Wenn es im Winter bitterkalt ist, bleibt das Smartphone – genauso wie die Hände – am liebsten tief in den Taschen verborgen, um den Akku zu schützen. Doch da ist der wichtige Anruf, den Sie auch draußen in der Kälte entgegennehmen wollen, oder die Wartezeit auf dem Bahnsteig, die Sie nutzen können, um Ihre Mails zu checken. Nicht immer lässt es sich vermeiden, das Handy auch bei frostigen Außentemperaturen zu bedienen. Wenn Sie es gut vor der Kälte bewahren, ist das auch gar kein Problem. UPDATED gibt Ihnen Tipps, wie Ihr Smartphone sicher durch den Winter kommt.

Halten Sie Ihr Smartphone warm

Frost und Minusgrade sind der Feind Ihres Smartphone-Akkus. Durch niedrige Temperaturen kann sich dessen Laufzeit und Leistung stark verringern. Denn die Lithium-Ionen-Akkus der Handys arbeiten beziehungsweise laden am besten bei einer Temperatur zwischen 15 und 25 Grad Celsius, schon bei unter 10 Grad verbraucht das Handy mehr Energie. Deshalb ist es im Winter besonders wichtig, dass Sie Ihr Smartphone warm halten, wenn Sie das Haus verlassen. Lassen Sie es nicht lose in der Handtasche oder im Rucksack liegen, sondern tragen Sie es möglichst dicht am Körper, der Wärme ausstrahlt, etwa in der Innentasche Ihrer Jacke oder in der Hosentasche.

Achten Sie außerdem verstärkt darauf, dass Sie Ihr Handy nicht im abgestellten Auto vergessen oder länger in einem unbeheizten Raum liegen lassen, da die Kälte nicht bloß den Akkuzellen stark zusetzt, sondern auch die Bedienung des Touchscreens beeinträchtigen kann. Der Bildschirm Ihres Smartphones besteht in der Regel aus Flüssigkristallen, und ist ein sogenanntes Liquid Crystal Display (LCD). Bei eisigen Temperaturen besteht die Gefahr, dass diese Kristalle immer träger werden und der Touchscreen nicht mehr flüssig auf Ihre Bewegungen reagiert. Smartphone-Displays, die auf der OLED-Technik basieren, haben im Winter einen kleinen Vorteil, weil deren Leuchtdioden aus organischem Material bestehen und deshalb kälteresistenter sind als Flüssigkristalle.

Smartphone im Schnee schützen
Wenn Sie Ihr Smartphone längere Zeit draußen in der Kälte benutzen, muss es sich drinnen erst einmal eine halbe Stunde langsam an die Zimmertemperatur anpassen. (© 2017 DeanDrobot/Thinkstock)

Vermeiden Sie starke Temperaturschwankungen

Wenn Sie frierend aus der Kälte kommen, wärmen Sie sich sicher gerne so schnell wie möglich mit einer heißen Tasse Tee, einer Decke oder an der Heizung auf. Ihr Smartphone dagegen sollten Sie langsam an den Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen gewöhnen. Legen Sie Ihr Handy in keinem Fall auf die Heizung, um diesen Prozess zu beschleunigen und es wieder aufzuwärmen. Denn durch einen abrupten Temperaturunterschied kann das Display des ausgekühlten Geräts beschlagen. Es bildet sich Kondenswasser, welches möglicherweise in das Inneres des Smartphones gelangt und im schlimmsten Fall die empfindliche Elektronik schädigt, indem es zum Beispiel einen Kurzschluss hervorruft.

Schalten Sie Ihr Handy lieber erst einmal für eine halbe Stunde aus, wenn Sie ein stark beheiztes Zimmer betreten, um es an die Temperatur zu gewöhnen, während draußen Minusgrade herrschen und Sie sich davor länger im Freien aufgehalten haben. Auch den Akku sollten Sie nicht sofort laden. Denn wird eine kalte Batterie ans Stromnetz gehängt, entfaltet Sie möglicherweise nicht ihre volle Kapazität. Der Akku wird dann nicht komplett aufgeladen. Warten Sie damit ebenfalls mindestens eine halbe Stunde, bis sich das Smartphone an die Innentemperatur gewöhnt hat.

Für Abenteurer: Robuste Outdoor-Smartphones
Wandern im Himalaja, eine Exkursion zum Polarkreis oder ausgiebige Skilanglauf-Touren durch die Alpen – für manche Reisen sind robuste Outdoor-Smartphones einfach der bessere Begleiter als das Alltagshandy. Sie sind wasserdicht, stoßfest und sollen Stürze in Schneehaufen oder Pfützen unbeschadet überstehen können. Auch Temperaturschwankungen setzen den Outdoor-Smartphones nicht so schwer zu wie den gewöhnlichen Handys. Abenteurerinnen und Naturburschen sollten beim Kauf auf die IP-Zertifizierung achten. IP steht in diesem Fall für den International Protection Code, der mit zwei Ziffern angegeben wird. Die erste Zahl zeigt den Schutzgrad vor eindringendem Staub an – wobei eine 1 den niedrigsten und eine 6 den höchsten Wert darstellt –, die zweite gibt auf einer Skala von 1 bis 8 an, wie wasserdicht das Smartphone ist. Den höchsten Schutzfaktor hat demnach ein Gerät mit dem IP-Code 68.

