Wenn Sie Ihr Zuhause mit Smart-Home-Komponenten ausstatten wollen, kommt die Frage nach der passenden künstlichen Intelligenz (KI) auf, der Sie die entsprechenden Steuerungs-Befehle erteilen. UPDATED erklärt, wie Sie Ihr smartes Zuhause mit den Sprachassistenten von Apple und Google steuern können.

Smart-Home-KIs steuern Ihr intelligentes Zuhause

Künstliche Intelligenzen (KIs) helfen nicht nur bei der Informationssuche im Internet oder der Planung von Terminen. Sie dienen mittlerweile auch zur Steuerung von Smart-Home-Komponenten: Spracherkennungssoftwares fungieren als Schnittstelle zwischen Ihnen als Nutzer und den entsprechenden Geräten, um etwa die richtige Zimmertemperatur oder die gewünschte Lichtstärke einzustellen oder verschiedene Elektrogeräte ein- und auszuschalten – auch, wenn Sie sich gar nicht in einem Raum mit diesen Geräten befinden.

Im Bereich Smart Home gibt es aktuell vor allem drei große Anbieter, die KIs für die Steuerung des intelligenten Zuhauses entwickelt haben: Google, Amazon und Apple.

  • Google vergrößert mit dem Google Assistant (und der älteren Variante Google Now) sein Portfolio zusehends und bietet die KI auch über seine hauseigene Hardware hinaus an.
  • Amazon steht dem mit der KI Alexa und dem Echo-Lautsprecher gegenüber.
  • Apple konzentriert sich mit seiner KI auf seine eigenen Produkte – bislang gibt es die Sprachassistenz Siri nur für Apple-Geräte.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die Fähigkeiten der Sprachassistenten von Google und Apple genauer vor.

Smart-Home-Steuerung per KI
Mit einer Smart-Home-KI haben Sie direkten Zugriff auf viele Funktionen Ihres intelligenten Zuhauses. (© 2018 NicoElNino/Thinkstock)

KIs anderer Hersteller

Neben Google, Amazon und Apple gibt es weitere Hersteller, die sich im Smart-Home-Bereich versuchen – manche davon mit etwas ausgefalleneren Konzepten:

WooHoo Smart Assistant ist ein in ein 7-Zoll-Touch-Display integrierter Assistent, der die Steuerung Ihrer Smart-Home-Komponenten übernimmt. Dabei reagiert WooHoo nur auf gewisse Stimmmuster und ist somit nur für abgespeicherte Profile nutzbar.

Bosch Mykie ist eine spezielle Küchen-KI, die Rezepte aus einem Online-Index abruft oder die Backzeiten im Ofen überwacht. Dabei ist der kleine Lautsprecher mit Kulleraugen-Optik aber nur mit Bosch-Geräten kompatibel.

Kuri ist eine in Roboterform gehaltene Mischform aus Smart-Home-KI und mechanischem Haustier. Das intelligente Gerät ist mobil und kann beispielsweise zur Überwachung durch die Zimmer einer Wohnung fahren. Zudem können Sie den Roboter streicheln, worauf die KI mit Zuneigungs-Algorithmen reagiert. Sprechen können Sie mit Kuri auch, erhalten aber nur Pieptöne und Kopfbewegungen als Antwort.

Google Assistant: “OK Google” als Initiativ-Befehl

Google Assistant ist die künstliche Intelligenz, mit der Sie Ihr intelligentes Zuhause über den Smart-Home-Lautsprecher Google Home steuern können.

Die Steuerung funktioniert über die Passphrase “OK Google” oder “Hey Google” gefolgt vom gewünschten Befehl (wie etwa “Wie wird das Wetter heute?”). Neben Suchanfragen, Kalendereinträgen oder Notizen, die sich über den Google Assistant vornehmen lassen, können Sie mit Google Home beispielsweise auch Apps wie “Spotify”, “Play Music” oder auch “iTunes” ansteuern oder eben Smart-Home-Geräte kontrollieren.

Alles zum Einrichten von Google Home erfahren Sie in unserem Ratgeber “Mit Google Home ins smarte Zuhause – so richten Sie den Assistenten ein”.

Viele Smart-Home-Komponenten werden unterstützt

Über den Sprachassistenten können Sie eine Vielzahl an Smart-Home-Komponenten von Anbietern wie Nest (Kameras), Philips Hue (Licht) oder Samsung (bspw. Smart TV) ansteuern.

