritten wird. Diese Grenze liegt häufig bei 50 bis 60 Grad.
  • Differenzmelder haben keinen voreingestellten Richtwert, wann ein Alarm ausgelöst wird. Bei diesem Modell kannst du selbst wählen, ab welcher Temperatur der Hitzemelder aktiviert werden soll – genauer gesagt, ab welcher Differenz zur üblichen Raumtemperatur. Dadurch können unterschiedliche “normale” Raumtemperaturen eingestellt werden, je nach Jahreszeit.

Weitere Gründe: Sonnenlicht, Insekten, Staub

Piept ein Rauchmelder, obwohl weder Feuer noch Rauch oder Qualm im Spiel sind, kann das auch folgende Ursachen haben:

  • Zu viel Sonnenlicht: Ist der Rauchmelder so angebracht, dass er tagtäglich viel Sonnenlicht abbekommt? Das sensible Gerät reagiert auf den starken Lichteinfall unter Umständen mit einem Piepton. In diesem Fall solltest du einen anderen, etwas dunkleren Platz für den Rauchmelder finden.
  • Insekten im Gehäuse: Wenn Spinnen, Fliegen oder andere Insekten versehentlich in den Rauchmelder krabbeln, können sie einen Fehlalarm auslösen. Dem kann ein kleines Netz im Inneren des Geräts entgegenwirken, das ungebetene Gäste abhält. Allerdings hat nicht jeder Rauchmelder solch einen Schutz – achte daher beim Kauf auf dieses Kriterium.
  • Staub: Wie auf jedem Gegenstand in der Wohnung lagern sich auch auf einem Rauchmelder Staub und Fusseln ab. Diese können zum einen die Ursache für ein ständiges Piepen sein, zum anderen kann der Staub auch die Funktion des Geräts beeinträchtigen. Eine Reinigung mit einem Mikrofasertuch sollte Abhilfe schaffen.

Funkkontakt und richtige Platzierung überprüfen

In Wohnungen und Häusern mit mehreren miteinander vernetzten Rauchmeldern kann es zu Fehlalarmen kommen. Grund dafür sind meist Störungen oder eine komplette Unterbrechung des Funkkontakts zwischen den Geräten. In diesem Fall gilt es zu überprüfen, ob zum Beispiel dicke Stahlbetonwände die Funksignale der Geräte blockieren.

Piept der Rauchmelder häufig und ohne ersichtlichen Grund, kann aber auch eine falsche Platzierung schuld daran sein. Generell gilt: Rauchmelder dürfen nicht zu nah an Wänden installiert werden. Für eine optimale Funktionstüchtigkeit empfiehlt sich ein Mindestabstand von 50 Zentimetern zwischen Rauchmelder und Wand.

Fehlalarm vorbeugen: Regelmäßige Wartung

Um dem lästigen Piepton vorzubeugen, ist eine regelmäßige Wartung aller Rauchmelder wichtig. Neben der Reinigung des Geräts mit einem feuchten (Mikrofaser-)Tuch solltest du auch die Funktion regelmäßig überprüfen, optimal ist ein kurzer Check pro Monat. An jedem Gerät ist dafür ein Testknopf angebracht. Drücke ihn mehrere Sekunden und warte auf den Signalton. Piept es, ist alles in Ordnung und die Batterie intakt. Hörst du nichts, solltest du den Rauchmelder genauer unter die Lupe nehmen und wenn nötig die Batterien austauschen.

Testknopf am Rauchmelder
Ein Testknopf am Rauchmelder verrät, ob die Batterien noch funktionieren und das Gerät aktiv ist. (© 2018 Thinkstock / AndreyPopov)

Batterien austauschen – darauf solltest du achten

Die Batterien des Rauchmelders lassen sich in der Regel ganz einfach austauschen, allerdings gibt es einiges zu beachten.

  • Um die Batterien zu wechseln, entfernst du die Abdeckung des Geräts und tauschst die alten gegen neue aus.
    Tipp: Häng den Rauchmelder erst dann wieder an die Decke, wenn du neue Batterien eingelegt hast – sonst besteht die Gefahr, dass der Einsatz neuer Batterien in Vergessenheit gerät und der Rauchmelder im Ernstfall nicht funktioniert. Platziere das Gerät lieber an einer prominenten Stelle in der Wohnung, beispielsweise auf dem Küchentisch, bis du neue Batterien besorgt hast und es wieder an der Decke anbringen kannst.
  • Verwende keine Akku-Batterien für deine Rauchmelder. Akkus können sich recht schnell entleeren.
  • Gut geeignet sind dagegen Alkalibatterien oder Modelle auf Basis von Lithium. Letztere haben den Vorteil, dass sie in der Regel länger halten als Alkalibatterien. Weitere Infos zum Thema erhältst du in unserem Ratgeber “Batterien: So finden Sie die passenden Energiespeicher für Ihre Elektrogeräte”.
  • Wer keine Lust auf einen Batteriewechsel hat, kann seine Wohnung auch mit Zehn-Jahres-Rauchmeldern ausstatten. Diese sind – wie der Name verrät – zehn Jahre einsatzbereit. Nach Ablauf dieses Zeitraums sind die Batterien leer und das Gerät wird entsorgt.

Wenn es piept: Schnell handeln

Die Ursachen für einen offenbar grundlos piependen Rauchmelder können vielfältig sein – und sind häufig schnell zu beheben. Insekten im Gehäuse, ein ungünstiger Platz zu nah an der Wand oder zu viel Dampf aus der Küche sind mögliche Gründe für einen Fehlalarm. Oft sind auch leere Batterien die Ursache. Keine Frage, das akustische Signal stört – aber es kann unter Umständen Leben retten. Denn der Piepton macht darauf aufmerksam, dass der Rauchmelder nicht einwandfrei funktioniert. Damit das Gerät im Falle eines Brandes die Bewohner rechtzeitig warnen kann, sollte der Rauchmelder deshalb regelmäßig gewartet und jedem Piepen auf den Grund gegangen werden.

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