Du sitzt gemütlich bei Freunden, als auf deinem Smartphone plötzliche eine Push-Nachricht eingeht: Dein smarter Rauchmelder hat Alarm ausgelöst! Schnell fährst du nach Hause und benachrichtigst noch von unterwegs deinen Nachbarn, damit er nach dem Rechten sieht. Dank deiner komplett vernetzten Wohnung wurdest du sofort über die Rauchentwicklung informiert und konntest Schlimmeres verhindern, obwohl du gar nicht zu Hause warst. Welche Vorteile ein Smart-Home-Rauchmelder sonst noch hat und wie du ihn montierst und vernetzt, erklärt dir UPDATED in diesem Ratgeber.

Vor- und Nachteile eines Smart-Home-Rauchmelders

Die Entscheidung für die Anschaffung eines smarten Rauchmelders bringt einige Vorteile mit sich:

  • Smarte Rauchmelder leiten das Warnsignal an das Smartphone weiter.
  • In Verbindung mit einer IP-Kamera kannst du von überall einen Blick in dein Heim werfen und sehen ob es wirklich brennt.
  • In einem vernetzten Zuhause werden alle anderen smarten Geräte informiert und reagieren auf den Alarm: Jalousien werden geöffnet, Licht wird eingeschaltet etc.
  • Diverse smarte Rauchmelder erkennen verschiedene Rauchintensitäten oder messen sogar den CO2-Anteil in der Luft.
  • In einem großen Haus wird das Signal an alle Rauchmelder weitergeleitet, sodass du den Alarm auch in entfernten Räumen mitbekommst.

Den letzten Punkt erfüllen übrigens auch Funkrauchmelder, die ansonsten über keine smarten Eigenschaften verfügen. Sobald ein Gerät Alarm schlägt, reagieren auch die anderen Geräte in der Funkanlage. Deshalb kommen Funkrauchmelder vor allem in großen Wohnkomplexen zum Einsatz.

Den Vorteilen steht eigentlich nur ein Nachteil gegenüber: Die Anschaffungskosten für einen smarten Rauchmelder sind im Vergleich zu normalen Modellen wesentlich höher. Die Hersteller verlangen oft das Fünf- bis Zehnfache für Smart-Home-Rauchmelder. Zudem solltest du beim Kauf genau hinschauen: Nicht jedes Modell passt in jedes Smart-Home-System.

Rauchmelder-Alarm geht auf Smartphone ein
Smarte Rauchmelder leiten das Warnsignal an dein Smartphone weiter, egal wo du dich gerade befindest. (© 2019 Nest)

Smart-Home-Rauchmelder: WLAN oder Kabel?

Smart-Home-Rauchmelder kannst du kabelgebunden in dein vernetztes Zuhause integrieren oder über eine WLAN-Verbindung. Die zuletzt genannte Lösung ist die verbreitetere im privaten Wohnraum. Der Vorteil: Über WLAN vernetzte Geräte kannst du jederzeit ganz einfach anbringen, die Installation ist ohne großen Aufwand oder das Hinzuziehen eines Fachmanns möglich. Zudem lassen sich die WLAN-Rauchmelder meist mit Systemen anderer Anbieter kombinieren.

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Kabelgebundene Geräte haben zum einen den Vorteil, dass die Datensicherheit größer ist als bei WLAN-Rauchmeldern. Zum anderen arbeiten alle smarten Funktionen auch bei schwacher oder gestörter WLAN-Verbindung einwandfrei. Dagegen spricht die aufwendige Nachrüstung, da die Kabel unter der Decke verlegt werden.

Smarten Rauchmelder über WLAN einrichten

Bevor du WLAN-Rauchmelder an den Zimmerdecken montierst, richtest du sie ein und integrierst sie in dein Smart Home. Das ist in der Regel eine Sache von Minuten. Die Vorgehensweise kann dabei von Anbieter zu Anbieter leicht variieren. UPDATED zeigt dir am Beispiel des smarten Rauchmelders Protect von der Google-Tochterfirma Nest, wie es funktionieren kann. Neben dem Rauchmelder benötigst du entweder ein Smartphone oder ein Tablet sowie eine Internetverbindung über WLAN.

  1. Platziere alle Rauchmelder, die du einrichten möchtest, nah beieinander, damit sie miteinander kommunizieren können.
  2. Lade die kostenlose Nest-App für Android oder iOS herunter.
  3. Starte die App und erstelle ein Konto bzw. melde dich an, solltest du schon ein Nest-Konto haben.
  4. Verwendest du ein Apple-Gerät, schalte WLAN und Bluetooth ein. Bei Android-Geräten werden diese Funktionen automatisch aktiviert.
  5. Nach der Anmeldung in der Nest-App tippe auf Hinzufügen.
  6. Scanne den QR-Code auf der Rückseite des ersten Rauchmelders mit der Kamera deines Mobilgeräts.
  7. Ziehe die blaue Lasche aus dem Batteriefach des Nest Protect heraus.
  8. Jetzt sollte der Rauchmelder zu dir sprechen und blau leuchten. Folge seinen Anweisungen.
  9. Danach teilst du dem Rauchmelder über dein Mobilgerät mit, in welchem Zimmer er angebracht wird. So kann dir der Nest Protect später im Notfall direkt sagen, in welchem Raum er Rauchentwicklung bemerkt.
  10. Wähle in der App nun das WLAN-Netzwerk aus, mit dem der Rauchmelder verbunden werden soll, und gib das WLAN-Passwort ein.
  11. Dein Mobilgerät wird anschließend mit dem Nest Protect verbunden.
  12. Im nächsten Schritt wählst du die Nachtlichteinstellung aus. Ist sie eingeschaltet, kann der Nest Protect dir nachts mit seinem Licht den Weg weisen. Du kannst die Funktion aber auch komplett deaktivieren.
  13. Abschließend verbindet sich der Nest Protect mit dem Internet und wird deinem Nest-Konto hinzugefügt. Wenn alles geklappt hat, leuchtet der Rauchmelder grün und sagt “verbunden”.
  14. Nun kannst du weitere Rauchmelder nach demselben Prinzip hinzufügen. Tipp: Notiere dir auf der Rückseite der Rauchmelder, welcher für welches Zimmer vorgesehen ist, um nicht durcheinanderzukommen.
  15. Hast du alle Rauchmelder eingerichtet, schaltest du in den Einstellungen der App den Sound Check ein, indem du den entsprechenden Schieberegler aktivierst. Dadurch testen sich die Rauchmelder einmal pro Monat automatisch.
  16. Jetzt kannst du die Rauchmelder in den einzelnen Zimmern anbringen.

