Dein Firefox hat sich mal wieder automatisch aktualisiert und nun funktionieren deine Lieblingserweiterungen nicht mehr. Gleichzeitig merkst du, dass du nach der letzten Aktualisierung nicht mehr wie gewohnt mit dem Browser im Internet surfen kannst. In mehreren einfach nachvollziehbaren Schritten zeigt dir dieser UPDATED-Ratgeber, wie du das Firefox-Update wieder rückgängig machst und wie du anschließend verhinderst, dass sich Firefox gleich wieder automatisch aktualisiert.

Das Prinzip der regelmäßigen Firefox-Updates

Firefox aktualisiert sich regelmäßig selbstständig. Das hat Vor- und Nachteile. So gelangt bei der Installation des Browsers auch ein versteckter Update-Dienst auf deinen Computer, der jedes Mal automatisch startet, wenn du den PC einschaltest. Im Hintergrund prüft dieser Dienst dann, ob es eine neue Version von Firefox gibt. Falls ja, lädt er sie aus dem Internet herunter und installiert sie ohne weitere Rückfragen, sobald du das nächste Mal den Browser startest.

Auf diese Weise können die Firefox-Entwickler sicherstellen, dass ihre in der Regel alle sechs Wochen erscheinenden größeren Aktualisierungen und die kleineren, je nach Bedarf veröffentlichten Sicherheits-Updates, auch wirklich alle Nutzer erreichen. Auf der anderen Seite kann dieses Vorgehen jedoch dazu führen, dass manche deiner liebgewonnenen Erweiterungen plötzlich nicht mehr funktionieren oder dass es zu anderen Problemen beim Surfen im Internet kommt.

Unerwünschte oder fehlerhafte Firefox-Version deinstallieren

Die Firefox-Entwickler haben keine Möglichkeit vorgesehen, ein einmal eingespieltes Update rückgängig zu machen. Trotzdem kannst du mit einem Trick ein neues Update wieder loswerden: Zunächst entfernst du die aktuell installierte Version des Browsers, lädst dann die vorherige Version herunter und installierst sie neu. Anschließend deaktivierst du die automatischen Updates und kannst dann zum Beispiel warten, bis deine Lieblingserweiterung aktualisiert wurde, bevor du wieder Updates für Firefox zulässt.

Bevor du die nicht mehr korrekt funktionierende Firefox-Version entfernst, solltest du noch prüfen, welche Version sich derzeit auf deinem Computer befindet:

  1. Starte dazu Firefox und klicke oben rechts auf das Symbol mit den drei übereinanderliegenden Strichen. Ein neuer Dialog mit verschiedenen Optionen öffnet sich. Klicke auf Hilfe und danach auf Über Firefox.
  2. In dem neuen Fenster siehst du die Nummer der derzeit installierten Firefox-Version. Außerdem siehst du darunter, ob sie aktuell ist. Merke dir diese Versionsnummer, um dann später die vorherige Firefox-Version herunterladen und installieren zu können.
Anzeige der aktuellen Firefox-Version auf dem PC
In diesem Fenster erfährst du, welche Version von Firefox derzeit auf deinem Computer installiert ist und ob sie aktuell ist. (© 2018 Firefox/ Screenshot/ UPDATED)

Nun geht es an die – vorübergehende – Deinstallation von Firefox. Deine Einstellungen und bislang installierten Add-ons bleiben dabei erhalten.

  1. Schließe den Browser und klicke dann unten links mit der linken Maustaste auf das Start-Symbol von zum Beispiel Windows 10. Klicke dann auf das Zahnrad-Symbol, um die Windows-Einstellungen zu öffnen.
  2. Tippe in das Suchfeld das Wort Software ein und klicke anschließend auf Programme hinzufügen oder entfernen.
  3. Ein neues Fenster öffnet sich. Scrolle nach unten bis zum Eintrag Mozilla Firefox. Klicke darauf und anschließend zwei Mal auf Deinstallieren.
  4. Bestätige die Rückfrage der Benutzerkontensteuerung mit Ja.
  5. Ein weiteres Fenster mit dem Deinstallations-Assistenten öffnet sich. Klicke in ihm auf Weiter und dann auf Deinstallieren sowie zuletzt auf Fertigstellen.

Der Deinstallations-Assistent löscht keine persönlichen Daten. Alle deine Einstellungen, deine Chronik, deine Lesezeichen und deine Erweiterungen bleiben erhalten, sodass sie nach einer Neuinstallation des Browsers sofort wieder zur Verfügung stehen.

Du findest deine persönlichen Daten in einem versteckten Ordner. Um ihn zu erreichen, öffne ein Fenster des Datei-Explorers mit der Tastenkombination [Windows] + [E]. Gib dann ins Adressfeld die Zeichenfolge %APPDATA%\Mozilla\ ein, um den Inhalt des versteckten Ordners zu sehen.