Wie Sie beispielsweise Ihre heimische Lichtanlage per Google Home steuern, haben wir in einem separaten Ratgeber für Sie zusammengestellt.

IFTTT-Unterstützung

Die Google-Assistenz unterstützt auch den Automatisierungsdienst IFTTT (“If this, then that”). Darüber lassen sich Befehlsfolgen zu einem kürzeren Schlüsselwort zusammenfassen. Der Initial-Befehl “OK Google” muss zwar immer noch benutzt werden, dafür können Sie durch ein einfaches Schlagwort beispielsweise das Licht in Ihrem Haus auf ein einheitliches Niveau dimmen.

Kontext-Erkennung der KI

Eine der Stärken der Google-KI ist die kontextbezogene Kommunikation. Aufeinanderfolgende Fragen und Antworten zwischen Nutzer und KI wirken sehr natürlich und es entsteht in der Tat eine Art Gespräch.

Siri: Sprachsteuerung für Apples HomeKit

Apples Sprachassistenz Siri kann über das sogenannte HomeKit-Netzwerk verschiedene Smart-Home-Komponenten ansteuern. HomeKit verknüpft alle zertifizierten Geräte über die “Home”-App. Diese können Sie entweder manuell oder über Sprachbefehle mit dem Eingangsbefehl “Hey Siri” steuern.

Auf Apple-Geräte beschränkt

Bis zur Veröffentlichung von Apples eigenem Lautsprecher HomePod im Dezember 2017 benötigen Sie zur Steuerung Ihrer Heimkomponenten entweder Ihr iPhone oder iPad.

Licht, Strom und Temperatur steuern:

  • Besitzen Sie ein HomeKit-kompatibles Gerät wie ein intelligentes Thermostat, können Sie dieses über Ihr Mobilgerät per HomeKit ansteuern, Temperaturabfragen starten oder gegebenenfalls die Temperatur im entsprechenden Raum anpassen.
  • Intelligente Beleuchtungssysteme lassen sich ebenfalls im HomeKit über die “Hey Siri”-Befehle steuern – um etwa das Licht im Wohnzimmer zu dimmen, wenn Sie einen Film schauen möchten.
  • Smarte Steckdosen schalten Sie über das HomeKit an oder aus und können so etwa die Kaffeemaschine bereits nach dem Aufwachen noch vom Bett aus einschalten.

Wenn-Dann-Kombinationen über “Automation”

“Automation” ist eine Funktion (Wenn-Dann) ähnlich IFTTT, die unter bestimmten Bedingungen aktiviert wird. So können Sie im HomeKit Bedingungen wie etwa “Wenn die Temperatur 21 Grad unterschreitet, dann schalte die Heizung ein” einrichten. Für die Funktion ist Apples Betriebssystem iOS 10 oder höher nötig. Mehr dazu finden Sie in unserem Ratgeber zum Thema “HomeKit unterwegs und automatisch nutzen: So geht’s”.

Übrigens: Siri versteht auch Spaß – sprechen Sie Ihre smarte Sprachassistentin einmal mit der Passphrase der Konkurrenz an. Für den Initiativ-Befehl “OK Google” hat Siri eine ironisch-humorvolle Erwiderung parat.

Smart-Home-Steuerung per Smartphone
Für die Steuerung über Apples HomeKit benötigen Sie ein iOS-Gerät wie ein iPhone. (© 2018 audioundwerbung/Thinkstock)

Smart-Home-KIs: The future is now

Künstliche Intelligenzen sind überall um uns herum: In den Computern, den Mobiltelefonen und mittlerweile auch in den intelligenten Häusern. Der Science-Fiction-Gedanke ist teils Realität geworden. Umso spannender ist die Frage, welche der KIs Ihnen welche Möglichkeiten für Ihr Smart Home bietet. Google will mit der Kombination aus Google Assistant und dem smarten Lautsprecher Google Home Marktführer werden und setzt dabei auf eine breite Unterstützung anderer Hersteller. Apple fokussiert sich stark auf das eigene HomeKit-Netzwerk und die “Home”-App. Die Smart-Home-Steuerung funktioniert dort mit Siri so gut wie keine zweite – und der hauseigene Lautsprecher HomePod wird Ende 2017 erscheinen. Beide KIs werden die Zukunft des intelligenten Zuhauses nachhaltig definieren.

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