Nützliches Zubehör, mit dem Ihr Smartphone den Winter gut übersteht

Um Ihr Smartphone warm zu halten, können Sie es zusätzlich in eine wasserdichte und gleichzeitig wärmende Schutzhülle stecken. Besonders Handytaschen aus Neopren sind gut dafür geeignet, Ihr Telefon vor zu schnellen Temperaturschwankungen zu bewahren. Ein weiterer großer Vorteil: Der Anzug aus Gummi sorgt außerdem dafür, dass Ihr Smartphone geschützt ist, sollte es doch einmal in den Schnee fallen, und federt noch dazu den Aufprall ab. Möchten Sie nicht so viel Geld in eine gute Neopren-Schutzhülle investieren, helfen auch sogenannte Handysocken aus Wolle, um Ihr Telefon zu wärmen. Im Notfall können Sie das Gerät auch in einen Handschuh einwickeln, wenn Ihnen gerade keine spezielle Handytasche zur Verfügung steht.

Auch spezielle Handschuhe sind im Winter für den Schutz Ihres Handys hilfreich. Denn schnell frieren bei eisigen Temperaturen die Finger ein, das Tippen einer Nachricht wird dann zur Qual. Mit gewöhnlichen Handschuhen lässt sich ein Touchscreen jedoch nicht bedienen, da das Display mit einem schwachen elektrischen Feld ausgestattet ist. Trägt der Nutzer Handschuhe, reagiert die leitfähige Schicht auf dem Bildschirm nicht. Deshalb sind im Material von Smartphone-Handschuhen leitfähige Fasern eingewebt, die es ermöglichen, den Touchscreen so zu bedienen, als würde man mit dem nackten Finger darüberfahren – und dennoch bleiben die Hände dabei schön warm.

Beim Telefonieren empfiehlt sich ein Headset, damit Sie das Handy gar nicht erst aus der Tasche holen und in den Händen halten müssen.

Da der Akkuverbrauch jedes Smartphones bei niedrigen Temperaturen steigt, ist es sinnvoll, im Winter stets ein Ladekabel und eine Powerbank dabeizuhaben. Damit können Sie Ihr Handy auch unterwegs aufladen, sollte ihm einmal der Saft ausgehen. Kontrollieren Sie im Winter generell den Batteriestand Ihres Smartphones häufiger und deaktivieren Sie gegebenenfalls Funktionen, die viel Akku verbrauchen. Wie Ihnen das am besten gelingt, erfahren Sie in dem UPDATED-Ratgeber “12 Tipps für mehr Akkulaufzeit beim Samsung Galaxy S6”.

Handy im Winter draußen benutzen
Spezielle Smartphone-Handschuhe enthalten leitfähige Fasern, sodass sich der Touchscreen bedienen lässt. (© 2017 NemanjaMiscevic/Thinkstock)

Das hilft bei nass gewordenen Smartphones im Winter

Auch wenn Sie immer gut auf Ihr Smartphone achtgeben, kann es doch jedem einmal passieren: Das Handy gleitet Ihnen aus der Hand und landet im Schnee oder in einer Pfütze. Doch das ist noch kein Grund zur Panik, denn auch wenn das Gerät nass geworden ist, können Sie es in den meisten Fällen retten. Der kurze Kontakt mit Schnee oder Feuchtigkeit zerstört die Elektronik des Handys nicht gleich.

Was Sie bei Wasserschäden sofort tun sollten:

  1. Wichtig ist, dass Sie jetzt schnell handeln und das Telefon sofort ausschalten, um Schäden an der Elektronik oder gar einen Kurzschluss zu vermeiden.
  2. Entfernen Sie – wenn möglich – den Akku und legen Sie beides an einen warmen, trockenen Ort.
  3. Auch Speicher- und SIM-Karten sollten Sie aus dem Smartphone herausnehmen.
  4. Lassen Sie das Smartphone samt Akku mindestens einen Tag in einem gut beheizten Zimmer in Heizungsnähe trocknen, bevor Sie versuchen, es wieder einzuschalten.
  5. In Elektronik-Fachmärkten und im Internet gibt es außerdem Notfallsets für Wasserschäden, die einen Trockenbeutel mit Trockenmittel enthalten. Diesen geben Sie zusammen mit dem elektronischen Gerät für ein bis zwei Tage in einen Vakuumbeutel. Das Trockenmittel entzieht in dieser Zeit die Feuchtigkeit.

Tipp: Wenn Sie Ihr Smartphone und den dazugehörigen Akku in einen Sack oder eine Schale mit Reis legen, erzielt das einen ähnlichen Effekt wie der Trockenbeutel. Kleben Sie davor jedoch alle größeren Öffnungen wie Kopfhörerbuchse oder den Anschluss für das Ladekabel ab, damit sich kein Reiskorn hinein verirrt.

Eine detaillierte Anleitung dazu, was hilft, wenn Ihr Smartphone ins Wasser gefallen ist, finden Sie in dem UPDATED-Ratgeber “Handy ins Wasser gefallen”.

Wenn Sie die oben genannten Hinweise beachten, bringen Sie Ihr Smartphone sicher durch den kältesten Winter. Mit speziellen Handschuhen und einer wasserdichten und stoßfesten Schutzhülle müssen weder Sie noch Ihr Handy in der Kälte zittern und Sie können Ihr Telefon auch draußen fast so nutzen, als ob es Sommer wäre. Doch egal ob auf der Skipiste oder beim Spaziergang im Schnee: Wenn Sie wirklich auf Nummer sicher gehen wollen, lassen Sie Ihr Smartphone zu Hause oder tief in der Hosentasche und gönnen sich eine Handy-Auszeit.

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