Tipp: Manchmal genügt es auch schon, wenn du nur die Einstellungen von Firefox zurückzusetzt, um wieder einen funktionierenden Browser zu haben. Wie das geht, hat UPDATED im Ratgeber „Firefox zurücksetzen unter Windows 10 und macOS“ detailliert beschrieben.

Funktionierende Firefox-Version installieren

Nachdem du die Programmdaten von Firefox von deinem Computer entfernt hast, ist es an der Zeit, eine etwas ältere, aber dafür funktionierende Version zu installieren.

  1. Starte dazu einen anderen Browser, zum Beispiel Microsoft Edge, und öffne den FTP-Server der Mozilla Foundation. Die Abkürzung FTP steht für „File Transfer Protocol“. Ein FTP-Server wird zum Ablegen von Dateien verwendet, die andere Nutzer dann aus dem Internet herunterladen können.
  2. Auf dem oben verlinkten FTP-Server findet sich eine sehr lange Liste mit allen bisher veröffentlichten Firefox-Versionen. Scrolle bis fast ganz nach unten, bis du die gewünschte Version gefunden hast. Wenn du zum Beispiel die Firefox-Version 63 auf deinem Computer installiert hattest, dann klicke auf die vorherige Version 62.
  3. Es öffnet sich ein weiteres Verzeichnis, in welchem du dein Betriebssystem auswählen kannst. Klicke für die meisten aktuellen Windows-Systeme auf den Link win64. So erhältst du eine Version für ein Windows-System mit 64 Bit.

Tipp: Falls du dir nicht sicher bist, welche Windows-Version du hast, drücke die Tastenkombination [Windows] + [Pause]. Das Betriebssystem steht unter „Windows-Edition“, die Bit-Version etwas weiter unten hinter „Systemtyp“.

  1. Nun siehst du eine umfangreiche Liste mit den verschiedenen Sprachversionen. Die deutschsprachige Version findest du hinter dem Link de. Klicke darauf, um zum gewünschten Download zu gelangen. Klicke nun auf den Link mit der ausführbaren EXE-Datei und danach auf Speichern. Sobald der Download abgeschlossen ist, klicke auf Ausführen, um Firefox wieder auf deinem Rechner zu installieren.
  2. Zunächst öffnet sich wieder ein Fenster der Benutzerkontensteuerung, die deinen Computer vor versehentlich installierter Software schützen soll. Bestätige die Sicherheitsfrage mit Ja und folge dann dem Installationsassistenten. Klicke dazu zwei Mal auf Weiter und danach auf Installieren. Bestätige zuletzt mit Fertigstellen.

Nun hast du wieder eine frühere Version von Firefox auf deinem Rechner und das störende Update rückgängig gemacht. Jetzt gibt es nur einen einzigen Schritt, den du noch durchführen solltest.

Download einer älteren Firefox-Version
Verwende einen anderen Browser wie Microsoft Edge, um eine etwas ältere, aber funktionierende Firefox-Version vom FTP-Server der Mozilla Foundation herunterzuladen. (© 2018 Firefox/ Screenshot/ UPDATED)

Updates in Firefox deaktivieren

Zum Abschluss solltest du noch verhindern, dass sich Firefox innerhalb kurzer Zeit wieder selbst aktualisiert, da der integrierte Update-Dienst ja wieder automatisch aktiv ist.

  1. Starte dazu Firefox und klicke wieder rechts oben auf das Symbol mit den drei übereinanderliegenden Strichen. Wähle aus dem neuen Menü Einstellungen und dann Allgemein aus.
  2. Scrolle etwas nach unten bis zum Bereich Firefox-Updates. Wähle dort bei Firefox erlauben den Punkt Nicht nach Updates suchen (nicht empfohlen) aus.

Damit verhinderst du, dass sich Firefox wieder automatisch aktualisiert und du wieder dieselben Probleme wie vorher bekommst. Auf Dauer solltest du aber nicht auf Firefox-Updates verzichten, da damit auch gefährliche Sicherheitslücken geschlossen werden.

Zurück zur vorherigen Firefox-Version

Normalerweise lassen sich einmal eingespielte Firefox-Updates nicht wieder rückgängig machen. Dieser Ratgeber hat jedoch detailliert gezeigt, wie du trotzdem wieder zu einer vorherigen Version von Firefox zurückkehren und zugleich verhindern kannst, dass sich der Browser danach wieder selbsttätig aktualisiert. Der Zeitaufwand für die dabei beschriebenen Schritte, die auch von PC-Laien leicht durchgeführt werden können, beläuft sich auf insgesamt weniger als 15 Minuten.