Willst du deine smarten Rauchmelder mit Kabeln verbinden, wende dich am besten an einen Fachmann. Die Verlegung der Kabel unter dem Deckenputz und das (eventuell notwendige) Anschließen ans Stromnetz sollte unbedingt ein Profi übernehmen.

Rauchmelder-Fehlalarm: Mögliche Ursachen

Nicht immer droht wirklich Gefahr, wenn der Rauchmelder ein Signal von sich gibt. Es gibt mehrere Ursachen, die für einen Fehlalarm sorgen können:

  • Dampfentwicklung im Bad oder in der Küche (z. B. beim Duschen oder Kochen)
  • Rauchentwicklung in einem offenen Kamin
  • Leere Batterien
  • Verdrecktes Gehäuse
  • Starke Sonneneinstrahlung
  • Massiver Zigarettenrauch, etwa auf Partys

Details zu diesen und anderen Ursachen – und was du tun kannst, damit der Rauchmelder wieder verstummt – kannst du ausführlich im Ratgeber Rauchmelder piept – das sind die Ursachen nachlesen.

Montage smarter WLAN-Rauchmelder

Die Installation von smarten Rauchmeldern, die über WLAN funktionieren, ist in den meisten Fällen denkbar einfach und lässt sich ohne fremde Hilfe erledigen. Sie werden wie herkömmliche Rauchmelder an geraden Decken mithilfe eines Schraubendrehers und den im Lieferumfang enthaltenen Schrauben angebracht. Die Montage von kabelvernetzten Rauchmeldern ist hingegen weitaus komplizierter. Da sie ans Stromnetz angeschlossen werden, ist die Unterstützung durch einen Elektriker unbedingt zu empfehlen.

Für den bestmöglichen Schutz sollten Rauchmelder immer in der Mitte des Raumes an der Decke montiert werden. Der Abstand zu Wänden, Möbeln und anderen Gegenständen sollte mindestens einen halben Meter betragen.

Grundsätzlich gehört in jedes Zimmer ein Rauchmelder, ebenso in den Flur. Generell wird empfohlen, keine Rauchmelder im Badezimmer oder in der Küche anzubringen, da es in diesen Räumen häufig zu Fehlalarmen durch Wasserdampf kommen kann. Es gibt aber spezielle küchentaugliche Rauchmelder, die die Wahrscheinlichkeit eines Fehlalarms minimieren.

Rauchmelderpflicht in allen Bundesländern

Egal, ob smart oder herkömmlich – für privaten Wohnraum gilt mittlerweile in allen Bundesländern Rauchmelderpflicht. Bei Neu- und Umbauten sind Wohnräume durch die Eigentümer unverzüglich mit Rauchmeldern auszustatten. Bei Bestandsbauten gelten Übergangsfristen, bis wann die Ausstattung mit Rauchmeldern erfolgt sein muss. Diese sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Einzig in Sachsen sind Bestandsbauten von der Rauchmelderpflicht befreit (Stand: Dezember 2018).

Smart-Home-Rauchmelder ohne Smart Home?

Bekommst du beispielsweise einen Smart-Home-Rauchmelder geschenkt, hast aber gar kein vernetztes Zuhause, ist das nicht tragisch. Denn auch ohne Smart Home erfüllt der Rauchmelder seine Hauptaufgabe: Er gibt ein Warnsignal von sich, wenn er Rauchentwicklung bemerkt. Auf die wertvollen Zusatzleistungen durch die Vernetzung kannst du dann allerdings nicht zugreifen. Aber vielleicht ist der Smart-Home-Rauchmelder auch ein guter Einstieg in die Welt des vernetzten Zuhauses. Darauf basierend kannst du dir weitere vernetzbare Geräte zulegen und so dein eigenes Smart Home auf die Beine stellen.

Kind sitzt auf Treppe im Flur mit Rauchmelder
Mit Rauchmeldern im Haus lebt es sich gleich viel unbeschwerter – vor allem aber sicherer. (© 2019 Nest)

Smart-Home-Rauchmelder gehören in jedes vernetzte Heim

Auf dem Weg ins Smart Home ist ein intelligenter Rauchmelder unbedingt empfehlenswert. Denn er alarmiert dich auch, wenn du das Warnsignal eines herkömmlichen Rauchmelders gar nicht hören könntest, weil du dich in einem weit entfernten Raum befindest oder gar nicht zu Hause bist. Zudem lassen sich Kameras, Beleuchtung, Fenster und andere smarte Geräte mit dem Rauchmelder vernetzen, sodass sie aufeinander reagieren. Das alles rechtfertigt auch den relativ hohen Preis im Vergleich zu herkömmlichen Rauchmeldern.